Worum geht es? Der norwegische Kronprinzen-Sohn Marius Borg Høiby bleibt weiterhin in Untersuchungshaft. Ein Gericht entschied, dass der 28-Jährige bis zur Urteilsverkündung im Gefängnis bleiben muss.
Warum war das ein Thema? Weil er einen Antrag gestellt hat, die restliche Zeit mit einer elektronischen Fußfessel zu Hause zu verbringen. Das wurde nun vom Hochgericht abgelehnt.
Wann gibt es ein Urteil? Es ist für den 15. Juni geplant.
Wer ist Marius Borg Høiby? Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung und damit der Stiefsohn von Kronprinz Haakon. Er ist also ein inoffizielles Mitglied des Königshauses ohne royale Pflichten.
Warum sitzt er in Untersuchungshaft? Ihm werden insgesamt 40 Straftaten vorgeworfen. Sieben Opfer wurden bisher ermittelt.
Was umfasst die Anklage? Vier Vergewaltigungen, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Bedrohungen, Sexualdelikte, Verstöße gegen Kontaktverbote, Drogen- und Verkehrsdelikte sowie heimliche Filmaufnahmen.
Was schildern Opfer? Marius Høiby habe sie geschlagen, misshandelt, unter Alkohol und Drogen gesetzt. Er soll seine Opfer in intimen Situationen ohne deren Wissen gefilmt haben. Bei der Verhandlung wurde ein Video gezeigt, das die Vorgänge belegen soll.
Warum wurde die Fußfessel abgelehnt? Die Richter erklärten laut norwegischen Medien, die bisherigen Risiken seien weiterhin zu hoch. Entscheidend sei, dass das Verfahren kurz vor dem Abschluss stehe und die Untersuchungshaft deshalb verhältnismäßig bleibe.
Was fordert die Staatsanwaltschaft? Eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten
Worum geht es? Beim Deutschen Ärztetag in Hannover haben mehrere Medizinstudentinnen schwere Vorwürfe sexueller Belästigung und grenzüberschreitenden Verhaltens erhoben. Das löste eine breite Debatte aus, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Was ist passiert? Am vergangenen Freitag traten fünf Medizinstudentinnen, die als Abgesandte der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BMVD) am Deutschen Ärztetag teilnahmen, die Bühne in Hannover.
Was schilderten sie? Sie berichteten von sexuellen und sexualisierten Übergriffen und zwar nicht aus der Vergangenheit, sondern sie sprachen an, was sie während des akltuell laufenden Ärztetags erleben mussten (hier gibt es das Video dazu).
Wie war der Wortlaut? "Kommentare über unser hübsches Auftreten sind unangebracht. Kommentare über unsere Ausschnitte sind unangebracht. Hände auf Rücken und Gesäßen sind unangebracht." Das gelte ebenso für Einladungen auf Hotelzimmer oder Sätze wie "Ich würde Sie heute Abend gerne mit nach Hause nehmen."
Wann habe sich das ereignet? Besonders bei Abendveranstaltungen nach dem Vortragsprogramm seien Hände dort gewesen, wo sie nicht hingehören, sagen die Betroffenen.
Einzelfälle? Die Frauen erklärten, die geschilderten Situationen seien "exakt so passiert" und keine Einzelfälle. Laut "Ärzteblatt" schilderten später weitere Delegierte eigene Erfahrungen mit grenzüberschreitendem Verhalten im medizinischen Berufsalltag.
Zum Beispiel? Den Umfragen zufolge sollen Chefs auch nach der Farbe der Intimbehaarung einer Mitarbeiterin fragen. Oder: "Warum hatten wir noch nie Sex?" 86 % der befragten Frauen gaben an, in "Ihrer ärztlichen Laufbahn schon einmal rassistischen, sexistischen oder anderen sachfremden Kommentaren begegnet" zu sein.
Wie reagierte das Publikum beim Ärztetag? Die Studentinnen bekamen viel Zuspruch, aber sie sahen von der Bühne auch: "Unter den Applaudierenden waren auch diejenigen, die sich uns gegenüber übergriffig verhalten haben."
Warum ist der Fall so brisant? Der Deutsche Ärztetag gilt als wichtigste berufspolitische Versammlung der Ärzteschaft in Deutschland. Dort werden Fragen zu Berufsrecht, Ethik, Gesundheitspolitik und ärztlichen Standards diskutiert.
Wie reagierte die Kurie? Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt zeigte sich "zutiefst verstört" und entschuldigte sich öffentlich bei den Betroffenen. Er erklärte, Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt widersprächen fundamental den Werten des ärztlichen Berufs.
Was soll passieren? Die Bundesärztekammer kündigte neue Compliance-Regeln, Schutzkonzepte, und Maßnahmen gegen Machtmissbrauch an.
Warum sprechen die Studentinnen von einem "systemischen Problem"? Die Frauen betonten ausdrücklich, dass die Vorfälle nicht isoliert seien. Sie sehen darin ein generelles Problem innerhalb der Medizin.
Was zählen sie alles dazu? Starke Hierarchien, Abhängigkeiten von Vorgesetzten, männerdominierte Strukturen und mangelnde Konsequenzen bei Grenzüberschreitungen.
Worum geht es? Isak Andic, Gründer der Modekette Mango, starb am 14. Dezember 2024 bei einer Wanderung im Montserrat-Gebirge nahe Barcelona im Alter von 71 Jahren.
Was passierte nun? Sein Sohn Jonathan Andic wurde von der katalanischen Polizei festgenommen. Gegen ihn wird wegen eines möglichen Tötungsdelikts ermittelt.
Was soll geschehen sein? Isak Andic war mit seinem Sohn Jonathan nahe der Salnitre-Höhlen bei Collbató unterwegs. Nach Jonathans Darstellung ging er einige Schritte vor seinem Vater, hörte ein Ausrutschen, sah den Sturz aber nicht.
Was war daran verdächtig? Isak Andic stürzte laut Berichten mehr als 100 Meter, teils ist von 150 Metern die Rede, in die Tiefe und starb sofort. Jonathan war die einzige Person, die beim Vorfall dabei war, und alarmierte die Rettungskräfte.
Warum soll es kein Unfall sein? Die Ermittler hatten den Tod zunächst als Bergunfall behandelt. Später wurde das Verfahren aber wieder aufgenommen, weil sie in Jonathans Aussagen Widersprüche und "Grauzonen" sahen.
Welche "Grauzonen"? Laut RTVE passten Teile seiner Darstellung nicht zu den Ermittlungsergebnissen. Zudem soll er vor der Wanderung den Leibwächter seines Vaters gebeten haben, sie allein zu lassen, damit er privat mit ihm sprechen könne.
Was genau wird Jonathan Andic vorgeworfen? Er wird als Beschuldigter in einem Verfahren wegen mutmaßlicher Tötung seines Vaters geführt. Die zentrale Frage ist, ob Isak Andic tatsächlich ausgerutscht ist — oder ob sein Sohn eine Rolle bei dem Sturz gespielt hat.
Was ist der aktuelle Stand? Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft, die gegen eine Kaution von einer Million Euro aufgehoben werden kann.
Welche Rolle spielt das Handy? Es ist ein wichtiger Teil der Ermittlungen. Die Polizei forderte Jonathan Andic im September auf, sein Mobiltelefon herauszugeben. Er gab es freiwillig ab.
Was passierte damit? Die Ermittler analysierten danach Bewegungsdaten, Anrufe und Nachrichten — vom Tag des Todes sowie aus den Tagen davor. Sie suchten nach Hinweisen auf den Ablauf der Wanderung und auf ein mögliches Motiv.
Gab es ein mögliches Motiv? Spanische Medien berichten von einer angespannten Beziehung zwischen Vater und Sohn. Auch Isak Andics Partnerin, die Profi-Golferin Estefanía Knuth, soll gegenüber den Behörden von einem schlechten Verhältnis gesprochen haben.
Weswegen? Nach Andics Tod wurde laut El País ein Streit innerhalb der Familie über das Erbe öffentlich. Belegt ist ein Motiv damit aber nicht.
Was sagt die Familie? Sie weist den Verdacht zurück und betont Jonathans Unschuld. sie erklärt, man habe mit den Behörden vollständig kooperiert und werde das weiter tun.
Wie reich war Mango-Gründer? Zum Zeitpunkt seines Todes verfügte Isak Andic laut Forbes über ein Vermögen von rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Der Unternehmer baute Mango von einem einzigen Laden in Barcelona im Jahr 1984 zu einem Weltkonzern aus.
Und sein Sohn? Jonathan besuchte eine Business School und trat 2005 mit 24 in das Familienunternehmen ein. Er baute die Herrenmoden-Sparte von Mango auf, die er bis 2025 leitete. Danach kümmerte er sich um die Investitionen der Familienholding.
Worum geht es? Beim Islamic Center of San Diego, der größten Moschee im Bezirk San Diego, kam es am Montag zu einem schweren Schusswaffenangriff. Fünf Menschen starben.
Wer sind die Opfer? Drei Menschen wurden von den Attentätern getötet, darunter ein Sicherheitsmann der Moschee. Die beiden mutmaßlichen Täter — zwei Jugendliche — wurden später tot in einem Fahrzeug gefunden.
Was ist der Hintergrund? Die Behörden behandeln den Fall als mögliches Hassverbrechen gegen Muslime.
Was ist genau passiert? Die Schüsse fielen kurz vor dem Mittagsgebet auf dem Gelände der Moschee im Stadtteil Clairemont. Laut Polizei eröffneten zwei bewaffnete Jugendliche das Feuer vor dem Gebäude. Die Einsatzkräfte trafen innerhalb weniger Minuten ein und fanden bereits mehrere Opfer vor der Moschee.
Was geschah danach? Es gingen Notrufe über weitere Schüsse einige Straßen entfernt ein. Dort entdeckte die Polizei später das Fahrzeug der Verdächtigen. Beide Jugendlichen starben offenbar durch selbst zugefügte Schussverletzungen.
Wer waren die mutmaßlichen Täter? Nach Angaben der Polizei handelte es sich um zwei Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren. Sie sollen Tarnkleidung getragen und mehrere Waffen bei sich gehabt haben.
Was ist das Motiv? Die Ermittler prüfen Hinweise auf islamfeindliche Motive und sprechen von "Hass-Rhetorik", die im Umfeld der Täter gefunden wurde. Das FBI ermittelt gemeinsam mit der lokalen Polizei.
Gab es vorher Warnzeichen? Ja. Besonders brisant: Die Mutter eines der Jugendlichen hatte die Polizei rund zwei Stunden vor der Tat alarmiert. Sie fand eine von ihrem Sohn hinterlassene Nachricht und meldete ihn als verschwunden. Auch mehrere Waffen seien weg, sagte sie.
Nahm die Polizei das ernst? Die Beamten begannen aufgrund des Hinweises nach den Jugendlichen zu suchen und nutzten auch Kennzeichen-Erkennungssysteme. Während dieser Suche ging dann der Notruf aus der Moschee ein.
Welche Rolle spielte der Sicherheitsmann? Er gilt inzwischen als Held. Nach Angaben des Imams warnte er Lehrer per Funk, sofort die Türen der Klassenräume zu verriegeln. Dadurch konnten rund 200 Kinder in Sicherheit gebracht werden.
Worum geht es? Die Zustimmungswerte von Präsident Trump sind laut aktueller Umfragen auf einen neuen Tiefststand in seiner zweiten Amtszeit gefallen.
Welche Umfragen? Laut New York Times/Siena befürworten nur noch rund 37 Prozent der Wähler Trumps Amtsführung. Das sind 3 Prozent weniger als bei der letzten Umfrage im Januar.
Wo liegt das Problem? Während die Republikaner den Präsidenten nach wie vor mehrheitlich unterstützen, finden 69 Prozent der Unabhängigen, dass er seinen Job nicht gut macht. Im Jänner waren es noch 62 Prozent.
Warum ist das heikel? Es handelt sich um eine wichtige Wählergruppe, die die Republikaner gewinnen müssen, um im November bei den Midterm-Wahlen die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zu behalten.
Was wird Trump angekreidet? Laut New York Times missbilligen 64 Prozent der Wähler Trumps Umgang mit der Wirtschaft, 69 Prozent finden es nicht gut, wie der Präsident die Probleme der Lebenshaltungskosten managt.
Deckt sich das mit anderen Studien? Ja. In einer Umfrage von CBS News gaben 65 Prozent der Befragten an, Trumps Politik verschlimmere die Wirtschaftslage kurzfristig. Sogar unter den Republikanern missbilligen mittlerweile 37 Prozent den Umgang des Präsidenten mit der Inflation – ein Anstieg um 11 Prozentpunkte seit März.
Gut für die Demokraten? Na ja, sie stehen nicht viel besser da. Laut der New York Times geben rund 44 Prozent der demokratischen Wähler an, mit ihrer Partei unzufrieden zu sein, nur 26 Prozent sind zufrieden.
Und der Irankrieg? 64 Prozent der Amerikaner sagen, dass der Krieg gegen den Iran die falsche Entscheidung war, darunter 73 Prozent der Unabhängigen.
Warum? In der Umfrage von CBS gaben 69 Prozent an, nicht zu verstehen, was in der Straße von Hormus vor sich geht. 59 Prozent sagten, dass die höheren Benzinpreise zu finanziellen Schwierigkeiten geführt hätten, ein Anstieg um 8 Prozent gegenüber April.
Worum geht es? Das Europäische Parlament hat Ermittlungen gegen die CSU-Europaabgeordnete und EVP-Vizechefin Angelika Niebler blockiert.
Was ist der Hintergrund? Es gibt Vorwürfe, Niebler habe Mitarbeiter ihres EU-Parlamentsbüros teilweise für private oder parteipolitische Tätigkeiten eingesetzt.
Was war die Folge? Die zuständigen EU-Betrugsermittler wollten deshalb weitergehende Untersuchungen einleiten — das Parlament verweigerte jedoch die notwendige Aufhebung ihrer Immunität.
Mit welchem Ergebnis? 309 Abgeordnete sprachen sich bei der Abstimmung in Straßburg am Dienstag für die Ablehnung des Antrags aus, 283 stimmten dagegen, 53 enthielten sich.
Was wird Niebler konkret vorgeworfen? Im Zentrum stehen mutmaßliche Verstöße gegen die Regeln für parlamentarische Mitarbeiter. Diese dürfen ausschließlich für die Arbeit im Europäischen Parlament eingesetzt werden.
Was soll Niebler gemacht haben? Laut Ermittlern gab es Hinweise, dass Assistenten Aufgaben außerhalb der parlamentarischen Tätigkeit übernommen hätten — etwa für parteiinterne Arbeit oder organisatorische Aufgaben im Umfeld der CSU.
Wer wollte gegen Niebler ermitteln? Die Vorwürfe beschäftigten das EU-Amt für Betrugsbekämpfung,OLAF. Die Behörde prüft Missbrauch von EU-Geldern und mögliche Verstöße gegen EU-Regularien.
Was wollte OLAF? Die Behörde soll empfohlen haben, die Immunität Nieblers aufzuheben, um weitere Ermittlungen und mögliche strafrechtliche Schritte zu ermöglichen.
Warum konnte das Parlament die Ermittlungen stoppen? Europaabgeordnete genießen parlamentarische Immunität. Für bestimmte Ermittlungsmaßnahmen muss diese aufgehoben werden. Darüber entscheidet das Europäische Parlament selbst.
Wie begründet das Parlament die Entscheidung? Offiziell wurde argumentiert, es gebe keine ausreichenden Hinweise für ein Fehlverhalten. Zudem wird darauf verwiesen, dass parlamentarische und parteipolitische Tätigkeiten bei Abgeordneten schwer zu trennen seien.
Wie reagiert Niebler? Sie weist sämtliche Vorwürfe zurück und erklärt, ihre Mitarbeiter seien stets regelkonform eingesetzt worden. Politische Gegner werfen ihr hingegen vor, sich hinter der Immunität des Parlaments zu verstecken.
Warum ist der Fall politisch heikel? In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Affären — unter anderem rund um Marine Le Pen in Frankreich. Kritiker sehen in der Entscheidung zugunsten Nieblers ein Signal mangelnder Transparenz und Selbstkontrolle innerhalb der EU-Institutionen.
Niebler, da war doch was? Ja, die Europaabgeordnete der CSU steht auch wegen zahlreicher Nebentätigkeiten in der Kritik. Laut veröffentlichten Angaben hat sie 19 Nebenjobs gemeldet, sieben davon sollen bezahlt sein.
Worum geht es? Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Tengelmann-Chef Christian Haub erhoben. Er soll im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines Bruders Karl-Erivan Haub unter Eid falsch ausgesagt haben.
Was ist damit gemeint? Im Kern geht es um die Frage, ob Christian Haub Hinweise darauf verschwieg hat, dass sein Bruder möglicherweise noch lebt.
Was ist passiert? Karl-Erivan Haub, damaliger Chef der Tengelmann-Gruppe und einer der reichsten Deutschen, verschwand am 7. April 2018 während einer Skitour nahe Zermatt in den Schweizer Alpen. Der erfahrene Skibergsteiger kehrte nicht zurück.
Was war die Folge? 2021 erklärte ihn das Amtsgericht Köln offiziell für tot.
Warum wird jetzt gegen Haub vorgegangen? Die Ermittler werfen ihm vor, im Todeserklärungsverfahren 2021 möglicherweise falsche Angaben gemacht zu haben.
Welche? Laut Staatsanwaltschaft könnte er entgegen seiner damaligen Aussagen Hinweise gehabt haben, dass ein Bruder noch am Leben sein könnte. Trotzdem habe er dies gegenüber dem Gericht nicht offengelegt.
Welche Hinweise spielen dabei eine Rolle? Besonders wichtig sind Fotos von Überwachungskameras aus Moskau. Diese sollen Karl-Erivan Haub Jahre nach seinem Verschwinden zeigen. Die Bilder wurden von Journalisten und privaten Ermittlern publik gemacht.
Was hat Haub damit zu tun? Laut "Manager Magazin" geht es in der Anklage konkret darum, dass Christian Haub ein solches Foto nicht erwähnt haben soll.
Was sagt Haub? Sein Anwalt argumentiert, das Bild sei kaum belastbar: Es gebe keine Metadaten, zudem habe ein Gutachten nur eine Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung von etwa 50 Prozent festgestellt.
Wie kam die Staatsanwaltschaft überhaupt auf den Fall? Auslöser war eine Strafanzeige der RTL-Journalistin Liv von Boetticher. Sie recherchiert seit Jahren zum Fall und vertritt die These, dass das Verschwinden inszeniert worden sein könnte.
Nahm die Justiz das ernst? Die Recherchen der Reporterin führten dazu, dass die Staatsanwaltschaft 2024 offizielle Ermittlungen gegen Christian Haub einleitete.
Wie geht Haub vor? Er weist alle Vorwürfe zurück. Gegen den leitenden Oberstaatsanwalt wurde inzwischen eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt.
Welche Bedeutung hat der Fall? Nach dem Verschwinden übernahm Christian Haub die alleinige Führung des Familienkonzerns. Zur Tengelmann-Gruppe gehören unter anderem der Textildiscounter Kik und die Baumarktkette Obi. Der Fall löste innerhalb der Unternehmerfamilie einen erbitterten Erbstreit aus.
Wie geht es jetzt weiter? Das Landgericht Köln prüft nun im sogenannten Zwischenverfahren, ob die Anklage zugelassen wird und es zu einem Prozess kommt. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Bis dahin gilt für Christian Haub die Unschuldsvermutung.
Worum geht es? Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda verschlimmert sich. Was man weiß: Die Epidemie wird vom seltenen Bundibugyo-Virusstamm verursacht.
Wie groß ist der Ausbruch aktuell? Die Zahlen steigen derzeit fast täglich. Laut WHO gibt es 513 Verdachtsfälle und mindestens 130 Todesfälle. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen könnte, weil betroffene Regionen schwer erreichbar sind und Tests fehlen.
Wo breitet sich das Virus aus? Das Zentrum des Ausbruchs liegt in der nordostkongolesischen Provinz Ituri nahe der Grenzen zu Uganda und Südsudan. Besonders besorgniserregend ist, dass Fälle inzwischen auch in größeren Städten wie Kampala in Uganda sowie in Goma im Osten des Kongo aufgetaucht sind.
Warum? Dadurch steigt das Risiko einer internationalen Ausbreitung erheblich.
Warum ist der Bundibugyo-Stamm so gefährlich? Der aktuelle Ausbruch unterscheidet sich massiv von früheren Ebola-Wellen. Die meisten bisherigen Impfstoffe und Therapien wurden gegen den deutlich häufigeren Zaire-Ebola-Stamm entwickelt.
Was ist diesmal anders? Gegen Bundibugyo existieren dagegen bislang keine zugelassenen Impfstoffe und keine gezielten antiviralen Therapien. Genau deshalb spricht die WHO von einem "außergewöhnlichen Ereignis".
Gab es diesen Virusstamm schon früher? Ja — allerdings nur sehr selten. Der Bundibugyo-Stamm wurde erstmals 2007 in Uganda entdeckt. Damals gab es rund 149 Fälle und 37 Todesopfer. Ein zweiter größerer Ausbruch folgte 2012 im Kongo mit 57 Fällen und 29 Toten. Der aktuelle Ausbruch ist erst das dritte bekannte größere Auftreten dieses Virustyps überhaupt.
Warum wurde der Ausbruch zunächst unterschätzt? Ein Problem war die Diagnostik. Erste Tests waren auf den häufigeren Zaire-Stamm ausgelegt und schlugen beim Bundibugyo-Virus teilweise nicht an. Dadurch ging wertvolle Zeit verloren. Erst spätere Spezialanalysen bestätigten die seltene Virusvariante.
Wie wird Ebola übertragen? Das Virus verbreitet sich über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten — auch durch Schweiß infizierter Personen. Besonders risikoreich sind Pflege, Krankenhäuser und traditionelle Begräbnisrituale. Bereits mehrere Gesundheitsmitarbeiter sollen sich infiziert haben und gestorben sein.
Warum ist die Lage im Kongo besonders kritisch? Die betroffene Region gilt als politisch instabil und schwer kontrollierbar. Bewaffnete Gruppen, Fluchtbewegungen und schlechte medizinische Infrastruktur erschweren die Eindämmung massiv.
Wie reagieren internationale Behörden? Die WHO, Africa CDC und die US-Seuchenschutzbehörde CDC haben Krisenteams entsandt. Mehrere Länder verschärfen bereits Gesundheitskontrollen für Reisende aus Zentralafrika. Die USA kündigten zusätzliche Einreisekontrollen an.
Wie hoch ist die Sterblichkeit? Der Bundibugyo-Stamm gilt zwar als etwas weniger tödlich als der klassische Zaire-Stamm, bleibt aber extrem gefährlich. Frühere Ausbrüche zeigten Sterblichkeitsraten zwischen etwa 25 und 50 Prozent.