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Neue Zahlen

Urlaub in den USA: Ist Trump wirklich ein Touristen-Schreck?

Ein verhaltensauffälliger Präsident, brutale Abschiebungen, Urlauber, die nicht ins Land gelassen werden: Die USA geben derzeit ein wenig einladendes Bild ab. Hat das Auswirkungen auf die Tourismuszahlen? Ja und nein, fand der Economist heraus.

Girl with american flag on the beach at sunset. 4th of July. Independence Day. Patriotic holiday.
Girl with american flag on the beach at sunset. 4th of July. Independence Day. Patriotic holiday.iStock
The Economist
Akt. 27.08.2025 22:59 Uhr

Die USA waren dieses Jahr selten aus den Schlagzeilen verschwunden. Die Welt hat beobachtet, wie die Trump-Regierung Regierungsbehörden gekürzt, Allianzen erschüttert, Abschiebungen verstärkt und die Nationalgarde auf die Straßen der Städte geschickt hat.

Für die Tourismusbranche ist nicht jede Publicity gute Publicity: Eine Analyse der verfügbaren Daten deutet darauf hin, dass die Zahl der internationalen Besucher gegenüber dem Vorjahr stark zurückgegangen ist.

Zunächst war das Bild unklar. Frühe Berichte deuteten auf einen starken Rückgang im März hin, der mit Donald Trumps Zollandrohungen zusammenfiel.

Spätere Analysen zeigten jedoch einen Anstieg im April. Der eigentliche Grund war der Zeitpunkt von Ostern, das letztes Jahr Ende März, dieses Jahr jedoch Mitte April war. Daten von 20 großen Flughäfen bestätigen dieses Muster.

Zahl der täglichen, internationalen Passagiere an ausgewählten US-Flughäfen im Prozentvergleich heuer zum Vorjahr
Zahl der täglichen, internationalen Passagiere an ausgewählten US-Flughäfen im Prozentvergleich heuer zum Vorjahr
US Customs and Border Protection; The Economist

Da nun der größte Teil der Sommersaison vorbei ist, lässt sich der Trend kaum übersehen. Anhand von Daten der US-Regierungsbehörde International Trade Administration stellt The Economist fest, dass die Zahl der ausländischen Ankünfte an amerikanischen Flughäfen im Vergleich zu 2024 um 3,8 Prozent zurückgegangen ist. Das entspricht 1,3 Millionen Menschen.

Der Einbruch war zwischen Mai und Juli am stärksten, als die Ankünfte im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent zurückgingen. Dies stand im Gegensatz zum globalen Trend, da sich der Tourismus endlich wieder auf das Niveau vor der Pandemie erholt hat.

Der stärkste Rückgang war bei den Ankünften aus Kanada zu verzeichnen. Die Zahl der kanadischen Einreisen an US-Flughäfen ist in diesem Jahr bisher um 7,4 Prozent und im Sommer um 13,2 Prozent zurückgegangen.

Bei den Autofahrten ist der Rückgang noch größer: Im Juni lagen sie um ein Drittel unter dem Vorjahresniveau. Viele Kanadier boykottieren US-Waren und meiden Reisen in den Süden, nachdem Trump Zölle auf kanadische Exporte verhängt und mit der Annexion des Landes gedroht hat.

Zahl der international ankommenden Passagiere Mai bis Juli 2025 im Prozentvergleich zum Vorjahr
Zahl der international ankommenden Passagiere Mai bis Juli 2025 im Prozentvergleich zum Vorjahr
US Customs and Border Protection; The Economist

Nicht alle Tourismus-Hotspots sind gleichermaßen betroffen. Im Sommer verzeichneten die Flughäfen Boston Logan und Chicago O'Hare jeweils einen Rückgang der internationalen Ankünfte um etwa 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum; am New Yorker JFK-Flughafen gingen sie um 7 Prozent zurück.

Aber Urlaubsziele in Florida wie Orlando und Tampa zogen in diesem Sommer mehr Touristen aus Übersee an als im letzten Jahr. Das hat dazu beigetragen, die nationalen Zahlen bis Mitte August zu stabilisieren.

Reisen und Tourismus machen etwa 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA aus. Der World Travel and Tourism Council, ein internationales Forum, warnt davor, dass der Verlust ausländischer Touristen Amerika in diesem Jahr 12,5 Milliarden Dollar kosten könnte. Bislang berichten Hotelbetreiber jedoch, dass höhere Ausgaben wohlhabender inländischer Reisender den Schlag abgefedert haben.

Abflüge von US-Passagieren ins Ausland von Mai bis Juli 2025 im Prozentvergleich zum Vorjahr
Abflüge von US-Passagieren ins Ausland von Mai bis Juli 2025 im Prozentvergleich zum Vorjahr
US International Trade Administration; The Economist

Diese Reisenden fliegen jedoch auch in größerer Zahl als im letzten Jahr ins Ausland, da sich der internationale Reiseverkehr von der Pandemie erholt. Die Zahl der Abflüge US-Staatsbürger auf internationalen Flügen ist gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent und zwischen Mai und Juli um 2,5 Prozent gestiegen.

Im Jahr 2024 flogen etwa 22 Prozent mehr Amerikaner ins Ausland als Ausländer in die USA kamen; in diesem Jahr hat sich die Differenz bisher auf 27 Prozent vergrößert.

Für einen Präsidenten, der von Handelsungleichgewichten besessen ist, dürfte es beunruhigend sein, dass mehr Amerikaner Geld im Ausland ausgeben, während weniger Ausländer in Amerika Geld ausgeben.

"© 2025 The Economist Newspaper Limited. All rights reserved."

"From The Economist, translated by www.deepl.com, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com"

The Economist
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