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13. Oktober 2025

Razzia bei TikTok-Star Schwindel mit WhatsApp von Polizisten

Worum geht es? Fachkundigen Kreisen dürfte der Name Katja Krasavice ein Begriff sein. Die Rapperin hat auf TikTok 3,2 Millionen Follower, auf YouTube 1,4 Millionen und auf Instagram 4 Millionen.

Warum? Das liegt vor allem an ihrem Körpereinsatz, deshalb muss man das Wort Follower auch nicht gendern.

Wer ist Frau Krasavice? Sie wurde als Katrin Vogelová in Tschechien geboren, ist 29 Jahre alt und lebt inzwischen in Deutschland. Seit 2020 exponiert sie sich auch in der Musikwelt als Rapperin.

Warum kam sie nun anderwärtig in die Schlagzeilen? Wegen eines spektakulären Polizeieinsatzes und der hat eine Vorgeschichte. Krasavice war am 29. Mai 2025 nachts in ihrem weißen BMW mit 100 km/h durch Leipzig gerast. Und sie hatte dabei über 1,1 Promille.

Was geschah danach? Das übliche Verfahren, Führerschein weg und so. Die Geschichte bog Anfang Juni dann aber ab, denn Krasavice veröffentlichte auf TikTok ein Video und spielte darin eine Sprachnachricht von ihrem Handy ab.

Das passiert, und? In der WhatsApp-Nachricht erklärt ein Polizist, die sächsischen Kollegen hätten die Ergebnisse des Alkotests von Krasavice manipuliert. Er schlug ein privates Treffen auf einen Kaffee vor – "vielleicht kann man da was machen".

Der Haken? Der Polizist und die Sprachnachricht sind offenbar frei erfunden. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen Krasavice, ihren Manager und den "Polizisten" ein. In der vergangenen Woche kam es nun zu vier Hausdurchsuchungen.

Warum gleich vier? Weil auch die Wohnung von Krasavices Mutter durchsucht wurde. Es geht um kein Kavaliersdelikt, bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe sind möglich. Es seien Handys und andere elektronische Geräte beschlagnahmt worden, so die Ermittler.

Wie reagierten die Betroffene? Erbost. "Das LKA hat mit dem Rammbock meine Penthouse-Tür eingeschlagen", meldete sich Krasavice in einem Video zu Wort. Um 6 Uhr morgens "wegen einer Sprachnachricht". Das sei "ein Armutszeugnis".

Weitere Meldungen

So erobert Temu die EU 120 Millionen Gewinn, nur 8 Mitarbeiter

Worum geht es? Im Vorjahr hatte der chinesische Onlinehändler Temu so richtig damit begonnen, den europäischen Markt aufzumischen. Nun zeigen neue Unternehmenszahlen, die der Guardian veröffentlichte, wie erfolgreich der Konzern dabei ist.

Was erzählen die Zahlen? Temu hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn vor Steuern in der EU auf knapp 120 Millionen US-Dollar gesteigert. In den zwölf Monaten von Jänner bis Dezember 2024 legten die Chinesen um 171 Prozent zu.

Wie hoch ist die Zahl der Beschäftigten? Offiziell werden nur acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sold geführt.

Was noch auffällt? Aus steuerlichen Gründen hat sich die EU-Muttergesellschaft der Gruppe, Whaleco Technology, in Irland angesiedelt. 2024 sind deshalb nur 18 Millionen Körperschaftssteuer angefallen.

Bei welchem Umsatz? Aus den in Irland eingereichten Bilanzen geht hervor, dass er von 758 Millionen Dollar auf 1,7 Milliarden Dollar gestiegen ist.

Wie viele Kunden hat Temu in Europa? Mittlerweile 115 Millionen, das geht aus anderen Geschäftspapieren hervor, die der Guardian ebenfalls einsah.

Was sich nun ändert? Bisher ermöglicht es eine Gesetzeslücke, dass für Pakete im Wert unter 150 Euro Zollgebühren und Grenzkontrollen umgangen werden können. 2024 gelangten 4,6 Milliarden Pakete mit geringem Wert in die EU, das entspricht 12 Millionen pro Tag.

Das wird nicht verhindert? Schon, dauert aber. Die Kontrollen wurden heuer im Lauf des Jahres verschärft, ab 2028 ist auch für Billig-Produkte Zoll zu bezahlen.

Warum ist Temu eigentlich erfolgreich? Der China-Shop ist schwer schlagbar billig, überschwemmt den Markt mit Ware, bietet aber auch ein neues, spielerisches Einkaufserlebnis, das sehr ans Gaming erinnert.

Schlappe für Ministerin Airports zeigen ihre Werbespots nicht

Worum geht es? Weil sich der Kongress nicht über den Bundeshaushalt einigen konnte, liegen die USA derzeit im Shutdown, die öffentliche Verwaltung liegt lahm. Das wollte Heimatschutzministerin Kristi L. Noem nun politisch nutzen – und bekommt Gegenwind.

Was ist passiert? Es geht um die Deutungshoheit: Wer ist schuld daran, dass rund 750.000 Bundesangestellte derzeit spazieren gehen? Die Republikaner sagen die Demokraten, die Demokraten sagen die Republikaner.

Und? Noem ist Team Trump, also Republikanerin. Sie ließ einen Werbespot drehen, in dem sie dem politischen Gegner die Verantwortung für den Shutdown in die Schuhe schiebt. "Die Demokraten im Kongress weigern sich, die Bundesregierung zu finanzieren ..."

Wo sollte der Spot zu sehen sein? Auch auf den Videowalls von Flughäfen. Mindestens 12 aber legen sich quer. Buffalo, Charlotte, Cleveland, Los Angeles, Portland, Phoenix oder Seattle verweigern sich.

Mit welcher Begründung? Das Video könne gegen interne Richtlinien verstoßen, die politische Botschaften verbieten, oder gegen Landes- oder Bundesgesetze gerichtet sein, die eine Verwendung öffentlicher Mittel für politische Aktivitäten untersagen.

90.000 Euro Gewinn Wettspione beim Friedens-Nobelpreis

Worum geht es? Nicht viele hatten sie auf der Rechnung, dann wurde die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado als Gewinnerin des Friedens-Nobelpreises bekanntgegeben. Aber es liegt ein Schatten über die Auszeichnung.

Wieso? Bald nach der Verlautbarung, wies das norwegische Nobelkomitee selbst auf einen möglichen Spionagefall hin. Auf Machado waren verdächtige Wetten abgegeben worden. Nun wurden mehr Details dazu bekannt.

Nämlich? Für den Friedens-Nobelpreis standen 338 Kandidaten zur Auswahl, 244 Persönlichkeiten und 94 Organisationen. Noch am Donnerstag lag die Wahrscheinlichkeit eines Sieges von Machado bei 3,7 Prozent.

Was passierte dann? Bis wenige Minuten vor der Bekanntgabe stieg der Wert auf 73 Prozent an. Es gab also vermutlich ein Leck im Nobelpreis-Komitee. Wo es lag, wird derzeit untersucht.

Wie wurde das Leck ausgenutzt? Es wurden drei auffällige Wetten auf dem Anbieter Polymarkt platziert. Ein User namens "dirtycup" setzte nur wenige Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe rund 67.820 Dollar. Insgesamt streiften die drei Gewinner 90.000 Euro ein.

Friedensnobelpreis 1 Direktor ruft Siegerin an, kämpft mit Tränen

Worum geht es? Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado. Die Nachricht wurde ihr Freitag vormittags telefonisch vom Direktor des Nobel-Instituts überbracht. Dabei kämpfte Christian Berg Harpviken offenbar stärker mit den Tränen als die Ausgezeichnete selbst.

Weshalb weiß man das so genau? Eine Kamera lief mit, als der 64-Jährige mit seinem iPhone die Politikerin kontaktierte, um sie zu informieren. Und während Machado nur mehrfach ungläubig "Oh mein Gott" sagt, ist die Aufregung und die Rührung des Norwegers ganz deutlich herauszuhören. Das emotionale Video kann auf dem Nobel Prize-Kanal auf X angesehen werden.

Wer ist María Corina Machado? Die Politikerin konnte die demokratische Opposition gegen den langjährigen Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro, vereinen und gilt als größte politische Widersacherin des Machthabers. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 trat sie gegen Maduro an, wurde aber vom regierungsnahen Nationalen Wahlrat ausgeschlossen.

Wie reagierte die Ausgezeichnete? Mit einem Post auf X, in dem sie ihren Nobelpreis einerseits dem "leidenden Volk Venezuelas" und andererseits US-Präsident Donald Trump widmete – für seine "entschlossene Unterstützung unserer Sache". Trump hatte sich selbst große Hoffnungen auf den Friedensnobelpreis gemacht.

Was meint sie damit? Die Trump-Regierung dürfte sich den Sturz des linken Diktators Maduro zum Ziel gesetzt haben. Seit Anfang September ist sie mit einer Seestreitmacht vor der Küste des südamerikanischen Landes im Einsatz und versenkt immer wieder Boote, die von der US-Marine als "Drogenschmugglerboote" identifiziert werden.

Warum das? Die USA stufen die venezolanischen Drogenkartelle als "Terroristen" ein, die sich mit den USA "im Krieg befinden" würden. Maduro wird offen vorgeworfen, Kopf der Kartelle zu sein. Von einem Regimewechsel in Venezuela erhoffen sich die USA nicht nur ein Ende der Drogenlieferungen, sondern auch eine Amerika-freundliche Politik Venezuelas.

Mit einer Präsidentin María Machado? Ihre Chancen, nächste Präsidentin des Landes zu werden, sind heute jedenfalls gestiegen.

Friedensnobelpreis 2 Trump fühlt sich übergangen, Vasallen wüten

Worum geht es? Niemand hat in den vergangenen Wochen und Monaten lauter danach gerufen, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet zu werden, als US-Präsident Donald Trump. Dass er nun dennoch nicht ausgewählt wurde, kam beim starken Mann in Washington gar nicht gut an.

Was bedeutet das? Trump äußerte sich bislang nicht persönlich dazu, dass er doch nicht ausgezeichnet worden ist. Aber er ließ den Pressesprecher des Weißen Hauses, Steven Cheung, vorpreschen. Und der teilte mit der Breitseite aus.

Was denkt Washington? Das Nobelkomitee habe bewiesen, dass es die Politik über den Frieden stelle, schrieb Cheung auf X. "Präsident Trump wird weiterhin Friedensabkommen schließen, Kriege beenden und Leben retten", erklärte Cheung weiter. "Er hat das Herz eines Menschenfreundes, und es wird niemals jemanden wie ihn geben, der allein durch die Kraft seines Willens Berge versetzen kann."

Klingt doch sehr gefasst, oder? Ja, zumindest für Trump-Verhältnisse.

Weshalb hatte sich Trump Chancen ausgerechnet? Weil er – nach seiner eigenen Zählweise – seit seinem Amtsantritt bereits "sieben Kriege beendet" habe. Und am Mittwoch wurde bekannt, dass Israel und die Hamas seinen Gaza-Friedensplan angenommen haben.

Welche siebe Kriege hätte er beendet? Er selbst nennt u.a. Konflikte zwischen Kambodscha und Thailand, Indien und Pakistan,  Armenien und Aserbaidschan oder Ägypten und Äthiopien.

Ist das korrekt? Es handelt sich bei allen von Trump aufgeführten Krisen eher um Konflikte denn um erklärte oder gar geführte Kriege. Dazu kommt, dass kaum einer dieser Konflikte bislang wirklich nachhaltig gelöst wurde, mit oder ohne Trump.

Und der Gaza-Krieg? Das ist tatsächlich die erste diesbezügliche Eigenleistung der Regierung Trump seit der Amtseinführung. Aber ob der Krieg langfristig beendet werden konnte, steht auch hier noch nicht fest.

Und sonst? Darf man nicht vergessen, dass Trump etwa das Pentagon von Verteidigungs- wieder auf Kriegsministerium hat umbenennen lassen (so hieß es zuletzt 1947) und auch sonst in seinen Memes und Posts sehr häufig kriegerische oder aggressive Töne anschlägt. Schwer vorstellbar, dass das beim Nobel-Institut nicht auch ankommt und registriert wird.

Ab 1. November 100 Prozent US-Zölle auf China-Produkte

Worum geht es? Kurzfristig und für die meisten Experten vollkommen unerwartet, kündigte US-Präsident Donald Trump am Freitag an, dass auf sämtliche chinesischen Produkte ab 1. November Strafzölle in der Höhe von 100 Prozent zusätzlich eingehoben werden sollen. Zusätzlich würde der Export von sensiblen Softwareprodukten eingeschränkt, so Trump.

Wie wird das begründet? Er reagiere damit auf Pläne der Volksrepublik, selbst ab dem 1. November umfassende Exportkontrollen für fast alle seine Produkte zu verhängen, schrieb der Präsident auf Truth Social. Vor allem geplante Kontrollen für den Export von Seltenen Erden würden die USA und weitere Länder treffen. China agiere damit "zunehmend feindselig".

Und stimmt das? Das chinesische Handelsministerium hatte am Donnerstag erklärt, der Export von Technologien im Zusammenhang mit Seltenen Erden werde ab sofort strenger kontrolliert und führte eine Bedrohung der Nationalen Sicherheit als Grund dafür an. Seltene Erden werden auch in vielen militärischen Gütern eingesetzt.

Was macht China jetzt? Eine Reaktion Pekings auf die kurzfristige Ankündigung Trumps stand zuletzt noch aus.

Wie viel Zoll muss China nun ab 1. November für die Einfuhr von Produkten in die USA bezahlen? Das hängt von der Art von Produkt ab um die es geht. Für so gut wie alle Waren aus China galt zuletzt ein Einfuhr-Zoll von 30 Prozent, für bestimmte Produkte, etwa Holzmöbel, galten höhere Zölle (bis 50 Prozent). Dszu werden jetzt künftig noch einmal 100 Prozent draufgeschlagen.

Lässt sich das noch abwenden? Theoretisch natürlich. Allerdings hat Trump, zusätzlich zur Erhöhung der Zölle, zuvor ein bereits angekündigtes Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping infrage gestellt. Er sehe keinen Grund mehr für das am Rande des Gipfels der Staaten der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) geplante Treffen in Südkorea. Trump bestätigte später, dass das Treffen damiz jrdovh niht automatisch abgesagt sei. Auch dazu stand eine Reaktion Pekings zuletzt noch aus.

Mit Messer und Feuer Bürgermeisterin stundenlang gefoltert

Worum geht es? Im Fall der lebensgefährlich verletzt aufgefundenen deutschen Politikerin Iris Stalzer, werden immer neue, grausige Details bekannt. So wurde nun bestätigt, dass die 57-Jährige offenbar stundenlang mit einem Messer sowie mit Feuer gefoltert worden war, ehe sie entdeckt wurde.

Was ist hier geschehen? Die SPD-Politikerin und designierte Bürgermeisterin der Stadt Herdecke im Ruhrgebiet, war am vergangenen Dienstag von Einsatzkräften in ihrem Haus mit lebensgefährlichen Stichverletzungen aufgefunden worden.

Weiß man, wer das getan hat? In der ersten Einvernahme gab Iris Stalzer an, ihre eigene 17-jährige Adoptivtochter hätte sie verletzt. Das Mädchen habe später auch den Notruf gewählt und die Einsatzkräfte verständigt.

Was wurde jetzt bekannt? Die Politikerin gab bei ihrer Einvernahme an, ihre Adoptivtochter habe mit einem Feuerzeug und einem Deospray versucht, Haare und Kleidung der Frau anzuzünden. Insgesamt habe das Martyrium im Keller des Hauses mehrere Stunden lang gedauert. Auch seinen große Mengen Blut beseitigt worden, ehe der Notruf abgesetzt worden ist, so die Spurensicherung.

Wie geht es der Frau? Sie schwebt nicht mehr in Lebensgefahr, befindet sich aber nach wie vor in Spitalsbehandlung in Bochum.

Und die 17-jährige Tochter? Sie wurde vorläufig in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht und werde dort vom Sicherheitsdienst überwacht.