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19. Mai 2026

Bruder verschwunden Nun Anklage gegen Chef von Obi und Kik

Worum geht es? Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Tengelmann-Chef Christian Haub erhoben. Er soll im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines Bruders Karl-Erivan Haub unter Eid falsch ausgesagt haben.

Was ist damit gemeint? Im Kern geht es um die Frage, ob Christian Haub Hinweise darauf verschwieg hat, dass sein Bruder möglicherweise noch lebt.

Was ist passiert? Karl-Erivan Haub, damaliger Chef der Tengelmann-Gruppe und einer der reichsten Deutschen, verschwand am 7. April 2018 während einer Skitour nahe Zermatt in den Schweizer Alpen. Der erfahrene Skibergsteiger kehrte nicht zurück.

Was war die Folge? 2021 erklärte ihn das Amtsgericht Köln offiziell für tot.

Warum wird jetzt gegen Haub vorgegangen? Die Ermittler werfen ihm vor, im Todeserklärungsverfahren 2021 möglicherweise falsche Angaben gemacht zu haben.

Welche? Laut Staatsanwaltschaft könnte er entgegen seiner damaligen Aussagen Hinweise gehabt haben, dass ein Bruder noch am Leben sein könnte. Trotzdem habe er dies gegenüber dem Gericht nicht offengelegt.

Welche Hinweise spielen dabei eine Rolle? Besonders wichtig sind Fotos von Überwachungskameras aus Moskau. Diese sollen Karl-Erivan Haub Jahre nach seinem Verschwinden zeigen. Die Bilder wurden von Journalisten und privaten Ermittlern publik gemacht.

Was hat Haub damit zu tun? Laut "Manager Magazin" geht es in der Anklage konkret darum, dass Christian Haub ein solches Foto nicht erwähnt haben soll.

Was sagt Haub? Sein Anwalt argumentiert, das Bild sei kaum belastbar: Es gebe keine Metadaten, zudem habe ein Gutachten nur eine Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung von etwa 50 Prozent festgestellt.

Wie kam die Staatsanwaltschaft überhaupt auf den Fall? Auslöser war eine Strafanzeige der RTL-Journalistin Liv von Boetticher. Sie recherchiert seit Jahren zum Fall und vertritt die These, dass das Verschwinden inszeniert worden sein könnte.

Nahm die Justiz das ernst? Die Recherchen der Reporterin führten dazu, dass die Staatsanwaltschaft 2024 offizielle Ermittlungen gegen Christian Haub einleitete.

Wie geht Haub vor? Er weist alle Vorwürfe zurück. Gegen den leitenden Oberstaatsanwalt wurde inzwischen eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt.

Welche Bedeutung hat der Fall? Nach dem Verschwinden übernahm Christian Haub die alleinige Führung des Familienkonzerns. Zur Tengelmann-Gruppe gehören unter anderem der Textildiscounter Kik und die Baumarktkette Obi. Der Fall löste innerhalb der Unternehmerfamilie einen erbitterten Erbstreit aus.

Wie geht es jetzt weiter? Das Landgericht Köln prüft nun im sogenannten Zwischenverfahren, ob die Anklage zugelassen wird und es zu einem Prozess kommt. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Bis dahin gilt für Christian Haub die Unschuldsvermutung.

Weitere Meldungen

Schon 130 Ebola-Tote Keine Impfung gegen diesen Virusstamm

Worum geht es? Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda verschlimmert sich. Was man weiß: Die Epidemie wird vom seltenen Bundibugyo-Virusstamm verursacht.

Wie groß ist der Ausbruch aktuell? Die Zahlen steigen derzeit fast täglich. Laut WHO gibt es 513 Verdachtsfälle und mindestens 130 Todesfälle. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen könnte, weil betroffene Regionen schwer erreichbar sind und Tests fehlen.

Wo breitet sich das Virus aus? Das Zentrum des Ausbruchs liegt in der nordostkongolesischen Provinz Ituri nahe der Grenzen zu Uganda und Südsudan. Besonders besorgniserregend ist, dass Fälle inzwischen auch in größeren Städten wie Kampala in Uganda sowie in Goma im Osten des Kongo aufgetaucht sind.

Warum? Dadurch steigt das Risiko einer internationalen Ausbreitung erheblich.

Warum ist der Bundibugyo-Stamm so gefährlich? Der aktuelle Ausbruch unterscheidet sich massiv von früheren Ebola-Wellen. Die meisten bisherigen Impfstoffe und Therapien wurden gegen den deutlich häufigeren Zaire-Ebola-Stamm entwickelt.

Was ist diesmal anders? Gegen Bundibugyo existieren dagegen bislang keine zugelassenen Impfstoffe und keine gezielten antiviralen Therapien. Genau deshalb spricht die WHO von einem "außergewöhnlichen Ereignis".

Gab es diesen Virusstamm schon früher? Ja — allerdings nur sehr selten. Der Bundibugyo-Stamm wurde erstmals 2007 in Uganda entdeckt. Damals gab es rund 149 Fälle und 37 Todesopfer. Ein zweiter größerer Ausbruch folgte 2012 im Kongo mit 57 Fällen und 29 Toten. Der aktuelle Ausbruch ist erst das dritte bekannte größere Auftreten dieses Virustyps überhaupt.

Warum wurde der Ausbruch zunächst unterschätzt? Ein Problem war die Diagnostik. Erste Tests waren auf den häufigeren Zaire-Stamm ausgelegt und schlugen beim Bundibugyo-Virus teilweise nicht an. Dadurch ging wertvolle Zeit verloren. Erst spätere Spezialanalysen bestätigten die seltene Virusvariante.

Wie wird Ebola übertragen? Das Virus verbreitet sich über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten — auch durch Schweiß infizierter Personen. Besonders risikoreich sind Pflege, Krankenhäuser und traditionelle Begräbnisrituale. Bereits mehrere Gesundheitsmitarbeiter sollen sich infiziert haben und gestorben sein.

Warum ist die Lage im Kongo besonders kritisch? Die betroffene Region gilt als politisch instabil und schwer kontrollierbar. Bewaffnete Gruppen, Fluchtbewegungen und schlechte medizinische Infrastruktur erschweren die Eindämmung massiv.

Wie reagieren internationale Behörden? Die WHO, Africa CDC und die US-Seuchenschutzbehörde CDC haben Krisenteams entsandt. Mehrere Länder verschärfen bereits Gesundheitskontrollen für Reisende aus Zentralafrika. Die USA kündigten zusätzliche Einreisekontrollen an.

Wie hoch ist die Sterblichkeit? Der Bundibugyo-Stamm gilt zwar als etwas weniger tödlich als der klassische Zaire-Stamm, bleibt aber extrem gefährlich. Frühere Ausbrüche zeigten Sterblichkeitsraten zwischen etwa 25 und 50 Prozent.

Halskette um 20 Millionen Promis setzen in Cannes auf Luxus

Worum geht es? Beim Filmfestival von Cannes sorgt derzeit weniger das Kino als der demonstrative Luxus auf dem roten Teppich für Schlagzeilen. Besonders im Fokus: Georgina Rodríguez, Partnerin von Fußballstar Cristiano Ronaldo.

Weil? Sie erschien bei der Premiere des Films "Fjord" mit mehr als 300 Karat Schmuck von Chopard — darunter ein riesiges Smaragd-Diamant-Collier und ein millionenschwerer Verlobungsring.

Was ist der Trend? Der Auftritt steht exemplarisch für eine neue Welle extremer Luxusinszenierungen in Cannes.

Was trug Georgina Rodríguez genau? Laut Chopard bestand ihr Schmuck aus einem 18-karätigen Weißgold-Collier mit 234 Karat Smaragden und weiteren 57 Karat Diamanten. Dazu kam eine diamantbesetzte Luxusuhr mit weiteren 46 Karat Diamanten.

Was ist das wert? Einen offiziellen Preis nennt Chopard nicht. Experten halten Bewertungen von bis 20 Millionen Dollar für realistisch — abhängig von Herkunft und Qualität der Smaragde.

War's das? Nein, Rodríguez trug zusätzlich ihren Verlobungsring, dessen Wert Experten auf bis zu fünf Millionen Dollar schätzen. Kombiniert wurde der Schmuck mit einem trägerlosen mauvefarbenen Couture-Kleid.

Warum sorgt der Auftritt für Diskussionen? Kritiker sehen darin ein Symbol zunehmender Dekadenz bei internationalen Society-Events. Während weltweit über Inflation, Kriege  diskutiert wird, inszenieren Stars in Cannes immer extremere Luxusauftritte.

Wer gab sich in Cannes ebenfalls luxuriös? Das Festival entwickelte sich in diesem Jahr regelrecht zu einem Wettbewerb der Superreichen. Schauspielerin Demi Moore erschien mit einem Diamantcollier von mehr als 226 Karat.

Wem gehört der Schmuck? Model Adriana Lima trug ein Chopard-Collier mit einem zentralen 129-Karat-Smaragd. Mehrere Stars präsentierten Einzelstücke aus High-Jewelry-Kollektionen, die teilweise nur für wenige Stunden ausgeliehen wurden und Werte in Millionenhöhe erreichen.

Warum spielt Chopard eine so große Rolle? Das Unternehmen ist seit Jahren offizieller Partner des Festivals und nutzt Cannes gezielt als globale Luxus-Bühne. Für die Marken sind die Red-Carpet-Auftritte weltweite Werbekampagnen — oft mit höherer Reichweite als klassische Werbung.

Ist Georgina Rodríguez für solche Auftritte bekannt? Ja. Sie inszeniert sich seit Jahren über Luxusmode, Schmuck und Social Media. Bereits bei früheren Cannes-Auftritten trug sie Chopard-Schmuck im Millionenwert.

Wie passt das zum neuen Cannes-Dresscode? Interessant ist der Kontrast: Das Festival hatte zuletzt strengere Regeln gegen sogenannte "Naked Dresses" und allzu freizügige Auftritte eingeführt.

Aber? Statt weniger Extravaganz entstand jedoch offenbar eine neue Form der Überinszenierung — nicht mehr über nackte Haut, sondern über maximalen Reichtum, Edelsteine und Couture.

Warum ist das gesellschaftlich interessant? Der Fall zeigt, wie sich rote Teppiche verändern: Filmfestivals werden zunehmend zu Plattformen für Luxusmarken, Influencer und digitale Selbstvermarktung. Aufmerksamkeit entsteht weniger durch künstlerische Leistungen als durch Bilder extremer Exklusivität.

Alter neuer Neuer Deutscher Tormann-Oldie fährt zur WM

Worum geht es? Der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann hat laut mehreren Medienberichten die wichtigste Personalentscheidung vor der Fußball-WM 2026 getroffen.

Nämlich? Manuel Neuer soll trotz seines Rücktritts aus der Nationalmannschaft wieder Deutschlands Nummer eins im Tor werden. Und das im Alter von 40 Jahren.

War das nicht anders geplant? Ja, aber der bisherige Stammkeeper Oliver Baumann wurde bereits persönlich informiert, dass er bei der WM nur als Ersatzkeeper eingeplant ist.

Warum ist die Entscheidung so überraschend? Weil Oliver Baumann die gesamte WM-Qualifikation bestritten hatte und lange als klar gesetzte Nummer eins galt. Nagelsmann hatte dem Hoffenheim-Torwart öffentlich mehrfach das Vertrauen ausgesprochen.

Und Manuel Neuer? Er war nach der Heim-EM 2024 offiziell aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Noch vor wenigen Wochen schien ein Comeback unwahrscheinlich.

Wie reagierte Baumann? Nach Informationen von "Bild", "Kicker" und ZDF akzeptiert er die Entscheidung, will aber weiterhin Teil des Teams bleiben.

Warum setzt Nagelsmann auf Neuer? Entscheidend dürfte seine enorme Erfahrung sein. Der Bayern-Keeper ist Weltmeister von 2014, Deutschlands Rekordtorwart mit 124 Länderspielen und gilt trotz seines Alters weiterhin als außergewöhnlicher Spieleröffner und Führungsspieler.

Warum wird die Kommunikation kritisiert? Mehrere Experten werfen Nagelsmann und dem DFB vor, die Situation schlecht moderiert zu haben. Lothar Matthäus sprach von mangelnder Transparenz gegenüber Baumann und den Fans.

Gibt es auch Kritik an der sportlichen Entscheidung? Ja. Kritiker verweisen auf Neuers Alter und Verletzungsanfälligkeit. Erst zuletzt musste er beim FC Bayern wegen Wadenproblemen ausgewechselt werden.

Wie baut Nagelsmann vor? Er will angeblich vier statt drei Torhüter zur WM mitnehmen.

Wie reagiert Neuer selbst? Öffentlich äußerte sich Neuer zuletzt vorsichtig. Aber er verlängerte erst vergangene Woche seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2027 — ein Signal, dass er sich weiterhin auf höchstem Niveau sieht.

Wann fällt die endgültige Entscheidung offiziell? Nagelsmann will seinen endgültigen 26-Mann-Kader für die WM an diesem Donnerstag präsentieren.

Höchste WHO-Warnstufe Ebola breitet sich immer weiter aus

Worum geht es? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ebola-Ausbruch in Teilen Zentralafrikas zur "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" erklärt.

Wer ist betroffen? Vor allem Regionen im Osten der Demokratischen Republik Kongo sowie angrenzende Gebiete in Uganda. Die WHO reagiert damit auf die Gefahr, dass sich das hochgefährliche Virus über Landesgrenzen hinweg weiter ausbreiten könnte.

Wie viele Opfer gibt es schon? Die UN-Gesundheitsbehörde vermutet, dass das Virus in den Grenzregionen zwischen den beiden Ländern 80 Menschenleben gefordert und 250 weitere infiziert hat.

Warum ist das gefährlich? Ebola zählt zu den tödlichsten Infektionskrankheiten. Das Virus verursacht hohes Fieber, innere Blutungen und Organversagen. Je nach Virusvariante sterben zwischen 25 und 90 Prozent der Infizierten. Eine frühe Behandlung verbessert die Überlebenschancen deutlich.

Wie verbreitet sich das Virus? Das Ebola-Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen oder Tiere übertragen – etwa über Blut, Schweiß oder Speichel. Besonders gefährdet sind Angehörige, Pflegepersonal und Menschen, die mit Erkrankten in engem Kontakt stehen.

Warum schlägt die WHO jetzt Alarm? Sie sieht die Gefahr, dass sich die Krankheit über die Grenzen der betroffenen Staaten hinaus ausbreiten könnte. In Ostafrika gibt es regen Reise- und Handelsverkehr. Zudem erschweren Konflikte, schlechte medizinische Versorgung und mangelnde Hygiene die Eindämmung des Virus.

Was bedeutet "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite"? Mit dieser höchsten WHO-Warnstufe soll die internationale Gemeinschaft mobilisiert werden. Ziel ist es, schneller Geld, medizinisches Personal und Impfstoffe bereitzustellen sowie die Zusammenarbeit der Staaten zu koordinieren.

Gibt es Impfstoffe oder Medikamente? In den vergangenen Jahren wurden Impfstoffe gegen bestimmte Ebola-Varianten entwickelt und erfolgreich eingesetzt. Auch neue Medikamente verbessern die Behandlungsmöglichkeiten. Entscheidend bleibt jedoch, Ausbrüche möglichst früh zu erkennen und Infektionsketten rasch zu unterbrechen.

Besteht Gefahr für Europa? Experten halten das Risiko für Europa derzeit für gering. Gesundheitsbehörden beobachten die Lage aber genau. Flughäfen und Krankenhäuser verfügen über Notfallpläne, um Verdachtsfälle rasch zu isolieren.

Warum kommt es immer wieder zu Ebola-Ausbrüchen in Afrika? Das Virus gilt als in Wildtieren – vermutlich Fledermäusen – verbreitet. In Regionen mit schwachen Gesundheitssystemen kann sich Ebola rasch ausbreiten.

Das große Schweigen 25 % reden nie mit den Nachbarn

Worum geht es? Immer weniger Amerikaner pflegen Kontakt zu ihren Nachbarn. Besonders stark ist der Rückgang bei jungen Menschen, berichtet das Portal Axios.

Was sagen die Zahlen? Laut einer neuen Studie des konservativen Thinktanks American Enterprise Institute (AEI) sprechen nur noch 25 % der jungen Erwachsenen regelmäßig mit ihren Nachbar. 2012 waren es noch 51 Prozent.

Wer führte die Studie durch? Die Untersuchung analysierte das Sozialverhalten von Amerikanern über mehr als ein Jahrzehnt und wurde Survey Center on American Life am American Enterprise Institute for Public Policy Research (AEI) durchgeführt.

Was fällt auf? Heute reden nur noch 40 % der US-Bürger mehrmals pro Woche mit ihren Nachbarn. Vor rund zehn Jahren lag der Wert noch bei knapp 60 %. Besonders auffällig ist der Einbruch bei Menschen zwischen 18 und 29 Jahren.

Warum ist das so? Forscher sehen mehrere Gründe: Die starke Nutzung sozialer Medien, häufigere Umzüge, weniger sogenannte "third spaces" wie Parks, Cafés oder Gemeindetreffpunkte, und steigende soziale Unsicherheit im direkten Kontakt.

Und warum die Jungen? Sie seien stärker an Online-Communities gebunden als an ihre reale Umgebung. AEI-Forscher Daniel Cox erklärte gegenüber Axios, digitale Netzwerke könnten zwar Freundschaften ermöglichen, aber keine stabile lokale Gemeinschaft ersetzen.

Welche Rolle spielt die Pandemie? Mehrere Studien sehen Corona als Beschleuniger der Entwicklung. Amerikaner verbringen seit Covid deutlich mehr Zeit zu Hause. Gesundheits- und Sozialforscher warnen, dass virtuelle Kontakte reale Begegnungen nicht vollständig ersetzen können.

Ist das so ein Gen-Z-Ding? Junge Erwachsene ziehen häufiger um, leben öfter allein oder in anonymen Wohnanlagen. Sie verbringen  einen großen Teil ihrer sozialen Zeit online. Experten sprechen von einer Generation, die zwar digital vernetzt, aber zunehmend lokal isoliert sei.

Warum sehen Forscher darin ein gesellschaftliches Problem? Nachbarschaften gelten traditionell als wichtige soziale Sicherheitsnetze. Dort entstehen spontane Gespräche, gegenseitige Hilfe und Kontakte zu Menschen mit anderen politischen oder kulturellen Hintergründen.

Wenn nicht? Dann steigt laut Forschern die Gefahr sozialer Abschottung und ideologischer "Blasen".

Gibt es bereits Folgen für die Gesellschaft? Ja. Mehrere Studien verbinden sinkende soziale Kontakte mit Einsamkeit, psychischen Belastungen und wachsendem Misstrauen gegenüber anderen Menschen und Institutionen.

Weiß das die Politik? Der frühere US-Gesundheitsminister Vivek Murthy bezeichnete Einsamkeit bereits als eine der größten Gesundheitskrisen des Landes.

Warum ist die Debatte politisch relevant? Forscher warnen, dass fehlende reale Begegnungen die politische Polarisierung verstärken könnten. Wer hauptsächlich online kommuniziert, bewege sich häufiger in algorithmisch gesteuerten Meinungsräumen.

USA ausgetrickst Tanker schleicht sich an Blockade vorbei

Worum geht es? Trotz der US-Blockade und verschärfter Kontrollen in der Straße von Hormus ist es einem Tanker offenbar gelungen, die strategisch wichtige Meerenge zu passieren.

Was ist das Signal? Der Vorfall sorgt international für Aufmerksamkeit, weil die Passage als Zeichen gilt, dass die Blockade nicht vollständig durchsetzbar ist.

Wie konnte der Tanker die Blockade umgehen? Berichten zufolge nutzte der Tanker Methoden der sogenannten "Schattenflotte". Dazu gehören ausgeschaltete Ortungssysteme (AIS), kurzfristige Kurswechsel und die Nutzung wenig kontrollierter Fahrrinnen.

Was steckt hinter der US-Blockade? Die USA kontrollieren seit Wochen verstärkt Schiffe rund um iranische Häfen und in der Straße von Hormus. Washington will damit den wirtschaftlichen Druck auf Teheran erhöhen, der Iran bezeichnet die Maßnahmen als "illegale Seeblockade".

Welche neue Behörde richtet der Iran ein? Teheran hat laut internationalen Medien eine neue Verwaltungsstelle geschaffen – die "Persian Gulf Strait Authority" (PGSA).

Was ist der Zweck? Die Behörde soll künftig die Kontrolle über die Straße von Hormus koordinieren, Gebühren einheben und Regeln für die Durchfahrt von Schiffen festlegen. Kritiker sehen darin den Versuch, die Kontrolle über die Meerenge dauerhaft auszubauen.

Will der Iran künftig Gebühren verlangen? Ja. Iranische Stellen diskutieren laut Berichten ein Maut- und Kontrollsystem für Schiffe. Zudem erwägt Teheran offenbar Gebühren für Unterseekabel und digitale Infrastruktur in der Region. Westliche Staaten warnen, dies könne gegen internationales Seerecht verstoßen.

Welche Rolle spielt der Oman? Er versucht, zwischen dem Iran und westlichen Staaten zu vermitteln. Das Sultanat kontrolliert gemeinsam mit dem Iran Teile der Meerenge und gilt traditionell als neutraler Vermittler in regionalen Krisen.

Gibt es konkrete Verhandlungen zwischen Oman und Iran? Ja. Beide Staaten suchen offenbar nach einer Lösung, um den Schiffsverkehr wieder zu stabilisieren. Diskutiert werden getrennte Routen durch omanische und iranische Gewässer sowie Sicherheitsgarantien für Handelsschiffe.

Wie reagieren die USA und Europa? Washington lehnt iranische Kontroll- und Gebührenpläne strikt ab und pocht auf die Freiheit der Schifffahrt. Auch europäische Staaten zeigen sich besorgt.

10 neue Epstein-Opfer Frauen in Frankreich meldeten sich

Worum geht es? In Frankreich haben sich laut Behörden rund zehn bisher unbekannte mutmaßliche Opfer des verstorbenen US-Millionärs und Sexualstraftäters Jeffrey Epstein gemeldet.

Was passiert nun? Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte, die Aussagen der Betroffenen würden aufgenommen und geprüft wedren. Damit weitet sich die internationale Aufarbeitung des Epstein-Komplexes weiter aus.

Wer war Epstein? Ein US-Finanzier mit engen Kontakten zu Politik, Wirtschaft und Promis. Ihm wurde vorgeworfen, ein Netzwerk zum sexuellen Missbrauch minderjähriger Mädchen betrieben zu haben. 2019 wurde Epstein in den USA verhaftet, kurz darauf starb er in seiner Gefängniszelle, offiziell durch Suizid.

Warum melden sich jetzt neue mutmaßliche Opfer? Experten sehen mehrere Gründe: Durch neue Ermittlungen, öffentliche Aufmerksamkeit und laufende Gerichtsverfahren fühlen sich viele Betroffene erstmals in der Lage, auszusagen.

Was genau untersucht die französische Justiz? Die Behörden prüfen, ob Epstein oder sein Umfeld auch in Frankreich Straftaten begangen haben könnten oder französische Staatsbürger betroffen waren.

Gab es bereits frühere Hinweise auf Verbindungen nach Europa? Ja. Epstein bewegte sich international und verfügte über Kontakte in mehreren europäischen Ländern. Immer wieder tauchten Berichte über Reisen, Treffen und mögliche Netzwerke in Europa auf.

Warum beschäftigt der Fall die Öffentlichkeit bis heute? Der Epstein-Komplex gilt als einer der größten Missbrauchsskandale der vergangenen Jahrzehnte. Besonders brisant sind die Verbindungen zu prominenten Persönlichkeiten.

Welche Rolle spielt Ghislaine Maxwell? Epsteins langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell wurde in den USA wegen Beteiligung an der Rekrutierung minderjähriger Mädchen schuldig gesprochen und zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Ermittler prüfen weiterhin, ob weitere Personen an dem Netzwerk beteiligt waren.

Ist mit weiteren Enthüllungen zu rechnen? Ja. Beobachter gehen davon aus, dass sich weltweit weitere mögliche Opfer melden könnten. In mehreren Ländern laufen weiterhin Ermittlungen und Zivilverfahren.