Mit einem Vermögen von 31 Milliarden US-Dollar ist Michal Strnad der aktuell reichste Tscheche. Der 33-Jährige hat CSG zum Rüstungsgiganten gemacht. Wie das vor sich ging und welche Rolle Hirtenberger Defence Systems aus Österreich dabei spielt.

Bis vor Kurzem war Michal Strnad in seinem Heimatland kaum bekannt, geschweige denn anderswo. Der 33-jährige Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer der Czechoslovak Group (CSG), einem Rüstungsunternehmen, hielt sich im Hintergrund und konzentrierte sich ganz auf die Leitung des von seinem Vater gegründeten Unternehmens, in dem er seit seinem Schulabschluss tätig ist.
Doch seit dem Börsengang von CSG im Jänner mit einer Bewertung von rund 25 Milliarden Euro (und einem Vermögen laut Forbes von rund 31 Milliarden US-Dollar) hat der reichste Mann Tschechiens deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das gilt auch für sein Unternehmen, das 14.000 Mitarbeiter beschäftigt und weltweit mehr als 30 Produktionsstätten betreibt.
Im vergangenen Jahr erzielte CSG einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro – zwölfmal so viel wie 2021. Vier Fünftel davon entfallen auf den Verteidigungsbereich, womit das Unternehmen nun zu den zehn größten Rüstungsherstellern Europas zählt.
Selbst das unterschätzt seinen Aufstieg noch. Es ist mittlerweile der zweitgrößte Munitionshersteller des Kontinents, nur hinter dem deutschen Unternehmen Rheinmetall. Und Michal Strnad ist noch lange nicht am Ziel.
Der Aufstieg der CSG wurde durch den Krieg in der Ukraine vorangetrieben. Der Rüstungshersteller spielte eine zentrale Rolle in der tschechischen Munitionsinitiative unter der Führung des Präsidenten Petr Pavel, die von westlichen Verbündeten finanziert wurde und die Ukraine mit Munition und Granaten versorgte.
Die CSG profitierte sowohl von direkten Verkäufen an die Ukraine, die im vergangenen Jahr 27 Prozent ihres Gesamtumsatzes ausmachten, als auch von der Auffüllung der europäischen Munitionsvorräte.
Eine Übernahmewelle hat für zusätzliche Schlagkraft gesorgt. Im Jahr 2022 erwarb CSG eine Mehrheitsbeteiligung an Fiocchi, einem italienischen Hersteller von Kleinkalibermunition. Im Jahr 2024 übernahm das Unternehmen die Kinetic Group, einen amerikanischen Konkurrenten.
Im vergangenen Monat gab die CSG bekannt, 49 Prozent von Hirtenberger Defence Systems, einem österreichischen Hersteller von Mörsergranaten, zu kaufen. Hirtenberger gehört dem Telekom-Unternehmen 4iG S&D, die Ungarn behalten mit 51 Prozent die operative Kontrolle.*
Damit ist die Einkufstour von Michal Strnad aber noch nicht beendet. "Die Zeit für eine Konsolidierung im Verteidigungsbereich ist jetzt", sagt er.

Tatsächlich hat der Chef von CSG große Ambitionen. Er sagt, er wolle, dass sein Unternehmen Europas größter Rüstungshersteller wird. Im Dezember unterzeichnete das Unternehmen einen Siebenjahresvertrag mit der Slowakei im Wert von bis zu 58 Milliarden Euro über die Lieferung von Munition an Mitglieder der Europäischen Union im Rahmen einer gemeinsamen Aufrüstungsinitiative der Union.
Obwohl drei Viertel des Umsatzes von CSG in Europa erzielt werden, ist Strnad auch bestrebt, das Wachstum in Amerika fortzusetzen, auf das ein Großteil des restlichen Umsatzes entfällt.
Das Unternehmen verfügt über gewisse Vorteile. Die Löhne in der Tschechischen Republik und der Slowakei, wo der Großteil der Produktion stattfindet, sind deutlich niedriger als anderswo im Westen. Die vertikale Integration hilft zudem, Kosten zu senken und die Kontrolle über die Lieferkette zu behalten.
So gab das Unternehmen im Jänner beispielsweise ein Joint Venture mit Hellenic Defence Systems, einem griechischen staatlichen Rüstungshersteller, bekannt, um unter anderem TNT herzustellen.

Das weitere Wachstum wird jedoch mit Herausforderungen verbunden sein. Aufstrebende Newcomer wie Helsing, ein deutscher Drohnenhersteller, wachsen schnell und könnten beginnen, einen größeren Teil der europäischen Verteidigungsbudgets für sich zu beanspruchen. Und sollte der Krieg in der Ukraine enden, könnte die Nachfrage nach Munition deutlich zurückgehen.
In der Zwischenzeit beginnt Strnad, sich im eigenen Land einen größeren Namen zu machen. CSG ist zum Hauptsponsor der tschechischen Olympiamannschaft geworden. Sein Chef hat zudem mit Viktoria Pilsen einen Fußballverein gekauft, einem Rivalen von AC Sparta Prag. Der Klub gehört dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky.
Michal Strnad hat mehr als nur ein Ziel im Visier.
*ergänzt
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"From The Economist, translated by www.deepl.com, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com"