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18. Juni 2026

Neue Lunge für Mette-Marit Warum musste sie nicht warten?

Worum geht es? Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hat überraschend schnell eine neue Lunge erhalten. Nur knapp zwei Wochen nachdem bekannt geworden war, dass sie auf die Transplantationsliste gesetzt wurde, konnte sie bereits operiert werden.

Weshalb ging das so schnell? Diese Frage stellen sich nicht nur in Norwegen viele Bürger. Der Fall hat eine Debatte ausgelöst: Hatte die Kronprinzessin bei der Organspende einen Vorteil? Ärzte und der Königshof weisen das entschieden zurück.

Wie verlief die OP? Der norwegische Königshof teilte mit, dass die 52-Jährige im Universitätskrankenhaus Rikshospitalet in Oslo erfolgreich eine Lungentransplantation erhalten hat. Die Operation verlief nach Angaben der Ärzte gut. Mette-Marit wird jedoch noch mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben, um Medikamente einzustellen, mögliche Komplikationen zu überwachen und eine Rehabilitation zu beginnen.

Warum brauchte sie eine neue Lunge? Die Ehefrau von Kronprinz Haakon leidet seit 2018 an einer seltenen Form der Lungenfibrose. Bei dieser unheilbaren Krankheit vernarbt das Lungengewebe zunehmend, wodurch die Sauerstoffaufnahme immer schwieriger wird. In den vergangenen Monaten hatte sich ihr Zustand dramatisch verschlechtert. Anfang Juni erklärten ihre Ärzte, ohne Transplantation könne ihre verbleibende Lebenserwartung nur noch etwa ein Jahr betragen.

Warum ging jetzt alles so schnell? Genau das sorgt für Diskussionen. Die Kronprinzessin wurde erst am 5. Juni offiziell auf die Warteliste gesetzt, die erfolgreiche Transplantation wurde bereits am 17. Juni bekanntgegeben. Experten betonen jedoch, dass die Wartezeit bei Lungenspenden stark variiert. Entscheidend sind Blutgruppe, Körpergröße, Gewebeverträglichkeit und die medizinische Dringlichkeit. In manchen Fällen wird ein passendes Organ innerhalb weniger Tage gefunden, in anderen dauert es Monate.

Hatte Mette-Marit einen royalen Vorteil? Nach Angaben des Osloer Universitätsklinikums ausdrücklich nicht. Die behandelnden Ärzte erklärten, die Kronprinzessin sei nach denselben Kriterien behandelt worden wie alle anderen Patienten. Norwegen verfügt über ein streng reguliertes Transplantationssystem, in dem die Zuteilung ausschließlich nach medizinischen Kriterien erfolgt. Der Palast betonte ebenfalls, dass keine Sonderbehandlung stattgefunden habe.

Wie selten sind Lungentransplantationen? Relativ selten. Nach Angaben der Ärzte werden in Norwegen pro Jahr nur etwa 30 bis 35 Lungentransplantationen durchgeführt. Entsprechend begrenzt ist die Zahl der verfügbaren Spenderorgane.

Wie sind die Aussichten nach einer solchen Operation? Lungentransplantationen können das Leben schwerkranker Patienten deutlich verlängern, gelten aber als einer der anspruchsvollsten Eingriffe der Transplantationsmedizin. Laut medizinischen Daten liegt die mittlere Überlebenszeit nach einer Lungentransplantation bei etwa zehn Jahren. Viele Patienten leben deutlich länger, müssen jedoch dauerhaft Medikamente gegen Organabstoßungen einnehmen und regelmäßig medizinisch überwacht werden.

Wie reagiert Norwegen? Die Nachricht löste große Erleichterung aus. In den vergangenen Monaten hatte die Sorge um die Kronprinzessin zugenommen, weil sie immer häufiger öffentliche Termine absagen musste und zeitweise sogar mit Sauerstoffschlauch auftrat. Nach Bekanntwerden ihrer Aufnahme auf die Warteliste stieg in Norwegen zudem die Zahl der Menschen, die sich als Organspender registrieren ließen.

Warum kam die Operation für die Königsfamilie zu einem schwierigen Zeitpunkt? Weil die Familie derzeit mehrere Krisen gleichzeitig bewältigen muss. Erst vor wenigen Tagen wurde Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby zu vier Jahren Haft verurteilt. Zudem hatten Berichte über frühere Kontakte der Kronprinzessin zu Jeffrey Epstein in den vergangenen Monaten erneut Schlagzeilen gemacht.

Weitere Meldungen

Iran-Deal unterzeichnet Am Ende ging es dann ganz schnell

Worum geht es? Nach wochenlangen Spekulationen haben die USA Mittwochabend erstmals Details ihres Abkommens mit dem Iran über ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzung veröffentlicht.

Was steht drinnen? Das sogenannte "Islamabad Memorandum" umfasst 14 Punkte und soll den Krieg beenden, die blockierte Straße von Hormus wieder öffnen und den Weg für ein umfassenderes Friedensabkommen ebnen. Allerdings werden die schwierigsten Fragen – insbesondere das iranische Atomprogramm – zunächst vertagt.

Wie weit ist das Abkommen? Sehr weit. Nach Angaben aus Washington haben die USA und der Iran die Grundsatzvereinbarung bereits digital gebilligt. Eine ursprünglich geplante feierliche Unterzeichnung wurde abgesagt, das Memorandum gilt aber de facto als vereinbart. Die eigentlichen Friedensverhandlungen sollen nun in einer 60-tägigen Phase beginnen.

Was beinhaltet der 14-Punkte-Plan? Kernpunkte sind ein sofortiger Waffenstillstand, die Wiederöffnung der Straße von Hormus, die Aufhebung der amerikanischen Seeblockade gegen den Iran sowie die Aufnahme umfassender Friedensgespräche. Beide Seiten verpflichten sich außerdem, auf weitere militärische Gewalt zu verzichten.

Was passiert mit der Straße von Hormus? Die für den weltweiten Ölhandel entscheidende Meerenge soll innerhalb von 30 Tagen wieder vollständig für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werden. Der Iran verpflichtet sich, die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten, während die USA ihre Blockade iranischer Häfen beenden.

Bekommt der Iran Geld? Teilweise. Das Memorandum sieht vor, dass eingefrorene iranische Vermögenswerte schrittweise freigegeben werden und die USA Ausnahmeregelungen für iranische Ölexporte erteilen. Zudem wird ein Wiederaufbauprogramm für den Iran im Umfang von mindestens 300 Milliarden Dollar erwähnt.

Der Iran erhält 300 Milliarden Dollar? Ob dieses Geld tatsächlich unmittelbar fließt, ist derzeit noch umstritten. Washington betont, dass viele wirtschaftliche Vorteile erst von weiteren iranischen Zugeständnissen abhängen.

Was passiert mit den Sanktionen? Langfristig sollen die Sanktionen aufgehoben werden. Im Memorandum ist vorgesehen, sowohl internationale als auch amerikanische Strafmaßnahmen schrittweise zu beenden. Der genaue Zeitplan soll erst festgelegt werden.

Und was ist mit dem Atomprogramm? Das bleibt der größte offene Streitpunkt. Der Iran bekräftigt in dem Papier zwar, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen. Die konkrete Zukunft der Urananreicherung, der bestehenden Uranvorräte und möglicher internationaler Kontrollen soll aber erst in den kommenden Verhandlungen geregelt werden.

Gibt es dennoch Kritik? Ja, vor allem in Israel und bei einigen Republikanern in den USA. Kritiker argumentieren, Trump habe seine ursprünglichen Forderungen deutlich abgeschwächt. Statt einer vollständigen Zerschlagung des iranischen Atomprogramms enthält das Abkommen nur politische Absichtserklärungen. Auch das Raketenprogramm des Iran wird im aktuellen Text kaum erwähnt.

400 Katzen gerettet Sie waren für Restaurants bestimmt

Worum geht es? In Vietnam hat die Polizei mehr als 400 Katzen vor der Schlachtung gerettet und ein mutmaßliches Netzwerk von Katzendieben zerschlagen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe über Jahre hinweg Haustiere gestohlen und an Händler verkauft hat, die Katzenfleisch anbieten. Neun Verdächtige wurden festgenommen.

Was ist passiert? Bei Razzien in der Provinz Tay Ninh und in Ho-Chi-Minh-Stadt fanden die Behörden mehr als 400 lebende Katzen sowie rund 80 bereits getötete und auf Eis gelagerte Tiere. Weitere 21 Katzen wurden an einem anderen Ort entdeckt. Die Polizei war dem Netzwerk nach einer Serie von Haustierdiebstählen auf die Spur gekommen.

Wie sollen die Täter vorgegangen sein? Nach Angaben der Ermittler gestanden die Verdächtigen, über einen Zeitraum von drei Jahren Katzen in Südvietnam eingefangen oder gestohlen zu haben. Die Tiere wurden demnach in Sammelstellen gebracht und anschließend alle paar Tage an Händler weiterverkauft.

Konnten Tiere zu ihren Besitzern zurückkehren? Ja. Tierschutzorganisationen zufolge wurden bislang rund 40 Katzen ihren Eigentümern zurückgegeben. Viele weitere Tiere befinden sich noch in behördlicher Obhut, da sie als Beweismittel in dem Verfahren gelten. Einige Katzen überlebten die Strapazen allerdings nicht.

Ist der Verzehr von Katzenfleisch in Vietnam legal? Grundsätzlich ja. Anders als in vielen westlichen Ländern ist der Verkauf und Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch in Vietnam nicht verboten. Händler müssen allerdings nachweisen können, woher die Tiere stammen. Genau daran scheiterte das mutmaßliche Diebesnetzwerk.

Wie verbreitet ist der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch? Tierschutzorganisationen schätzen, dass jedes Jahr rund fünf Millionen Hunde und etwa eine Million Katzen in Vietnam für den Fleischhandel eingefangen, gestohlen oder gehandelt werden. Haustierdiebstähle gelten in manchen Regionen als lukratives Geschäft. Häufig werden Tiere gezielt aus Wohngebieten entwendet.

Warum ist das Thema so umstritten? Während der Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch in Teilen Vietnams eine lange Tradition hat, wächst die Kritik. Vor allem in den Städten betrachten immer mehr Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder. Internationale Tierschutzorganisationen kritisieren zudem die oft brutalen Fang- und Transportmethoden.

Verändert sich die Einstellung in Vietnam? Ja. Umfragen zeigen, dass insbesondere jüngere Vietnamesen und Haustierhalter dem Handel zunehmend kritisch gegenüberstehen. Eine Mehrheit sprach sich in einer Befragung aus dem Jahr 2023 für Verbote des Hunde- und Katzenfleischhandels aus. Mehrere Städte haben bereits Kampagnen gestartet, um den Konsum zurückzudrängen.

Russische Sabotage vermutet Darum brannten Häuser von Premier

Worum geht es? Britische Ermittler gehen davon aus, dass hinter den Brandanschlägen auf Immobilien von Premierminister Keir Starmer ein russisches Sabotagenetzwerk steckt. Die Attacken, die zunächst wie gewöhnliche Brandstiftungen wirkten, könnten damit Teil einer größeren russischen Kampagne zur Destabilisierung europäischer Staaten gewesen sein.

Was ist passiert? Im Mai wurden mehrere Objekte angegriffen, die mit Starmer in Verbindung stehen. Dazu gehörten sein früheres Wohnhaus im Norden Londons, ein weiteres Familienanwesen sowie ein Fahrzeug. Verletzt wurde niemand, die Vorfälle lösten jedoch erhebliche Sicherheitsbedenken aus.

Wer steckt laut den Ermittlern dahinter? Nach Erkenntnissen britischer Sicherheitsbehörden wurden die Anschläge offenbar von einem russischen Online-Netzwerk organisiert. Die Drahtzieher sollen nicht selbst nach Großbritannien gereist sein, sondern mutmaßliche Täter über soziale Medien und den Messengerdienst Telegram angeworben und gesteuert haben.

Gab es Festnahmen? Ja. Bereits mehrere Verdächtige wurden festgenommen und angeklagt. Nach Angaben britischer Medien handelt es sich um vergleichsweise junge Männer, die vermutlich gegen Bezahlung gehandelt haben sollen. Die Ermittler prüfen, ob sie wussten, für wen sie tatsächlich arbeiteten.

Warum wird Russland verdächtigt? Die britischen Behörden sehen Parallelen zu ähnlichen Vorfällen in anderen europäischen Ländern. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wurden in mehreren Staaten Sabotageakte, Brandanschläge und andere Störaktionen aufgedeckt, die westliche Geheimdienste russischen Netzwerken zuschreiben.

Was ist das Ziel solcher Attentate? Ziel sei häufig nicht ein spektakulärer Anschlag, sondern die Verbreitung von Unsicherheit und politischer Unruhe, so britische Staatsschützer.

Welche Rolle spielte Keir Starmer selbst? Die Ermittler gehen davon aus, dass Starmer beziehungsweise seine politische Funktion das eigentliche Ziel waren. Der britische Premier gehört zu den entschiedensten Unterstützern der Ukraine in Europa und hat die Sanktionen gegen Russland mehrfach verschärft. Ein direkter Zusammenhang wird untersucht, ist aber bislang nicht offiziell bestätigt.

Wie reagiert die britische Regierung? London behandelt die Vorfälle inzwischen als Angelegenheit der nationalen Sicherheit. Sicherheitsbehörden und Geheimdienste wurden in die Ermittlungen eingebunden. Die Regierung warnt seit Monaten vor einer zunehmenden russischen Schattenkampagne gegen europäische Staaten.

Warum ist die Geschichte bedeutsam? Sollte sich der russische Hintergrund bestätigen, wäre es einer der bislang schwerwiegendsten Fälle einer mutmaßlich von Moskau gesteuerten Sabotageaktion gegen einen amtierenden Regierungschef eines NATO-Staates. Der Fall zeigt zudem, wie moderne Einflussoperationen funktionieren: Statt Agenten einzuschleusen, werden lokale Täter offenbar über das Internet angeworben und ferngesteuert.

Gouverneur teilt aus Trump "korruptester Präsident der USA"

Worum geht es? Der Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom eskaliert weiter. Newsom wirft Trump in einem Video vor, die US-Justiz gegen politische Gegner einzusetzen, und bezeichnet ihn als "den korruptesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte".

Was führt der Gouverneur als Beweis an? Hintergrund der Anschuldigungen sind Berichte über Ermittlungen des Justizministeriums gegen Newsom und seine Frau Jennifer Siebel Newsom. Newsom sprach von einer "persönlichen Vendetta" gegen ihn und seine Familie.

Was hat Newsom konkret gesagt? In dem ungewöhnlich scharfen Video erklärte der demokratische Gouverneur, Trump habe die staatlichen Institutionen zu Instrumenten persönlicher Macht gemacht. Der Präsident belohne Verbündete und versuche gleichzeitig, politische Gegner mit Ermittlungen und Strafverfahren einzuschüchtern.

Warum erhebt Newsom diese Vorwürfe? Nach seinen Angaben untersuchen Bundesbehörden seit Längerem verschiedene Vorgänge aus seinem Umfeld. Newsom behauptet, FBI-Agenten und Ermittler hätten Freunde, Familienangehörige und frühere Mitarbeiter befragt, ohne dass konkrete Hinweise auf Straftaten gegen ihn vorlägen. Er sieht darin den Versuch, belastendes Material gegen einen möglichen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten für 2028 zu finden.

Worum geht es bei den Ermittlungen? Offiziell haben die Behörden bislang kaum Details veröffentlicht. Medienberichten zufolge beschäftigen sich die Untersuchungen unter anderem mit Steuer- und Finanzfragen im Umfeld von Jennifer Siebel Newsom sowie mit einem Korruptionsfall um eine frühere enge Mitarbeiterin des Gouverneurs. Newsom selbst wurde bislang weder angeklagt noch öffentlich als Beschuldigter bezeichnet.

Wie reagiert Trump? Der Präsident hat sich zu den konkreten Ermittlungen bisher nicht im Detail geäußert. Das Verhältnis zwischen beiden Politikern gilt jedoch seit Jahren als äußerst angespannt. Newsom gehört zu den schärfsten Kritikern Trumps, während Trump den Gouverneur regelmäßig für Probleme in Kalifornien verantwortlich macht.

Warum ist die Auseinandersetzung politisch bedeutsam? Viele Beobachter sehen in Newsom einen möglichen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten für die Wahl 2028. Der Gouverneur hat in den vergangenen Monaten seine nationale Präsenz deutlich ausgebaut und gilt als einer der prominentesten Gegenspieler Trumps.

Welche Rolle spielt die Familie Newsom? Besonders empört zeigte sich der Gouverneur darüber, dass auch seine Frau ins Visier der Ermittler geraten sein soll. "Wenn er mich nicht einschüchtern kann, geht er gegen die Mutter meiner Kinder vor", sagte Newsom. Er forderte Trump auf, seine Familie aus politischen Auseinandersetzungen herauszuhalten.

Warum sorgt der Streit für so viel Aufmerksamkeit? Weil er eine Grundsatzfrage berührt: Nutzen Regierungen Ermittlungsbehörden zur politischen Bekämpfung von Gegnern – oder handelt es sich um legitime Untersuchungen möglicher Unregelmäßigkeiten? Genau darüber wird in Washington derzeit heftig gestritten.

Trump-Ballsaal doch teurer Und es soll dafür Steuergeld fließen

Worum geht es? Das Prestigeprojekt von US-Präsident Donald Trump wird deutlich teurer als bislang bekannt. Der geplante Ballsaal am Weißen Haus soll laut internen Unterlagen inzwischen rund 600 Millionen Dollar kosten – dreimal so viel wie ursprünglich angekündigt. Brisant: Entgegen früheren Zusicherungen könnten mehr als 300 Millionen Dollar davon aus öffentlichen Mitteln stammen.

Was ist das für ein Projekt? Trump lässt seit 2025 die Ostflanke des Weißen Hauses, den sogenannten East Wing, durch einen neuen Gebäudekomplex mit einem großen Staatsballsaal ersetzen. Der neue Saal soll Platz für mehrere Tausend Gäste bieten und deutlich größer sein als die bisherigen Veranstaltungsräume des Präsidentensitzes.

Wie stark sind die Kosten gestiegen? Als Trump das Vorhaben ankündigte, sprach er zunächst von rund 200 Millionen Dollar. Später stieg die Schätzung auf 300 bis 400 Millionen Dollar. Interne Unterlagen des Bauunternehmens Clark Construction gehen inzwischen jedoch von Gesamtkosten in Höhe von rund 600 Millionen Dollar aus, berichtete nun die Washington Post.

Warum sorgt das für Kritik? Weil Trump wiederholt versprochen hatte, der Ballsaal werde ausschließlich durch private Spender finanziert und die Steuerzahler würden "keinen Cent" bezahlen. Laut den nun bekannt gewordenen Dokumenten sollen jedoch rund 307 Millionen Dollar aus staatlichen Budgets stammen.

Woher soll das öffentliche Geld kommen? Den Unterlagen zufolge würden Mittel unter anderem vom Secret Service, dem Militärbüro des Weißen Hauses und der Verwaltung des Präsidentensitzes verwendet. Die Regierung argumentiert, dass ein erheblicher Teil der Ausgaben auf Sicherheits- und Infrastrukturmaßnahmen entfalle und daher nicht direkt dem Ballsaal zugerechnet werden könne.

Warum ist das Projekt so teuer geworden? Nach Angaben des Weißen Hauses umfasst der Neubau inzwischen weit mehr als einen Festsaal. Geplant sind offenbar auch umfangreiche Sicherheitsanlagen, ein unterirdischer Komplex für militärische Einrichtungen, Schutzräume sowie Infrastruktur zur Drohnenabwehr. Kritiker vermuten, dass diese Erweiterungen die Kosten explodieren ließen.

Gibt es politischen Widerstand? Ja. Demokraten kritisieren die Verwendung von Steuergeldern für ein Projekt, das sie als Luxusvorhaben bezeichnen. Aber auch einige Republikaner lehnen zusätzliche Bundesmittel ab. Ein Versuch, rund eine Milliarde Dollar für Sicherheits- und Bauarbeiten rund um das Projekt bereitzustellen, scheiterte zuletzt im Kongress.

Wie reagiert das Weiße Haus? Die Regierung hält an ihrer Darstellung fest, dass der Ballsaal überwiegend durch private Spenden finanziert werde. Trump selbst verteidigt das Vorhaben regelmäßig als "Geschenk an Amerika" und verweist auf Sicherheitsanforderungen sowie die aus seiner Sicht unzureichenden bisherigen Räumlichkeiten des Weißen Hauses.

Musk geht gegen ZDF vor Billionär mit TV-Bericht unzufrieden

Worum geht es? Elon Musk, seit dem SpaceX-Börsegang der erste Billionär der Welt, geht juristisch gegen das deutsche ZDF vor. Der Tech-Unternehmer wirft dem öffentlich-rechtlichen Sender vor, ihn in einem Beitrag über rassistische Ausschreitungen in Belfast fälschlicherweise beschuldigt zu haben, zu einer "Jagd auf Migranten" aufgerufen zu haben.

Was hat das ZDF berichtet? In einer Ausgabe von "ZDFheute live" über die Unruhen in Nordirland hieß es ursprünglich, ein britischer Rechtsextremist und Elon Musk hätten zu Protesten aufgerufen, die schließlich in Gewalt gegen Migranten mündeten. In der Anmoderation entstand dabei der Eindruck, Musk habe selbst zur "Jagd auf Migranten" aufgerufen.

Ist das tatsächlich passiert? Auslöser der Proteste war ein Messerangriff in Belfast, für den ein sudanesischer Flüchtling angeklagt wurde. In der Folge kam es zu teils gewalttätigen, fremdenfeindlichen Ausschreitungen. Musk hatte auf seiner Plattform X einen Beitrag des britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson geteilt und kommentiert, dass sich nur durch "wiederholte und laute Proteste" etwas ändern werde. Einen direkten Aufruf zur Gewalt oder zu Angriffen auf Migranten belegte das ZDF jedoch nicht.

Wie reagierte Musk? Der Milliardär bezeichnete die Darstellung als "skandalöse Lüge" und kündigte rechtliche Schritte an. Sein Anwalt Joachim Steinhöfel verschickte eine Abmahnung und forderte eine Unterlassungserklärung. Musk deutete zudem an, auch weitere ZDF-Beiträge rechtlich prüfen zu lassen.

Wie reagierte das ZDF? Der Sender änderte die betreffende Passage nach der juristischen Intervention. In einem Hinweis erklärte das ZDF, die Formulierung sei "unpräzise und deshalb missverständlich" gewesen. Die entsprechende Anmoderation wurde gekürzt beziehungsweise angepasst. An der grundsätzlichen Berichterstattung über Musks Rolle bei der Verbreitung von Protestaufrufen hält der Sender jedoch fest.

Geht es nur um diese eine Formulierung? Offenbar nicht. Musks Anwalt hat angedeutet, dass weitere Berichte des ZDF überprüft werden könnten. Beobachter sprechen deshalb von einem möglichen Grundsatzstreit über die Frage, wie Medien die Rolle prominenter Akteure in sozialen Netzwerken darstellen dürfen.

Warum sorgt der Fall für Aufmerksamkeit? Der Streit dreht sich um ein hochaktuelles Thema – die Frage, ob und wie soziale Medien zu politischer Radikalisierung und Gewalt beitragen können.

Wie geht es nun weiter? Ob Musk tatsächlich Klage einreicht oder sich die Auseinandersetzung auf die bereits erfolgte Korrektur beschränkt, ist noch offen. Fest steht jedoch: Das ZDF hat einen Teil seiner Darstellung bereits zurückgenommen – und Musk wertet das als ersten Erfolg seiner rechtlichen Offensive.

Krise bei BMW und VW "Existenz gefährdet", sagen VW-Bosse

Worum geht es? Die Krise der deutschen Autoindustrie verschärft sich weiter. Während BMW seine Geschäftsprognosen deutlich senken musste und an der Börse abgestraft wurde, warnt die Führung von Volkswagen intern offenbar sogar vor einer existenziellen Bedrohung des Konzerns.

Wie kommt es zu dieser Schräglage? Beide Fälle zeigen, wie stark die Hersteller unter der Schwäche des chinesischen Marktes, dem verschärften Wettbewerb und den Folgen internationaler Krisen leiden.

Was ist bei BMW passiert? Die Münchner haben ihre Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Der Konzern rechnet nun nur noch mit einer operativen Marge von ein bis drei Prozent im Autogeschäft, nachdem zuvor vier bis sechs Prozent erwartet worden waren. Auch die Fahrzeugauslieferungen dürften leicht sinken. Die Aktie verlor daraufhin bis zu sechs Prozent.

Warum senkt BMW die Prognose? Als Hauptgründe nennt das Unternehmen den harten Preiskampf in China sowie die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten. Höhere Energiepreise, schwächere Konsumlaune und geopolitische Unsicherheit belasten das Geschäft zusätzlich. BMW kündigte deshalb verschärfte Sparmaßnahmen an.

Wie ist die Lage bei Volkswagen? Noch alarmierender klingen Berichte aus Wolfsburg. Laut deutschem Manager Magazin stufen Vorstand und Aufsichtsrat die Lage des Konzerns inzwischen als potenziell existenzgefährdend ein. Hintergrund sind sinkende Gewinne, die schwache Nachfrage in China, Probleme bei der Elektromobilität und hohe Kosten.

Wie wird gegengesteuert? Bereits seit Monaten arbeitet Volkswagen an umfangreichen Spar- und Umbauprogrammen.

Warum stehen die deutschen Hersteller so unter Druck? Vor allem der chinesische Markt hat sich drastisch verändert. Dort verlieren deutsche Autobauer Marktanteile an einheimische Hersteller, die bei Elektroautos technologisch aufgeholt oder teilweise sogar die Führung übernommen haben. Gleichzeitig schwächelt die Nachfrage in Europa, während Konflikte zusätzliche Unsicherheit schaffen.

Welche Bedeutung hat das? BMW und Volkswagen galten jahrzehntelang als Stützen der deutschen Industrie. Dass BMW seine Ziele drastisch zurückschraubt und Volkswagen intern sogar über eine mögliche Existenzkrise diskutiert, gilt als weiteres Zeichen dafür, wie tiefgreifend sich die weltweite Automobilbranche derzeit verändert.