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Schaden etwa 9 Mio. euro

Renoir-Raub: Warum die Chance, die Bilder wiederzufinden, gering ist

Der Coup dauerte nur wenige Minuten, am Ende fehlten zwei einzigartige Kunstwerke. Diebe haben am Dienstag zwei wertvolle Gemälde des Impressionisten Pierre-Auguste Renoir aus einem Museum an der Côte d’Azur entwendet. Was über den Raub bisher bekannt ist.

Beim Einbruch in das Renoir-Museum in Cagnes-sur-Mer an der Riviera wurden zwei Gemälde des Impressionisten gestohlen
Beim Einbruch in das Renoir-Museum in Cagnes-sur-Mer an der Riviera wurden zwei Gemälde des Impressionisten gestohlenREUTERS/Manon Cruz
NewsFlix Redaktion
Akt. 09.09.2026 03:12 Uhr

Kurz vor sechs Uhr in der Früh an einem der schönsten Abschnitte der Côte d’Azur: Es ist bereits hell, aber die Sonne ist noch nicht aufgegangen im verschlafenen Städtchen Cagnes-sur-Mer, einem malerischen Ort zwischen Nizza und Cannes. Zwei Männer durchschneiden geübt den Zaun des Renoir-Museums und dringen in das Gebäude ein. Minuten später heulen die Alarmsirenen.

Was wie eine Szene aus einem Heist-Thriller made in Hollywood klingt, wurde Dienstagmorgen in Südfrankreich bittere Realität: Vier Gemälde des impressionistischen Meisters Pierre-Auguste Renoir sind bei einem dreisten Einbruch in ein ihm gewidmetes Museum gestohlen worden, berichtet die BBC.

Der Kunstraub, nur einer von vielen, die Museen und Ausstellungsräume in diesem Sommer auf Trab halten, wirft ein Schlaglicht auf eine beunruhigende Entwicklung in Europa – und beschäftigt Ermittler in mehreren Ländern. Was man über den Raub weiß, wie groß die Chance ist, die gestohlenen Gemälde wiederzufinden – das müssen Sie über den Coup an der Côte wissen:

Was genau ist passiert?
Zwei Diebe drangen in den frühen Morgenstunden des Dienstags in das Musée Renoir in Cagnes-sur-Mer an der französischen Riviera ein. Sie durchschnitten zunächst einen Zaun und dann die Halterungen der Bilderrahmen. Um 5.48 Uhr löste der Alarm aus, die Polizei war laut Bürgermeister Bryan Masson innerhalb von fünf Minuten vor Ort.

Von den Tätern mitgenommen: "Jeune fille au puits" ("Junges Mädchen am Brunnen") …
Von den Tätern mitgenommen: "Jeune fille au puits" ("Junges Mädchen am Brunnen") …
via REUTERS
… und "Portrait de Madame Colonna Romano" von Pierre-Auguste Renoir
… und "Portrait de Madame Colonna Romano" von Pierre-Auguste Renoir
via REUTERS

Welche Gemälde wurden gestohlen?
Die Täter entwendeten insgesamt vier Werke des impressionistischen Malers Pierre-Auguste Renoir. Jedes einzelne Gemälde hat einen geschätzten Wert von etwa neun Millionen Euro. Zwei der gestohlenen Bilder sind "Jeune fille au puits" ("Junges Mädchen am Brunnen") und "Portrait de Madame Colonna Romano".

Wurden alle Bilder entwendet?
Nein: Als die Diebe die Alarmsirenen hörten, flohen sie Hals über Kopf. Dabei ließen sie zwei der vier Gemälde im Garten des Museums zurück. Diese beiden Werke wurden von der Polizei sichergestellt. Die anderen zwei Bilder sind weiterhin verschwunden.

Was ist das Renoir-Museum?
Das Museum befindet sich im ehemaligen Wohnhaus des Malers in Cagnes-sur-Mer. Renoir verbrachte hier seine letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod 1919. Das Anwesen wurde später in ein Museum umgewandelt und zeigt neben Originalgemälden auch das Atelier und den Garten, in dem Renoir malte. Es ist ein beliebtes Ziel für Kunstliebhaber aus aller Welt.

Wer steckt hinter dem Raub?
Die Identität der Täter ist noch unbekannt. Am Tatort wurden zwei Reißverschlusstaschen gefunden, die möglicherweise den Verdächtigen gehören. Laut Bürgermeister Masson wirkten die Diebe auf den Überwachungsaufnahmen nicht wie Profis – sie schienen eher Gelegenheitsdiebe zu sein.

Ist das ein Einzelfall?
Im Gegenteil. Der Raub reiht sich ein in eine Serie von spektakulären Kunstdiebstählen in Europa. Erst im Oktober des vergangenen Jahres wurden bei einem Einbruch im Pariser Louvre die französischen Kronjuwelen gestohlen. Auch in anderen europäischen Museen kam es zu ähnlichen Vorfällen, zuletzt etwa auch im Museum für Angewandte Kunst MAK in Wien.

Warum häufen sich Kunstdiebstähle?
Europol warnt vor einem beunruhigenden Trend: Kunstdiebe werden zunehmend gewalttätiger und weniger professionell. Spezialisierte Banden werden laut der Polizeibehörde durch Gelegenheitstäter ersetzt, die über soziale Netzwerke rekrutiert werden. Das macht die Vorfälle unberechenbarer und erhöht die Gefahr, dass es irgendwann zu Verletzten kommen könnte.

Das Museé Renoir ist in der ehemaligen Villa des Künstlers untergebracht
Das Museé Renoir ist in der ehemaligen Villa des Künstlers untergebracht
REUTERS/Manon Cruz

Wie sicher sind europäische Museen?
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von Kunstwerken in Museen und Galerien auf. Zwar war im Fall des Renoir-Museums die Reaktionszeit der Polizei mit fünf Minuten schnell, dennoch konnten die Täter mit zwei Gemälden entkommen. Viele kleinere Museen verfügen nicht über dieselben Sicherheitsstandards wie große Institutionen.

Wie geht es jetzt weiter?
Die französischen Behörden ermitteln auf Hochtouren. Interpol wurde eingeschaltet, da Kunstwerke dieser Größenordnung oft über Landesgrenzen hinweg verschoben werden. Die Ermittler hoffen, dass die zurückgelassenen Taschen DNA-Spuren oder andere Hinweise auf die Täter enthalten.

Wie hoch ist der Schaden?
Der Gesamtschaden wird auf rund neun Millionen Euro geschätzt. Da zwei Gemälde gerettet werden konnten, bezieht sich diese Summe auf die beiden noch vermissten Werke. Der immaterielle Schaden für die Kunstwelt und das Museum ist freilich nicht bezifferbar.

Werden die Gemälde je wiedergefunden?
Das hängt vom Einzelfall ab. Gestohlene Kunstwerke tauchen manchmal erst nach Jahren oder Jahrzehnten wieder auf – oft bei dem Versuch, sie zu verkaufen oder zu versteigern. Da Renoir-Werke extrem bekannt sind, wird ein Verkauf auf dem offenen Markt sehr schwierig sein. Experten vermuten, dass die Bilder als Druckmittel verwendet oder an private Sammler verkauft werden könnten.

Wie geht es jetzt weiter?
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Ermittler den Tätern auf die Spur kommen. Die zurückgelassenen Beweismittel geben Anlass zur Hoffnung. Für die Kunstwelt bleibt der Vorfall ein weiterer Weckruf, die Sicherheit in Museen zu überdenken.

NewsFlix Redaktion
Akt. 09.09.2026 03:12 Uhr