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Wählerische Kids

Wie sie dem Nachwuchs das Essen schmackhaft machen können

Gerade in den Sommerferien kommt es immer wieder zu Streit am Esstisch. Denn viele Kinder weigern sich zu essen, wenn es einmal nicht Pizza, Burger oder Pommes gibt. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Tricks lässt sich das ändern. Was Eltern wissen sollten.

Vor allem grünes Gemüse kommt bei den allermeisten Kindern gar nicht gut an – es schmeckt für sie einfach zu bitter
Vor allem grünes Gemüse kommt bei den allermeisten Kindern gar nicht gut an – es schmeckt für sie einfach zu bitterGetty Images
NewsFlix Redaktion
Akt. 21.07.2026 17:58 Uhr

Für Kinder zu kochen, gehört zu den unumstritten größten Freuden des Elternseins. Zumindest, wenn man den Geschmack der Jüngsten trifft. Gibt es jeden Tag Berner Würstel, Pizza, Pasta asciutta oder Hühnernuggets mit Pommes, ist die Welt in Ordnung.

Mischen sich aber Unanständigkeiten wie Obst oder Gemüse in den Speiseplan, oder gibt es gar einmal neue Geschmacksrichtungen oder unbekannte Produkte, kann es ganz schnell vorbei sein mit der guten Laune am Esstisch.

Dieses Problem wird in den Sommerferien meist besonders rasch virulent, da der Nachwuchs mangels Betreuungsalternativen öfter bekocht werden muss. Und nicht wenige Eltern sind schon über unangetasteten Mischgemüse- oder Risibisi-Tellern verzweifelt.

Doch was können Eltern tun, wenn der Nachwuchs wieder einmal das Essen, vor allem Gemüse, konsequent verweigert? Die BBC hat dazu Experten befragt. Das Ergebnis, kurz zusammengefasst: Druck macht alles nur schlimmer, aber kleine Tricks können viel bewirken. Wie Sie mit kleinen Essens-Verweigerern am besten umgehen – so geht's:

Schon besser: Zum Pommes mit Ketchup und Mayo müssen Kinder selten überredet werden
Schon besser: Zum Pommes mit Ketchup und Mayo müssen Kinder selten überredet werden
Getty Images

Warum sind so viele Kinder beim Essen wählerisch?
Mehr als die Hälfte aller Kinder zeigt irgendwann wählerisches Essverhalten. Das ist also völlig normal. Gemüse schmeckt für den Kindermund oft bitter, das ist biologisch bedingt. Außerdem sind Kinder von Natur aus misstrauisch gegenüber Neuem – ein Schutzinstinkt aus der Urzeit. Die gute Nachricht: Die meisten Kinder werden mit der Zeit offener für verschiedene Lebensmittel.

Ist es schlimm, wenn mein Kind nur Nudeln will?
Grundsätzlich nein, solange es sich um eine Phase handelt. Selbst wenn das Gemüse wochenlang liegen bleibt, müssen Eltern nicht gleich Mangelerscheinungen befürchten. Kritisch wird es erst, wenn Kinder über längere Zeit sehr einseitig essen oder deutlich an Gewicht verlieren. Dann sollte man ärztlichen Rat suchen.

Soll ich mein Kind zwingen, aufzuessen?
Nein, davon raten Fachleute dringend ab. Wer Kinder zum Essen zwingt, riskiert negative Assoziationen mit bestimmten Lebensmitteln. Besser: Gelassen bleiben und dem Kind ermöglichen, selbst zu entscheiden, wie viel es isst. Der Teller muss nicht leer sein.

Wie oft muss ich ein Lebensmittel anbieten?
Die Forschung zeigt: Es kann bis zu 15 Versuche brauchen, bis ein Kind ein neues Lebensmittel akzeptiert. Das bedeutet: Nicht aufgeben, auch wenn das Gemüse beim ersten Mal unberührt zurückkommt. Immer wieder anbieten, ohne Druck, und irgendwann probiert das Kind vielleicht doch.

Funktioniert es, Gemüse zu verstecken?
Ja, das ist eine bewährte Methode. Brokkoli im Pesto, Karotten in der Bolognese, Zucchini im Burger – viele Eltern haben damit Erfolg. Gemüse lässt sich auch zu Nuggets verarbeiten oder püriert in Suppen einrühren. So nehmen Kinder Vitamine auf, ohne es zu merken.

Spielt die Portionsgröße eine Rolle?
Absolut. Ein häufiger Fehler ist, Kindern zu große Portionen zu servieren. Das kann überfordern und den Appetit hemmen. Lieber kleinere Mengen auf den Teller geben und bei Bedarf nachlegen. So fühlt sich das Kind nicht unter Druck gesetzt.

Wer mit seinen Kindern gemeinsam Obst pflücken geht, erhöht im besten Fall die Neugier auf gesunde Lebensmittel
Wer mit seinen Kindern gemeinsam Obst pflücken geht, erhöht im besten Fall die Neugier auf gesunde Lebensmittel
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Hilft es, gemeinsam am Tisch zu essen?
Ja, Ernährungsexperten empfehlen das Familienessen. Kinder lernen durch Beobachtung. Wenn sie sehen, dass Mama und Papa mit Genuss Salat essen, werden sie neugieriger. Außerdem entsteht beim gemeinsamen Essen eine entspannte Atmosphäre, in der Kinder eher probieren.

Sollten Kinder beim Kochen helfen?
Das kann sehr hilfreich sein. Wenn Kinder Gemüse selbst waschen, schneiden oder umrühren dürfen, entwickeln sie eine Beziehung zum Essen. Auch das gemeinsame Einkaufen oder Obst pflücken weckt Interesse. Wer sein Essen selbst zubereitet hat, probiert es eher.

Was ist mit Snacks und Süßigkeiten?
Verbote bringen meist wenig. Besser ist es, gesunde Snacks wie geschnittene Paprika oder Apfelspalten griffbereit hinzustellen. Wenn Kinder Hunger haben, greifen sie oft zu. Süßes sollte nicht als Belohnung für aufgegessenes Gemüse eingesetzt werden, das verstärkt nur den Reiz.

Wie gehe ich mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen um?
Manche Kinder haben sensorische Empfindlichkeiten, die nichts mit einem normalen wählerischen Verhalten zu tun haben. Bei ihnen können bestimmte Texturen oder Farben starke Abneigung auslösen. In diesen Fällen braucht es besondere Geduld und eventuell professionelle Unterstützung.

Was bringen Visualisierungshilfen?
Gerade für Kinder ohne feste Routine in den Ferien können Bildtafeln helfen. Darauf ist zu sehen, welcher gesunde Snack als Nächstes kommt und welche Aktivität folgt. Das gibt Struktur und macht das Essen berechenbarer. Besonders bei jüngeren Kindern kann das den Stress reduzieren.

Gerade in den Ferien gut umsetzbar: Mit den Kids picknicken gehen, macht das gemeinsame Essen spannend
Gerade in den Ferien gut umsetzbar: Mit den Kids picknicken gehen, macht das gemeinsame Essen spannend
Getty Images

Soll ich mein Kind loben, wenn es Gemüse isst?
Ein bisschen Anerkennung schadet nicht, aber übertriebenes Lob kann kontraproduktiv wirken. Das Essen sollte nicht zur großen Sache werden. Entspannter ist es, positives Interesse am Essen einfach wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen, ohne jedes Mal zu jubeln.

Wie kann ich gerade in den Ferien das Essen für mein Kind spannender machen?
Die Sommerferien bieten dafür viele Chancen: Picknicks im Garten, gemeinsames Kochen oder der Besuch am Bauernmarkt können das Essen zum Erlebnis machen. Wer entspannt bleibt und kreativ wird, hat gute Chancen, dass der Nachwuchs auf den Geschmack kommt.

NewsFlix Redaktion
Akt. 21.07.2026 17:58 Uhr