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Schock in der Schweiz

Attentat auf Rave: Als die Musik vorbei war, fielen plötzlich Schüsse

Tausende Gäste verließen gerade das Festivalgelände, als es Sonntagfrüh bei einem Rave im Schweizer Aarau zu einem Anschlag mit Schusswaffen kam. Eine 22-jährige Italienerin starb am Unglücksort, fünf Menschen wurden verletzt. Was man über den Vorfall weiß.

Das Rave auf der Pferderennbahn von Aarau wurde zum Ziel eine Attentats: Eine junge Frau starb, fünf Personen wurden teils schwer verletzt
Das Rave auf der Pferderennbahn von Aarau wurde zum Ziel eine Attentats: Eine junge Frau starb, fünf Personen wurden teils schwer verletztREUTERS/Romina Amato
NewsFlix Redaktion
Akt. 31.08.2026 11:24 Uhr

Es war eine ausgelassene Partynacht – und sie war eigentlich bereits vorbei, als Sonntagfrüh gegen 2.30 Uhr plötzlich Schüsse fielen. Beim Nachklang eines Raves auf einer Pferderennbahn im schweizerischen Aarau kam es zu einem Anschlag mit Schusswaffen, dem mehrere Menschen zum Opfer fielen.

Eine 22-jährige Frau erlag noch vor Ort ihren Verletzungen, fünf weitere Personen wurden durch Schüsse verletzt, einige von ihnen schwer. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot im Einsatz stand und auch der Schweizer Staatsschutz ermitteln. Wie das Onlinemedium watson.ch und die Zeitung Blick berichten, sind die Identität des oder der Schützen sowie das Motiv für den Anschlag noch völlig unklar.

Wie es zu dem Schussattentat gekommen ist, wie viele Menschen noch auf dem Rave waren, als die tödlichen Schüsse fielen, was man bislang über die Opfer weiß, was hinter der Tat vermutet wird – das weiß man bisher über die tödliche Nacht von Aarau:

Was ist geschehen?
In der Nacht auf Sonntag, den 30. August, kam es auf der Pferderennbahn Schachen in Aarau zu einer Schießerei. Das Aarau Rave Vol. 7 war gerade zu Ende gegangen und die Partygäste verließen das Gelände, als um etwa 2.30 Uhr mehrere Schüsse auf dem Gelände fielen. Unter den verbliebenen Gästen brach Panik aus, eine junge Frau wurde tödlich getroffen, fünf weitere Personen erlitten Verletzungen. Auf Videos auf Social Media sind die Schüsse zu hören, die über der ganzen Stadt zu hören sind (siehe unten).

Wer ist das Todesopfer?
Bei dem Todesopfer handelt es sich um eine 22-jährige Frau aus Italien. Laut Schweizer Medien stammte sie aus der Region Abruzzen in Mittelitalien und wollte in der Schweiz einen beruflichen Neuanfang machen. Sie hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und war offenbar bereits mehrfach Gast auf den Raves. Mehrere DJs, die an dem Abend auftraten, bezeichneten sie als enge Freundin. Die 22-Jährige erlag noch am Tatort ihren Verletzungen.

Wie viele Menschen wurden verletzt?
Fünf weitere Personen wurden durch die Schüsse verletzt, zum Teil schwer. Alle fünf Verletzten befinden sich im Spital, es handelt sich um vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 27 Jahren. Zwei der Verletzten sind italienische Staatsangehörige

Wo fand das Attentat statt?
Auf der Pferderennbahn Schachen im Westen von Aarau. Die Stadt liegt westlich von Zürich und hat etwa 23.000 Einwohner. Der gesamte Großraum von Aarau zählt etwa 80.000 Einwohner.

Was war das für eine Veranstaltung?
Der Aarau Rave Vol. 7 war eine Open-Air-Party mit elektronischer Musik, die regelmäßig stattfindet. Die Schweizer DJs Pekibo und Pencil hatten den Abend gemeinsam abgeschlossen, Haupt-Act war die Künstlerin Henri Bergmann. Die Veranstalter hatten insgesamt etwa 3.500 Personen erwartet.

Wann genau fielen die Schüsse?
Die Schüsse fielen gegen 2.30 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt war die Party bereits zu Ende, die Gäste waren dabei, das Gelände zu verlassen. Es handelte sich also um den Moment des Aufbruchs, nicht mehr um die laufende Veranstaltung.

Gibt es Hinweise auf den oder die Täter?
Bisher nicht. Die Polizei tappt offenbar noch im Dunkeln, was die Identität des oder der Schützen betrifft. Es sei auch noch unklar, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt. Ebenso, wohin der oder die Täter nach der Tat geflohen sein könnten.

Blumen in einem nahen Brunnen sollen an die Opfer des Rave-Anschlags erinnern
Blumen in einem nahen Brunnen sollen an die Opfer des Rave-Anschlags erinnern
REUTERS/Romina Amato

Gab es keine Augenzeugenberichte?
Doch, diese widersprechen sich allerdings teilweise. So ist einmal von einem Täter und bei anderen Zeugen von zwei Tätern die Rede.

Was weiß man über die Waffen?
Am Tatort wurde zweierlei Munition gefunden. Kaliber 9 Millimeter, wie es vorwiegend in Faustfeuerwaffen und etwa Maschinenpistolen verwendet wird. Und Kaliber 5,45 x 39 mm, dabei handelt es sich um Patronen, wie sie vor allem in Langwaffen, meist Sturmgewehren, verwendet werden.

Wurde nur an einem Ort geschossen?
Nein, die Ermittler fanden an zwei unterschiedlichen Plätzen Patronenhülsen. Einerseits direkt auf der Pferderennbahn, wo die Party stattgefunden hatte. Und dann etwas abseits davon, an einem Platz, an dem sich offenbar sogenannte Fahrende aufhalten.

Was ist damit gemeint?
In der Schweiz ist das eine gängige Bezeichnung vor allem im Behördenjargon für Personen auf der Durchreise, die nur temporäre Aufenthalte oder Standplätze beanspruchen, wie es etwa bei Sinti, Roma oder Jenischen der Fall ist. Am Montag wurde bekannt, dass auf dem Standplatz einige Personen mit ihren Wohnwagen-Gespannen geparkt hatten, als es zu dem Anschlag kam. Angeblich sei auch auf Autos mit Personen darin geschossen worden, Verletzte scheint es aber keine gegeben zu haben.

Gibt es bereits Hinweise auf das Motiv?
Nein, auch hier ist die Polizei bislang noch nicht weiter gekommen. Derzeit verfolgt sie laut eigenen Angaben drei Ermittlungsansätze: Erstens ein Terroranschlag; Zweitens ein Amoklauf; Drittens ein krimineller Hintergrund, also etwa "eine Abrechnung in einem bestimmten Milieu", wie es die Polizei beschreibt.

Wurden die Opfer gezielt getroffen?
Nein, laut Behörden spricht derzeit alles dafür, dass es sich um reine Zufallsopfer gehandelt hat. Diese stünden auch in keinem Verhältnis zueinander, sagen die Ermittler.

Gibt es Fotos oder Videos von dem Anschlag?
Ja, die Polizei hat nach eigenen Angaben mehrere Videos erhalten und sichtet diese jetzt nach Hinweisen auf den oder die Täter.

Was sagen die beteiligten Künstler?
Mehrere DJs, die an dem Abend auflegten, meldeten sich auf Instagram. DJ Pencil schrieb, er habe eine enge Freundin verloren und müsse sich nun zurückziehen. DJ Tekibo richtete Worte an das Opfer, das er persönlich kannte. Haupt-Act Henri Bergmann teilte mit, sie sei kurz vor dem Vorfall gegangen und es gehe ihr gut.

Gab es Sicherheitsvorkehrungen bei dem Rave?
Details zu den Sicherheitsvorkehrungen bei der Veranstaltung sind noch nicht bekannt. Es ist üblich, dass größere Open-Air-Events in der Schweiz Security-Personal einsetzen. Ob und wie Einlasskontrollen durchgeführt wurden, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Ist so etwas in der Schweiz ungewöhnlich?
Ja. Schießereien mit Todesopfern bei öffentlichen Veranstaltungen sind in der Schweiz äußerst selten. Das Land hat strenge Waffengesetze und eine im europäischen Vergleich niedrige Kriminalitätsrate. Der Anschlag hat für große Bestürzung gesorgt.

Gibt es Reaktionen aus der Politik?
Ja, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni meldete sich bei X zu Wort und sprach den Angehörigen der getöteten 22-Jährigen ihr tiefstes Beileid aus (siehe Links oben). Ihre Gedanken seien bei den Verletzten sowie allen Menschen, die in das Geschehen verwickelt gewesen seien. Und auch der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin drückte ebenfalls auf X seine Anteilnahme aus.

Wie geht es jetzt weiter?
Die Polizei arbeitete die ganze Nacht lang weiter, Spurensicherung und Fahndung laufen auf Hochtouren. Wie rasch es neue Erkenntnisse zum Ablauf der Tat, dem Motiv und möglichen Tätern geben wird, ist derzeit aber noch nicht klar.

Aktualisiert am 31. 8. 2026 um 11.15 Uhr

NewsFlix Redaktion
Akt. 31.08.2026 11:24 Uhr