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22. Oktober 2025

Gesamter Vorstand weg Kahlschlag bei ProSiebenSat.1 PULS 4

Worum geht es? Anfang September hatte Media for Europe (MFE), die frühere Mediaset von Silvio Berlusconi, die Mehrheit an ProSiebenSat.1 Media SE übernommen. Den Italienern gehören nun 75,6 Prozent der Aktien. Das hat nun Folgen.

Welche Folgen? In einer lapidaren Presseaussendung wurden am Dienstag "umfassende Veränderungen" mitgeteilt. Kernpunkt: der gesamte Vorstand muss gehen.

Was bedeutet das für Österreich? Zunächst einmal, dass Markus Breitenecker, bisher COO der Gruppe, "mit sofortiger Wirkung"  von seiner Position zurückzutritt, natürlich "in bestem Einvernehmen". Seine Position wird auf Vorstandsebene nicht neu besetzt.

Wer ist Markus Breitenecker? Der Jurist gründete unter anderem PULS 4, das internationale Digitalfestival 4GAMECHANGERS und den Streamer Joyn. Im April 2024 wechselte er als Vorstandsmitglied zu ProSiebenSat1. Sein Lebenslauf wurde noch gestern von der Homepage gelöscht.

Was sind die Hintergründe? Die ProSiebenSat.1 Media SE ist schwer überschuldet, die Geschäfte laufen schlechter als erwartet. Das Unternehmen hat rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Hunderte Jobs werden abgebaut.

Was plant die MFE? Sie will nach eigenen Angaben einen gesamteuropäischen Medienkonzern aufbauen. Ob das gelingen kann, scheint zweifelhaft. Vor allem für den Medienstandort München sieht es düster aus.

Was passiert nun mit den österreichischen Sendern? ProSiebenSat.1 PULS 4 ist die größte private TV-Sendergruppe in Österreich und eine Tochtergesellschaft von ProSiebenSat1. Welche (und ob) die Italiener neue Pläne haben, ist momentan unklar.

Weitere Meldungen

Stars ohne Unterhosen Jetzt packt Oscar-Kostümbildnerin aus

Worum geht es? Die britische Kostümbildnerin Jenny Beavan wurde zwölfmal für den Oscar nominiert und gewann dreimal – für "Zimmer mit Aussicht" (1985), "Mad Max: Fury Road" (2015) und "Cruella" (2021). Nun gab sie ein oscarrreifes Interview.

Warum? Sie sprach mit dem Daily Telegraph und gewährte Einblicke in ihre Arbeitswelt. Dabei verriet Beavan, dass viele Schauspieler untenrum nackt sind.

Wie bitte? "Es ist erstaunlich, wie viele männliche Schauspieler keine Unterwäsche tragen", sagte sie. "Ich musste ihnen Unterhosen kaufen – nicht Calvin Klein oder so etwas, ich kaufe sie normalerweise bei Marks & Spencer – sonst versuchen sie, sich hinter einem Stuhl zu verstecken und sehen dabei etwas unbeholfen aus."

Warum das auch sonderbar ist? Weil die Stars ja zu einer Anprobe kommen. "Um Himmels willen, wenn ich Second-Hand-Kleidung anprobieren würde, würde ich Unterwäsche anziehen", wundert sich die Britin. Und das in Zeiten von #MeToo! Ein entblößter Penis kann eine Karriere im Handumdrehen beenden.

Ihre Vermutung? "Ich glaube, das liegt daran, dass ich nicht sehr furchteinflößend bin. Ich bin klein und mütterlich."

Bibel als Bestseller Tod von Charlie Kirk heizt Verkauf an

Worum geht es? Am 10. September wurde der rechtspopulistische Influencer Charlie Kirk auf dem Campus der Utah Valley University (UVU) in Orem erschossen. Das hat nun auch Folgen für den amerikanischen Büchermarkt.

Wer war Charlie Kirk? Der Gründer von Turning Point USA, der bekanntesten konservativen Jugendorganisation der Vereinigten Staaten, und ein Verfechter des christlichen Nationalismus.

Wie groß war seine Reichweite? Kirk hatte 10,5 Millionen Follower auf Instagram, 8,9 Millionen Follower (und 274 Millionen Likes) auf TikTok, 4,3 Millionen Follower auf YouTube. Turning Point USA hat Gruppen an 3.500 Universitäten.

Was passierte danach? Donald Trump und seine MAGA-Bewegung instrumentalisierten des Tod des Aktivisten. Vor allem sein Begräbnis wurde zu einem politischen Großereignis mit über 100.000 Besuchern.

Welche Folgen hatte das? Nach der Ermordung Charlie Kirks stiegen die Bibelverkäufe in den USA um mehr als ein Drittel. Im September wurden 2,4 Millionen Bibeln verkauft – laut Daten von Circana BookScan ein Anstieg von 36 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres.

Unter Applaus in Haft Nun hofft Sarkozy auf die Fußfessel

Worum geht es? Am Dienstag musste der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy seine Haftstrafe in einem Pariser Gefängnis antreten. Er war im September wegen "krimineller Verschwörung" verurteilt worden.

Warum? Wegen der "Libyen-Affäre". Sarkozy war beschuldigt worden, von 2005 bis 2007 verdeckte Wahlkampffinanzierung aus Libyen erhalten zu haben, insbesondere Gelder des Gaddafi-Regimes, im Austausch für politische Gefälligkeiten.

Wie wurde das bekannt? Ein Zeuge hatte 2016 ausgesagt, er habe Ende 2006 oder Anfang 2007 mehrere in Libyen vorbereitete Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro ins Pariser Innenministerium gebracht, das damals von Sarkozy geführt wurde.

Wie lautete das Urteil? Fünf Jahre Haft, weil er "Teil einer kriminellen Vereinigung" war. In den übrigen Anklagepunkten (Bestechlichkeit, illegale Wahlkampffinanzierung, Veruntreuung öffentlicher Gelder) gab es Freisprüche.

Warum musste er nun in Haft? Sarkozy bestritt jegliches Fehlverhalten, legte Berufung ein. Das Gericht ordnete allerdings eine "vorläufige Vollstreckung" an, das Urteil muss sofort vollzogen werden. Darüber gibt es in Frankreich nun wilde Debatten.

Was passierte am Dienstag? Die Familie organisierte über die sozialen Medien eine Kundgebung für Sarkozy in seinem privaten Wohnviertel. Für den Ex-Präsidenten (2007 bis 2012) gab es Applaus. Mehrere Hundert Menschen kamen, auf T-Shirts stand: "Das Ende der Geschichte ist noch nicht geschrieben".

Wer ist mit Familie gemeint? Seine drei Söhne Pierre, Jean und Louis in Begleitung ihrer Frauen. Seine einzige Tochter Giulia, die gerade ihren 14. Geburtstag gefeiert hatte. Sowie die Brüder des Ex-Präsidenten, Guillaume und François, die im Namen der  "Familienliebe" angereist waren.

Wie lange bleibt er im Gefängnis? Wohl nicht lange. Seine Anwälte stellten schon am Dienstag einen zwölfseitigen Enthaftungsantrag. In ein paar Wochen wird er wohl eine Fußfessel erhalten. Am Dienstag schritt Sarkozy händchenhaltend mit Ehefrau Carla Bruni an den Fans vorbei. Ein Kuss und Ciao!

Frau als Japans Premier Aber Feministinnen ist nicht zum Jubeln

Worum geht es? Am Dienstag wählte das japanische Unterhaus die 64-jährige Sanae Takaichi mit absoluter Mehrheit (237 von 465 Stimmen) zur neuen Ministerpräsidentin des Landes. Sie steht als erste Frau an der Spitze der Regierung.

Was ist der politische Hintergrund? Die regierende Liberaldemokratische Partei von Takaichi Sanae ging eine Koalition mit der Mitte-Rechts-Partei Japan Innovation Party ein. Der Nikkei 225 erreichte in der Folge ein Allzeit-Hoch, während der Wert des Yen einbrach.

Wer ist Sanae Takaichi? Sie stammt aus einfachen Verhältnissen (Mutter Polizistin, Vater Verkäufer), pendelte täglich sechs Stunden mit Bus und Bahn an die Uni, hat einen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre an der Kobe Universität. Sanae jobbte als Fellow im US-Kongress, ist seit 1993 Abgeordnete. Sie war Innenministerin und Wirtschaftsministerin.

Und privat? Sie spielt Schlagzeug, liebt Hardrock wie von Iron Maiden und Deep Purple. 2004 heiratete sie, adoptierte die drei Kinder ihres Ehemannes, ließ sich 2017 scheiden, um 2021 denselben Mann noch einmal zu heiraten. Er nahm ihren Namen an.

Warum jubeln Feministinnen nicht? Weil Sanae eine knallharte Konservative ist und als Japans Margaret Thatcher bezeichnet wird. Sie ahmt sie sogar optisch nach und trägt gern blaue Anzüge.

Wie konservativ ist sie? Sanae lehnt gleichgeschlechtliche Ehen ab, ist gegen getrennte Nachnamen für Ehepaare, betont "traditionelle japanische Werte" und Rollenbilder, setzt sich kaum für Frauenrechte oder Gender-Gleichstellung ein.

Schrei ist letzter Schrei Neuer Wellness-Trend soll entstressen

Worum geht es? Vor drei Jahren fing es zart an, nun erfasst es immer mehr Länder und Gruppen. Menschen treffen sich im öffentlichen Raum, um laut loszuschreien. Das soll Stress abbauen, Ärger oder Kummer vertreiben.

Wer macht das? Inzwischen viele, vor allem Frauen. Über dem Parliament Hill in London trafen sich am Samstagabend rund 200 Personen, um die Sau rauszulassen. Aber es ist ein weltweites Phänomen, von den USA bis Australien.

Ist das neu? Aber woher! Das gab es schon in den siebziger Jahren. Da veröffentlichte der Psychotherapeut Arthur Janov sein erstes Buch "Der Urschrei", Yoko Ono war Patientin. Seine These: unterdrückte Emotionen verursachen psychische Probleme. Also raus damit. Der Beginn der Primärtherapie.

Fand das Anklang? Die Schweden machten sogar eine Tradition daraus. In Flogsta, einem Ortsteil von Uppsala, stoßen Studenten am Abend um 22 Uhr aus den Fenstern einen kollektiven Schrei aus. Auch Stars wie Grimes betreiben Schreitherapie.

Warum ist das jetzt wieder populär? Weil "Scream Clubs" in den USA Videos in den sozialen Medien posteten, vorrangig auf TikTok und Instagram. Zum ersten Schrei-Event in London am 10. Oktober kamen sogar 600 Menschen, um sich 15 Minuten lang anzuschreien.

Pakt um Seltene Erden USA und Australien schließen Abkommen

Worum geht es? US-Präsident Donald Trump und Australiens Premier Anthony Albanese haben am Montag ein Abkommen unterzeichnet, das die Versorgung der beiden Länder mit Seltenen Erden und weiteren kritischen Mineralien steigern soll.

Weshalb ist das notwendig? Weil China, der weltgrößte Produzent (es kontrolliert etwa 70 Prozent des Abbaus) und Verarbeiter (90 Prozent) Seltener Erden, zuletzt angekündigt hatte, die Ausfuhr dieser Produkte stärker als bisher zu beschränken.

Wo sind Seltene Erden wichtig? Es handelt sich um eines der wichtigsten Grundmaterialien der meisten modernen Hightech-Produkte, von Computerchips für die KI-Industrie bis hin zu fortgeschrittener Militärtechnologie.

Was wurde beschlossen? Der Deal mit einem Volumen von etwa 8 Milliarden Euro soll bestehende Projekte in Australien schneller vorantreiben und die Verarbeitungskapazitäten auf dem fünften Kontinent mittelfristig erweitern.

Können die Länder damit China Konkurrenz machen? Nicht so bald jedenfalls. Zwar verfügt Australien über große Abbau-Ressourcen, ist aber bis auf weiteres für deren Verarbeitung auf die Kapazitäten Chinas angewiesen.

Botschafter weg Kolumbien eskaliert Konflikt mit Trump

Worum geht es? Seit Wochen bekämpft das US-Militär angebliche Drogenschmuggler vor Südamerikas Küsten mit Waffengewalt, bislang wurden dabei mindestens 32 Menschen getötet. Zuletzt war dabei auch ein kolumbianischer Fischer ums Leben gekommen. "Mord" nannte Kolumbiens linker Präsident Gustavo Petro das US-Vorgehen – und brachte Präsident Donald Trump damit auf die Palme.

Was tat der US-Präsident? Er nannte Präsident Petro einen "illegalen Drogendealer" und drohte damit, Hilfszahlungen einzustellen, Zölle einzuheben und das US-Militär zu entsenden, sollte Kolumbien nicht effizienter gegen den Koka-Anbau vorgehen. Das Land ist der größte Kokainproduzent der Welt.

Und gab Kolumbien nach? Nein, als Reaktion zog das südamerikanische Land vielmehr am Montag seinen Botschafter aus Washington ab. Innenminister Armando Benedetti erklärte zudem, bei Trumps Äußerungen handle es sich um "eine Androhung einer Invasion".

Weshalb die Eskalation? Kolumbien und die USA sind an sich seit Jahrzehnten Verbündete, das Land gilt als einer der engsten Partner der Vereinigten Staaten in Südamerika. Aber Gustavo Petro ist der erste linke Präsident des Landes und versucht offenbar, sich über eine besonders kritische Haltung gegenüber Trump zu profilieren.

Inwiefern das? In den sozialen Medien schrieb er, Trumps "Krieg gegen die Drogen" sei vielmehr der Versuch der USA, Lateinamerika und seine Bodenschätze zu kontrollieren. Zudem erklärte er, der Kokainkonsum in den USA sei verantwortlich für 300.000 Morde und über eine Million Tote in Lateinamerika.