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Neue Studien

Warum Schlaf-Tracker Sie um ihren Schlaf bringen können

Immer mehr Menschen überwachen ihren Schlaf mit Smartphones oder anderen elektronischen Geräten. Die gute Nachricht: Die Tracker sind inzwischen ziemlich genau. Aber: Die Sorge um schlechten Schlaf gehört zu den häufigsten Ursachen für Schlaflosigkeit.

Mit oder ohne Überwachung: Wer zwischen 6,4 und 7,8 Stunden schläft, altert langsamer
Mit oder ohne Überwachung: Wer zwischen 6,4 und 7,8 Stunden schläft, altert langsameriStock
The Economist
Akt. 05.06.2026 22:30 Uhr

Fast die Hälfte aller Amerikaner und rund 40 % der Briten nutzen inzwischen eine Smartwatch, einen Smart Ring, eine Smartphone-App oder ein ähnliches Gerät, um ihren Schlaf zu überwachen. Bis zu 15 Prozent der Österreicher nutzen elektronische Geräte, um sich in der Nacht selbst zu beobachten.*

Doch wie genau sind diese Geräte – und schlafen ihre Nutzer dadurch tatsächlich besser? Erwiesen ist, dass zu wenig Schlaf zahlreiche gesundheitliche Probleme verursachen kann – von Demenz bis Diabetes.

Eine neue Studie, veröffentlicht in Nature, zeigt einen U-förmigen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und biologischen Alterungsprozessen. Die Forscher nutzten Daten der UK Biobank, einer Datenbank mit Gesundheits- und Lebensstilinformationen von rund 500.000 Menschen. Personen, die pro Nacht zwischen 6,4 und 7,8 Stunden schliefen, schienen sowohl im Gehirn als auch im Körper langsamer zu altern als jene, die mehr oder weniger schliefen.

Schlaf-Tracker versprechen, dabei zu helfen, diesen optimalen Bereich zu erreichen. Apps erfassen meist Bewegungen und Geräusche und leiten daraus teilweise die Atemfrequenz ab.

Mit Hilfe spezieller Ringe lässt sich das Schlafverhalten recht gut ermitteln
Mit Hilfe spezieller Ringe lässt sich das Schlafverhalten recht gut ermitteln
iStock

Smartwatches messen Bewegungen und verwenden die sogenannte Photoplethysmographie: Dabei wird die Haut mit schwachem Licht bestrahlt und anhand der Reflexion der Blutfluss gemessen. Daraus lassen sich Herz- und Atemfrequenz schätzen. Smarte Ringe messen häufig zusätzlich die Hauttemperatur.

Die meisten Tracker sind sehr gut darin, Schlaf von Wachsein zu unterscheiden. Mehrere Studien haben sie mit der Polysomnographie verglichen – dem Goldstandard der Schlafmessung. Dabei werden mittels Elektroden Augenbewegungen, Gehirnaktivität, Muskelspannung und Herzfrequenz aufgezeichnet.

Eine 2024 in der Fachzeitschrift Sensors veröffentlichte Studie testete drei beliebte tragbare Schlaf-Tracker und stellte fest, dass sie in etwa 95 % der Fälle mit der Polysomnographie übereinstimmten, wenn es darum ging, Schlaf und Wachzustand zu erkennen.

Weniger genau sind die Geräte bei der Bestimmung der verschiedenen Schlafphasen. Für eine gute Nachtruhe ist ein Wechsel zwischen REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), in dem die meisten Träume stattfinden, und mehreren Non-REM-Phasen von leichtem bis tiefem Schlaf erforderlich.

Jeder zweite Österreicher schläft zu wenig, zehn Prozent leiden unter chronischer Schlaflosigkeit.
Jeder zweite Österreicher schläft zu wenig, zehn Prozent leiden unter chronischer Schlaflosigkeit.
iStock

Mobile Geräte stimmen bei der Klassifizierung dieser Schlafstadien nur in etwa 50–80 % der Fälle mit der Polysomnographie überein. Das entspreche etwa einer Schulnote zwischen "befriedigend plus" und "gut plus", sagt Rebecca Robbins, Schlafwissenschaftlerin an der Harvard Medical School, die an einer der Studien beteiligt war. Nicht ideal – dennoch fließen diese Werte bei vielen Geräten in die Berechnung des Schlafscores ein.

Trotz dieser Schwächen betrachten die meisten Schlafforscher und Therapeuten Schlaf-Tracker positiv. Laut Dr. Robbins vermitteln sie den Menschen ein besseres und objektiveres Gefühl dafür, wie lange sie tatsächlich geschlafen haben (und zeigen manchmal sogar, dass sie ausreichend Schlaf bekommen).

Außerdem scheinen sie die Schlafgewohnheiten zu verbessern. In einer Umfrage der American Academy of Sleep Medicine gaben 55 % der Nutzer von Schlaf-Trackern an, ihr Verhalten aufgrund der gewonnenen Daten verändert zu haben.

Eine kleine Studie aus dem Jahr 2020, veröffentlicht im Journal of Clinical Sleep Medicine, ergab zudem, dass das Tragen eines Schlaf-Trackers über eine Woche hinweg die subjektiv empfundene Schlafqualität verbesserte.

Wer in der Früh ausgeschlafen munter wird, hat einiges richtig gemacht
Wer in der Früh ausgeschlafen munter wird, hat einiges richtig gemacht
iStock

Zu viele Daten können jedoch auch Nachteile haben. Anders als bei gesunder Ernährung oder Sport kann übermäßiges Nachdenken und Bemühen um besseren Schlaf kontraproduktiv sein. Bis zu 30 % der Menschen, die ihren Schlaf überwachen, berichten von Ängsten aufgrund der gesammelten Daten – ein Phänomen, das Forscher als Orthosomnie bezeichnen.

Die Sorge um schlechten Schlaf gehört zu den häufigsten Ursachen für Schlaflosigkeit; nur finanzielle Sorgen halten Menschen noch häufiger wach.

Doch Schlafdaten sind es nicht wert, deswegen schlaflose Nächte zu haben. Denn es gibt eine einfache Alternative zur Schlafüberwachung: Wenn Sie morgens erholt aufwachen, ist das der beste Hinweis darauf, dass Sie gut geschlafen haben.

* ergänzt

"© 2026 The Economist Newspaper Limited. All rights reserved."

"From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com"

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Akt. 05.06.2026 22:30 Uhr