Nach nur einem Jahr ändert die Supermarktkette Billa schon wieder ihr Rabatt-System. Die beliebten Rabattpickerln sind seit diesem Donnerstag Geschichte, dafür gibt es jetzt Rabatt-Bons. Was dadurch für die Kunden besser werden soll – der große Rabatt-Überblick.

Eine außertourliche Nachtschicht mussten hunderte Billa-Mitarbeiter in ganz Österreich von Mittwoch auf Donnerstag, den 24. September, einlegen. Denn es galt, die Filialen fit für die jüngste Rabatt-Offensive der Supermarktkette zu machen.
Dafür mussten an bis zu 3.000 verschiedenen Produkten, deren Verkaufspreis gesenkt worden ist, die Preisauszeichnungen geändert werden. Zusätzlich wurden knallgelbe Hinweispfeile mit der Aufschrift "Immer Clever-Preis" bei jedem neuen, billigeren Preis angebracht, um die Kunden auf die gesunkenen Verkaufspreise aufmerksam zu machen.
In einem weiteren Arbeitsschritt wurden sämtliche Kassen daraufhin umgestellt, dass sie ab sofort die Strichcodes der neuen Rabatt-Bons "lesen" können. Denn anstatt der beliebten Rabattpickerln gibt es nun jede Woche neue Rabatt-Bons für Kunden, die diese bei der Kassa gegen einen 25-Prozent-Rabatt auf ein bestimmtes Produkt eintauschen können.
Wie die neuen Rabatt-Bons im Detail funktionieren, welche Vorteile sich daraus für die Kunden ergeben und was es mit den neuen "Immer Clever-Preis"-Produkten auf sich hat – alle wichtigen Änderungen bei Billa und Billa Plus im Überblick:

Worum geht es?
Der deutsche Handelskonzern REWE, zu dem neben Bipa, ADEG und Penny vor allem die Supermarktkette Billa (inklusive Billa Plus) gehört, ändert ab dem 24. September erneut seine Rabatt-Strategie. Die beliebten Rabattpickerln, die erst vor einem Jahr wieder eingeführt worden sind und die es Woche für Woche in Postwurfsendungen oder als Beilage etwa zu Tageszeitungen wie Heute gab, sind ab sofort Geschichte. Stattdessen verteilt Billa künftig Rabatt-Bons, die Kunden bei der Supermarktkasse einlösen können.
Was ist der Unterschied?
Zunächst einmal die Haptik: Die Bons sind aus Papier und können an einer Falz abgerissen werden. Was ihnen fehlt, ist die Klebefläche – die Bons werden nicht mehr auf die Produkte geklebt, für die man damit einen 25-Prozent-Rabatt bekommt.
Wie funktioniert das stattdessen?
Die neuen Rabatt-Bons funktionieren so, dass man sie der Kassenkraft gibt und diese sie mit ihrer Kasse scannt – die Bons haben einen Strichcode auf der Rückseite. Die Kassa zieht dann automatisch 25 Prozent vom Preis des teuersten rabattfähigen Produktes in diesem Einkauf für den ersten Rabatt-Bon ab. Für den zweiten Rabatt-Bon werden 25 Prozent vom zweitteuersten Produkt abgezogen usw.
Was ist daran neu?
Man muss nicht mehr selbst entscheiden, für welche Produkte man die Rabatt-Bons angewendet haben will, die Kassa übernimmt quasi das Denken für einen und zieht automatisch beim teuersten Rabatt-fähigen Produkt die 25 Prozent ab.
Kann ich es mir trotzdem weiterhin aussuchen und die Rabatt-Bons auch bei einem Produkt anwenden, das vielleicht nicht das Teuerste in meinem Einkauf ist?
Nein, das geht jetzt nicht mehr. Wer seinen 25-Prozent-Rabatt auf ein bestimmtes Produkt angewendet haben möchte, muss dieses Produkt gesondert bezahlen und bei diesem Zahlvorgang seinen Rabatt-Bon zum Abzug bringen.
Warum wurde das geändert?
Es gab den Wunsch sowohl bei den Kunden als auch bei Billa-Mitarbeitern, erklärt man bei REWE den Strategiewechsel. Bislang sei es immer wieder vorgekommen, dass Kunden erst während des Kassiererens entschieden haben, wo sie ihre Rabattpickerln aufkleben möchten bzw. in letzter Sekunde noch geswitcht haben, weil sie gesehen haben, dass ein anderes Produkt doch teurer ist und sie dort mehr Rabatt bekommen können. Dadurch sei immer wieder viel Zeit verloren gegangen, die man jetzt mit dem neuen System einspart.

Muss ich Mitglied im Jö-Vorteilsclub sein und die Jö-App am Handy haben, um die Rabatt-Bons nutzen zu können?
Nein, wie schon bei den Rabattpickerln, ist es auch bei den Rabatt-Bons nicht notwendig, die Jö-App zu haben, de Rabatt wird auf jeden Fall abgezogen. Der Vorteil der Jö-App liegt wie gehabt darin, dass man dadurch zusätzliche Rabatt-Aktionen per Post oder Mail erhält.
Was passiert mit den Rabatt-Bons, wenn sie gescannt worden sind?
Die Kassenkräfte sind angehalten, diese einzukassieren. So soll garantiert werden, dass jeder Rabatt-Bon auch wirklich nur einmal eingesetzt wird. Bei den Rabattpickerln war es ja immer wieder so, dass Kunden diese nach dem Einkauf von den Produkten wieder abgelöst und später erneut eingesetzt haben. Das will man mit dem neuen System unterbinden.
Und wenn die Kassenkraft vergisst, die Rabatt-Bons zu behalten? Kann man sie dann trotzdem wieder verwenden, oder verlieren sie durch das Scannen ohnedies ihre Gültigkeit?
Sollten die Rabatt-Bons irrtümlich nicht einkassiert werden, so kann man sie beim nächsten Einkauf wieder verwenden, sie verlieren nicht ihre Gültigkeit.
Ist das auch sicher? Oder könnte es beim nächsten Einkauf zu einer peinlichen Situation kommen, wenn ein Rabatt-Bons zuvor bereits gescannt worden ist?
Nein, diese Gefahr besteht nicht. Wer genau schaut, sieht, dass alle Rabatt-Bons eines Bogens auf der Rückseite denselben Strichcode haben – erkennbar an der immer gleichen Nummer unterhalb des Strichcodes. Das bedeutet, die Bons werden durch das Scannen nicht entwertet und man kann sie in der Woche ihrer Gültigkeit immer wieder einsetzen – theoretisch.

Wo sehe ich, in welcher Woche die Bons gültig sind?
Das ist auf der Vorderseite aufgedruckt, so wie schon bisher bei den Pickerln.
Wie viele Rabatt-Bons darf man pro Einkauf einlösen?
Hier hat es eine Änderung gegeben. Statt wie bisher nur drei Pickerln pro Einkauf, dürfen ab sofort vier Bons pro Einkauf eingelöst werden. Drei Bons, die für sämtliche Produkte gelten und einer, der speziell für eine bestimmte Produktkategorie oder Handelsmarke gilt. In der ersten Woche gilt der vierte Bon zum Beispiel für Produkte der Billa-Eigenmarke Simpy Good.
Ändert sich etwas an den Produktkategorien, für die die übrigen drei Rabatt-Bons eingesetzt werden dürfen?
Nein, so wie bisher bei den Pickerln, können diese für sämtliche Produktkategorien verwendet werden, also auch Nicht-Lebensmittel wie Wasch- und Reinigungsmittel, Tierfutter oder Ähnliches. Welche Produkte von den Bon-Rabatten ausgeschlossen sind, steht wie immer auf der Rückseite der Bögen, die sich in den Postwürfen oder auf den Zeitungen befinden.

Hat es hier eine Änderung gegeben?
Ja, eine gravierende. Denn ab dem 24. September gibt es eine neue Preis-Kategorie in allen Billa-Filialen: die "Immer Clever-Preise".
Was sind "Immer Clever-Preise"?
Unter diesem Begriff wurden etwa 3.000 verschiedene Produkte aus dem gesamten Billa-Sortiment ausgewählt. Für diese Produkte sollen ab sofort nur mehr Preise gelten, die vergleichbar sind mit den niedrigsten Preisen für vergleichbare Produkte in Diskont-Supermärkten wie Hofer oder Lidl.
Und weiter?
Da man sich hier aber somit ohnedies bereits am untersten Ende der Preisgestaltung befände, so die Verantwortlichen bei Billa, sind auf diese 3.000 "Immer Clever-Preise"-Produkte keine weiteren Rabatte mehr möglich, sei es durch Rabatt-Bons, "Minus 10 Prozent auf den gesamten Einkauf"-Gutscheine oder ähnliche Aktionen.

Wie setzt sich dieses "Immer Clever-Preis"-Sortiment zusammen?
Es wurde bunt gemischt zusammengestellt und besteht zu 40 Prozent aus Markenartikelprodukten und je 30 Prozent aus Produkten der Billa-Diskontmarke Clever sowie weiteren Billa-Eigenmarken (wie etwa Billa Bio, Ja! Natürlich, Hofstädter oder Billa immer gut).
Und wie erkenne ich, dass ein Produkt zur neuen "Immer Clever-Preis"-Linie gehört?
Einerseits an den neuen gelben Hinweisschildern in den Filialen. Zusätzlich wurden jetzt eigene Postwurf-Folder gestaltet und verteilt, die einige hundert der insgesamt etwa 3.000 Artikel abbilden.
Wozu wurde diese neue "Immer Clever-Preise"-Linie eingeführt?
Weil man bei REWE feststellt, dass der Absatz von Clever- und anderen Eigenmarken des Konzerns laufend zunimmt. Man führt das auf den wirtschaftlichen Druck und die gestiegenen Lebenshaltungskosten in vielen Familien zurück und wollte hier das Angebot vergrößern.