Worum geht es? Am 22. März kam es auf dem New Yorker Flughafen La Guardia zu einem fatalen Crash zwischen einer Maschine der Air Canada und einem Feuerwehrfahrzeug, bei dem die beiden Piloten des Jets starben und mehrere Personen schwer verletzt wurden. Nun muss Michael Rousseau, der Vorstandvorsitzende der Fluggesellschaft, deshalb zurücktreten.
Weshalb das? Der 68-jährige Manager hatte in seinem Beileids-Statement fast ausschließlich auf Englisch gesprochen und nur wenige französische Worte wie "bonjour" und "merci" verwendet. Das nahm man ihm in dem offiziell zweisprachigen Land übel.
Wer stellte sich gegen den Manager? Politiker aller Couleur. Seine Ansprache wurde als respektlos gegenüber französischsprachigen Kanadiern kritisiert und Rousseaus mangelnde Französischkenntnisse würden "eine Entfremdung von einem bedeutenden Teil der Bevölkerung" symbolisieren.
Aber geht es nicht eher um den Inhalt als die Form der Worte? Offenbar nicht nur. In der französischsprachigen Provinz Québec stimmten die Abgeordneten einstimmig für einen Antrag, der den Rücktritt von Michael Rousseau forderte. Und Kanadas Premierminister Mark Carney erklärte angesichts der Aufregung um das Statement, er sei "sehr enttäuscht".
Wie reagierte der Gescholtene? Rousseau entschuldigte sich öffentlich und erklärte, seine sprachlichen Einschränkungen hätten den Fokus von den trauernden Familien und den Bemühungen der Mitarbeiter der Fluggesellschaft abgelenkt.
Wie geht es jetzt weiter? Air Canada teilte in einer Erklärung mit, dass Rousseau zum Ende des dritten Quartals in den Ruhestand treten werde. Und die Unternehmensleitung werde die Kandidaten für seine Nachfolge anhand verschiedener Kriterien bewerten, "darunter auch die Fähigkeit, auf Französisch zu kommunizieren", hieß es.
Worum geht es? US-Vizepräsident J.D. Vance ließ am vergangenen Wochenende in dem Podcast "Bennys Show" tief blicken. Auf die Frage, ob er sich bereits in die UFO-Akten der US-Regierung vertieft habe, die Präsident Donald Trump veröffentlichen lassen will, bekannte er sich zu "einer Obsession" für UFOS und außerirdische Besucher.
Glaubt der US-Vize an Aliens? Offenbar – wobei er diese nicht als solche bezeichnet: "Ich glaube nicht, dass es Außerirdische sind, ich denke, es sind Dämonen."
Wie ist das gemeint? "Ich denke, dass es himmlische Wesen gibt, die herumfliegen und seltsame Dinge mit Menschen anstellen", so der sich immer betont gottesfürchtig gebende Vizepräsident. "Ich denke, dass der Wunsch besteht, alles Himmlische, alles Außerirdische zu beschreiben, es als von Außerirdischen zu bezeichnen", sagte Vance.
Aber es ist keine Science-Fiction, sondern Religion? Ja, irgendwie jedenfalls. "Jede Weltreligion, einschließlich des Christentums, an das ich glaube, hat erkannt, dass es da draußen seltsame Dinge gibt und Dinge, die sehr schwer zu erklären sind", so Vance. "Und wenn ich von übernatürlichen Phänomenen höre, denke ich an das christliche Verständnis, dass es viel Gutes, aber auch viel Böses gibt."
Glaubt der Vizepräsident auch an den Teufel? Aber ja. "Ich glaube, einer der größten Tricks des Teufels ist es, die Menschen davon zu überzeugen, dass er nie existiert hat", sagte Vance im Podcast.
Hat nicht auch Ex-Präsident Barack Obama zuletzt gesagt, er glaube an Aliens? Ja, allerdings mit einem wesentlich weniger ernsthaften Zugang. Angesichts der Fülle an Planeten im Universum, auf denen sich theoretisch Leben entwickeln könnte, sei es sehr wahrscheinlich, dass es irhgendwo im Weltall außerirdisches Leben gebe, so der ehemalige Präsident.
Worum geht es? Israels Parlament hat am Montag beschlossen, die Todesstrafe wieder einzuführen – allerdings nur für palästinensische Täter. Kritiker sehen in dem Gesetz eine "faktische Diskriminierung", in der Bevölkerung steht eine Mehrheit der Bevölkerung dem Vorschlag laut Umfragen allerdings positiv gegenüber.
Warum richtet sich das Gesetz nur gegen Palästinenser? Der Wortlaut des Gesetzesentwurfs erklärt es. Demnach würde künftig jedem die Todesstrafe drohen, "der absichtlich oder durch Gleichgültigkeit den Tod eines israelischen Bürgers aus rassistischen Motiven oder aus Feindseligkeit gegenüber einer Gemeinschaft verursacht, um dem Staat Israel und dem Wiederaufblühen des jüdischen Volkes in seinem Land zu schaden".
Was heißt das de facto? Einem Palästinenser, der einen Israeli tötet, würde die Hinrichtung drohen. Einem Israeli hingegen, der einen Palästinenser tötet, nicht. Dazu käme: Laut Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir soll die Todesstrafe für bestimmte Straftaten künftig verpflichtend vorgeschrieben.
Ist die Todesstrafe in Israel bislang abgeschafft? Nein, aber ausgesetzt. Und zuvor wurden bislang nur zwei Menschen hingerichtet: Ein Armeeoffizier kurz nach der Staatsgründung im Jahr 1948, weil er gegen Israel spioniert haben soll. Und der NS-Verbrecher Adolf Eichmann, der als maßgeblicher Planer des Holocaust gilt.
Wie wird die Todesstrafe in Israel vollstreckt? Die Delinquenten werden gehängt. Und das würde auch künftig so sein, da sich israelische Ärzte weigern, Hinrichtungen durch Giftspritzen durchzuführen.
Wie geht es nun weiter? Nach der Zustimmung durch die Knesset – von 120 Abgeordneten stimmten 62 dafür (darunter auch Premier Benjamin Netanjahu), 48 dagegen, der Rest enthielt sich – wird allgemein erwartet, dass das Gesetz aufgrund von Anfechtungen vor dem Obersten Gerichtshof landen wird.
Worum geht es? Das Bangen um den jungen Buckelwal, der am Montag vergangener Woche vor dem Timmendorfer Strand in der Ostsee auf einer Sandbank gestrandet war, geht weiter. Dabei hatte es am Freitag bereits so ausgesehen, als wäre das Tier gerettet.
Was ist passiert? Nachdem es letzten Freitag gelungen war, den Wal so frei zu baggern, dass er sich selbstständig aus seiner Lage befreien konnte, war das Tier – er wurde von der deutschen Presse Timmy getauft, nach seinem Auffindungsort – am Wochenende nicht Richtung rettender Nordsee geschwommen, sondern irrte weiter in der zu flachen Ostsee umher.
Wie ging es weiter? Am Sonntag strandete der Wal erneut, diesmal auf einer Sandbank vor der Stadt Wismar. Dort lag Timmy bis Montagabend. Erst nach 21 Uhr und bei Flut gelang es dem Tier, sich abermals zu befreien.
Ist Timmy damit gerettet? Der Anfang ist gemacht. Allerdings sind sich die Biologen vor Ort nicht sicher, ob er auch den Weg hinaus aufs offene Meer findet. Ein Boot der Wasserschutzpolizei begleitete das Tier und versuchte, es in die richtige Richtung zu lotsen.
Und wenn das nicht gelingt? Das bleibt abzuwarten. Tatsache ist, dass mittlerweile Millionen Menschen dem Wal bei seinem Überlebenskampf im Internet zuschauen. Entsprechend groß ist der Aufwand, um Timmy in Sicherheit zu bringen.
Worum geht es? Österreichs beliebtestes Urlaubsland setzt immer stärker auf rauchfreie Strände. Aktuellste Beispiele sind der Touristen-Hotspot Jesolo an der Oberen Adria sowie die Hauptstadt Rom, die ab dieser Saison alle Strände in ihrem Stadtgebiet zu Nichtraucherstränden erklärt hat.
Was ist in Jesolo geplant? Bereits bisher gab es am berühmten Lido di Jesolo einzelne Abschnitte, in denen das Rauchen verboten war. Ab diesem April (offizieller Start der Strandsaison) wird das Rauchverbot auf den gesamten Strand ausgeweitet, einzelne Raucherzonen ausgenommen.
Ist Jesolo damit ein Vorreiter? Nicht unbedingt. Im benachbarten Bibione begann man bereits 2014 damit, ein strenges Rauchverbot am gesamten Strand zu kontrollieren. Auch in Rimini heißt es am Strand schon länger "non fumare".
Was ist mit Rom? Die Hauptstadt verbietet ab 1. April das Rauchen an allen Stränden im Stadtgebiet. Außerdem ist es in allen geschlossenen öffentlichen Räumen, in Parks, an Haltestellen, auf Spielplätzen und in Krankenhäusern verboten. Wer sich nicht daran hält, kann mit bis zu 550 Euro bestraft werden.
Wo ist das Rauchen am Strand sonst noch verboten? Es gibt leider kein einheitliches Bild, da jede Kommune in Italien ihre eigenen Regeln aufstellen und durchsetzen darf. Am sichersten ist es, sich direkt vor Ort zu erkundigen oder vorab im Internet zu recherchieren, wenn man am Strand nicht auf die Glimmstängel verzichten möchte.
Worum geht es? Am Freitag wurde mit Balendra Shah der neue Premierminister des Himalaya-Staates Nepal vereidigt. Der 35-Jährige war früher Rapsänger und wurde unter dem Künstlernamen Balen landesweit bekannt.
Wie kam Shah in die Politik? Er begann als Sänger in der Underground-Rap-Szene seines Landes, prangerte aber bereits damals in seinen Texten Korruption und soziale Probleme an. Nach einem Ingenieursstudium kandidierte er 2022 als Unabhängiger bei der Kommunalwahl in der Hauptstadt Kathmandu und wurde Bürgermeister.
Und jetzt? Nach den vor allem von der Jugend getragenen Protesten gegen Vetternwirtschaft, Korruption und Elitendenken im letzten Jahr schloss sich Shah der Partei RSP (Nationale Unabhängigkeitspartei) an und siegte bei der Parlamentswahl Anfang März deutlich.
Was ist sein Erfolgsrezept? Balendra Shah kommuniziert auch als Politiker über Rapsongs mit seinen Wählern. Seine Lieder werden von seinen Landsleuten millionenfach geklickt. Während der Jugendproteste 2025 veröffentlichte Shah den Song "Lächelndes Nepal" (im Original "Nepal Haseko"). Der Song wurde zu einer Hymne für die Protestierenden.
Was ist das große Bild? Trotz seiner großen Popularität bezweifeln viele Beobachter, dass der politische Quereinsteiger die enormen Erwartungen seiner Wähler erfüllen wird können. ZU den wichtigsten Themen für Nepals Bevölkerung gehören der Krieg im Nahen Osten (wo hunderttausende Nepalesen arbeiten), die große Arbeitslosigkeit im Land sowie politische Unerfahrenheit seiner Partei.
Worum geht es? Die Oscars finden ab 2029 an einem neuen Veranstaltungsort statt. Vom Dolby Theatre (dem ehemaligen Kodak Theatre) in Hollywood wechselt die Verleihungszeremonie nach Downtown L.A. ins Peacock Theater. Dort finden schon jetzt die Emmy-Award-Shows statt.
Weshalb der Umzug? Es gab immer wieder Kritik am Dolby Theatre, einerseits aufgrund der Kapazitäten des Theaters, andererseits wegen der Lage bei einem Shopping Center. Trotzdem fand die Verleihung der Preise nirgendwo öfter statt als dort. Seit 2002 (mit einem Jahr Pause 2021) setzt die Academy, die die Oscars verleiht, die Zeremonie dort um.
Was kann das Peacock Theater, was das Dolby Theatre nicht kann? Es ist vor allem doppelt so groß wie das Dolby und bietet 7.000 Sitzplätze. Zudem soll es bis 2029 eigens nach den Wünschen der Academy adaptiert werden.
Und bis dahin? Findet die Show weiterhin im Dolby Theatre statt. Auch die 100. Oscar-Verleihung 2028 wird dort über die Bühne gehen.
Wo fanden die Verleihungen früher statt? Immer wieder an verschiedenen Orten in Los Angeles, etwa dem Shrine Auditorium (zuletzt 2001) oder dem Dorothy Chandler Pavillon (zuletzt 1999).
Was ändert sich sonst noch? Ebenfalls ab 2029 hat die Live-Übertragung im TV ausgedient. Dann wird die Oscar-Zeremonie exklusiv auf der Online-Plattform YouTube übertragen. Zunächst für fünf Jahre, Fortsetzung nicht ausgeschlossen.
Worum geht es? Der französische Konzern Pernod Ricard hat bestätigt, dass er Gespräche mit dem US-Unternehmen Brown-Forman führt, dem Hersteller von Jack Daniel's.
Schluckt der eine den anderen? Nein, es geht dabei laut beiden Seiten um eine mögliche "Fusion unter Gleichen", nicht zwingend um eine klassische Übernahme. Und der Deal ist noch nicht fix.
Was ist der Hintergrund? Die gesamte Alkoholbranche kämpft aktuell mit sinkender Nachfrage, ausgelöst etwa durch mehr Gesundheitsbewusstsein und neue Trends wie Cannabis-Drinks.
Was ist das Ziel? Beide Unternehmen stehen wirtschaftlich unter Druck und suchen nach Optimierungen und Kosteneinsparungen. Zusammen könnten sie einen stärkeren Konkurrenten zum Marktführer Diageo bilden.
Was ist Diageo? Ein internationaler Konzern mit Sitz in London. Er verkauft unter anderem Johnnie Walker, Smirnoff Wodka und Guinness Bier.
Um welche Produkte geht es bei der Fusion? Zu Pernod gehört Chivas Regal, Ballantine's, Absolut Wodka, Beefeater Gin, Ramazzotti oder Lillet. Zu Brown Forman gehören neben Jack Daniel's, Woodford Reserve (Premium Bourbon) und Fords Gin.