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Irankrieg

6 US-Soldaten tot: Wieso konnte Drohne nicht abgefangen werden?

Am 1. März starben sechs US-Soldaten bei einem iranischen Drohnenangriff in Kuwait – die tödlichste Attacke auf US-Truppen im Iran-Krieg. Nun wurde bekannt, dass die Stellung offenbar ungesichert war – trotz Geheimdienst-Erkenntnissen über die Gefahren vor Ort.

Bei einer Anti-Kriegs-Demo in Amsterdam werden BIlder der getöteten US-Soldaten in die Höhe gehalten
Bei einer Anti-Kriegs-Demo in Amsterdam werden BIlder der getöteten US-Soldaten in die Höhe gehaltenAPA-Images / AFP / RAMON VAN FLYMEN
NewsFlix Redaktion
Akt. 10.07.2026 06:14 Uhr

Am 1. März 2026, nur wenige Stunden nach Beginn der US-Angriffe auf den Iran, starben sechs amerikanische Soldaten bei einem iranischen Gegenschlag in Kuwait. Der iranische Drohnenangriff auf ein taktisches Operationszentrum im Hafen von Shuaiba war der bisher folgenschwerste Schlag gegen amerikanische Truppen seit Beginn des Iran-Krieges.

Am 9. Juli erhielten die Familien der sechs gefallenen Soldaten im Pentagon erstmals nähere Informationen über dessen Hergang. Mehr als vier Monate lang haben sie auf Antworten gewartet – auf Erklärungen, warum ihre Angehörigen sterben mussten.

Doch bereits vor Abschluss der offiziellen Untersuchung des Militärs sprachen Überlebende von strategischen Fehlern – vor, während und nach der Attacke, berichtet CBS News. Fehler, die die Soldaten ihr Leben gekostet haben. Was bisher bekannt ist:

Was ist am 1. März 2026 passiert?
Eine iranische Drohne traf ein taktisches Operationszentrum der US-Armee im Hafen von Shuaiba in Kuwait. Sechs amerikanische Soldaten wurden getötet, weitere verletzt. Der Angriff erfolgte im Rahmen der massiven iranischen Raketen- und Drohnenoffensive auf US-Verbündete in der Golfregion, nachdem die USA und Israel kurz zuvor die Operation Epic Fury, wie der Krieg gegen den Iran in US-Militärkreisen genannt wird, gestartet hatten.

U.S. Army Reserve Captain Cody A. Khork, 35 (l. o.), U.S. Army Reserve Sgt. 1st Class Noah Tietjens, 42 (r. o.), U.S. Army Reserve Sgt. 1st Class Nicole Amor, 39 (l. u.), und U.S. Army Reserve Sgt. Declan Coady, 20, starben bei dem Drohnenangriff auf den Hafen von Shuaiba in Kuwait
U.S. Army Reserve Captain Cody A. Khork, 35 (l. o.), U.S. Army Reserve Sgt. 1st Class Noah Tietjens, 42 (r. o.), U.S. Army Reserve Sgt. 1st Class Nicole Amor, 39 (l. u.), und U.S. Army Reserve Sgt. Declan Coady, 20, starben bei dem Drohnenangriff auf den Hafen von Shuaiba in Kuwait
via REUTERS

Wie beschrieb das Pentagon den Angriff zunächst?
Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die Drohne einen Tag nach dem Angriff als einen sogenannten Squirter – eine Drohne, die durch die Verteidigungssysteme geschlüpft sei. Er suggerierte damit, dass eine einzelne Drohne die Abwehr einer gut geschützten Einheit überwunden habe.

Was sagen die Überlebenden?
Mehrere verletzte Soldaten widersprechen dieser Darstellung deutlich. Einer erklärte gegenüber CBS News: Das Bild, dass eine durchgeschlüpft ist, ist falsch. Die Einheit sei nicht in der Lage gewesen, sich selbst zu verteidigen. Es habe sich nicht um eine befestigte Stellung gehandelt.

Gab es Warnungen vor dem Angriff?
Nach Aussagen mehrerer Augenzeugen gab es vor der Verlegung der Truppen nach Shuaiba im Februar mehrfache Warnungen. Soldaten berichten, dass Geheimdienstinformationen darauf hinwiesen, dass der Iran genau diese Position in Kuwait ins Visier genommen habe.

Warum wurde die Einheit trotzdem dorthin verlegt?
Diese Frage steht im Zentrum der Kritik. Ein hochrangiger Beamter sagte: Wir sind näher an den Iran gezogen, in ein unsicheres Gebiet, das als Ziel bekannt war. Auf die Frage nach dem Grad der Befestigung antwortete er: Ich würde sagen, keine. Von der Drohnenabwehrfähigkeit her: keine.

Sprach in einer ersten Reaktion von einer "durchgeschlüpften" Drohne: US-"Kriegsminister" Pete Hegseth
Sprach in einer ersten Reaktion von einer "durchgeschlüpften" Drohne: US-"Kriegsminister" Pete Hegseth
REUTERS/Kevin Lamarque

Welche Beschwerden haben Soldaten eingereicht?
Mehrere Soldaten haben Beschwerden beim Generalinspekteur der Armee eingereicht. In einer Beschwerde, die CBS News vorliegt, heißt es, die Führung habe Geheimdienstbriefings ignoriert und jene angeschrien, die die Verlegung nach Shuaiba infrage stellten.

Warum starb eine Soldatin möglicherweise unnötig?
Major Stephen Ramsbottom, ein Überlebender, sagte in einem Interview, er glaube, dass Master Sergeant Nicole Amor ihre Verletzungen hätte überleben können. Dafür hätte es aber einen Arzt, eine feste Sanitätsstation oder mehr als einen Krankenwagen am Posten gebraucht – nichts davon war vorhanden.

Wie reagiert das Pentagon auf die Vorwürfe?
Ein Pentagon-Sprecher erklärte, dass alle möglichen Maßnahmen zum Schutz der Truppen auf jeder Ebene getroffen worden seien. Die sichere Einrichtung sei mit knapp zwei Meter hohen Mauern befestigt gewesen. Das Pentagon lehnte es laut Berihten von CBS News ab, Fragen zum Umfang der Untersuchung zu beantworten.

Wie geht es im Iran-Krieg aktuell weiter?
Die Lage bleibt angespannt. Trotz einer bestehenden Waffenruhe flogen die USA Anfang Juli Angriffe auf über 80 Ziele im Iran, nachdem Schiffe in der Straße von Hormus beschossen worden waren. Der Iran schlug mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain zurück. Beide Seiten verhandeln parallel dazu weiter über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges.

In den ersten Tagen des Krieges feuerte der Iran tausende Drohnen auf seine Nachbarstaaten ab: Hier Bilder eines Einschlags in Manama, der Hauptstadt Bahrains
In den ersten Tagen des Krieges feuerte der Iran tausende Drohnen auf seine Nachbarstaaten ab: Hier Bilder eines Einschlags in Manama, der Hauptstadt Bahrains
REUTERS/Hamad I Mohammed

Welche Streitpunkte gibt es bei den Verhandlungen?
Der Iran beharrt darauf, dass die Straße von Hormus nicht mehr kostenlos und ungehindert passiert werden kann, wie vor dem Krieg. Teheran fordert zudem die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen. Die USA verlangen im Gegenzug Einschränkungen des iranischen Atomprogramms.

Wie reagieren die Märkte auf diese ambivalente Situation?
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat direkte Auswirkungen auf die Ölpreise weltweit. Bei jeder Eskalation steigen die Preise an den Märkten sprunghaft – zuletzt um mehr als 2,5 Prozent.

NewsFlix Redaktion
Akt. 10.07.2026 06:14 Uhr