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Feuer-Katastrophe

12 Tote klagen an: Urlauber sterben bei Waldbrand in Andalusien

Bei einem verheerenden Feuer im Süden Spaniens sind mindestens zwölf Menschen gestorben, die meisten von ihnen waren Touristen. Die Flammen breiteten sich so schnell aus, dass manche der Opfer in ihren Autos verbrannten. Was können Urlauber daraus lernen?

Der verheerende Waldbrand am 10. Juli in den Wäldern um die Ortschaft Los Gallardos, vom Hafen von Garrucha aus gesehen: 12 Menschen starben in den Flammen
Der verheerende Waldbrand am 10. Juli in den Wäldern um die Ortschaft Los Gallardos, vom Hafen von Garrucha aus gesehen: 12 Menschen starben in den FlammenAPA-Images / AP / Europa Press
NewsFlix Redaktion
Akt. 11.07.2026 06:08 Uhr

Die Menschen in Andalusien sind Waldbrände gewohnt. Jedes Jahr im Sommer brechen sie aus, wenn die Pflanzen ausgetrocknet und verdörrt sind und der Wind leichtes Spiel hat, die Flammen weiterzutragen. Aber dieses Mal war es anders.

Was zunächst als gewöhnlicher Sommerbrand erschien, wurde zur schlimmsten Waldbrandkatastrophe Andalusiens seit Jahrzehnten: Mindestens zwölf Menschen starben, darunter viele Briten, wie der Guardian berichtet. Mehr als 1.000 Personen mussten evakuiert werdern. Die meisten Opfer sind Ausländer – Urlauber und Residenten, die die Gefahr unterschätzt oder zu spät reagiert haben.

Was das Feuer dieses Mal so gefährlich gemacht hat, weshalb die meisten Opfer von den Flammen überrascht worden sind und welche Lehren Spanien-Urlauber aus der Katastrophe ziehen sollten – das muss man über das Inferno an der Costa de Almería wissen:

Was genau ist in Andalusien passiert?
Am Donnerstagnachmittag brach in der Gemeinde Los Gallardos in der Provinz Almería ein Waldbrand aus. Das Feuer breitete sich mit extremer Geschwindigkeit aus und erreichte mehrere Ortschaften im Küstenhinterland, etwa 300 Kilometer nördlich von Málaga.

Hunderte Einsatzkräfte kämpften gegen die von Trockenheit und starkem Wind immer neu angeheizten Flammen an
Hunderte Einsatzkräfte kämpften gegen die von Trockenheit und starkem Wind immer neu angeheizten Flammen an
APA-Images / AFP / INFOCA

Was waren die Folgen?
Innerhalb weniger Stunden mussten mehr als 1.000 Menschen evakuiert sowie ein Abschnitt der Autobahn A7 gesperrt werden. Trotzdem kamen mindestens zwölf Menschen in den Flammen ums Leben.

Warum starben so viele Menschen?
Das Feuer war ungewöhnlich schnell und überraschte viele Menschen. Laut Behörden missachteten einige Betroffene die Anweisung, in ihren Häusern zu bleiben. Sie versuchten zu fliehen, als die Flammen bereits die Straßen erreicht hatten. Mehrere Opfer wurden tot in ihren Fahrzeugen gefunden, wo sie von den Flammen eingeschlossen worden waren. Laut den örtlichen Behörden ignorierte eine Gruppe von neun Personen jeglichen Rat der Einsatzkräfte und wurde deshalb von den Flammen eingeschlossen. Sieben von ihnen starben.

Wer sind die Opfer?
Nach Angaben der Regionalregierung handelt es sich bei den meisten Opfern um ausländische Staatsbürger. Die spanische Zeitung El País berichtete, dass darunter britische Touristen sein dürften – erkennbar an der Position der Lenkräder in den ausgebrannten Fahrzeugen. Auch Wanderer, die im Wald überrascht wurden, sollen unter den Toten sein.

Wie konnte das Feuer so schnell werden?
Eine Kombination aus extremer Hitze, wochenlanger Trockenheit und Wind führte dazu, dass sich die Flammen rasend schnell ausbreiteten. Die Vegetation war durch Hitzewellen im Mai und Juni völlig ausgetrocknet.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska (2. v. l.) machte sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage im Katastrophengebiet
Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska (2. v. l.) machte sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage im Katastrophengebiet
APA-Images / AFP / JOSE JORDAN

Was war die Ursache des Brandes?
Nach ersten Berichten könnte eine abgerissene Stromleitung den Brand ausgelöst haben. Sie soll in die völlig ausgetrocknete Vegetation gefallen sein. Die Rettungskräfte erhielten mehr als 150 Anrufe von Zeugen, von denen einige ein herabgefallenes Kabel als Auslöser nannten. Offiziell bestätigt ist diese Ursache allerdings bisher nicht.

Wie reagierten die Behörden?
Die andalusische Regionalregierung sprach von einer beispiellosen Tragödie. Bürgermeister und Einsatzkräfte gingen von Haus zu Haus, um Menschen zu evakuieren oder ihnen zu raten, in ihren Häusern zu bleiben. Etwa 150 Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen. Mehr als 400, teils ältere Menschen, wurden mithilfe des Rettungsdienstes in Sicherheit gebracht.

Warum ist dieser Brand so ungewöhnlich?
Es ist der tödlichste Waldbrand in Spanien seit 2005 und der schlimmste in der Geschichte Andalusiens. Allein bei diesem einen Brand starben mehr Menschen als bei allen mehr als 8.000 Bränden des gesamten Vorjahres zusammen. Regionalgesundheitsminister Antonio Sanz nannte es ein Feuer bisher nie dagewesenen Ausmaßes.

Wie ist die Lage in ganz Spanien?
In Spanien wüten derzeit mehrere Waldbrände gleichzeitig. Seit Jahresbeginn haben Feuer bereits mehr als 50.000 Hektar Land zerstört. Im Vorjahr waren es insgesamt über 393.000 Hektar – die schwersten Brände in der jüngeren Geschichte des Landes. Auch Portugal, Frankreich und Italien kämpfen aktuell mit Bränden, ausgelöst durch die extreme Hitze.

Welche Rolle spielt der Klimawandel?
Der Juni 2026 war in Westeuropa der heißeste jemals gemessene. Die Durchschnittstemperatur lag bei 20,74 Grad – mehr als drei Grad über dem langjährigen Mittel. Laut der Weltorganisation für Meteorologie erwärmt sich Europa mehr als doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Das macht anhaltende Hitzeperioden und damit auch Waldbrände immer wahrscheinlicher.

Die Feuer wüteten bis in die bewohnten Gebiete von Los Gallardos und zerstörten auch mehrere Häuser
Die Feuer wüteten bis in die bewohnten Gebiete von Los Gallardos und zerstörten auch mehrere Häuser
APA-Images / AP / Francisco J. Olmo

Was können Urlauber aus dem Vorfall lernen?
Experten raten, Anweisungen der lokalen Behörden unbedingt zu befolgen. Wer aufgefordert wird, in einem Gebäude zu bleiben, sollte nicht auf eigene Faust fliehen – das kann tödlich enden. Bei Waldbränden ist es wichtig, Warn-Apps zu nutzen und lokale Nachrichten zu verfolgen. Im Zweifel sollte man lieber früher als später evakuieren, solange die Straßen noch frei sind.

Sind auch österreichische Urlauber betroffen?
Bisher gibt es keine Berichte über österreichische Opfer. Die Region um Almería ist bei Urlaubern aus ganz Europa beliebt, besonders bei Briten und Deutschen. Das Außenministerium empfiehlt Reisenden in Spanien, sich über die aktuelle Lage zu informieren und den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen.

NewsFlix Redaktion
Akt. 11.07.2026 06:08 Uhr