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30. September 2025

22 Millionen von YouTube Mit dem Geld baut sich Trump Ballsaal

Worum geht es? Am 6. Jänner 2021 hatten Trump-Anhänger das Kapitol in Washington gestürmt. YouTube sperrte daraufhin das Konto des Ex-Präsidenten, der die Wahl im November 2020 gegen Joe Biden verloren hatte. Nun gab es eine Einigung.

Wie schaut die Einigung aus? YouTube (das zur Google-Gruppe gehört) zahlt freiwillig 22 Millionen US-Dollar an Trump, 2,4 Millionen gehen an die American Conservative Union und die US-Autorin Naomi Wolf. Gesamt fließen also 24,4 Millionen.

Streift Trump das Geld selbst ein? Nicht direkt, es geht an den "Trust for the National Mall". Die gemeinnützige Organisation wurde errichtet, um den 200 Millionen Dollar teuren Ballsaal im Weißen Haus zu errichten.

Was ist die Vorgeschichte? Trump forderte 2021 die Wiederherstellung seiner gesperrten Accounts, nicht nur auf YouTube, sondern auch auf den Plattformen Facebook und Twitter. Den Unternehmen warf Trump Zensur vor. Im Juli 2021 reichte er Klage ein.

Was passierte dann? 2023 schaltete YouTube den Channel von Trump wieder frei, 2024 wurde er gewählt, nun bekommt er die Entschädigungszahlung.

Da ist er nicht der Erste, oder? Nein, Meta (Facebook) zahlte im Januar rund 25 Millionen Dollar. Musks Online-Plattform X - als Nachfolgedienst von Twitter - soll laut "Wall Street Journal" rund zehn Millionen Dollar bezahlt haben.

Weitere Meldungen

Israel nicht rausgekickt UEFA verschiebt Boykott-Abstimmung

Worum geht es? Der europäische Fußballverband UEFA wollte in dieser Woche im Rahmen einer "Not-Sitzung" über den Ausschluss Israels aus allen Bewerben abstimmen lassen. Nun wurde das Vorhaben verschoben.

Warum? Offiziell gab es nicht einmal eine Bestätigung für eine Abstimmung, die Londoner Times hatte die Pläne enthüllt. Nun heißt es, der von Donald Trump vorgelegte Friedensplan erfordere eine Neubewertung der Situation.

Was hat sich geändert? Acht muslimische bzw. arabische Nationen – Katar, Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Pakistan, Indonesien und die Türkei – haben ihre Unterstützung für den neuen Friedensplan angekündigt.

Was hat das mit Europas Fußball zu tun? Über die UEFA-Bewerbe können sich europäische Nationen für die WM in den USA, Kanada und Mexiko qualifizieren. Wird Israel von der UEFA suspendiert, ist der WM-Traum geplatzt.

Warum ist Israel in der UEFA? Das Land war ursprünglich Teil der Asiatischen Fußballkonföderation, wurde dann ausgeschlossen und dockte 1994 an Europa an.

Was bleibt ungelöst? Wie es nun mit Israel weitergeht. Das Nationalteam liegt in der WM-Qualifikationsgruppe I auf dem dritten Platz hinter Spitzenreiter Norwegen und dem zweitplatzierten Italien. Der norwegische Fußballverband hat angekündigt, alle Einnahmen aus dem nächsten WM-Qualispiel gegen Israel am 11. Oktober in Oslo für humanitäre Hilfe in Gaza zu spenden.

Aber? Es ist unklar, ob das Spiel stattfinden kann. Und da wäre dann auch noch die Europa League. Maccabi Tel Aviv steht dort als einziges israelisches Team in einem europäischen Wettbewerb. Am 6. November ist man bei Aston Villa zu Gast.

Internet abgeschaltet Taliban schotten Afghanistan ab

Worum geht es? In der Nacht auf Dienstag wurden in Afghanistan weitgehend alle Internet-Zugänge gekappt. Der Shutdown betraf sowohl Mobilfunk‑ als auch Festnetzdienste und das Glasfasernetz.

Was ist der Grund? Ein offizielles Statement der Taliban gibt es bislang nicht. Es gibt aber einen Erlass des Taliban-Führers Hibatullah Akhundzada, wonach Glasfaser‑ und WiFi‑Dienste verboten werden sollen, um "Unmoral" zu verhindern.

Was sind die Folgen? Viele Firmen stehen vor massiven Problemen. Staatliche Dienste, Banken, Zollbehörden und Ämter sind stark betroffen, da sie auf verlässliche Netzverbindungen angewiesen sind. Auch der Flugverkehr hat Probleme.

Warum trifft das Frauen besonders? Viele Bildungsangebote (Online-Kurse, Fernunterricht) liefen über Internet, da die Taliban Frauen Schritt für Schritt aus dem öffentlichen Leben verdrängt haben. Die Abschaltungen erschweren den Zugang zu Bildung zusätzlich.

Was ist mit Medien? Journalisten und Medienhäuser verlieren ihre Kommunikationswege, die Öffentlichkeit erhält kaum verlässliche Informationen,. Der Kontakt von Korrespondenten zur ihren Medienhäusern ist abgebrochen.

Gab es schon davor Einschränkungen? Ja, vor allem finanzielle. Ein Monatstarif mit 100 GB Datenvolumen kostete 3.500 Afghani, also etwa 50 Dollar. Das Pro-Kopf-Einkommen Afghanistans lag im Jahr 2024 bei 306 US-Dollar.

Viagra gibt's billiger Pfizer senkt wegen Trump die Preise

Worum geht es? Der US-Pharmariese Pfizer, als Erfinder der Potenzpille Viagra zu Weltruhm gelangt, senkt seine Medikamentenpreise in den USA. Damit folgt der Hersteller einem Wunsch von US-Präsident Donald Trump.

Warum greift Trump hier ein? Der Präsident ist der Auffassung, dass die Pharmahersteller in den USA verhältnismäßig höhere Preise für ihre Produkte ausrufen als in vergleichbaren Ländern. Deshalb setzt er in- wie ausländische Hersteller zunehmend unter Druck.

Um wie viel wird Pfizer billiger? Die Preise für zahlreiche Medikamente sollen in den USA an die niedrigsten Preise gekoppelt werden, die Menschen in anderen wohlhabenden Ländern für die gleichen Arzneimittel zahlen.

Gilt der Preisnachlass für alle Amerikaner? Die niedrigeren Preise sollen einerseits im Rahmen des Gesundheitsprogramms Medicaid gelten, aber auch für alle anderen Menschen in Amerika Anwendung finden, so der Präsident.

Werden anderer Hersteller dem Beispiel folgen? Trump ist davon überzeugt. Er hat insgesamt 17 Pharmakonzerne aufgefordert, ihre Preise für den US-Markt zu senken. Pfizer, ein amerikanisches Unternehmen, ist das erste, das dem Wunsch folgt.

Und wenn wer nicht mitspielt? Dann droht der Präsident mit seiner Lieblingswaffe. Zöllen. Für ausländische Pharmahersteller sollen ab 1. Oktober 100 Prozent Aufschlag gelten, falls sie nicht bereits mit dem Bau von Produktionsanlagen in den USA begonnen haben.

Trumps immer reicher Dank Krypto 10 Milliarden Dollar schwer

Worum geht es? Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes hat sich die Vermögenszuwächse des Präsidenten und seiner Familienmitglieder genauer angesehen. Schlussfolgerung: Donald Trump und seine Familie werden immer reicher.

Reicher als reich? Der Trump-Clan hat sein Vermögen alleine im letzten Jahr nahezu verdoppelt und ist mittlerweile 10 Milliarden Dollar schwer.

Woher kommt der neue Reichtum? Vor allem aus Trumps Kryptowährungs-Geschäften. Der Präsident verkauft sogenannte Meme Coins vornehmlich an seine Fans – offenbar eine Lizenz zum Gelddrucken.

Wer profitiert davon am meisten? Prozentuell vor allem seine Söhne Eric (aktuell 750 Mio. Dollar), Donald Jr. (500 Millionen) und Barron (150 Millionen), die allesamt in Trumps Krypto-Unternehmen World Liberty Financial involviert sind.

Und der Präsident selbst? Er hat sein Privatvermögen im letzten Jahr um zwei Milliarden Dollar vergrößert.

Darf er überhaupt als Privatmann Geld verdienen? Das ist ein Graubereich. Sicher ist jedoch, dass der Präsident aus seinem Amt keinen persönlichen Gewinn erzielen darf – eine Regel, die Trump und seine Gefolgschaft nach US-Medienberichten offenbar permanent bricht. Immer wieder werden Trump Interessenskonflikte diesbezüglich vorgeworfen, gebracht hat es bislang offensichtlich nichts.

Nachschlag für Homer Zweiter Simpsons-Film kommt ins Kino

Worum geht es? Die erfolgreichste Zeichentrick-Serie ist "Die Simpsons" bereits, nun kehrt sie auf die Kinoleinwand zurück. Disney, bei dem die Rechte für die gelbhäutige Familie liegen, kündigte auf Instagram einen neuen "Simpsons"-Film für Sommer 2027 an.

Seit wann gibt es die "Simpsons" schon? Die erste Staffel der Erfolgsserie lief bereits 1989, aktuell wird die 36. Staffel ausgestrahlt.

Und im Kino? War die prototypische US-Durchschnittsfamilie bislang erst einmal zu Gast, nämlich 2007. "Die Simpsons – Der Film" spielte seinerzeit weltweit mehr als 500 Millionen Dollar ein.

Weiß man schon etwas über den Inhalt des Films? Nein, dazu hält sich das Studio noch bedeckt. Sicher ist nur, dass – laut Branchenblatt Variety –der Film anstelle eines Marvel-Superheldenstreifens in die Kinos kommen soll. Der Marvel-Film wurde indes gecancelled – angesichts der dauerhaften Krise des Superhelden-Genres kein unerwarteter Schritt.

Wie viele TV-Folgen der Simpsons gibt es bereits? Mehr als 800. Im deutschsprachigen Raum wurde die Serie übrigens erstmals 1991 gesendet. Und wird seither auf diversen Sendern in Endlosschleife weitergespielt.

Piloten vor Streik Lufthansa steht vor heißem Herbst

Worum geht es? Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat eine Urabstimmung durchgeführt — sowohl bei den Piloten der Lufthansa-Kernmarke als auch bei Lufthansa Cargo. Das Ergebnis war eindeutig.

Nämlich? Eine überwältigende Mehrheit hat für Streik gestimmt — etwa 88 % bei Lufthansa (Kerngesellschaft) und 96 % bei Lufthansa Cargo waren für einen Arbeitskampf.

We hoch war die Beteiligung? Rund 90 % (Kerngesellschaft) bzw. 95 % (Cargo) der Stimmberechtigten. Damit wurde der gesetzlich erforderliche Mindestanteil weit übertroffen.

Was ist der Streikgrund? Die Betriebliche Altersversorgung. Die Gewerkschaft fordert Verbesserungen bei der Betriebsrente der Pilotinnen und Piloten. Angepeilt wurde ursprünglich eine Verdreifachung des Arbeitsgeberanteils. Das wurde in den bisher sieben Verhandlungen reduziert, eine Einigung aber nicht gefunden.

Wann wird gestreikt? Das wurde nicht festgelegt, aber wohl in den kommenden Wochen.

"Fette Generäle" US-Kriegsminister hält Militärs Standpauke

Worum geht es? In der vergangenen Woche hatte über 800 der höchsten US-Militärs eine geheimnisvolle "Einladung" erhalten. Sie sollten sich am Dienstag am Marinestützpunkt in Quantico, etwa 50 Kilometer südlich von Washington, einfinden. Grund folgt!

Wer war "geladen"? Generäle und Admiräle aus der gesamten Welt, sogar aus Japan wurde hochrangige Militärs eingeflogen. Das Treffen war von Verteidigungsminister Pete Hegseth einberufen worden.

Aber es erschien ein "Überraschungsgast"? Ja, am Sonntag gab Präsident Donald bekannt, dass er ebenfalls an der Zusammenkunft teilnehmen werde. Tatsächlich hielt er am Dienstag dann eine 70-minütige Rede.

Warum war das Treffen ungewöhnlich? Die Kosten müssen in die Millionen gegangen sein. Und: Es ist ein enormes Sicherheitsrisiko, alle führenden Militärs einer Welt macht an einem Ort zu versammeln.

Was sagte Trump? Er bezeichnete das Verteidigungsministerium erneut als Kriegsministerium (Kongress hat der Umbenennung noch nicht zugestimmt), fand ein paar lobende Worte für sich. Zu seiner Entscheidung, Truppen in US-Metropolen zu schicken, sagte er: "Wir sollten einige dieser gefährlichen Städte als Übungsgelände für unser Militär nutzen."

Das große Worte führte aber ein anderer? Ja, "Kriegsminister" Pete Hegseth. Der ehemalige Fox-Moderator wütete gegen "woken Müll", "fette Soldaten", befand "fette Generäle und Admirale im Pentagon völlig inakzeptabel" Er schwor, das Militär "stärker, zäher, schneller, wilder und mächtiger zu machen als je zuvor". Inklusive ordentliche Rasur.

Wie sieht er die Armee? Hegseth sprach von "jahrzehntelangem Verfall" der Streitkräfte, den er stoppen werde. Frauen seien nicht für alle Aufgaben qualifiziert, Programme für Gleichstellung und gegen Diskriminierung werde er einstellen.

Was war der zentrale Satz? Vielleicht der: "Ihr tötet Menschen und zerstört Dinge, um euren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihr seid nicht politisch korrekt und befindet euch nicht unbedingt immer in höflicher Gesellschaft."

Oder der? "Keine leichtfertigen Beschwerden mehr. Keine anonymen Beschwerden, keine wiederholten Beschwerden, keine Rufschädigung ... Schluss mit dem Eiertanz“.

Wie reagierten die Militärs? Sie schwiegen, aber nicht aus Respektlosigkeit, sondern weil das ein Ausdruck der politischen Neutralität sein soll und Tradition hat.

Womit verstörte Trump? Er drohte den Anwesenden mit dem Rauswurf. Sie könnten ruhig den Raum verlassen, wenn ihnen seine Ausführungen nicht gefielen – aber "da geht Ihr Rang, da geht Ihre Zukunft", sagte er und erntete damit verlegenes Gelächter.