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14. November 2025

Ärger über Silvester ZDF verlegt TV-Party mit Wanda

Worum geht es? Formal um eine Bagatelle, aber es handelt sich um die Neujahrsnacht und deshalb nahm die Sache Schwung auf. Nach 15 Jahren verlegt das ZDF seine Silvesterparty heuer von Berlin nach Hamburg.

Das wusste man aber schon, oder? Ja, seit dem Sommer, aber jetzt geht es ums Geld. Hamburg schießt nämlich 400.000 Euro zu.

Warum ist man aus Berlin weg? Auch wegen Geld, die Stadt wollte keines mehr beisteuern. "Es ist meiner Meinung nach nicht Aufgabe der Steuerzahler, solche Veranstaltungen mitzufinanzieren," sagte CDU-Bürgermeister Kai Wegner.

Wo steigt die Party nun? In der Hamburger HafenCity, statt wie in Berlin sollen nicht 60.000 Zuschauer da sein, sondern nur 10.000. Der Ticketverkauf hat am Mittwoch begonnen.

Was weiß man über die Show? Es soll eine schwimmende Bühne geben, Johannes Oerding und Wanda aus Wien haben Auftritte schon zugesagt.

Wo ist nun der Ärger? In Hamburg sind nicht alle begeistert über die Show. Die Linksfraktion stellte in der Bürgschaft sogar einen Antrag, den Geldfluss zu unterbinden. Er wurde von der rot-grünen Regierungsmehrheit abgelehnt.

Eine Einzelstimme? Nein, auch Teile der Anwohner stellen sich gegen das Projekt, die Gegend sei jetzt schon überfüllt, heißt es. Auch Teil der Grünen sind dagegen, aber die Parteiräson siegte.

Weitere Meldungen

Sexismus am Jakobsweg Frauen berichten darüber auf Facebook

Worum geht es? Eine Frau postete ein einer Facebook-Gruppe, dass sie auf dem Jakobsweg sexuell belästigt worden sei. Das löste eine wilde Debatte aus, beteiligt waren auch viele Verharmloser, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Was ist der Jakobsweg? Eine Sammlung vieler Pilgerstrecken. Der klassische Teil beginnt in den Pyrenäen in Saint-Jean-Pied-de-Port (Frankreich) und führt rund 800 Kilometer durch Nordspanien bis nach Santiago de Compostela.

Was ist passiert? Vor 10 Jahren gründete die US-Amerikanerin Lorena Gaibor die Facebook-Gruppe "Camigas". Heute posten darauf fast 39.000 Mitglieder, die Einträge sind nur für Angemeldete sichtbar.

Was ist der Zweck der Gruppe? Frauen und nicht binäre Personen schildern Erlebnisse auf dem Jakobsweg, geben Sicherheitstipps und warnen vor bestimmten Männern.

Was war der Anlass der Gründung? Das Verschwinden der 41 Jahre alten Denise Thiem aus Arizona 2015. Sie war allein unterwegs, verschwand und wurde fünf Monate später ermordet aufgefunden.

Was geschah nun? Laut Süddeutscher Zeitung schilderte einen Frau, dass ihr in der Kirche ein älterer Mann auf den Busen und auf die Oberschenkel gegriffen habe. Sie erstattete Anzeige und stellte fest: ein Wiederholungstäter.

Was passierte nach dem Posting? Die Frau bekam Zuspruch, erstaunlich viele schilderten ähnliche Erfahrungen, aber es gab auch einigen Gegenwind. Einige relativierten den Fall, sprachen von Panikmache, ihnen sei nie etwas passiert.

Ist das erklärbar? Für Lorena Gaibor schon. Hier soll ein Idealbild erhalten bleiben, über sexuellen Missbrauch soll besser geschwiegen werden. Auf dem Jaobsweg sind inzwischen mehr Pilgerinnen als Pilger unterwegs.

Video zeigt Busunglück Tote und Verletzte in Stockholm

Worum geht es? Bei einem Busunglück in Stockholm, Schweden, am Freitag kamen drei Menschen ums Leben, drei Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Der Busfahrer wurde in Haft genommen, der Vorfall wird als fahrlässige Tötung eingestuft.

Was ist passiert? Ein Doppelstock-Bus (nicht im Linienverkehr, also ohne reguläre Fahrgäste) raste gegen 15.23 Uhr Ortszeit in der Straße Valhallavägen im Stadtteil Östermalm in eine Haltestelle.

War es ein Anschlag? Die genaue Unfallursache ist noch unklar. Laut schwedischer Polizei gibt es aber keine Hinweise auf ein Attentat. Ein Video zeigt, wie der Bus in die Haltestelle fährt.

Warum weiß man nicht mehr? Nach mehreren Terrorakten betreibt die schwedische Polizei eine sehr zurückhaltende Medienpolitik. Informationen werden oft erst nach Tagen veröffentlicht

"Dümmste Frage der Welt" Wikipedia-Gründer bricht Podcast ab

Worum geht es? Der US-Amerikaner Jimmy Wales ist Mitbegründer des Online-Lexikons Wikipedia. Er sieht sich als alleiniger Gründer und liegt deshalb mit Co-Gründer Larry Sanger im Clinch. Das hatte nun Folgen.

Welche? Wales war in der Postcast-Episode 792 von "Jung&Naiv" zu Gast, der sehr erfolgreich (611.000 Abonnenten) vom deutschen Journalisten Tilo Jung betrieben wird. Allerdings war schon nach 50 Sekunden Schluss, berichtet die Berliner Zeitung.

Warum? Wales stellte sich als "Gründer von Wikipedia" vor. Jung fragte nach: „Der Gründer oder Co-Gründer?" Daraufhin ging Wales in Saft. "Das ist mir egal. Das ist die dümmste Frage der Welt", sagte er.

Was passierte danach? Der Dialog ging noch ein bisschen hin und her, Wales stellte sich als alleiniger Gründer dar, Jung bohrte nach ("da scheint es einen Disput zu geben").

Wie endete das Ganze? Indem Wales "wissen Sie was, ich bin fertig, stellen Sie mir keine dummen Fragen", sagte und das Studio verließ. Die Folge ist deshalb inklusive Einleitung auch nur 3.55 Minuten lang und die Hälfe davon sieht man einen leeren Tisch.

Kann man das irgendwo anschauen? Ja hier und zu hören gibt es den Podcast hier.

"Rolex-Deal" steht Trump reduziert Schweiz-Sonderzölle

Worum geht es? Die USA hatten Anfang August einen Zollsatz von 39 % auf bestimmte Produkte aus der Schweiz eingeführt. Nun reduziert Donald Trump den Steuersatz auf 15 %, also auf das EU-Niveau.

War die Gratis-Rolex doch nicht umsonst? Anfang der Woche war eine Delegation Schweizer Manager bei Trump im Oval Office. Im Rahmen des Treffens übergab die Delegation Geschenke: darunter eine Rolex‑Uhr und einen Goldbarren mit einer speziellen Prägung.

Was bekommt Trump nun? Schweizer Unternehmen verpflichten sich zu Investitionen in den USA in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar bis Ende 2028. Mindestens 67 Milliarden sollen bereits 2026 erfolgen.

Kommt da noch was dazu? Die Schweiz macht Zugeständnisse bei Einfuhren und beim Marktzugang für US-Produkte, etwa Mengenquoten für US-Fleisch (Beef, Bison, Geflügel), und erkennt US-Fahrzeug-Sicherheitsstandards an.

Was bringt der Deal der Schweiz? Es gibt einen positiven Wachstumsimpuls: Institute schätzen, dass das Wachstum der Schweiz in 2026 über 1 % liegen könnte, wenn die Zollsenkung greift.

Ist der Pakt fix? Die Vereinbarung gibt es momentan als Rahmenabkommen („framework trade agreement“) – das heißt: eine Absichtserklärung mit noch auszufüllenden Details. Und: In der Schweiz könnte ein Referendum nötig sein.

Aus für Billipakete Aber EU will bis 2028 damit warten

Worum geht es? Die Europäische Union wird mit Paketen vor allem aus China überschwemmt. Grund ist die bisherige Zoll‑ und Steuerbefreiung für Kleinsendungen unter 150 Euro. Das soll nun gestoppt werden.

Was heißt das? Die Grenze soll aufgehoben werden, jede Sendung, egal welchen Wert sie hat, würde dann zoll‑/steuerpflichtig werden. Auch eine Gebühr von etwa 2 Euro pro Paket ist im Gespräch.

Wen betrifft das? Besonders Billigimporte aus Drittländern (z. B. China, Plattformen wie Shein oder Temu). Viele Warenlieferungen fallen derzeit – absichtlich – unter diese Grenze.

Wann kommt das? Nicht sehr schnell vermutlich. Der endgültige Zeitplan ist noch nicht fix – bislang ist von einer Umsetzung ab etwa 2028 die Rede. Einige Mitgliedstaaten fordern eine frühere Umsetzung – z. B. Frankreich möchte Gebühren bereits ab 2026 einführen.

Warum die Skepsis? Weil die EU schon seit 2019 darüber redet. 2021 wurden erste Vorschläge im EU-Parlament diskutiert. Ziel ist es, faire Wettbewerbsbedingungen zwischen EU‑Produzenten und Drittland‑Importen herzustellen.

Wie viele Sendungen betrifft das? 2024 wurden insgesamt 4,6 Milliarden Artikel mit einem Wert unter 150 Euro in die EU importiert. Dies entspricht 12 Millionen Paketen pro Tag.

Medikamenten-Stopp Nicht mehr alle Mittel für Ältere

Worum geht es? Der CDU-Gesundheitspolitiker und Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck stieß in Deutschland eine heikle Debatte an. Hochbetagte Menschen sollten nicht mehr Zugang zu allen (teuren) Medikamenten haben.

Was ist der Hintergrund? Streeck trat am 12. November in der der Sendung "Meinungsfreiheit" auf Welt TV auf. Hier ist das Video dazu abrufbar.

Was sagte er wörtlich? "Es brauche in der medizinischen Selbstverwaltung klarere und verbindliche Leitlinien, dass bestimmte Medikamente auch nicht immer ausprobiert werden sollten – es gibt einfach Phasen im Leben, wo man bestimmte Medikamente auch nicht mehr einfach so benutzen sollte."

Was ist damit gemeint? Streeck stellt zur Diskussion, ob bei hochbetagten Menschen  alle modernen und teuren Therapien noch eingesetzt werden sollten. Wörtlich: "Wenn man das aber bei einer 100‑Jährigen macht, dann ist die Frage: Will man wirklich diese teuren Medikamente?"

Brachte er ein Beispiel? Ja, sogar ein höchstpersönliches: "Ich habe bei meinem Vater die Erfahrung gemacht, als der gestorben ist an Lungenkrebs: Es wurde in den letzten Wochen, wo er gestorben ist, so viel Geld ausgegeben. Und es hat nichts gebracht. Es wurden die neuesten Therapien aufgefahren. Es hat nichts gebracht. Und er hat mehr dort ausgegeben als je in seinem ganzen Leben im Gesundheitswesen."

Gab es Kritik? Ja, vor allem aus Kreisen der Grünen, der SPD und der FDP. "Man muss über Effizienz im Gesundheitssystem reden, aber dieser kalte Zynismus von Hendrik Streeck stößt mich ab", schrieb FDP-Chef Wolfgang Kubicki.

Wer ist Hendrik Streeck? Ein deutscher Virologe und Hochschulprofessor. Er wurde in der Pandemie bekannt, weil er die Sinnhaftigkeit vieler Maßnahmen in Frage stellte.

"Wehrpflicht light" fix Deutsche müssen wieder zur Musterung

Worum geht es? Nach monatelangem Streit haben sich die deutschen Regierungsparteien CDU/CSU und SPD auf eine Reform des Wehrdienstes geeinigt. Das skandinavische Modell wird eingeführt.

Was ist das Ziel? Die Personalstärke der Bundeswehr aktiv aufzubauen (die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt). Die stehenden Kräfte sollen bis 2035 auf etwa 260.000 Soldatinnen und Soldaten wachsen.

Wie soll das gehen? Es findet zunächst eine "Wehrerfassung" aller 18‑Jährigen statt. Ein Fragebogen wird verschickt, bei Männern ist die Teilnahme verpflichtend, bei Frauen freiwillig.

Und dann? Ab dem Geburtsjahrgang 2008 sollen die jungen Männer gemustert werden (körperliche, gesundheitliche Eignung) — geplant ist das ab 1. Juli 2027.

Kommt die Wehrpflicht wieder? Der Dienst selbst bleibt zunächst freiwillig; eine generelle Wehrpflicht wird nicht sofort eingeführt. Wenn jedoch die Freiwilligen-Zahlen nicht reichen, kann eine "Bedarfs‑Wehrpflicht" aktiviert werden, z. B. durch Losverfahren.

Was heißt Losverfahren? So etwas gibt es eben in skandinavischen Ländern. Wenn nicht genug Freiwillige den Dienst antreten, ziehen die Behörden Namen aus einem Pool, ähnlich wie bei einer Lotterie. Wer gezogen wird, muss den Dienst antreten, sofern keine gesundheitlichen oder anderen Ausnahmeregelungen vorliegen.

Wann tritt das in Kraft? Das Wehrdienst‑Modernisierungsgesetz startet mit 1. Jänner 2026. Anfang des Jahres beginnt auch der Versand der Fragebögen.