Worum geht es? Am Montag begannen die Verhandlungen über den Friedensplan, den US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche vorgelegt hatte. Es zeichnet sich ein zähes Ringen ab.
Wo finden die Gespräche statt? In der ägyptischen Stadt Scharm El-Scheich, der genaue Ot ist aber unbekannt.
Gibt es direkte Verhandlungen? Nein, ägyptische und katarische Beamte führen jeweils getrennte Pendeltreffen mit Delegationen aus Israel und der Hamas durch. Das heißt, sie reden abwechselnd mit den Streitparteien.
Wer nimmt daran teil? Bekannt ist, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der katarische Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani vor Ort sind.
Worum geht es zu Beginn? Vorrangig um das Aushandeln eines Geiseldeals. Im Trump-Plan steht festgeschrieben, dass die Terrorgruppe alle 48 Geiseln übergeben muss, 20 sollen noch am Leben sein. Israel lässt im Gegenzug 250 zu lebenslanger Haft Verurteilte sowie 1.700 nach dem 7. Oktober 2023 inhaftierte Gaza-Bewohner frei.
Was sind die Knackpunkte? Die Hamas hat sich zu zentralen Punkten des Plans überhaupt noch nicht geäußert. Er sieht auch ihre völlige Entwaffnung vor. Es bleibt abzuwarten, ob sie darauf einsteigt.
Ruhen die Waffen? Nein, Israel hat am Montag mehrere Teile des Gazastreifens bombardiert.
Worum geht es? Eine Umfrage, die am Montag von der Anti-Defamation League (ADL) und der Jewish Federations of North America veröffentlicht wurde, zeigt ein beklemmendes Bild. Juden werden immer häufiger Opfer von Alltags-Antisemitismus.
Warum gab es die Umfrage? Weil sich am 7. Oktober der Terrorakt der Hamas zum zweitenmal jährt. Der Anschlag war mit 1.182 Todesopfern der größte Massenmord an Juden seit dem Holocaust.
Was sind die zentralen Erkenntnisse? Über die Hälfte (55 %) der jüdischen Amerikaner gaben an, in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Form von Antisemitismus erlebt zu haben, 57 % glauben, dass Antisemitismus heute eine normale jüdische Erfahrung ist, berichtet Axios.
Wie viele körperliche Angriffe gab es? Fast jede(r) fünfte Befragte sagten, im vergangenen Jahr aufgrund der jüdischen Identität körperlich angegriffen, bedroht oder verbal belästigt worden zu sein. Über ein Drittel gab an, in den letzten zwölf Monaten Zeuge eines Vorfalls geworden zu sein.
Wie reagieren die Betroffenen? 48 % der jüdischen Amerikaner haben Maßnahmen ergriffen, um ihre persönliche Sicherheit und ihr Sicherheitsgefühl zu erhöhen. 14 Prozent sagten, dass sie Pläne für eine Flucht aus dem Land ausgearbeitet haben.
Worum geht es? In sechs Kategorien werden pro Jahr Nobelpreise verliehen, Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften. Am Montag ging es mit der Verkündigung der "Medizin-Nobelpreisräger" los.
Warum steht das unter Anführungszeichen? Weil es korrekterweise Nobelpreis für Physiologie oder Medizin heißt. Das hat Alfred Nobel ausdrücklich in seinem Testament so verfügt.
Wer bekommt den Preis heuer? Mary E. Brunkow, Molekularbiologin am Institute for Systems Biology, Seattle, USA, Fred Ramsdell, Mikrobiologe und Immunologe bei Sonoma Biotherapeutics, San Francisco, USA, und Shimon Sakaguchi, Immunologe an der Osaka University, Japan.
Wofür wurden sie ausgezeichnet? Die Forscherin und die beiden Forscher konnten aufklären, wie das Immunsystem verhindert, dass es den eigenen Körper angreift.
Wie? Im Mitttelpunkt stehen regulatorische T-Zellen („Tregs“). Diese wirken wie Sicherheitswächter im Immunsystem. Das Gen FoxP3 spielt eine wesentliche Rolle in der Entwicklung dieser regulatorischen T-Zellen. Mutationen in diesem Gen können zu schweren Autoimmunkrankheiten führen.
Wofür ist das relevant? Bei Krankeiten wie Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose oder rheumatoide Arthritis greift das Immunsystem gesunde Körperzellen an. Wenn man Tregs gezielt aktiviert oder verstärkt, kann man das Immunsystem "beruhigen" und die Angriffe stoppen. Auch in der Krebstherapie könnte die Entwicklung bahnbrechend sein.
Was heißt das in der Praxis? Es geht darum, die Tregs zu kontrollieren und in einer Therapie gezielt einzusetzen. Man kann sei einerseits stärken und vermehren, um Immunangriffe zu stoppen. Oder man hemmt sie, um das Immunsystem gegen Tumore zu aktivieren.
Worum geht es? Das Großherzogtum Luxemburg bekam am Freitag einen neuen Landesvater. Der seit dem Jahr 2000 regierende Großherzog Henri dankte zugunsten seines ältesten Sohnes Guillaume ab. Der 43-Jährige regiert nun als Guillaume V. das kleine Land.
Was weiß man über den neuen Monarchen? Er wurde am 11. November 1981 geboren, hat vier jüngere Geschwister, ist verheiratet mit Großherzogin Stephanie, einer gebürtigen Belgierin, und hat zwei Söhne, 5 und 2 Jahre alt. Er studierte Literatur und Politikwissenschaften, ist Oberst in der luxemburgischen Armee und wurde nun mit der Amtsübergabe zum General befördert.
Wie verlief die Amtseinführung? Es war erwartungsgemäß eine große Sache. Die Königspaare von Belgien und den Niederlanden, König Philippe und Königin Mathilde bzw. König Willem-Alexander und Königin Máxima waren Ehrengäste. Zum feierlichen Staatsbankett am Abend wurden Deutschlands Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier und Frankreichs Emmanuel Macron erwartet.
Wie groß ist Luxemburg? Mit knapp 680.000 Einwohnern ist es etwa so bevölkerungsreich wie die Wiener Bezirke Donaustadt, Favoriten und Floridsdorf zusammen. Flächenmäßig ist es minimal größer als Vorarlberg.
Was muss man über das Land wissen? Es ist ein Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft, Vorläuferin der EU, und eines der reichsten Länder der Welt. Nur in Monaco und Liechtenstein ist das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Kopf noch höher.
Woher kommt der Reichtum? Aufgrund einer für Unternehmen sehr günstigen Steuergesetzgebung, haben zahlreiche Konzerne, vor allem aus dem Banken- und Versicherungssektor, ihre Zentralen in Luxemburg. Außerdem ist es ein beliebter Wohnsitz für Steuerflüchtlinge aus anderen europäischen Ländern.
Worum geht es? Am Freitag wurde Sarah Mullally, Bischöfin von London, zur Erzbischöfin von Canterbury ernannt. Damit wird zum ersten Mal in ihrer fast 500-jährigen Geschichte und nach 105 Mänern eine Frau Oberhaupt der anglikanischen Kirche von England.
Wer war ihr Vorgänger? Erzbischof Justin Welby trat im vergangenen November zurück, weil ihm vorgeworfen wurde, er hätte einen Missbrauchsskandal zu vertuschen versucht.
Wer ist die neue Oberhirtin? Sie ist 63 Jahre alt, war früher Pflegefachkraft und wurde 2002 zur anglikanischen Priesterin geweiht. 2017 wurde sie Bischöfin von London. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.
Seit wann dürfen Frauen dort Führungsämter übernehmen? Die erste Priesterin der Kirche wurde 1994 eingesetzt, die erste Bischöfin 2015.
Weshalb ist die Erzbischöfin von Canterbury die Oberhirtin der Kirche? Das hat sich so entwickelt. Grundsätzlich hat jede Nationalkirche ihren eigenen Vorsitzenden, der Erzbischof bzw. die Erzbischöfin von Canterbury gilt aber als "Erste unter Gleichen".
Wie vielen Mitglieder hat die Glaubensgemeinschaft? Etwa 85 Millionen in 165 Ländern der Welt.
Und weshalb wurde sie gegründet? Weil König Heinrich VIII. im Jahr 1534 die Autorität des Papstes ablehnte und sich selbst zum Oberhaupt der Kirche von England ("Church of England") machte. Seither ist der jeweilige Monarch das weltliche Oberhaupt der anglikanischen Kirche.
Also ist König Charles III. Oberhaupt? Ja, das weltliche Oberhaupt. Er musste als solches auch die Wahl von Sarah Mullally bestätigen.
Worum geht es? Der japanische Brauerei- und Lebensmittelkonzern Asahi war Anfang der Woche das Ziel eines schwerwiegenden Cyber-Angriffs. Seither steht die Produktion in den insgesamt 30 Standorten großteils still – was zur Folge hat, dass im ganzen Land langsam die Bier und Erfrischungsgetränke des Herstellers ausgehen.
Wie groß ist Asahi? Der Konzern ist der größte Bierproduzent Japans, stellt aber auch alkoholfreie Erfrischungsgetränke und unterschiedlichste Lebensmittel her. Im ersten Halbjahr wurde ein Umsatz von 7,4 Milliarden Euro erzielt.
Weshalb wird das Bier knapp? Weil es durch die Störung der Datenverarbeitung derzeit nicht möglich ist, die Produkte auszuliefern. Mittlerweile geht man deshalb dazu über, wieder manuell Bestellungen abzuarbeiten, um zumindest für etwas Nachschub zu sorgen.
Ist Asahi auch in Europa vertreten? Ja, der Konzern besitzt mittlerweile auch einige europäische Biermarken, darunter so traditionsreiche Hersteller wie Pilsner Urquell, Kozel und Gambrinus (alle Tschechien), Grolsch (Niederlande) oder Peroni (Italien).
Ist der Nachschub auch in Europa betroffen? Nein, die Probleme betreffen nur den japanischen Markt.
Worum geht es? Das US-Militär hat vor Venezuela ein Boot beschossen und dabei vier Menschen an Bord getötet. Laut "Kriegsminister" Pete Hegseth handelte es sich bei den Toten laut Geheimdienstinformationen um Drogenschmuggler, die mit Banden und Kartellen in Verbindung gestanden seien. Beweise für diese Behauptung legte er allerdings keine vor.
War das der erste Vorfall dieser Art? Nein, es war bereits das vierte Mal seit Anfang September, dass das US-Militär in internationalen Gewässern angebliche "Drogenboote" beschießt. Bislang wurden dabei 21 Menschen getötet.
Wie sind diese Angriffe legitimiert? Die Trump-Regierung hatte dem US-Kongress mitgeteilt, dass sich die Vereinigten Staaten in einem formellen "bewaffneten Konflikt" mit lateinamerikanischen Kartellen befinden würden.
Waren die Toten feindliche Soldaten? Nein, rein rechtlich gesehen handelt es sich bei den getöteten Personen um Tatverdächtige eines Verbrechens und nicht um feindliche Soldaten in einem Kriegs- oder Konfliktgebiet. Nach Ansicht zahlreicher Juristen in den USA ist es daher auch unrechtmäßig, diese Menschen durch den Einsatz militärischer Gewalt zu töten.
Wie rechtfertigt sich die Trump-Regierung? Sie bezeichnet die Getöteten und ihre angeblichen Hintermänner als Terroristen. Kriegsminister Hegseth erklärte, die Angriffe würden "so lange fortgesetzt, bis die Angriffe auf das amerikanische Volk ein Ende haben!".
Worum geht es? US-Basketball-Profi Jarred Shaw sitzt seit fünf Monaten in Indonesien in Haft. Er hatte sich Gummibärchen mit Cannabis-Zusatz liefern lassen und wurde ertappt.
Was sind die Folgen? Dem 35-jährigen Texaner droht nun deshalb eine lebenslange Freiheitsstrafe oder sogar ein Todesurteil. Indonesien verfolgt eine besonders rigorose Anti-Drogen-Politik.
Wozu braucht er die Cannabis-Bärchen? Er leide an Morbus Crohn, einer chronischen Darmentzündung, die ihm permanent Schmerzen verursache, so der 2,10 Meter Hüne. Das Cannabis lindere seine Magenschmerzen und erleichtere ihm die Verdauung.
Was sagen die Behörden? Sie sehen Jarred Shaw als Drogendealer, weil er Mitspielern per SMS angeboten haben soll, ihnen etwas von seinen Cannabis-Bärchen abzugeben. Und da es sich um eine recht große Lieferung gehandelt hat – ein knappes Kilo –, steht eine lebenslange Freiheitsstrafe oder im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe im Raum.
Warum sind die Strafen so rigoros? Indonesien verfolgt eine harte Linie im Kampf gegen illegale Drogen. 2016 wurden ein Indonesier und drei Ausländer, die wegen Drogendelikten verurteilt worden waren, durch Erschießungskommandos hingerichtet. Mehr als 500 Menschen – darunter fast 100 Ausländer – sitzen derzeit in Indonesien in den Todeszellen, die meisten davon wegen Drogendelikten.
Was führte Jarred Shaw nach Indonesien? Der Basketball-Profi spielte nach einer Karriere an der Utah State University in Argentinien, Japan, der Türkei, Thailand und Tunesien, ehe er nach Indonesien wechselte. Dort gewann er mit seinem Verein 2023 die Meisterschaft und erzielte in drei Saisonen mehr als 1.000 Punkte, war also sehr erfolgreich.
Wie geht es jetzt weiter? Shaw wartet noch auf seinen ersten Gerichtstermin. Anders als die US-Spielerin Brittney Griner, die 2022 in Russland wegen Cannabis-Besitz festgenommen und verurteilt worden und 2024 gegen einen russischen Waffenhändler ausgetauscht worden war, hat er in der US-Öffentlichkeit keine Lobby. Deshalb sammelt er jetzt per Crowdfunding Geld für seine Verteidigung.