Worum geht es? Am Sonntag verübte eine Viererbande einen dreisten Raubüberfall auf den Pariser Louvre. Die Täter nutzten einen Möbellift, um in den ersten Stock zu gelangen. Das macht den deutschen Hersteller nun kreativ.
Was ist der Hintergrund? Auf den Bildern vom Tatort ist zu sehen, dass der Möbelaufzug Agilo der Firma Böcker aus Werne bei Dortmund zum Einsatz kam. Dort war man erst von den Socken, dann machte man das Beste daraus.
Wie denn? Das Unternehmen ging in die Offensive und postete in den sozialen Medien einen originellen Spruch zum Coup. Bei einem Bild des Raub stand: "Der Böcker-Aufzug befördert eure bis zu 400 kg schweren Schätze mit 42 m/min – flüsterleise".
Wie kam es dazu? "Wir haben am Sonntag gemeinsam die Nachrichten online gelesen und sind schockiert gewesen, dass unser Produkt zu sehen war", sagt die Marketingchefin des Unternehmens, Julia Scharwatz. Sie ist mit Alexander Böcker, dem Geschäftsführer des Familienunternehmens, verheiratet.
Und dann? "Nachdem klar war, dass niemand verletzt worden war, fingen wir an, ein paar Witze zu machen und uns über Slogans auszutauschen, die wir lustig fanden", so Scharwatz. Viele Menschen hätten angerufen. Am Montagmorgen war die Kampagne geboren.
Wie kam der Möbelaufzug zum Louvre? Das weiß die deutsche Firma nicht. Sie vermutet, das Gerät wurde gestohlen. Die Werbung geht nun jedenfalls um die Welt. Unbezahlbar!
Worum geht es? Am Donnerstag besuchten der britische König Charles III. und Königin Camilla im Rahmen eines offiziellen Staatsbesuchs den Vatikan. Höhepunkt war ein ökumenischer Gebetsgottesdienst in der Sixtinischen Kapelle.
Was passierte dabei? König und Königin hatten zunächst eine private Audienz beim Papst. Um 12 Uhr folgte der Gottesdienst. Es war das erste Mal seit ca. 500 Jahren, dass ein britischer bzw. englischer Monarch öffentlich mit einem Papst gemeinsam betete.
Was gab es das zuletzt? Laut Buckingham Palace hat es seit der Trennung Heinrichs VIII. von Rom im 16. Jahrhundert keinen vergleichbaren Moment gegeben.
Was weiß man über den Gottesdienst? Er war nicht öffentlich, sondern nur über Einladung zu besuchen. Der Fokus lag stark auf Schöpfung, Umwelt und christlicher Einheit. Der Gebetsgottesdienst bestand aus katholischen und anglikanischen Kirchelementen, mit Psalmen und Lesung in Latein und Englisch.
Was geschah noch? In einer eigenen Zeremonie am Nachmittag wurde der König mit dem Titel "Royal Confrater of Basilica of St. Paul Outside the Walls" geehrt. Charles wurde zu einem "königlichen Bruder" und Mitglied der Bruderschaft der Abtei.
Worum geht es? Seit Donnerstag ist der neue Asterix-Band käuflich zu erwerben. Der Text stammt von Fabcaro, die Zeichnungen von Didier Conrad. "Asterix in Lusitanien" spielt in Portugal und kostet 13,50 Euro.
Wovon handelt die Geschichte? Asterix-Freund Schãoprozes sitzt in In Olisipo (Lissabon) in einem römischen Kerker ein und soll den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden. Das will der kleine Gallier mit den großen Zauberkräften und Obelix an der Seite hintanhalten.
Was wird diesmal aufs Korn genommen? Die Generation Silicon Valley. Es gibt eine Figur namens Elonmus und einen Römer Marcus Zuckergus. Sie reisen auf der Galeere Davos, auf der Präfekt Fetterbonus eine Orgie veranstaltet.
Was ist sonst noch witzig? Der Wutbürger Mandarfjanix und dass Obelix statt Wildsão nur salziger Kabeljão vorgesetzt wird.
Wie erfolgreich ist Asterix? Seit 1959 wurden weltweit 400 Millionen Alben in 120 Sprachen und Dialekten verkauft, etwa ein Drittel davon in deutscher Sprache, so der Verlag.
Worum geht es? Am 25. März 2024 starb der deutsche Schauspieler Fritz Wepper im Alter von 82 Jahren. Er wurde vor allem durch die Rolle des Assistenten Harry in der TV-Krimiserie "Derrick" bekannt. Nun sorgt seine Beerdigung im Nachgang für Ärger.
Was ist passiert? Wepper wurde am 10. April vergangenen Jahres im Rahmen einer Trauerfeier in der Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen in Bayern verabschiedet. Ministerpräsident Markus Söder, der Verleger Hubert Burda und Wepper-Freund Maximilian Heiden hielten Reden.
Aber? Danach schnappte sich Filmproduzentin Lilly Berger, die zur Trauerfeier nicht eingeladen war, das Mikro und richtete außerhalb des Protokolls Worte an die Trauergäste – die kamen nicht bei allen gut an.
Warum? Berger rechnete vor allem mit Susanne Kellermann ab, die mit Wepper die letzten Jahren bis zu seinem Tod verheiratet war. Sie habe den Schauspieler "isoliert", seine langjährige Partnerin Angela und seine drei Töchter seien in den Reden kaum erwähnt worden. Ein Eklat!
Was hatte der nun für Folgen? Susanne Kellermann klagte, vor dem Landgericht München I wurde am Donnerstag verhandelt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Über ihren Anwalt forderte die Witwe Unterlassung und eine Geldentschädigungszahlung in Höhe von 10 000 Euro.
Wie ging das Verfahren aus? Nach hitzigen Wortgefechten entschuldigte sich Berger und versprach, die Aussagen in Zukunft zu unterlassen. Eine Entschädigung ist offenbar kein Thema mehr.
Worum geht es? Norbert Bolz, emeritierter Professor für Medienwissenschaften und Kolumnist der deutschen Zeitung Welt, hatte auf X einen ironischen Tweet abgesetzt, wie er sagt. Deswegen wurde bei ihm nun eine Hausdurchsuchung durchgeführt.
Warum das? Das linke Medium "Taz" hatte online einen Artikel mit dem Titel "AfD-Verbot und Höcke-Petition: Deutschland erwacht" publiziert. Darauf reagierte Bolz auf X und schrieb: "Gute Übersetzung von 'woke': Deutschland erwache!“
Was ist das Problem? "Deutschland erwache!" werde der NSDAP zugeordnet und gelte als Parole der Sturmabteilung (SA), sagt die Staatsanwaltschaft und erließ einen Durchsuchungsbeschluss wegen "des Verdachts auf Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen".
Was passierte dann? Das beschreibt Bolz auf X: "Hausdurchsuchung wegen eines Posts. Junge, nette Polizisten, die mir abschließend den guten Rat gegeben haben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Das werde ich tun und nur noch über Bäume sprechen."
Und davor? Erklärte sich Bolz ausführlicher in der Welt. Er habe ausdrücken wollen, dass "die Verrücktheit die Seiten gewechselt hat". Er habe sich nicht vorstellen können, dass man das missverstehen könne, sagte er.
Was geschieht nun? Die Polizei wertet die Ergebnisse der Hausdurchsuchung aus. Das Ergebnis des Verfahrens sei weiter offen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Wer hat Bolz angezeigt? Das ist unklar. Laut Staatsanwaltschaft sei eine Meldung an der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI) eingegangen, die beim Bundeskriminalamt angesiedelt ist. Von wem die Meldung einging, ist offen, aber es gibt einen Verdacht.
Was sagt der Anwalt von Bolz? "Was wir hier erleben, ist ein erneut besorgniserregender Kontrollverlust der Strafjustiz", so Joachim Steinhöfel.
Worum geht es? Am Mittwoch billigte das israelische Parlament einen vorläufigen Gesetzentwurf zur Annexion aller israelischen Siedlungen im Westjordanland. Nun stellt sich der wichtigste Verbündete USA gegen die Pläne.
Wie wurde abgestimmt? Der Gesetzentwurf wurde von einem rechtsextremen Abgeordneten eingebracht und von zwei rechtsextremen Parteien der Regierungskoalition unterstützt. Fast alle Abgeordneten der Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu boykottierten das Votum.
Was passierte danach? US-Vizepräsident JD Vance befand sich bis Donnerstag in Israel, um das Gaza-Abkommen weiterzutreiben. Er verurteilte die Abstimmung scharf. "Die Politik der Trump-Regierung besteht darin, dass das Westjordanland nicht von Israel annektiert wird,“ sagte er.
Was sagte Vance zur Abstimmung? "Wenn es ein politischer Stunt war, dann war es ein sehr dummer politischer Stunt, und ich persönlich empfinde das als Beleidigung".
Wie sieht das Trump? "Das wird nicht passieren, denn ich habe den arabischen Ländern mein Wort gegeben", sagte Trump dem Time Magazine auf eine Frage zur Annexion des Westjordanlands. "Israel würde in diesem Fall jegliche Unterstützung der Vereinigten Staaten verlieren."
Wen schickte er diese Woche nach Israel? Neben Vance den Sondergesandten Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Außenminister Marco Rubio.
Welchen neuen Plan hat Kushner? Die Teilung des Gazastreifen ins zwei Hälften bis zur gänzlichen Ausschaltung der Hamas. Die Wiederaufbaugelder würden nur in den von Israel kontrollierten Teil fließen.
Wie soll das gehen? "Zehntausende Gaza-Bewohner könnten in den Süden Gazas ziehen, wo sich eine Hamas-freie Zone befindet", sagte Vance. "Die Hoffnung liegt darin, Rafah in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder aufzubauen. Theoretisch könnten dann eine halbe Million Menschen ... in Sicherheit und Komfort leben und gleichzeitig ihre israelischen Nachbarn nicht bedrohen."
Worum es geht? Am Mittwoch vollzog US-Präsident Donald Trump die Kehrtwende von der Kehrtwende. Er stellte sich gegen Russland, sagte ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin ab und verhängte Sanktionen.
Was passierte? Zunächst machte das Weiße Haus einen Rückzieher. Trump plane nun nicht mehr, sich "in naher Zukunft" mit dem Putin zu treffen. Grund: Russische Regierungsvertreter hatten deutlich gemacht, keine Absicht zu haben, ein Abkommen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu schließen.
Wie äußerte sich Trump? Er sprach im Weißen Haus mit Reportern. "Ich möchte das Treffen nicht vergeuden", sagte Trump auf die Frage nach dem Grund für die Verschiebung. "Ich möchte keine Zeit verschwenden, also werde ich sehen, was passiert."
Klang das nicht eben noch anders? Ja, vergangene Woche hatte Trump mit Putin telefoniert und ein "ziemlich schnelles", persönliches Treffen in Budapest verkündet. Die angedrohte Lieferung von Tomahawk-Langstreckenwaffen sagte er ab.
Was bedeutet das für die Ukraine? Wieder eine neue Situation. Das Treffen von Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Trump im Weißen Haus war in der Vorwoche enttäuschend verlaufen. Der US-Präsident sagte dabei, die Ukraine werde die Krieg verlieren, Putin das Land "zerstören".
Was ist nun mit den Waffen? Die Trump-Regierung hat am Mittwoch eine wichtige Beschränkung für den Einsatz einiger Langstreckenraketen westlicher Verbündeter durch die Ukraine aufgehoben. Kiew kann damit seine Angriffe auf Ziele in Russland verstärken, berichtet das Wall Street Journal.
Was tun die USA? Sie verhängten am Mittwoch Sanktionen gegen die beiden größten Ölkonzerne Russlands. Die Maßnahmen treffen Rosneft und Lukoil sowie fast drei Dutzend ihrer Tochtergesellschaften. Trump sagte im Oval Office, er habe "das Gefühl, es sei Zeit" für die Sanktionen und er habe "lange gewartet". Ob sie tatsächlich umgesetzt werden, ist fraglich.
Wie reagierte Putin? Russland führte am Mittwoch umfangreiche Waffentests durch. Zum Einsatz kam die landgestützte Interkontinentalrakete "Jars" und ein nuklear bestückter Marschflugkörper von strategischen Bombern aus. Moskau verfügt über das weltweit größte Atomwaffenarsenal.
Worum geht es? Die Krise der deutschen Autoindustrie spitzt sich weiter zu. Nun fehlen Chips. Volkswagen stoppt ab kommenden Mittwoch die Produktion von VW Golf in Wolfsburg und die Zwickau, nennt aber andere Gründe für die Pause.
Was ist das mit den Chips? Halbleiter, die für die Herstellung von Chips benötigt werden, sind schon seit Längerem Mangelware. Die meisten Produzenten befinden sich in China, das in einen Handelskrieg mit den USA verstrickt ist.
Was passierte nun? Im Kern geht es um Nexperia, eine Abspaltung von Philips. Der Chip-Erzeuger wurde 2017 an chinesische Investoren verkauft. Am 30. September aber übernahm die niederländische Regierung die Kontrolle über die Firma. Grund: Verdacht auf Know-how-Abfluss.
Was ist die Folge? China stoppte größtenteils die Ausfuhr von Chips an die Autoindustrie. Das ist aber mutmaßlich nur der Anfang.
Was kann kommen? Die Chipkrise könnte die gesamte deutsche Autoindustrie weiter nach unten ziehen. Alle Hersteller, von Mercedes bis BMW, sind auf China-Chips angewiesen. Momentan sind die Lager noch voll, aber in zwei, drei Wochen sieht die Lage anders aus.
Was ist nun mit VW? Offiziell sagt der Konzern, der Produktionsstopp habe nichts mit dem Chipmangel zu tun. Man spricht von einer "geplanten Inventurmaßnahme". Fakt ist: Kurzarbeit kommt, vermutlich auch, weil der Verkauf weit unter Erwartung verläuft.