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Xi Jinping bei Trump

Unsicherer Gang, lange Ruhepausen: Wie krank ist Chinas starker Mann?

Der Gipfel zwischen Donald Trump, 80, und Xi Jinping, 73, in Washington geriet hinter den Kulissen zur Farce: abgesagte Arbeitsessen, stundenlange Pausen, ein eigener Ruheraum. Das beflügelt Spekulationen über den Gesundheitszustand von Chinas Staatsoberhaupt.

Chinas Präsident Xi Jinping hält eine kurze Ansprache beim Staatsbankett im Weißen Haus. Der Ablauf des Besuchs warf Fragen zu seinem Gesundheitszustand auf
Chinas Präsident Xi Jinping hält eine kurze Ansprache beim Staatsbankett im Weißen Haus. Der Ablauf des Besuchs warf Fragen zu seinem Gesundheitszustand aufREUTERS/Evelyn Hockstein
NewsFlix Redaktion
Akt. 05.10.2026 05:31 Uhr

Unsicherer Gang, krampfhaftes, stützendes Händehalten mit seiner Ehefrau, ein eigener abgeriegelter Rückzugsraum im Weißen Haus, stundenlange Ruhezeiten: Das Bild, das Chinas starker Mann Xi Jinping bei seinem Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten vor wenigen Tagen abgab, lässt viel Raum für Spekulationen über den Gesundheitszustand den 73-Jährigen.

Das Wall Street Journal hat diesem Bild nun weitere Facetten hinzugefügt. Demnach sei das ohnedies sehr lose gestaltete Besuchsprogramm dieses Gipfeltreffens der beiden mächtigsten Männer der Welt auf Wunsch der chinesischen Delegation kurzfristig weiter ausgedünnt worden, um dem chinesischen Präsidenten noch mehr Ruhezeit zu ermöglichen. Ein Arbeitsessen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern wurde abgesagt, der einzige Programmpunkt am letzten Tag des Besuchs drastisch gekürzt.

Wie Xi Jinpings Auftritte in Washington auf das absolute Minimum reduziert wurden, welche Schlüsse auf seinen Gesundheitszustand das zulässt und weshalb Xis Fitness politisch höchst sensibel ist – das muss man über das Thema wissen:

Was ist bei Xis Washington-Besuch aufgefallen?
Zunächst sein unsicherer Gang auf Treppen. Ob beim Hinabsteigen der Gangway seines Flugzeuges oder auf der imposanten Freitreppe des National Archives Building (siehe Videos oben): Sobald der chinesische Präsident Stufen steigen muss, ergreift er die Hand seiner Ehefrau Peng Liyuan, die immer an seiner Seite ist. Und wer genau schaut, sieht, dass sie ihn eindeutig stützt und Halt gibt. Wo möglich, hält sich Xi zudem mit der anderen Hand an einem Handlauf fest.

Was war noch auffällig?
Der Zeitplan für den Besuch war schon von vorneherein ungewöhnlich kurz und locker gehalten. Und er wurde von der chinesischen Seite noch vor Ort zusätzlich ausgedünnt – offiziell, um dem chinesischen Präsidenten mehr Zeit zum Ausruhen zu geben. So gab es bei dem zweitägigen Besuch am Ende nur ein einziges etwa 90 Minuten langes Meeting für substanzielle Fragen.

Wie gestaltete sich das im Detail?
Die chinesische Delegation kam am Nachmittag des 23. September auf der Joint Base Andrews nahe Washington an und wurde vom Ehepaar Trump mit militärischen Ehren direkt am Rollfeld begrüßt. Danach gab es keine offiziellen Programmpunkte mehr an dem Tag.

Wie ging es weiter?
Am Donnerstag, dem 24. September, dem einzigen vollen Gipfeltag, gab es zunächst eine Begrüßungszeremonie im Weißen Haus und danach einen etwa 90-minütigen Austausch zwischen den Staatsoberhäuptern und ihren Delegationen. Ein anschließendes Arbeitsessen wurde im Vorfeld von chinesischer Seite abgesagt. Dadurch gab es laut mit den Vorbereitungen vertrauten Personen am Nachmittag eine Pause von rund fünf Stunden, ehe abends das große Staatsbankett im Weißen Haus stattfand.

Und am letzten Besuchstag?
Am Freitag, dem 25. September, gab es einen einzigen offiziellen Programmpunkt, ein gemeinsamer Besuch der Präsidenten und ihrer Ehefrauen im Nationalarchiv der USA. Anders als geplant, dauerte dieser Programmpunkt jedoch nur etwa zehn Minuten, ehe sich Xi und seine Ehefrau zurückzogen und am späten Nachmittag Washington verließen.

Welche Sonderwünsche stellte die chinesische Seite?
Besonders auffällig war der Wunsch nach einem privaten Raum im West Wing des Weißen Hauses, damit Xi zwischen Terminen ruhen konnte. Zutritt dazu sollte nur seine Frau Peng Liyuan haben, niemand sonst aus seiner Delegation.

Tee mit den Trumps: Xi Jinping und seine Ehefrau Peng Liyuan erhielten einen eigenen Ruheraum im Weißen Haus zur Verfügung gestellt
Tee mit den Trumps: Xi Jinping und seine Ehefrau Peng Liyuan erhielten einen eigenen Ruheraum im Weißen Haus zur Verfügung gestellt
REUTERS/Evelyn Hockstein

Warum gilt das als ungewöhnlich?
Ein ehemaliger China-Direktor des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Dennis Wilder, nennt dieses Vorgehen im Wall Street Journal beispiellos. Bei früheren Staatsbesuchen anderer Regierungschefs und auch von Xis Vorgänger Hu Jintao habe es so etwas nicht gegeben. Auch die stark verkürzte Zeit für inhaltliche Gespräche sei auffällig gewesen.

Kann das nicht einfach der Jetlag gewesen sein?
Das wäre zumindest ein Teil der möglichen Erklärung. Xi kam direkt nach einem rund 14-stündigen Flug aus Peking an, und gerade am ersten Abend könnte Müdigkeit eine Rolle gespielt haben. Allerdings deuten die zusätzlichen Anpassungen im Ablauf laut den geschilderten Planungen darauf hin, dass es nicht nur um gewöhnlichen Reisestress ging.

Worauf deuten die Berichte über den Ablauf hin?
Hinter dem prunkvollen Rahmen soll der Besuch auch danach aufgebaut worden sein, wie lange Xi stehen, wie weit er gehen und wann er pausieren müsse, so das Wall Street Journal. Das betrifft keine einzelne Szene, sondern mehrere Elemente des Programms. Genau das macht die Spekulationen über körperliche Einschränkungen so hartnäckig.

Gab es schon früher Hinweise auf gesundheitliche Probleme?
Ja, solche Fragen tauchten schon 2019 nach einer Europareise des chinesischen Präsidenten auf. Damals war in Videos zu sehen, wie Xi leicht hinkend wirkte und sich mit den Armlehnen eines Sessels stabilisierte. Und kurz vor dem Washington-Besuch ließ er beim Brics-Gipfel in Indien auch ein Gala-Dinner aus, weil es ihm nicht gut gegangen sein soll.

Wie gehen Chinas Medien mit diesen Themen um?
Die staatlichen Medien schnitten genau diese Momente aus der Hauptabend-Berichterstattung heraus. Das passt zu einem System, in dem der Gesundheitszustand der obersten Führung traditionell als streng gehütetes Staatsgeheimnis gilt. Jede sichtbare Schwäche an der Spitze wird als politisch heikel angesehen.

Gibt es Hinweise auf geistigen Abbau?
Analysten, die sich mit Chinas Führung beschäftigen, sehen dafür derzeit keine Anzeichen. Ein Politikwissenschafter, der Chinas Elitepolitik erforscht, unterscheidet im Wall Street Journal klar zwischen schwerer geistiger Beeinträchtigung und körperlichen Problemen bei weiterhin funktionierender Entscheidungsfähigkeit. Nach dieser Einschätzung sprechen Xis öffentliche Auftritte eher für Letzteres als für Ersteres.

Ein Mitarbeiter klebt Markierungen auf den Roten Teppich: Der Ablauf des Besuchs wurde auch danach zusammengestellt, wie lange Präsident Xi gehen oder stehen musste
Ein Mitarbeiter klebt Markierungen auf den Roten Teppich: Der Ablauf des Besuchs wurde auch danach zusammengestellt, wie lange Präsident Xi gehen oder stehen musste
REUTERS/Evelyn Hockstein

Warum ist Xis Gesundheit politisch so sensibel?
Xi hat mehr Macht auf sich konzentriert als jeder chinesische Führer seit Mao Zedong. Zugleich gibt es keinen benannten Nachfolger und keinen eingespielten institutionellen Mechanismus für die Neubesetzung seiner drei zentralen Ämter: Parteichef, Staatspräsident und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission. Wenn an der Spitze Unsicherheit entsteht, wird das sofort zur Machtfrage.

Was bedeutet die offene Nachfolgefrage für die Welt?
Die Risiken reichen weit über China hinaus. Wenn Fraktionen um Einfluss ringen, könnten einzelne Lager laut Experten auf besonders harte oder aggressive Politik setzen, um sich im inneren Machtkampf Vorteile zu verschaffen. Die Frage nach Xis körperlicher Verfassung ist daher nicht bloß persönlich, sondern von geopolitischer Bedeutung für die ganze Welt.

NewsFlix Redaktion
Akt. 05.10.2026 05:31 Uhr