Worum geht es? Die norwegische Regierung will bis zum Jahresende ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren auf den Weg bringen. Damit würden "Spiel, Freundschaften und der Alltag" von "Algorithmen und Bildschirmen" zurückerobert, so Ministerpräsident Jonas Gahr Store.
Damit ist das Land kein Einzelfall, oder? Nein, in ganz Europa werden derzeit ähnliche Beschränkungen diskutiert, in etwa einem Dutzend Ländern ist die Einführung bereits fix geplant, neben Spanien, Frankreich oder Dänemark auch in Österreich.
Wie ist die Situation bei uns derzeit? Die Regierung plant eine Social-Media-Beschränkung bis 14 Jahre. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll ebenfalls bis zum Jahresende vorliegen.
Gibt es bereits irgendwo ein aktives Verbot? Ja, in Australien ist es seit letztem Dezember Kindern und Jugendlichen bis 16 verboten, eigene Konten auf vielen der großen Plattformen zu haben.
Wie sind die ersten Erfahrungen? Durchwachsen. Wie Recherchen zeigen, haben offenbar viele junge Menschen einen Weg gefunden, trotz aufrechtem Verbot weiterhin auf Social Media präsent zu sein.
Worum geht es? Ein besonders großer und stabiler Eisblock beeinträchtigt derzeit die Vorbereitungen der nepalesischen Sherpas für die Mount-Everest-Saison 2026. Der 30 Meter hohe Eisklumpen namens Serac blockiert den Aufstieg vom Basislager zu Camp One und kann nicht einfach umgangen werden.
Woher weiß man das? Weil die nepalesischen Behörden in den Wochen vor Beginn der Kletter-Saison alljährlich die Seile und Leitern kontrollieren und neu fixieren, die den zahlenden Bergsteigern den Weg auf den höchsten Gipfel der Welt erleichtern sollen.
Gibt es den Eisblock heuer das erste Mal? Nein, Serac liegt im Bereich des berüchtigten Khumbu-Eisfalls, eines gefährlichen Gletscherabschnitts, und entsteht offenbar jedes Jahr aufs Neue. Er verändert sich dabei immer wieder.
Wie geht es jetzt weiter? Die Behörden hoffen, dass der Eisblock in den nächsten Tagen zusammenbricht oder noch so weit abschmilzt, dass er umgangen werden kann. Bis dahin werden die sogenannten "Ice Doctors", die die Seile und Leitern präparieren, ausnahmsweise per Hubschrauber in Camp 2 geflogen, damit sie ihre Vorbereitungen fortsetzen können, ohne Zeit zu verlieren.
Und wenn Serac nicht rechtzeitig schmilzt? Dann muss der Bereich großräumig umgangen werden. Das war zuletzt 2024 der Fall. Allerdings wird die Alternativ-Route ungern gewählt, da dort 2014 eine Lawine abging und 16 Nepalesen tötete.
Wie lange dauert die Gipfel-Saison am Mount Everest? Sie beginnt im April und endet spätestens Ende Mai. Während dieser Zeit versuchen meist hunderte Bergsteiger aus aller Welt, mithilfe einheimischer Führer auf den 8.848 Meter hohen Gipfel zu gelangen. Die Preise für diese Expeditionen sind zuletzt deutlich gestiegen, selbst eher simple Arrangements kosten mehrere Zehntausend Euro.
Worum geht es? Seine Villa daheim ist bis zur Decke angeräum mit ausgestopften Wildtieren. Jetzt ist der kalifornische Weingut-Millionär Ernie Dosio ist bei einer Safari in Gabun in Zentralafrika ums Leben gekommen.
Wie? Er wurde von fünf Elefantenkühen angegriffen und zu Tode getrampelt, während er Antilopen nachstellte, wird berichtet.
Wer war Ernie Dosio? Er verwaltete tausende Hektar Weinberge in Kalifornien. Dosio war seit seiner Jugend begeisterter Trophäenjäger und in Jagdkreisen sehr bekannt. Immer wieder reiste er auch nach Afrika, um die sogenannten "Big Five", also Löwe, Elefant, Büffel, Leopard und Nashorn, zu jagen.
Wie kam es zu dem Unglück? Dosio war offenbar zusammen mit einem Berufsjäger im Busch unterwegs, um einen seltenen Gelbrückenducker, eine Antilopenart aus dem Regenwald, aufzuspüren. Dabei stießen die beiden zufällig auf eine Gruppe von fünf Waldelefantenkühen mit einem Jungtier. Die Elefanten fühlten sich bedroht und gingen sofort zum Angriff über.
Was wurde aus seinem Begleiter? Er wurde bei dem Zwischenfall schwer verletzt.
Ist diese Form der Jagd überhaupt erlaubt? Ja, für viele afrikanische Staaten ist die Großwildjagd eine willkommene Einnahmequelle. So soll etwa die Jagd auf den Gelbrückenducker den Amerikaner umgerechnet etwa 35.000 Euro gekostet haben.
Worum geht es? In der kommenden Woche reisen König Charles III. und Königin Camilla zu einem offiziellen Staatsbesuch in die USA. Der Terminplan sorgt nun für eine Enttäuschung, berichtet die New York Times.
Warum? Im vergangenen Monat hatte der kalifornische Abgeordnete Ro Khanna (Demokraten) in einem Brief den Buckingham Palace gebeten, eine Privataudienz zwischen dem Monarchen und Opfern von Herrn Epstein zu arrangieren.
Was stand im Schreiben? "Ich bitte Sie respektvoll, sich unter vier Augen mit Überlebenden des Missbrauchs durch Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell zu treffen, damit diese Ihnen direkt schildern können, wie mächtige Einzelpersonen und Institutionen sie im Stich gelassen haben."
Wie lautete die Antwort? Die Anwälte des britischen Königshauses lehnten in einem Schreiben eine Zusammenkunft ab. "Der König und die Königin haben stets ihre Unterstützung für alle Missbrauchsopfer bekundet, unabhängig davon, wo und wie der Missbrauch begangen wurde", heißt es in dem Schreiben.
Aber? Aufgrund laufender polizeilicher Ermittlungen im Vereinigten Königreich könne der König "weder Überlebende treffen noch sich direkt zu den untersuchten Angelegenheiten äußern".
Was ist damit gemeint? In Großbritannien finden Untersuchungen gegen den Bruder des Königs und seine Beziehung zu Jeffrey Epstein statt. Andrew Mountbatten-Windsor wurde im Februar sogar kurzzeitig festgenommen.
Wann findet der Staatsbesuch statt? Vom 27. bis zum 30. April. Im Mittelpunkt stehen die Feierlichkeiten anlässlich des 250. Geburtstages der USA. Auch ein Zusammentreffen mit Donald Trump ist geplant.
Worum geht es? In der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, herrscht weiterhin nahezu Stillstand. Jetzt dämpften die USA Hoffnungen auf eine baldige Lösung, berichtet die Washington Post.
Weil? Es könnte sechs Monate dauern, die Straße von Hormus vollständig von den vom iranischen Militär verlegten Minen zu räumen, berichteten Vertreter des Pentagon in einer vertraulichen Sitzung dem Kongress.
Was ist das zweite Problem? Eine Räumung könnte erst nach dem Ende des Krieges der USA mit dem Iran begonnen werden, teilte das Verteidigungsministerium dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses mit.
Was bedeutet das? Die Information legt nahe, dass die Benzin- und Ölpreise noch lange hoch bleiben werden, selbst wenn der Krieg schon beendet sein wird.
Wieso ist das für Trump schlecht? Am 3. November finden in den USA Zwischenwahlen statt. Die Ölkrise könnte Auswirkungen auf das Stimmverhalten bei diesen Midterms haben.
Worum geht es? Texas verabschiedete 2025 ein Gesetz zu den Zehn Geboten. Sie sollten in Schulen sichtbar an den Wänden aufgehängt werden – verpflichtend. Nun gab es eine gerichtliche Entscheidung dazu.
Was ist das große Bild? Texas setzte in den vergangenen Jahren mehrere Initiativen, Religion stärker in das öffentliche Bildungswesen zu integrieren.
Zum Beispiel? Biblisch geprägte Lehrmaterialien wurden genehmigt, und der Staat erlaubt es Kaplänen, als Schulberater tätig zu sein.
Was war nun mit den 10 Geboten? Organisationen, die Familien vertreten, klagten gegen das Gesetz. Sie sehen den Ersten Verfassungszusatz verletzt. Er trennt Kirche und Staat, räumt Familien die Freiheit ein, selbst zu entscheiden, wie, wann und ob sie ihren Kindern Religionsunterricht erteilen.
Wie entschied das Gericht? Das konservative 5. Bundesberufungsgericht in New Orleans erlaubte Texas mit 9:8 Stimmen, die 10 Gebote aufzuhängen. Nun wird der Fall wohl vor dem Obersten Gerichtshof landen.
Worum geht es? Die deutsche Bundes-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ließ Konten ihrer Mitarbeiter durchsuchen. Sie wollte festgestellt haben, wer Informationen an Medien weitergegeben hatte, berichtet der Spiegel.
Welche Infos? Es geht um eine Reise Reiches nach Saudi-Arabien im Jänner. Eine Liste von Teilnehmern, versehen mit teils vertraulichen Anmerkungen, tauchte auf einem Medienportal auf.
Was passierte dann? Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Demnach wurden zwischen dem 28. und 29. Januar 36 Konten durchsucht.
Was wurde angeschaut? Das Ministerium betont, dass Inhalte der Mails nicht ausgelesen wurden. Erfasst seien lediglich Absender, Empfänger, Betreff, Datum und Uhrzeit worden.
Wussten die Mitarbeiter davon? Sie erfuhren erst am 5. Februar von der Aktion. Der Personalrat wurde ins Bild gesetzt, der Datenschutzbeauftragte des Ministeriums "im Nachgang" informiert.
Was war das Ergebnis? Das ist unklar, es wurden jedenfalls keine Strafanzeigen gestellt.
Worum geht es? 2020 bewertete Stiftung Warentest einen Rauchmelder (PX-1) in einem Test mit "mangelhaft". Das betroffene Unternehmen ging vor Gericht und gewann.
Warum ist das relevant? Weil das Urteil die Grenzen von Produkttests und deren Haftung neu auslotet.
Warum scheiterte der Rauchmelder? Der Hauptkritikpunkt war, dass das Gerät im Brandversuch zu spät Alarm ausgelöst habe. Solche Bewertungen haben erfahrungsgemäß enorme Marktwirkung, und auch hier blieb das nicht ohne Folgen.
Welche Folgen wurden genannt? Kunden und Aufträge gingen verloren. Außerdem sei das Geschäft eingebrochen, Mitarbeiter hätten ihren Job verloren, heißt es von Pyrexx.
War der Test schlecht? Offenbar, das räumt auch Stiftung Warentest ein. Der Testaufbau war mangelhaft, Teile des ursprünglichen Ergebnisses wurden zurückgezogen.
Wie lautete nun das Urteil? Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sprach Pyrexx Schadenersatz zu, die Höhe ist noch nicht festgelegt. Das Unternehmen hatte 7,7 Millionen Euro gefordert. Absurd hoch, reagierte Stiftung Warentest.
Was sind die Auswirkungen? Das Urteil gilt als Präzedenzfall. Erstmals wurde die Stiftung Warentest zu Schadenersatz verurteilt. Stiftung Warentest argumentierte, sie habe sich auf die Arbeit eines externen Labors verlassen.
Aber? Das Gericht stellte klar, dass sich die Stiftung diese Arbeit zurechnen lassen muss. Wer ein Testergebnis veröffentliche und damit erheblichen Einfluss auf den Markt ausübe, trage auch die rechtliche Verantwortung für die Richtigkeit der zugrunde liegenden Prüfungen.