Im Pentagon herrscht Krisenstimmung. Nach einem Anruf von Präsident Donald Trump berief der stellvertretende Verteidigungsminister Stephen Feinberg noch in der Nacht ein Treffen ein. Es geht um leere Waffenarsenale und Schuldzuweisungen auf höchster Ebene.

Vergangener Freitagabend in Washington: Während die meisten Menschen ins Wochenende starten, eilen hochrangige Militärs zu einem hastigen Treffen ins Pentagon. Der Grund: Ein zorniger Präsident hat zum Telefonhörer gegriffen – und Konsequenzen gefordert.
Nach Angaben von NBC News berief der stellvertretende US-Verteidigungsminister Stephen Feinberg die Krisensitzung ein, nachdem er einen wütenden Anruf von Präsident Donald Trump erhalten hatte. Vier Personen mit Kenntnis des Treffens bestätigten dies laut dem Sender. Worum es bei dem Krisentreffen gegangen ist, was das Weiße Haus dazu sagt – das ist über den Vorfall bis jetzt bekannt:
Worum geht es?
US-Präsident Donald Trump soll bei einem Treffen in Camp David erfahren haben, dass die amerikanischen Munitionsvorräte knapp werden. Daraufhin rief er verärgert bei seinem stellvertretenden Verteidigungsminister Stephen Feinberg an. Dieser berief noch am selben Freitagabend ein Krisentreffen ein, um Lösungen zu finden.
Wer trägt die Verantwortung?
Laut mehreren Quellen soll Verteidigungsminister Pete Hegseth bei dem Camp-David-Treffen auf seinen Stellvertreter Feinberg als Verantwortlichen verwiesen haben. Trump soll sogar die Entlassung Feinbergs ins Spiel gebracht haben. Das Weiße Haus bezeichnete die Berichte allerdings als zu 100 Prozent Fake News.

Um welche Waffen geht es konkret?
Die Engpässe betreffen vor allem Munition und Raketen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Boden-Boden-Geschosse des US-Heeres. Die genauen Bestände sind Verschlusssache, doch mehrere Berichte deuten darauf hin, dass die Lager durch militärische Operationen stark beansprucht wurden.
Warum sind die Arsenale leer?
Die USA haben in den vergangenen Jahren erhebliche Mengen an Waffen und Munition geliefert – sowohl an Verbündete als auch für eigene Einsätze, zuletzt vor allem im Krieg gegen den Iran. Die Rüstungsproduktion konnte mit dem Verbrauch offenbar nicht Schritt halten. Das Problem ist nicht neu, wird aber jetzt auf höchster politischer Ebene diskutiert.
Was fordert die Regierung?
Verteidigungsminister Hegseth wirbt beim Kongress um rund 350 Milliarden Dollar, um die Lagerbestände wieder aufzufüllen. Das wäre eine weitere massive Investition in die amerikanische Rüstungsindustrie und würde Jahre in Anspruch nehmen.
Was sagt das Pentagon offiziell?
Aus dem Pentagon kam ein hartes Dementi. Die Behörde bezeichnet die Berichte über dramatische Engpässe als übertrieben. Allerdings räumen auch offizielle Stellen ein, dass die Munitionsproduktion hochgefahren werden muss.

Wie reagieren die Demokraten?
Die Opposition schlägt Alarm und kritisiert die Verteidigungspolitik der Trump-Regierung. Die Demokraten fordern mehr Transparenz darüber, wie es zu den Engpässen kommen konnte und welche Maßnahmen ergriffen werden.
Warum ist das für Österreich relevant?
Die USA sind nach wie vor der wichtigste Verbündete der westlichen Welt. Wenn Washington Probleme mit seinen Waffenbeständen hat, betrifft das auch die europäische Sicherheitsarchitektur. Die NATO-Partner – und Österreich ist hier über die NATO-"Partnerschaft für Frieden" involviert – müssen möglicherweise mehr Verantwortung übernehmen, während Amerika seine Arsenale wieder auffüllt.
Droht dem stellvertretenden Minister Feinberg tatsächlich die Entlassung?
Das hängt vom weiteren Verlauf ab. Trump ist bekannt dafür, bei Problemen schnell Personal auszutauschen. Andererseits könnte eine Entlassung mitten in der Krise als Zeichen der Schwäche gewertet werden. Entscheidend wird sein, wie schnell das Pentagon Ergebnisse liefern kann. Und es stellt sich auch die Frage, inwieweit sich der Minister, also der ehemalige TV-Moderator Pete Hegseth, hier langfristig aus der Verantwortung nehmen kann. Immerhin ist es am Ende sein Ministerium.
Wer ist Stephen Feinberg eigentlich?
Wie sein direkter Vorgesetzter Pete Hegseth, ist auch der Stellvertretende Verteidigungsminister (oder "Kriegsminister", wie sie sich selbst nennen) nicht "vom Fach". Feinberg, 66, ist eigentlich Hedgefonds-Manager und Milliardär, gilt aber als wichtiger Parteispender der Republikaner. Feinberg ist extrem öffentlichkeitsscheu und hat noch nie in seinem Leben ein Interview gegeben.

Was bedeutet Krisentreffen in diesem Kontext?
Zwei Personen mit Kenntnis der Vorgänge beschrieben das Treffen vom Freitag ausdrücklich als "crisis meeting". Das zeigt, wie ernst die Situation eingeschätzt wird – auch wenn das offizielle Washington die Lage herunterspielt.
Wie geht es jetzt weiter?
Das Pentagon muss dem Präsidenten rasch einen Plan vorlegen, wie die Bestände schnell aufgefüllt werden können. Gleichzeitig muss der Kongress die nötigen Mittel bewilligen. Die politischen Schuldzuweisungen dürften in den kommenden Wochen weitergehen.