Nach gefühlt endlosen sieben Jahren und unzähligen Streaming-Serien findet die "Krieg der Sterne"-Saga ab dieser Woche endlich auch auf der Kinoleinwand ihre Fortsetzung: "Star Wars: The Mandalorian and Grogu" schreibt die Geschichte der Sternenkrieger fort.

Jahrzehntelang schien das Kino-Universum von "Star Wars" klar geordnet: drei Trilogien, neun Episoden, die Geschichte der Skywalkers. Doch parallel dazu entstand ein zweiter Kosmos – voller Experimente, Nebenfiguren und riskanter Ausflüge in die Galaxis weit, weit entfernt. Manche dieser Filme wurden Kult, andere scheiterten spektakulär. Gemeinsam zeigen sie jedoch, wie wandelbar "Star Wars" außerhalb seiner Hauptsaga geworden ist.
Den Anfang machte bereits 1978 das "The Star Wars Holiday Special". Die TV-Sendung, in der Chewbaccas Familie ein intergalaktisches Feiertagsfest begeht, gilt bis heute als einer der bizarrsten Auswüchse der Popkultur. Kritiker verrissen das Special, George Lucas distanzierte sich später davon. Trotzdem entwickelte sich das Werk gerade wegen seiner Absurdität zum Mythos unter Fans.
Es folgten die beiden familienfreundlichen "Ewok"-Filme der 1980er Jahre: "Die Ewoks – Karawane der Tapferen" "Ewoks: Kampf um Endor". Sie erzählten kleinere Abenteuer auf dem Waldmond Endor und richteten sich deutlich an jüngere Zuschauer. Während Puristen die Filme oft belächelten, bewahrten sie das Franchise in einer Zeit am Leben, in der neue Kinofilme in weiter Ferne lagen.
Einen deutlich ambitionierteren Schritt wagte "Star Wars"-Schöpfer George Lucas 2008 mit "Star Wars: The Clone Wars". Der Animationsfilm diente als Auftakt für die gleichnamige Serie und wurde zunächst skeptisch aufgenommen. Viele Kritiker empfanden die Animationen als gewöhnungsbedürftig und die Handlung als dünn. Erst Jahre später wandelte sich die Wahrnehmung: Die Serie entwickelte sich zu einem der beliebtesten Erzählstränge des gesamten "Star-Wars"-Kosmos.
Mit dem Verkauf der Produktionsfirma Lucasfilm an Disney begann schließlich die Ära der Anthologie-Filme. 2016 erschien "Rogue One: A Star Wars Story" – düster, kriegerisch und überraschend ernst. Der Film erzählt die Vorgeschichte zum Diebstahl der Todesstern-Pläne und endete für ein Mainstream-Blockbuster-Franchise ungewöhnlich tragisch. Viele Fans lobten die rauere Tonlage und die Anbindung an die klassische Trilogie. Bis heute gilt "Rogue One" vielen als stärkster "Star-Wars"-Film außerhalb der Hauptreihe.

Anders verlief die Reise von "Solo: A Star Wars Story". Die Vorgeschichte des Schmugglers Han Solo entstand unter turbulenten Bedingungen: Regisseure wurden ausgetauscht, Nachdrehs verschlangen Millionen. Zwar wurde der Film später von vielen Zuschauern als solides Weltraumabenteuer rehabilitiert, doch an den Kinokassen blieb "Solo" hinter den Erwartungen zurück.
Parallel dazu verschob sich das kreative Zentrum von "Star Wars" zunehmend vom Kino zum Streaming. Serien wie "The Mandalorian" bewiesen, dass die Galaxis auch jenseits der Jedi funktionieren konnte. Besonders die Figur Grogu – von Fans meist schlicht Baby Yoda genannt – wurde zu einem globalen Popkulturphänomen. Die Serie verband Western-Ästhetik mit nostalgischem "Star-Wars"-Gefühl und gewann selbst Zuschauer zurück, die sich von den späten Kinofilmen entfremdet hatten.
Nun kehrt dieses Serienuniversum zurück auf die große Leinwand. Mit "Star Wars: The Mandalorian and Grogu" setzt man erstmals konsequent auf Figuren, die ursprünglich für Streamingproduktionen geschaffen wurden. Der Film markiert damit einen Wendepunkt: "Star Wars" erzählt seine Geschichten längst nicht mehr nur entlang der Skywalker-Dynastie, sondern aus einem verzweigten Universum heraus, das Serien, Einzelabenteuer und Kinofilme miteinander verschmelzen lässt.
"Star Wars: The Mandalorian and Grogu" startet diese Woche in den heimischen Kinos – möge die Macht mit Ihnen sein!

Worum es geht Die Zeit nach dem Fall des Imperiums ist alles andere als ruhig: In der weit entfernten Galaxis kämpfen verstreute Kriegsherren weiter um Macht, während die junge Neue Republik versucht, wieder so etwas wie Ordnung herzustellen. Genau in diese fragile politische Situation geraten der Mandalorianer Din Djarin (Stimme in der OV: Pedro Pascal) und sein kleiner Begleiter Grogu.
Der ehemalige Kopfgeldjäger arbeitet mittlerweile für die Neue Republik und wird gemeinsam mit Grogu auf eine Mission geschickt: Dabei sollen sie die Überreste des Imperiums und deren neue Machtstrukturen aufspüren. Unterstützt wird das Duo unter anderem von Colonel Ward (Sigourney Weaver), einer ranghohen Vertreterin der Neuen Republik.
Im Verlauf der Geschichte reisen sie durch verschiedene Regionen der Galaxis, treffen auf alte und neue Verbündete und bekommen es außerdem mit dem Hutt-Erben Rotta, dem Sohn von Jabba, zu tun, der entführt wurde und den sie retten sollen.
Lohnt sich das? Regie bei "The Mandalorian and Grogu" führte, wie schon bei der "Mandalorian"-Serie, Jon Favreau, der gemeinsam mit Dave Filoni auch das Drehbuch schrieb. Das gibt bereits die Richtung des ersten großen Star Wars-Kinofilms seit sieben Jahren vor und Hardcore-Fans sollten sich dessen bewusst sein: Das hier ist weniger ein eigenständiger Film, als vielmehr eine etwas teurer produzierte Serien-Episode fürs Kino.
Auf der Habenseite steht das, was "The Mandalorian" schon als Serie erfolgreich gemacht hat: Die Dynamik zwischen dem Mandalorian und seinem süßen, kleinen Begleiter Grogu, der inzwischen längst zur Meme-Ikone avancierte. Visuell liefert der Film das, was man von moderner Star Wars-Optik erwartet: aufwendige Sets, sehenswerte Effekte, Space-Western-Atmosphäre und solide Actionsequenzen.
Bei vielen bisherigen Kritiken zum Film hält sich die Begeisterung insgesamt aber in Grenzen: Die Geschichte bleibe eher dünn und generisch und biete zu wenig Neues für einen Kinofilm, der zwar unterhaltsam, aber erzählerisch unambitioniert sei. Dementsprechend ist auch die aktuelle Bewertung bei der Plattform Rotten Tomatoes mit 60 Prozent eher durchschnittlich.
Unterm Strich gilt: Wer die Serie "The Mandalorian" mag, bekommt hier eine größere, lautere Version davon und wird happy damit sein. Wer eine neue große, epische Star-Wars-Vision erwartet, wird eher enttäuscht aus dem Kinosaal gehen.
"Star Wars: The Mandalorian and Grogu", Science-Fiction, Fantasy. USA 2026, 132 Minuten, ab 20. Mai im Kino

"In the Grey"
Eine verdeckte Eliteeinheit rund um die Vermittlerin Rachel (Eiza González) wird mit ihren beiden "Problemlösern" Sid und Bronco (Henry Cavill und Jake Gyllenhaal) in eine gefährliche Mission hineingezogen: Ziel ist es, einen milliardenschweren Raubzug eines skrupellosen Geschäftsmannes rückgängig zu machen. Auf einer streng bewachten Privatinsel läuft die Operation jedoch schnell aus dem Ruder: Ein hochriskantes Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem Machtinteressen und Loyalitäten ständig wechseln.
More of the same von Regisseur Guy Ritchie: Der kehrt mit "In the Grey" einmal mehr ins Actionfach zurück und bleibt dabei seinem Stil treu. Wer schnelle Schnitte, wenig Handlung, ultracoole Figuren und stilisierte Gewalt mag, wird auch damit zufrieden sein.
"In the Grey", Action. USA/GB 2025, 98 Minuten, ab 21. Mai im Kino
"Die Legende des Wüstenkindes"
Abenteuerkino für die ganze Familie von Tierfilmspezialist Gille de Maistre ("Mia und der weiße Löwe", "Ella und der schwarze Jaguar"): Die 14-jährige Sun (Neige de Maistre, die Tochter des Regisseurs) macht sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter einer alten Geschichte über einen Buben, der in der Sahara von Straußen aufgezogen wurde. Bei ihrer Reise in die Wüste begegnet sie dem Nomadenmädchen Kharouba. Gemeinsam erkennen sie, dass die Geschichte vom Wüstenjungen weit mehr als ein Märchen ist.
De Maistre verbindet in seinem neuen Film märchenhafte Elemente mit klassischem Coming-of-Age-Kino. Visuell überzeugen die beeindruckenden Wüstenlandschaften und Tieraufnahmen.
"Die Legende des Wüstenkindes", Abenteuer. F/BEL 2026, 92 Minuten, ab 21. Mai im Kino
"Vivaldi und ich"
Barock trifft Emanzipation: Im Venedig des 18. Jahrhunderts entdeckt eine junge Geigerin (Tecla Insolia) unter Antonio Vivaldi (Michele Riondino) ihre eigene Stimme – musikalisch wie persönlich. Opernregisseur Damiano Michieletto macht daraus kein trockenes Kostümdrama, sondern ein sinnliches Musikmärchen a la "Vier Jahreszeiten". "Vivaldi und ich" feierte seine Weltpremiere 2025 beim Toronto Film Festival und konnte auch bei anderen Festivals einige Preise gewinnen.
"Vivaldi und ich", Historiendrama. F/ITA 2025, 110 Minuten, ab 22. Mai im Kino
"Ich verstehe Ihren Unmut"
Die Objektleiterin einer Reinigungsfirma (Sabine Thalau) versucht täglich, zwischen Personalmangel, unfairen Arbeitsbedingungen und den Beschwerden der Kundschaft irgendwie die Kontrolle zu behalten. Das deutsche Drama von Kilian Armando Friedrich ist recht nüchtern inszeniert, aber ziemlich nah an der Realität vieler prekärer Jobs – Stichwort "am Limit funktionieren". Seine Weltpremiere feierte der Film auf der Berlinale 2026, danach lief er auch noch auf weiteren Festivals wie kürzlich beim Crossing Europe in Linz.
"Ich verstehe Ihren Unmut", Drama. D 2026, 93 Minuten, ab 22. Mai im Kino
"Eagles of the Republic"
Neuer Film von "Die Kairo Verschwörung"-Regisseur Tarik Saleh: Ein Schauspieler (Fares Fares) soll in einem Propagandafilm den ägyptischen Präsidenten spielen – und gerät dabei immer tiefer in ein gefährliches Machtspiel. Düster, spannend und politisch brisant.
"Eagles of the Republic", Politthriller. DK/FIN/F/SWE 2025, 129 Minuten, ab 21. Mai im Kino
"Gavagai"
Während der Dreharbeiten zu einer radikalen "Medea"-Verfilmung im Senegal beginnt Schauspielerin Maja (Maren Eggert) eine Affäre mit ihrem Co-Star Nourou (Jean-Christophe Folly). Monate später treffen sich beide bei der Premiere in Berlin wieder, wo ein rassistischer Zwischenfall alte Gefühle und ungelöste Konflikte sofort wieder hochkochen lässt. Ulrich Köhlers neuer Film befasst sich mit Privilegien, Projektionen und der Frage, wer eigentlich das Recht hat, wessen Geschichte zu erzählen. Lief bereits bei der Viennale.
"Gavagai", Satire. D/F 2025, 91 Minuten, ab 22. Mai im Kino
"The North"
Die Freunde Chris und Luis (Bart Harder, Carles Pulido) begeben sich auf eine 600 Kilometer lange Wanderung durch die schottischen Highlands, um an alte Zeiten anzuknüpfen, aber merken bald, dass sie emotional deutlich mehr Gepäck dabei haben als Ausrüstung: Intensive Studie über Freundschaft und verdrängte Konflikte vor sehenswerten Naturaufnahmen.
"The North", Indie-Drama. NL 2025, 130 Minuten, ab 22. Mai im Kino
"Miss Moxy"
Die Katze Miss Moxy ist ganz schön eingebildet und will wenig mit ihren Artgenossen zu tun haben. Doch als die ehrgeizige Vermieterin Rita mit ihr die TV-Show "Animals Got Talent" gewinnen will und sie deshalb einsperrt, ist Moxy plötzlich auf Hilfe angewiesen. Mit Mühe kann sie entkommen und am Weg zurück zu ihrer Familie schließt sie sich widerwillig dem chaotischen Hund Brute und der klugen Schwalbe Ayo an. Dabei lernt Moxy, Vorurteile loszulassen, mutiger zu werden und echte Freundschaften zu schätzen.
"Miss Moxy", Animation, Kinderfilm. BEL/F/NL 2022, 90 Minuten, ab 22. Mai im Kino