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Gelbe Invasion

In ihrem 3. Film sind die Minions endlich in Hollywood gelandet

Die Chaotentruppe im TicTac-Design kommt auch ohne den Oberbösewicht Gru hervorragend zurecht: Dieses Mal in der aufstrebenden Filmmetropole der 1920er-Jahre. Ein überbordender Filmspaß für Jung und Alt, der diese Woche in den heimischen Kinos startet.

Nicht nur gut gekleidet: Die Minions erobern in ihrem dritten eigenen Film Hollywood – was natürlich im Chaos endet
Nicht nur gut gekleidet: Die Minions erobern in ihrem dritten eigenen Film Hollywood – was natürlich im Chaos endetUniversal Pictures
Christian Klosz
Akt. 02.07.2026 04:19 Uhr

Kaum eine Filmfigur – oder besser gesagt, eine Gruppe an Filmfiguren – hat in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten einen ähnlich steilen Aufstieg hingelegt wie die kleinen gelben Minions. Mit ihrem Kauderwelsch, ihrem anarchischen Humor und ihrer unerschütterlichen Begeisterung für jedes noch so absurde Abenteuer sind sie längst zu einem festen Bestandteil der Popkultur geworden. Der neue Minions-Film knüpft an diesen Erfolg an – und zeigt, warum die gelben Chaoten das Publikum bis heute begeistern.

Die Minions wurden Anfang der 2010er-Jahre für den Animationsfilm "Ich – Einfach unverbesserlich" entwickelt. Die Filmemacher suchten nach treuen Helfern für die Hauptfigur Gru, die zugleich liebenswert, chaotisch und weltweit verständlich sein sollten. Aus dieser Idee entstanden die kleinen gelben Wesen mit ihrer markanten Sprache, die aus Wortfetzen verschiedener Sprachen und viel Lautmalerei besteht.

Schon bei ihrem ersten Auftritt stahlen die Minions den anderen Figuren des Films die Show. Ihr Slapstick-Humor funktioniert nahezu ohne kulturelle Barrieren, während ihre kindliche Neugier und ihr Hang zum Chaos Zuschauerinnen und Zuschauer jeden Alters ansprechen. Damit entwickelten sie sich rasch von Nebenfiguren zu den eigentlichen Publikumslieblingen.

Der Erfolg führte schließlich zu den eigenen Filmen "Minions" und "Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss". Hinzu kamen unzählige Kurzfilme, Fanartikel und Internet-Memes, die ihre Popularität weit über das Kino hinaus festigten. Die Minions wurden zu einer Marke, die weltweit wiedererkannt wird.

Dass die sympathischen Gelblinge mittlerweile zu den Fixsternen am Kinohimmel zählen, liegt an einer seltenen Mischung aus Wiedererkennbarkeit und zeitlosem Humor. Sie setzen sich als komische Nebenfiguren ebenso gut in Szene wie als Hauptdarsteller. Und sie schaffen es, Generationen von Kinobesucherinnen und Kinobesuchern gleichermaßen zu unterhalten. Ihr neuer, dritter eigener Streifen, der diese Woche in den heimischen Kinos anläuft, macht da keine Ausnahme. Viel Vergnügen!

Ein eigener Minions-Monsterfilm soll sie Massen ins Kino locken, so das Kalkül der kleinen gelben Truppe
Ein eigener Minions-Monsterfilm soll sie Massen ins Kino locken, so das Kalkül der kleinen gelben Truppe
Universal Pictures

"Minions & Monsters"

Worum es geht In den Roaring Twenties zieht es die Minion-Gang nach Hollywood, das pulsierende Zentrum der aufstrebenden Filmindustrie. Auf der Suche nach ihrem Bösewicht-Boss Gru (der jedoch hier noch nicht geboren ist) stolpern die gelben Chaosstifter mitten in die Glitzerwelt des Stummfilms. Durch eine Reihe glücklicher (und weniger glücklicher) Zufälle werden sie selbst zu Filmstars. Ihre slapstickartigen Auftritte begeistern das Publikum und machen sie zu gefeierten Leinwandhelden.

Doch der Ruhm steigt ihnen zu Kopf: Zusammen mit dem ehemaligen Film-Bösewicht Goomi beschließen die Minions, ihren eigenen Monster-Film zu drehen. Sie suchen nach gruseligen Kreaturen, bauen spektakuläre Sets und experimentieren mit verrückten Effekten.

Wenig überraschend gerät die Sache schnell außer Kontrolle: Durch einen folgenschweren Fehler entfesseln die Minions echte, monströse Wesen, die aus den Kulissen in die reale Welt ausbrechen. Chaos bricht über Hollywood und bald über die gesamte Welt herein – die von den Minions erweckten Monster zerstören Städte und Panik macht sich breit. Gemeinsam mit neuen Verbündeten und alten Bekannten müssen die kleinen gelben Chaoten ihre eigene Schöpfung stoppen, bevor die Monster die Menschheit auslöschen …

Lohnt sich das? Der bereits dritte Film der Minions-Reihe, die als Sequel zu "Ich, einfach unverbesserlich" begann, wird von zahlreichen Kritikern als bisher bester gefeiert. 90 Prozent Zustimmung bei Rotten Tomatoes sprechen eine eindeutige Sprache. Es ist eine wilde, absurde Geschichte voller Slapstickeinlagen, eine bunte, liebevoll gestaltete Hommage an die Goldene Ära Hollywoods mit zahlreichen Referenzen, von "Citizen Kane" bis hin zu frühen Sci-Fi- und Horror-Klassikern.

Regie führte erneut Pierre Coffin, die Synchro-Stimmen umfassen – zumindest in der OV - zahlreiche namhafte Stars: Allison Janney, Christoph Waltz, Jeff Bridges, Jesse Eisenberg, und South Park-Schöpfer Trey Parker sind mit dabei. Im Deutschen sprechen unter anderem Bill und Tom Kaulitz.

Besonders für Familien eignet sich "Minions & Monsters" als energiegeladener Sommerblockbuster, der Jung wie Alt gleichermaßen begeistern könnte und sich auch als Ode ans klassische, kollektive Kinoerlebnis verstehen lässt. Ein unkomplizierter, lauter Spaß mit hohem Tempo und Unterhaltungswert: Wer die vorherigen Teile mochte, wird auch hier bestens bedient.

"Minions & Monster", Animation, Komödie. USA/FRA 2026, 90 Minuten, ab 1. Juli im Kino

Charmant: ein Regisseur mit wienerischem Akzent führt die Minions in Hollywood ein
Charmant: ein Regisseur mit wienerischem Akzent führt die Minions in Hollywood ein
Universal Pictures

Außerdem neu im Kino:

"The Piano Tuner"
Niki White (Leo Woodall) ist ein Klavierstimmer, der unter Hyperakusis leidet: Seine extreme Geräuschempfindlichkeit hilft ihm im Job, macht ihm das Alltagsleben allerdings zur Qual. Als sein alter Mentor Harry (Dustin Hoffman) in finanzielle Schwierigkeiten gerät, entdeckt Niki durch Zufall, dass sein außergewöhnliches Gehör nicht nur beim Stimmen von Klavieren, sondern auch beim Knacken von Safes von Nutzen ist. Um Harry zu helfen, nimmt er lukrative Aufträge an und schlittert in die Welt des organisierten Verbrechens.

Spielfilm-Debut des kanadischen Regisseurs Daniel Roher, der mit "Nawalny" eine der besten Dokus der letzten Jahre drehte. "The Piano Tuner" überzeugt durch starke darstellerische Leistungen sowie exzellentes Sounddesign und balanciert zwischen emotionalen zwischenmenschlichen Momenten und Thriller-Elementen. Und Dustin Hoffman ist wieder einmal in einer Hauptrolle zu sehen.

"The Piano-Tuner", Thriller, Drama. CDN/USA 2025, 110 Minuten, ab 2. Juli im Kino

"Dracula"
Ein frustrierter rumänischer Filmemacher (Adonis Tanța), der mit einer kreativen Blockade kämpft, greift zu einem KI-Chatbot, um seinen nächsten Dracula-Film zum Hit zu machen. Das Ergebnis ist eine Reihe immer ausufernderer Kurzfilme, die den Vampir-Mythos in all seinen Facetten dekonstruieren – von einer wilden Verfolgungsjagd im modernen Transsilvanien über Geistergeschichten aus der Provinz bis hin zu einem streikbrechenden Dracula. Rumäniens Regie-Mastermind Radu Jude liefert erneut einen wilden Mix aus Komödie, Horror und Satire. Für Freunde des experimentellen Meta-Kinos.

"Dracula", Satire, Drama. Rumänien/Luxemburg/Österreich 2025, 170 Minuten, ab 3. Juli im Kino

"Allegro Pastell"
Die Romanautorin Tanja (Sylvaine Faligant) und der Webdesigner Jerome (Jannis Niewöhner) führen eine scheinbar perfekte Fernbeziehung zwischen Berlin und dem hessischen Main-Tal. Doch das fragile Gleichgewicht aus Nähe und Distanz gerät ins Wanken, als Tanja an ihrem 30. Geburtstag die gemeinsame Zukunft in Frage zu stellen beginnt. Anna Rollers Adaption des Romans von Leif Randt ist ein introspektiver Film, der postmoderne Beziehungsrealitäten reflektiert.

"Allegro Pastell", Beziehungsdrama. DE 2026, 100 Minuten, ab 3. Juli im Kino

"Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg"
Die suspendierte Lehrerin Fred (Alexandra Lamy) und der rebellische Jugendliche Adam (Julien Le Berre), der vor der Jugendhaft steht, brechen gemeinsam auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela auf. Zwei grundverschiedene Charaktere müssen auf der Pilgerreise Konflikte, ihre eigene Vergangenheit und innere Barrieren überwinden – eine "erzwungene Resozialisierungsmaßnahme", die zu unerwarteter Nähe führt. Belgisch-französische Ko-Produktion als ungewöhnliches Roadmovie mit Herz: Yann Samuells Film baut auf die bewährte Formel von Gegensätzen, die sich annähern, und setzt die malerische Kulisse des Camino wirkungsvoll in Szene.

"Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg", Drama. FRA/BEL 2026, 113 Minuten, ab 3. Juli im Kino

Christian Klosz
Akt. 02.07.2026 04:19 Uhr