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18. Mai 2026

19 Nebenjobs Staunen über deutsche EU-Abgeordnete

Worum geht es? Angelika Niebler, Europaabgeordnete der CSU, steht wegen zahlreicher Nebentätigkeiten in der Kritik. Laut veröffentlichten Angaben hat sie 19 Nebentätigkeiten gemeldet, sieben davon sollen bezahlt sein.

Was sagen Kritiker? Sie werfen ihr mögliche Interessenkonflikte und zu große Nähe zur Wirtschaft vor. Besonders in Deutschland sorgt der Fall erneut für eine Debatte über sogenannte "Amigo-Strukturen" in der Politik.

Um wie viel Geld geht es? Nach Berechnung auf Grundlage ihrer Angaben kommt Niebler auf rund 300.000 Euro Jahreseinkommen, etwa die Hälfte davon durch ihre Nebentätigkeiten.

Welche Nebenjobs hat sie? Das geht aus ihrer Eigendokumentation hervor, die letzte Version wurde am 12. Jänner erstellt und findet sich hier.

Was steht in der Offenlegung? Eine freiberufliche Tätigkeit für eine Anwaltskanzlei (4.500 Euro im Monat), Jobs in Aufsichtsräten und Stiftungen. Niebler ist Mitglied des Kuratoriums der TÜV SÜD Stiftung (3.333 Euro im Monat) und des Beirates für sparkassenpolitische Grundsatzfragen des Sparkassenverbandes Bayern (345 Euro).

Wie viel verdient sie als EU-Abgeordnete? Monatlich 11.255,26 Euro brutto. Nach Abzug der EU-Steuer und von Versicherungsbeiträgen liegt das Nettogehalt bei 8.772,70 Euro. Zusätzlich zum Gehalt stehen den Abgeordneten verschiedene steuerfreie Kostenpauschalen und Sitzungsgelder zu.

Wer ist Angelika Niebler? Sie sitzt seit 1999 im Europäischen Parlament und zählt zu den einflussreichsten CSU-Politikerinnen in Brüssel. Sie ist stellvertretende Parteivorsitzende und gilt als bestens mit Wirtschaftsverbänden und Unternehmen vernetzt.

Sind Nebentätigkeiten erlaubt? Abgeordnete dürfen neben ihrem politischen Mandat zusätzliche Tätigkeiten ausüben – etwa als Anwälte, Berater oder Aufsichtsräte. Diese müssen gemeldet werden, damit Transparenz über mögliche Interessenkonflikte besteht.

Was bedeutet "Amigo-Affäre"? Der Begriff wird vor allem in Bayern seit den 1990er-Jahren verwendet, um Vetternwirtschaft und enge Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft zu beschreiben. Damals erschütterten mehrere Affären die CSU.

Wie verteidigt sich Niebler? Sie weist Vorwürfe zurück. Ihr Umfeld betont, alle Tätigkeiten seien ordnungsgemäß gemeldet worden und entsprächen den geltenden Regeln des Europäischen Parlaments. Zudem argumentiert sie, ihre wirtschaftliche Erfahrung sei für politische Arbeit hilfreich.

Sind Nebentätigkeiten im EU-Parlament üblich? Ja. Viele Europaabgeordnete üben zusätzliche Tätigkeiten aus. Allerdings wird seit Jahren über strengere Transparenzregeln diskutiert – besonders nach mehreren Lobby- und Korruptionsaffären in Brüssel.

Weitere Meldungen

Akten geschreddert Neuer Ungarn-Premier startet Ermittlungen

Worum geht es? Der neue ungarische Premier Péter Magyar hat angekündigt, Anzeige gegen Vertreter der früheren Orbán-Regierung zu erstatten. Hintergrund sind geschredderte beziehungsweise vernichtete Dokumente.

Was ist der Verdacht? Laut Magyar gibt es Hinweise auf mögliche Vertuschungsaktionen innerhalb staatlicher Behörden. Der Fall sorgt in Ungarn für große politische Aufmerksamkeit.

Was wurde gefunden? Verdächtiges Material im Keller des früheren Bauministeriums. Dabei handelt es sich laut Magyar um 15 bis 20 Säcke mit geschredderten Dokumenten und um Propagandamaterial. Kann brisant sein, aber auch harmlos.

Warum weiß man davon? Weil der neue ungarische Premierminister am Sonntag ein Video auf Facebook veröffentlichte. Es zeigt ihn dabei, wie er in den Keller geht und die Säcke herzeigt. Jedenfalls eine plakative Inszenierung.

Wer ist Péter Magyar? Er arbeitete früher im Umfeld der ungarischen Regierungspartei Fides. Bekannt wurde er 2024 mit Korruptionsvorwürfen gegen Regierung und Justizapparat. Am 12. April besiegte er in der Parlamentswahl Viktor Orbán, der 16 Jahre lang regiert hatte.

Was wurde entdeckt? Laut Magyar wurden in staatlichen Einrichtungen geschredderte oder zur Vernichtung vorbereitete Dokumente gefunden. Er behauptet, dabei könnte es sich um Unterlagen handeln, die politisch oder juristisch heikel seien.

Warum ist der Fund politisch heikel? Die Opposition vermutet, dass belastende Unterlagen kurz vor personellen oder politischen Veränderungen vernichtet worden sein könnten.

Wal Timmy wohl tot Jetzt besteht sogar Explosionsgefahr

Worum geht es? Vor der dänischen Küste bei der Insel Anholt ist ein toter Buckelwal gefunden worden. Dänische Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem Tier um jenen Wal handelt, der seit März mehrfach in der Ostsee gestrandet und letztlich mit einer umstrittenen Privataktion befreit worden war.

Ist das schon sicher? Nein, der Kadaver war erst gestern entdeckt worden, die Bestätigung, ob es wirklich Timmy ist, steht noch aus. Laut der dänischen Umweltbehörde könnte der Wal vor Anholt aber schon länger tot sein.

Warum heißt der Wal Timmy? Weil er am 23. März das erste Mal vor der deutschen Ortschaft Timmendorfer Strand in der Ostsee gestrandet war. In der Folge wurde er mehrfach frei gebaggert, legte sich aber immer wieder fest. Schließlich ging man davon aus, dass das Tier offenbar krank sei und wollte ihn sterben lassen.

Was geschah dann? Eine Privatinitiative investierte knapp zwei Millionen Euro, um den Wal doch noch zu befreien und in die Nordsee zu schleppen. Am 2. Mai wurde er nördlich von Dänemark in die Freiheit entlassen, etwa 200 Kilometer vom Auffindungsort des Kadavers.

Wie könnte man feststellen, ob es sich bei dem Kadaver um Timmy handelt? Am einfachsten wäre es, wenn er noch den Tracker tragen würde, der an ihm vor seiner Freilassung angebracht worden war.

Aber dann weiß man ja, wo der befreite Wal ist, wenn er einen Tracker trägt, oder? Leider nicht, da das Gerät offenbar niemals richtig funktioniert und nur sehr wenige und unzuverlässige Daten geliefert hat.

Wie geht es jetzt weiter? Die dänische Umweltbehörde hat den Kadaver bislang nur aus der Ferne untersuchen können. Dabei sei aufgefallen, dass die Haut des Tieres stark angegriffen ist – wie bei Timmy.

Warum fährt man nicht einfach hin? Das ist nicht so ungefährlich. Wenn das Tier schon länger tot ist, entstehen in seinem Inneren Fäulnisgase, die den Kadaver explodieren lassen könnten. Die Umweltbehörde warnt daher auch davor, sich dem toten Tier zu nähern.

Also wird man nie erfahren, ob es Timmy war? Vielleicht doch. Laut Medienberichten soll jetzt zunächst vorsichtig eine Gewebeprobe für Vergleichszwecke entnommen werden. Und man versucht nach Möglichkeit, die Schwanzflosse (genannt Fluke) mit Bildern von Timmys Fluke zu vergleichen – denn diese sind bei Walen so einzigartig wie bei uns die Fingerabdrücke.

Flughafen gesperrt Drohne legte Helsinki 3 Stunden lahm

Worum geht es? Freitagfrüh wurde die Region um die finnische Hauptstadt Helsinki von einer unidentifizierten Drohne lahmgelegt. Das Fluggerät war gegen vier Uhr früh aufgetaucht.

Wie wurde darauf reagiert? Der Flughafen Helsinki wurde gesperrt, die Bevölkerung aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben oder sichere Räume aufzusuchen. Das finnische Militär ließ zeitweilig Kampfjets aufsteigen.

Wie lange dauerte die Situation? Etwa drei Stunden, kurz nach 7 Uhr wurde die Situation als geklärt betrachtet. "Es besteht keine direkte militärische Drohung gegen Finnland", textete Präsident Alexander Stubbe seinen Landsleuten.

Weiß man, woher die Drohne kam? Es wurde jedenfalls nichts bekannt gegeben. Zuletzt gab es mehrfach Drohnenalarm an der Ostflanke der NATO durch vom Kurs abgekommene ukrainische Drohnen, die sich gegen Russland richteten.

Und eine russische Drohne könnte es nicht gewesen sein? Theoretisch wäre das auch möglich. Zuletzt wurden immer wieder Drohnen unbekannter Herkunft über Flughäfen und Militäreinrichtungen europäischer NATO-Staaten gesichtet, u. a. in Deutschland.

Fünf Taucher tot Forscher-Gruppe stirbt auf Malediven

Worum geht es? Fünf Mitglieder einer Forschungsexpedition der Universität von Genua sind offenbar bei einem Tauchunfall auf den Malediven ums Leben gekommen. Bislang konnte erst eines der Opfer geborgen werden.

Was ist geschehen? Das ist noch nicht ganz klar. Als sicher gilt, dass die Gruppe beim Vaavu-Atoll, etwa 100 Kilometer südlich der Inselhauptstadt Malé, Unterwasserhöhlen in einer Tiefe von 50 bis 60 Metern erforschen wollte. Für gewöhnlich sind auf den Malediven Tauchausflüge in mehr als 30 Meter Tiefe genehmigungspflichtig.

Wer sind die Opfer? Laut italienischen Zeitungen handelt es sich um die Ökologin Monica M. (51), ihre Tochter Giorgia S. (23), die Stipendiatin Muriel O., den Meeresbiologen Benedeto G. und den Tauchlehrer Gianluca B. Sie alle gehörten zu einer 25-köpfigen Forschergruppe der Universität Genua, die mit dem Schiff "Duke of York" derzeit in der Region unterwegs sind.

Wurden bereits alle Opfer geborgen? Nein, bislang konnte nur die Studentin Giorgia S. aus gut 50 Metern Tiefe geholt werden. Laut italienischem Außenamt befinden sich die anderen vier Opfer nach wie vor in der Unterwasserhöhle. Es bestehe aber keine Chance, dass sie noch am Leben seien.

Warum verzögert sich die Bergung? Aktuell herrscht am Unglücksort schweres Wetter, so das Außenamt in Rom. Es ist von heftigem Regen und Sturmböen die Rede. Für Boote und Schiffe besteht die Warnstufe Gelb.

Wie geht es jetzt weiter? Das Militär der Malediven hat Taucher mit Spezialausrüstung in das Gebiet entsandt, um die noch vermissten Italiener zu bergen. Die Behörden des Inselstaates gehen davon aus, dass es sich um den schlimmsten Tauchunfall in der Geschichte der Malediven handelt.

Milliardär wollte Selfie Reaktion von Musk ging im Web viral

Worum geht es? Die Welt blickte dieser Tage auf den Staatsbesuch von Donald Trump bei Chinas starkem Mann Xi Jinping. Aber während sich der gelegentlich verhaltensoriginelle US-Präsident dieses Mal keinerlei Blößen gab, sorgte einer seiner hochkarätigen Begleiter für Aufsehen: Elon Musk, Tech-Guru und mit großem Abstand reichster Mensch der Welt.

Was ist geschehen? Während des offiziellen Staatsbanketts in der Großen Halle des Volkes wurde Musk von zahlreichen Anwesenden fotografiert und um gemeinsame Selfies gebeten. Darunter auch von Lei Jun, Selfmade-Milliardär und Herr über die Marke Xiaomi, die außerhalb Chinas vor allem für ihre Handys und Elektrofahrzeuge bekannt ist.

Und weiter? Musk war von dieser Art von Aufmerksamkeit offensichtlich schwer genervt und verzog mehrfach das Gesicht. Als ihn Lei Jun mit kumpelhaftem Schulterklopfen um das Selfie bat, willigte Musk zwar ein, verzog dann aber beim Foto das Gesicht zur Grimasse.

Was war die Folge? Die Szene wurde mit Handykameras festgehalten, das Video ging bereits Minuten später viral und wurde millionenfach geteilt. Bereits Freitagnachmittag hatte es 75 Millionen Aufrufe auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo.

Wie fielen die Kommentare aus? Gemischt: Lei Jun wurde für seinen Move gleichermaßen gefeiert und kritisiert ("unterwürfiges Verhalten"), über das Verhalten von Musk hielten sich die meisten Kommentatoren zurück. Er selbst hielt sein Verhalten offenbar für absolut angemessen – Musk teilte den Clip auch selbst auf X.

Jagger stoppt Bauprojekt Hochhaus hätte seine Aussicht zerstört

Worum geht es? Hundert Meter hoch sollte ein Apartment-Hochhaus werden, das die Bauträgergesellschaft Rockwell Property am Südufer der Themse, exakt neben die Battersea Bridge, pflanzen wollte. Doch die Immobilienentwickler hatten ihre Rechnung ohne den Frontman der Rolling Stones gemacht, berichtet die Londoner Times.

Was ist geschehen? Zwei Jahre lang kämpfte Mick Jagger, der ziemlich genau vis à vis ein Haus direkt am Themseufer besitzt, gegen den 29-stöckigen Turm. Er sei "auf allen Ebenen völlig falsch" und mache "keine Sinn", so der 82-Jährige.

War er der einzige Projektgegner? Nein, es gab eine breite Front der Ablehnung gegen den Turm, in dem zunächst 142 Wohnungen geplant gewesen sind. Darunter fanden sich auch weitere Prominente wie Jagger Musiker-Kollege Eric Clapton oder der Comedian Harry Hill.

Wie lange lebt Jagger bereits dort? Er zog Anfang der 1960er-Jahre in diese Gegend. Berühmt wurde sein Haus an der Adresse 48 Cheyne Walk am nördlichen Themseufer im Stadtteil Chelsea. Hier lebte Jagger seinerzeit mit der Sängerin Marianne Faithfull zusammen. Jagger besitzt aber auch noch weitere Immobilien in London.

Wie wurde jetzt entschieden? Nachdem sich der Stadtbezirk und der Stadtrat gegen das Projekt ausgesprochen hatten, legte der Bauträger Berufung ein. Diese wurde jetzt allerdings abgeschmettert.

Mit welcher Begründung? "Der Vorschlag würde dem Stadtbildcharakter (…) Schaden zufügen", so Inspektorin Joanna Gilbert. "Er würde die Skyline entlang dieses Abschnitts des Themseufers dramatisch und nachteilig verändern. Um mit britischer Nüchternheit zu schließen: "Der Vorschlag ist weder beispielhaft, außergewöhnlich, bemerkenswert noch unverwechselbar, sondern einfach nur hoch."

Hanta-Ausbruch Keine Virus-Mutation verantwortlich

Worum geht es? Die auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" erfolgten Hantavirus-Infektionen sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht auf eine Mutation des Virus zurückzuführen. Gen-Analysen hätten beim aktuellen Ausbruch keine Hinweise auf eine leichtere Übertragbarkeit oder schwere Krankheitsfälle ergeben, so WHO-Expertin Maria Van Kerkhove.

Warum hatte man das angenommen? Hantavirus-Infektionen erfolgen für gewöhnlich nur von Tieren auf den Menschen. Im aktuellen Fall hat es aber mindestens neun Infektionen offenbar direkt von Mensch zu Mensch gegeben. Deshalb bestand der Verdacht, das Virus könnte mutiert sein. Das wurde nun aber nicht bestätigt.

Was weiß man über den Hergang des aktuellen Ausbruchs? Laut gegenwärtigem Kenntnisstand hatte sich ein 70-jähriger Vogelkundler aus den Niederlanden vor dem Besteigen des Schiffs infiziert. An Bord bzw. danach wurde das Virus mindestens neunmal von Mensch übertragen, da bisher insgesamt zehn Infektionen bestätigt sind.

Gab es Todesopfer? Drei Personen sind an den Folgen der Hantavirus-Infektion gestorben, darunter "Patient Null" sowie seine Ehefrau. Zwei weitere Personen befinden sich in kritischem Zustand, die übrigen fünf haben einen milderen Krankheitsverlauf.

Wie wirkt sich eine Hantavirus-Infektion aus? Das ist von Virusstamm zu Virusstamm verschieden. Die hier vorliegende Andes-Variante ist die bislang einzig bekannte, die eben auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Sie zeichnet sich vor allem durch starke Herz- und Lungenbeschweren aus.

Kann man sich dagegen impfen lassen? Nein, bislang gibt es keine Schutzimpfung. Wer sich infiziert, wird je nach seinen Beschwerden behandelt.

Ist die aktuelle Infektionswelle mittlerweile abgeebbt? Nein, aber sie bewegt sich langsamer. Aufgrund der langen Inkubationszeit (bis zu 8 Wochen) geht die WHO jedoch davon aus, dass es auch noch weitere Erkrankungen, vor allem von Kontaktpersonen der Schiffspassagiere, geben könnte.

Ist auch Österreich betroffen? Ja, seit letztem Mittwoch weiß man, dass ein Österreicher in einem Flugzeug in der Nähe einer infizierten Person gesessen ist und seither als Verdachtsfall gilt.