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9. Februar 2026

"Absolut schrecklich" Trump gefiel Show bei Super Bowl nicht

Worum geht es? In der Nacht auf Montag ging das angeblich größte Sportereignis der Welt über die Bühne. Die Seattle Seahawks gewannen in Santa Clara in Kalifornien gegen die New England Patriots mit 29:13.

Worüber wurde nach dem Super Bowl geredet? Wie so oft über die Halbzeit-Show. Höhepunkt: Der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny, er trat mit einem komplett spanischsprachigen Programm auf. Vor allem seine Botschaft der Einheit ("Together We Are America") und eine live inszenierte Hochzeit auf dem Spielfeld sorgten für Aufsehen.

Warum? Während der 13-minütigen Show verwandelte sich der Levi's Stadium-Rasen in eine Hochzeits-"Plaza". Ein echtes Paar heiratete live und das tatsächlich. Ein Standesbeamter erklärte das Paar offiziell zu Ehepartnern und sie küssten sich. Bad Bunny selbst agierte als Trauzeuge und unterzeichnete die Heiratsurkunde.

Das ärgerte Trump? Nein, er ist grundsätzlich ein Gegner von Bad Bunny (und umgekehrt), fand seine Auswahl "absolut lächerlich" und "schrecklich".

Wie drückte er das aus? Auf seiner Plattform Truth Social nannte er die Show "absolut schrecklich" und "eine der schlechtesten aller Zeiten". Es sei "eine Beleidigung für die Größe Amerikas". Zu Bad Bunny: "Niemand versteht, was dieser Typ sagt."

Wer ist Bad Bunny? Einer der weltweit am meisten gestreamten Künstler, aber auch politisch engagiert. Er gilt etwa als Kritiker der Einwanderungspolitik unter Trump.

Weitere Meldungen

Starmers Stabchef geht Rechte Hand lässt ihn links liegen

Worum geht es? Morgan McSweeney war der Chef des Kabinetts (Chief of Staff) des britischen Premierministers Sir Keir Starmer – also einer der wichtigsten politischen Berater und Strategen im britischen Regierungsteam. Nun trat er zurück.

Warum? Es ist eine Folge der Epstein-Affäre, in die Lord Peter Mandelson verstrickt ist. Der Ex-Minister war britischer Botschafter in den USA, McSweeney fühlt sich für seine Bestellung mitverantwortlich.

Wie begründet er das? In seinem Rücktrittsschreiben sagte McSweeney, er übernehme "volle Verantwortung" für seinen Rat zu dieser umstrittenen Ernennung und dass es daher das "ehrenhafteste" sei, zurückzutreten.

Was sind die politischen Folgen? Der Druck auf Premierminister Starmer wächst – mehrere Oppositionspolitiker und auch einige Labour‑Abgeordnete fordern jetzt Konsequenzen. Anas Sarwar, der Anführer der schottischen Labour-Partei, will, dass Starmer abtritt.

Ist McSweeney das letzte "Opfer"? Nein, am Montag trat auch Tim Allan, der Kommunikationsdirektor von Starmer, zurück – was ein weiteres Zeichen für interne Turbulenzen ist.

Wie wichtig war McSweeney? Sein Rücktritt ist politisch hoch relevant, weil er zu den einflussreichsten Beratern im britischen Regierungsteam gehörte. Er spielte auch eine große Rolle beim Erfolg der Labour Party bei der Parlamentswahl 2024.

Streit über Namen für Kind Nun soll es wie Heiliger heißen

Worum geht es? Ein geschiedenes Paar konnte sich in Griechenland nicht einigen, wie ihr Kind heißen sollte. Die Mutter wollte einen Großeltern-Namen aus ihrer Familie, der Vater einen Großeltern-Namen aus seiner Familie.

Keine Chance auf Einigung? Beide Seiten lehnten Kompromisse ab und auch Vorschläge für Doppelnamen oder alternative Namen wurden zurückgewiesen.

Also? Zunächst versuchte ein Amtsgericht, eine Einigung herbeizuführen – ohne Erfolg. Danach ging der Fall zum Höchsten Gericht Griechenlands (Areopag). Hier fiel ein salomonisches Urteil.

Nämlich? Das Gericht entschied im Sinne des Kindeswohls, nicht entlang der elterlichen Wünsche. Das Kind soll den Namen eines Heiligen bekommen, basierend auf dem Geburtstag des Sprösslings. Auch das Datum und den Ort der Taufe legte die Justiz fest.

Wie heißt es nun also? Das ist noch unklar. Der Geburtstag war der 16. September. Da werden laut griechisch‑orthodoxem Kalender aber mehrere Heilige verehrt: Cornelius, Cyprian, Cassian, Gregor, Euphemia und Lucia.

Was weiß man über die Eltern? Das Geschlecht des Kindes wurde nicht genannt. Bei den Eltern soll es sich um einen Anwalt und um eine Justizangestellte handeln.

Haft für Medien-Manager 78-jähriger soll 20 Jahre "sitzen"

Worum geht es? Ein Gericht in Hongkong hat den 78-jährigen Jimmy Lai am Montag zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Medienunternehmer ist einer der bekanntesten Kritiker der chinesischen Regierungspolitik in Hongkong.

Weswegen wurde er angeklagt? Es wurden ihm Verstöße gegen das Nationale Sicherheitsgesetz vorgeworfen. Es kriminalisiert explizit: Sezession (Trennung von China), Subversion (Sturz der Regierung), Terrorismus (Verwendung von Gewalt), Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften. Lai fiel laut Gericht unter mehrere dieser Punkte.

Was heißt das im Detail? Lai soll mit ausländischen Regierungen und Organisationen Kontakt aufgenommen haben, um interne Angelegenheiten Hongkongs zu beeinflussen.

Welche Rolle soll sein Unternehmen spielen? Über seine Zeitung Apple Daily und andere Kanäle sollen Inhalte veröffentlicht worden sein, die laut Gericht die Regierung Hongkongs "untergraben" und die Bevölkerung zu Protesten oder Aufständen anregen könnten.

Wie fiel das Urteil aus? Jimmy Lai war bereits seit Ende 2020 in Haft. Er fiel unter das umstrittene nationale Sicherheitsgesetz von Hongkong, das nach den großen Demokratieprotesten von 2019 eingeführt wurde. Nun wurde er für schuldig befunden.

Wie lange soll er in Haft? Weitere 18 Jahre. Weil er wegen anderer Verfahren bereits im Gefängnis sitzt, wurde ihm zwei Jahre "angerechnet".

Wie fiel die Reaktion aus? Es gab international viele Proteste. Jimmy Lai ist auch britischer Staatsbürger. Menschenrechts- und Pressefreiheit-Organisationen bezeichnen das Urteil als "kaltherzigen Angriff auf die Meinungsfreiheit".

Tödlicher Bummelstreik 77 Jahre später nun Gerichtsurteil

Worum geht es? Ein nigerianisches Gericht hat die britische Regierung zu einer Entschädigungszahlung von 420 Millionen Pfund (ca. 484 Mio. Euro) verurteilt, berichtet die BBC. Damit soll Wiedergutmachung für 21 streikende Bergleute geleistet werden, die 1949 von der britischen Kolonialverwaltung erschossen worden waren.

Was ist damals geschehen? Nigeria stand unter britischer Kolonialverwaltung und in der Kohlemine im Iva Valley nahe der Stadt Enugu protestierten einheimische Arbeiter gegen harte Arbeitsbedingungen, rassistische Lohnungleichheiten und ausstehende Lohnzahlungen.

Was passierte? Da die Minenbetreiber nicht auf die Proteste eingingen, traten die Arbeiter in einen Bummelstreik. Am 18. November 1949 eskalierte die Lage und die sogenannte Kolonialpolizei, bestehend aus Nigerianern und Europäern schoss in die Menge. 21 Bergleute starben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Hatte das Massaker Auswirkungen? Ja, laut Historikern war es eine Initialzündung für die nigerianische antikoloniale Bewegung, die schließlich dazu führte, dass das Vereinigte Königreich Nigeria 1960 in die Unabhängigkeit entließ.

Wie kam es zu dem Prozess? Die Familien der damaligen Opfer sowie Menschenrechtsgruppen führen seit Jahrzehnten eine Kampagne für eine offizielle Anerkennung des Massakers und Entschädigungszahlungen an die Nachkommen der Opfer. Die Klage, die jetzt zu dem Prozess führte, wurde von Aktivisten gegen die britische und die nigerianische Regierung eingereicht.

Was besagt das Urteil? Laut Richter Anthony Onovo war das Massaker eine "rechtswidrige und außergerichtliche Verletzung des Rechts auf Leben", so die Nachrichtenagentur NAN. Die verhängte Strafsumme setzt sich aus 20 Millionen Pfund (23 Mio. Euro) für jeden getöteten Minenarbeiter zusammen.

Wird Großbritannien bezahlen? Es sieht jedenfalls nicht danach aus. Die britische Regierung erklärte, sie sei nicht formell über das Urteil informiert worden und könne sich daher nicht dazu äußern. Zudem sei Großbritannien nicht in dem Verfahren vertreten gewesen.

TikTok macht süchtig Nun geht EU-Kommission dagegen vor

Worum geht es? Die EU-Kommission hat TikTok ins Visier genommen. Die beliebte Videoplattform Weil sei so aufgebaut, dass Jugendliche, aber auch anfällige Erwachsene danach süchtig werden könnten, heißt es.

Was bedeutet das? TikTok müsse sein Erscheinungsbild, vor allem die Funktion einiger Services ändern, so die Kommission am Freitag. Geschehe das nicht, drohen der zum chinesischen Konzern Bytedance gehörenden Plattform empfindliche Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahres-Bruttoumsatzes.

Um welche Funktionen geht es? Vor allem "Infinite Scroll" – dabei gelangt man beim Scrollen ohne jede Begrenzung zu immer weiteren Inhalten. Auch "Autoplay", das Videos sofort bei Erreichen abspielt, sowie ein extrem personalisierter Empfehlungsalgorithmus missfallen der EU-Kommission.

Weil? All das fördere süchtig machendes Verhalten und beeinträchtige die Selbstkontrolle der Nutzer, so die Kommission.

Hat TikTok keine Schranken vorgesehen? Doch, aber diese seien ineffektiv, so die EU-Behörde. Bildschirmzeit-Management-Tools und Kontrollfunktionen für Eltern seien leicht zu umgehen und würden Eltern hohe technische Anforderungen abverlangen, heißt es.

Was soll neu umgesetzt werden? Die Kommission fordert u.a. eine Einführung von automatischen Pausen der Bildschirmzeit und generelle die Abschaffung des "Infinite Scroll"-Modus.

Was sagt TikTok dazu? "Die vorläufigen Ergebnisse der Kommission stellen unsere Plattform kategorisch falsch und völlig haltlos dar", so eine Unternehmenssprecherin gegenüber dem Spiegel. "Wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um diese Ergebnisse mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln anzufechten."

Ist das Vorgehen der Kommission ein Einzelfall? Nein, in zahlreichen Ländern stehen derzeit Social-Media-Angebote im Fokus von Aufsichtsbehörden. In Australien wurde Jugendlichen unter 16 der Zugang zu Social Media bereits verboten, in Spanien und Frankreich werden ähnliche Gesetzesvorlagen diskutiert. Auch in Österreich werden entsprechende Überlegungen derzeit diskutiert.

Schüsse auf General Moskau gibt Ukraine die Schuld dafür

Worum geht es? In Moskau wurde am Freitag ein hoher Armeegeneral durch Schüsse schwer verletzt. Die Regierung, vertreten durch Außenminister Sergej Lawrow, machte umgehend die Ukraine für das Attentat verantwortlich. Lawrow bezeichnete das Attentat als Terroranschlag und Provokation, um die laufenden Verhandlungen für einen Waffenstillstand zu sabotieren.

Wer ist das Opfer? Wladimir Aleksejew, er ist der stellvertretende Leiter des russischen Militärgeheimdiensts GRU und war unter anderem während des syrischen Bürgerkriegs für Geheimdiensteinsätze verantwortlich. Die ukrainische Regierung macht ihn für Luftschläge auf Zivilisten verantwortlich.

Wie passierte das Attentat? Alexejew wurde in einem Wohnhaus im Nordwesten Moskaus angeschossen. Zeugen berichten, dass der Schütze im Treppenhaus oder vor dem Fahrstuhl wartete und auf Alexejew schoss, als dieser das Gebäude verließ.

Wie oft wurde er getroffen? Es wird von drei oder mehr Schüssen gesprochen, unter anderem in Rücken, Bauch und Bein. Der General wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Weiß man schon, wer geschossen hat? Nein, der oder die Täter seien auf der Flucht, so eine Sprecherin des Ermittlungskomitees.

Weshalb sollte die Ukraine die laufenden Verhandlungen sabotieren? Angesichts der kritischen Lage in der Ukraine, vor allem was die Energieversorgung betrifft, würde das tatsächlich wenig Sinn ergeben.

Aber? Bei den Gesprächen in Abu Dhabi – zuletzt wurde am Donnerstag verhandelt – wurde die russische Delegation von Igor Kostjukow angeführt, dem Chef der GRU und Vorgesetzten von Aleksejew. Nicht auszuschließen, dass das Attentat eine versteckte Botschaft an den russischen Delegationsleiter gewesen sein könnte.

23,1 Millionen für Fuß Skizze von Michelangelo erzielte Rekord

Worum geht es? Eine bislang unbekannte Studie des Renaissance-Künstlers Michelangelo wurde bei Christie's in New York für 27,2 Mio. Dollar (ca. 23,1 Mio. Euro) versteigert. Damit ist sie das teuerste jemals versteigerte Werk des Meisters, der von 1475 bis 1564 lebte.

Was ist auf dem Bild zu sehen? Die Skizze eines Frauenfußes. Dabei soll es sich laut dem Auktionshaus um eine vorbereitende Studie zur Figur der Libyschen Sybille handeln, die sich an der Decke der Sixtinischen Kapelle befindet, Michelangelos monumentales Meisterwerk im Vatikan.

Wie groß ist die Zeichnung? Etwa 13,5 mal 11,5 Zentimeter. Sie soll aus dem Jahr 1511 oder 1512 stammen, als sich der Künstler darauf vorbereitete, die zweite Hälfte seines Deckengemäldes in der Sixtinischen Decke zu malen.

Wie lange dauerte die Auktion? Insgesamt etwa 45 Minuten. Es gab mehrere Interessenten für das Kunstwerk.

Weiß man, wer die Skizze ersteigert hat? Nein, Käufer wie auch Verkäufer blieben anonym.

Was weiß man über den Verkäufer? Dass er von der US-Westküste stammt und das Kunstwerk von seiner Großmutter geerbt hat.

Wusste er, dass es sich um einen Michelangelo handelt? Nein, er gab die Skizze an Christie's zur Bewertung, ohne die Geschichte des Kunstwerkes zu kennen.

Wie kam man dann darauf? Über den Stammbaum der verstorbenen Großmutter. Sie hatte ihre Wurzeln in Europa und stammte aus einer Adelsfamilie. Eine Expertin des Auktionshauses witterte eine Spur und eins gab schließlich das andere.

Es ist der teuerste Michelangelo? Ja, der bisherige Auktionsrekord lag bei 24,3 Millionen Dollar (20,6 Millionen Euro) und wurde ebenfalls für eine Skizze in Paris erzielt.

Aber ist das nicht recht wenig für einen Künstler dieses Ranges? Grundsätzlich ja, aber das liegt daran, dass Michelangelo zuallererst Bildhauer war und die meisten seiner Gemälde Fresken sind. Er malte kaum etwas auf Leinwand, und diese Gemälde sind alle in Hand von Museen (etwa im Vatikan) und unverkäuflich. Die einzige Chance für private Sammler sind Skizzen wie die nun versteigerte.