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Aufpreis für Fensterplatz ohne Fenster: Airline muss vor Gericht

United Airlines verrechnete Tausenden Passagieren einen Aufpreis für Fensterplätze – selbst wenn es an den Plätzen gar keine Fenster gab. Jetzt klagen Kunden die Rückerstattung des Aufpreises ein. Das Urteil könnte auch für europäische Fluggäste interessant werden.

Die US-Airline United verrechnet für Fensterplätze Aufpreis – selbst wenn es gar kein Fenster gibt. Jetzt geht der Fall vor Gericht
Die US-Airline United verrechnet für Fensterplätze Aufpreis – selbst wenn es gar kein Fenster gibt. Jetzt geht der Fall vor GerichtGetty Images
NewsFlix Redaktion
Akt. 09.07.2026 14:39 Uhr

Die Vorfreude auf einen Fensterplatz im Flugzeug ist meist groß. Freier Blick auf Wolken, Berge oder das schimmernde Meer unter einem, statt auf – na ja, was man an Gangplätzen eben so zu sehen bekommt. Dafür hat man schließlich extra bezahlt. Und dann sitzt man da – und starrt auf eine blanke Kabinenwand, wo eigentlich das Fenster sein sollte.

Genau das ist offenbar Tausenden Passagieren der US-Luftfahrtlinie United Airlines passiert, wie ABC News berichtet. Ein kalifornischer Richter hat nun entschieden, dass eine aus diesem Grund eingereichte Sammelklage gegen die Airline fortgesetzt werden darf. Der Vorwurf: Die Airline habe wissentlich Aufpreise für Fensterplätze kassiert, obwohl diese gar kein Fenster hatten. Die Fakten zum Fall:

Was ist passiert?
Ein Passagier hat United Airlines verklagt, weil er für einen als Fensterplatz ausgewiesenen Sitz extra bezahlt hat – nur um festzustellen, dass sich dort gar kein Fenster befand. Die Airline wollte die Klage abweisen lassen, doch der zuständige Richter James Donato lehnte das ab. Die Klage darf als Sammelklage weitergeführt werden.

Wie argumentiert die Airline?
United Airlines definiert einen Fensterplatz laut Gerichtsunterlagen als Position relativ zum Gang – nicht als Sitz neben einem tatsächlichen Fenster. Die Airline sieht das also als reine Ortsangabe, nicht als Versprechen auf Aussicht.

United Airlines argumentieren, dass "Fensterplatz" nur meint, der Platz ist KEIN Gang- oder Mittelsitz, es bestehe aber für Passagiere kein Anrecht auf ein Fenster
United Airlines argumentieren, dass "Fensterplatz" nur meint, der Platz ist KEIN Gang- oder Mittelsitz, es bestehe aber für Passagiere kein Anrecht auf ein Fenster
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Was sagt der Richter dazu?
Richter Donato sieht das anders. Die Buchungsseite und die Bordkarte der Airline weisen den Sitz eindeutig als Fensterplatz aus. Die Beförderungsbedingungen der Airline inkorporieren die auf dem Ticket gedruckten Bedingungen. Damit habe United laut dem Richter plausibel zugesagt, einen Sitz mit Fenster zu liefern, wenn dafür bezahlt wurde.

Warum haben manche Fensterplätze kein Fenster?
Bei Flugzeugen wie der Boeing 737, Boeing 757 oder dem Airbus A321 kann es vorkommen, dass an bestimmten Positionen keine Fenster verbaut sind. Das liegt an Klimaanlagen-Schächten, Elektroleitungen oder anderen Einbauten, die an diesen Stellen Platz brauchen.

Ist United die einzige betroffene Airline?
Nein. Auch gegen Delta Airlines läuft eine ähnliche Klage. Interessant: Laut den Klageschriften informieren manche Airlines wie American oder Alaska Airlines ihre Kunden vorab über fensterlose Fensterplätze. United und Delta taten das offenbar nicht.

Was sagt United zu den Vorwürfen?
United Airlines wollte die Klage selbst nicht kommentieren. Die Airline erklärte aber, dass sie 2025 im Rahmen einer Überprüfung der Buchungserfahrung mehr Details zum Sitzauswahlprozess hinzugefügt habe. Kunden sollen nun mehr Informationen darüber bekommen, was sie bei ihrer Sitzwahl erwartet.

Was bedeutet das für die Kläger?
Die Klage geht in die nächste Runde. Die Passagiere, die für einen Fensterplatz ohne Fenster bezahlt haben, können nun als Sammelkläger gemeinsam gegen die Airline vorgehen. Wie hoch ein möglicher Schadensersatz ausfallen könnte, ist noch offen.

Wer einen Fensterplatz bucht, sollte genau hinschauen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden
Wer einen Fensterplatz bucht, sollte genau hinschauen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden
Getty Images

Gibt es vergleichbare Rechte in Europa?
In der EU sind Fluggastrechte streng geregelt – etwa bei Verspätungen oder Annullierungen. Ob das Verkaufen eines Fensterplatzes ohne Fenster auch hier als Vertragsbruch gewertet würde, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich müssen Airlines liefern, was sie versprechen.

Wie können sich Fluggäste schützen?
Wer einen Fensterplatz bucht, sollte genau hinschauen. Manche Buchungsportale und Airlines zeigen in der Sitzplatzauswahl mittlerweile an, ob ein Fenster vorhanden ist. Auch Bewertungen anderer Passagiere oder Sitzplan-Websites können helfen, böse Überraschungen zu vermeiden.

Warum ist der Fall auch für Österreicher relevant?
Die Frage, was ein Fensterplatz eigentlich ist, betrifft alle Passagiere. Und: Was Airlines ihren Kunden bei der Buchung versprechen – und was sie dann liefern – ist ein universelles Verbraucherthema.

Was könnte sich nun ändern?
Sollten die Klagen erfolgreich sein, könnten Airlines weltweit unter Druck geraten, ihre Sitzplatzbeschreibungen zu präzisieren. Transparenz bei der Buchung könnte zum Standard werden – etwa durch Hinweise, wenn ein Fensterplatz tatsächlich kein Fenster hat.

NewsFlix Redaktion
Akt. 09.07.2026 14:39 Uhr