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Hantavirus auf Kreuzfahrt

Das unwürdige Tauziehen um die Passagiere der "MV Hondius"

Sie zahlten 25.000 Euro pro Person, dann trat an Bord das Hantavirus auf. Drei Menschen sind bereits gestorben, mehrere haben sich infiziert. Der Report über die chaotische Rettung, das politische Hickhack um die Opfer. Und warum einige Menschen von Bord durften.

Am Amsterdamer Flughfen Schiphol wird ein mit dem Hantavirus infizierter Passagier der "MV Hondius" unter auswändigen Sicherheitsvorkehrungen empfangen
Am Amsterdamer Flughfen Schiphol wird ein mit dem Hantavirus infizierter Passagier der "MV Hondius" unter auswändigen Sicherheitsvorkehrungen empfangenAPA-Images / AP / Peter Dejong
Martin Kubesch
Akt. 07.05.2026 00:48 Uhr

Spätestens seit Corona ist es der Albtraum aller Kreuzfahrt-Touristen: Dass es an Bord zum Ausbruch einer ansteckenden Krankheit kommt und das gesamte Schiff unter Quarantäne gestellt wird. Aussteigen unmöglich, auch für jene Passagiere, die nicht erkrankt sind.

Exakt dieses Szenario durchleben derzeit die Passagiere der "MV Hondius". Das Kreuzfahrtschiff, speziell für Reisen in arktische bzw. antarktische Breiten gebaut, wurde zum Schauplatz eines "Outbreaks", des Ausbruchs einer schweren, ansteckenden Krankheit.

Verantwortlich dafür: das gefährliche Hantavirus. Eine Infektion mit den Viren endet rein statistisch für vier von zehn Patienten tödlich.

Tatsächlich sind bereits drei Passagiere der "MV Hondius" an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorben. Weitere fünf Menschen sind erkrankt, zwei von ihnen befinden sich in kritischem Zustand.

Für die restlichen 141 Personen an Bord, Passagiere und Besatzungsmitglieder, ergibt sich daraus eine extrem unangenehme und unsichere Situation. Sie wissen nicht, ob sie infiziert sind, können aber mangels medizinischer Infrastruktur nicht getestet werden.

In den letzten Tagen stand die "MV Hondius" unter Quarantäne und musste weit ab vom Hafen von Praia auf Kap Verde anlegen
In den letzten Tagen stand die "MV Hondius" unter Quarantäne und musste weit ab vom Hafen von Praia auf Kap Verde anlegen
REUTERS/Stringer

Denn das Schiff befand sich bis zuletzt vor dem Hafen von Praia, der Hauptstadt von Kap Verde, einem winzigen Inselstaat vor der Küste Westafrikas, knapp größer als das Burgenland und für medizinische Notfälle dieser Art nicht gerüstet.

Aus dieser Konstellation heraus kam es in den vergangenen zwei Tagen zu einem politischen Hickhack darüber, wie mit der "MV Hondius" und den Menschen an Bord weiter verfahren werden soll. Unwürdiger Tiefpunkt: Mittwochnachmittag durfte ein Ambulanzjet mit einem schwer erkrankten Patienten von der "Hondius" nicht in Marokko zwischenlanden, um für den Weiterflug nach Europa aufzutanken.

Wie ein Kreuzfahrtschiff voller Vogelkundler und Naturliebhaber binnen weniger Tage zur schwimmenden Quarantänestation wurde, wie es überhaupt zu dem Hantavirus-Ausbruch an Bord kommen konnte und wie es mit dem Schiff und seinen Menschen jetzt weiter gehen soll – das muss man über die medizinische Krise auf der "MV Hondius" wissen:

Worum geht es?
An Bord des niederländischen Expeditionskreuzfahrtschiffs "MV Hondius" ist es zu einem mutmaßlichen Ausbruch des Hantavirus gekommen. Das Schiff befand sich bis Mittwochabend vor der Küste von Kap Verde, durfte dort aber nicht anlegen.

Wie ernst ist die Lage?
Sehr ernst. Internationale Gesundheitsbehörden, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO), beobachten die Lage mit großer Aufmerksamkeit. Besonders brisant ist, dass es sich um den seltenen Andes-Stamm des Hantavirus handelt, wie die WHO am Mittwoch bestätigte.

Was macht die Situation so brisant?
Es ist die einzige bekannte Variante des Hantavirus, bei der auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch gut möglich ist. Und nicht, wie bei allen anderen Hantavirus-Stämmen, vorrangig eine Übertragung von Tieren (konkret Tierausscheidungen) zum Menschen erfolgt.

Eine deutsche Patientin wird unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen von Amsterdam nach Düsseldorf überstellt
Eine deutsche Patientin wird unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen von Amsterdam nach Düsseldorf überstellt
APA-Images / dpa / Persbureau Heitink

Welche Art Kreuzfahrtschiff ist die "MV Hondius"?
Das Schiff ist knapp 108 Meter lang, verfügt über nur 80 Passagierkabinen und kann maximal 170 Gäste aufnehmen. Es wurde speziell für touristische Expeditionsfahrten in die Arktis und die Antarktis entworfen und gilt als besonders umweltfreundlich. Es wurde für den niederländischen Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions gebaut und steht seit 2019 im Dienst.

Wo war das Schiff unterwegs, als es zu dem Ausbruch kam?
Die "Hondius" war auf einer Kreuzfahrt im Südatlantik unterwegs, eine Route, die von dem Veranstalter einmal im Jahr bedient wird. Die gesamte Reise besteht aus drei Etappen, dauert insgesamt 43 Tage und führt von Argentinien über die Antarktis bis nach Kap Verde.

Was kostet dieser Spaß?
Es können einzelne Etappen oder der gesamte 43-Tage-Trip gebucht werden. Je nach Reiselänge und Kabinenklasse kostet eine Fahrt auf dieser Kreuzfahrt bis zu 25.000 Euro pro Person.

Die gesamte Reiseroute der "Hondius" von Argentinien über die Antarktis bis nach Kap Verde
Die gesamte Reiseroute der "Hondius" von Argentinien über die Antarktis bis nach Kap Verde
Oceanwide Expeditions

Wer sind die üblichen Passagiere bei solch einem Trip?
Laut Reederei sind die Gäste auf Kreuzfahrten wie dieser primär Naturliebhaber im Alter zwischen 45 und 65 Jahren. Entsprechend bunt war auch dieses Mal die Passagierliste, die Gäste an Bord kommen aus 15 verschiedenen Ländern auf vier Kontinenten. Österreicher sind allerdings weder unter den Passagieren noch unter den Crewmitgliedern.

Wie lief die Kreuzfahrt heuer ab?
Zu Beginn problemlos. Nach einem mehrtägigen Abstecher in die Antarktis, verließ die "MV Hondius" am 1. April den Hafen der argentinischen Stadt Ushuaia auf Feuerland – Ushuaia gilt als die südlichste Stadt der Welt. Über Südgeorgien ging es Richtung St. Helena, jener einsamen Insel gut 2.000 Kilometer vor der afrikanischen Küste, auf die einst Napoleon verbannt worden war.

Wann begannen die Probleme an Bord?
Bereits wenige Tage nach der Abreise. Ein älterer niederländischer Passagier erkrankte an grippeähnlichen Symptomen. Sein Zustand verschlechterte sich rapide und der Mann starb am 11. April. Das Drama wurde allerdings zunächst als natürlicher Todesfall gesehen und der Leichnam wurde bis zum Stopp auf St. Helena mitgeführt.

Wie ging es weiter?
Auf der Atlantikinsel verließ die Ehefrau des Verstorbenen mit dem Leichnam ihres Mannes das Schiff und wurde nach Südafrika geflogen. Von Johannesburg aus wollte sie zurück in die Niederlande fliegen, doch kurz vor dem Abflug verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand so stark, dass die Crew entschied, sie nicht mitzunehmen, wie KLM am Mittwoch mitteilte. Die Frau musste das Flugzeug wieder verlassen und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie einen Tag später ebenfalls starb.

Und wusste man da bereits, dass es sich um das Hantavirus handelt?
Nein, das wurde erst beim nächsten Erkrankten festgestellt, einem Briten. Er erkrankte ebenfalls schwer an Bord der "Hondius" und wurde auch von St. Helena nach Johannesburg geflogen, wo er seither auf einer Intensivstation behandelt wird. Bei ihm wurde erstmals das Hantavirus als Krankheitserreger nachgewiesen. Daraufhin wurden auch die weiteren Opfer darauf positiv getestet.

Was man über das Hantavirus wissen muss

Woher stammt es?
Als Krankheitserreger erstmals aufgefallen ist das Virus im Koreakrieg in den 1950er-Jahren, als tausende US-Soldaten an einer bis dato unbekannten Infektion der Lungen und Atemwege erkrankten. Im Labor nachgewiesen wurde das Virus aber erst in den 1970er-Jahren.

Die "MV Hondius" wurde speziell für Kreuzfahrten in der Arktis und der Antarktis gebaut
Die "MV Hondius" wurde speziell für Kreuzfahrten in der Arktis und der Antarktis gebaut
Oceanwide Expeditions
Im Inneren des auf maximal 170 Passagiere ausgelegten Kreuzfahrtschiffes herrscht gepflegte Gediegenheit
Im Inneren des auf maximal 170 Passagiere ausgelegten Kreuzfahrtschiffes herrscht gepflegte Gediegenheit
Oceanwide Expeditions

Was macht es?
Laut der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES verursacht jener Andes-Virusstamm, der bei den Erkrankten von der "Hondius" nachgewiesen worden ist, zunächst grippeartige Symptome mit Übelkeit, Erbrechen, Muskel- und Bauchschmerzen. Später kommen Husten, eine erhöhte Atemfrequenz und Atemnot dazu. Der Lungenkreislauf wird überlastet, es kommt zu Wassereinlagerungen in der Lunge und einem schnell fortschreitenden Atemnotsyndrom.

Wie gefährlich ist diese Virus-Variante?
Die Sterblichkeit liegt bei 25-40 Prozent. Das heißt, bis zu 4 von 10 Erkrankten sterben durchschnittlich daran.

Kommen Hantavirus-Infektionen auch in Österreich vor?
Ja, und zwar öfter, als man denkt. 2025 gab es 32 Fälle, 2023 waren es 97. Im Jahr 2021 waren es 233 und 2019 sogar 276 Fälle.

Wie wird das Hantavirus übertragen?
Die meisten Virenstämme werden über den Speichel oder die Fäkalien von infizierten Nagetieren wie Mäusen oder Ratten übertragen. Der Andes-Stamm ist der einzige bekannte Stamm, der direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, und zwar durch Nähe und den Austausch von Körperflüssigkeiten.

Ist Hanta so ansteckend wie Corona?
Nein, das tatsächliche Risiko einer Infektion ist gering. Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, bestätigte dies am Montag und fügte hinzu: "Es besteht kein Grund zur Panik oder zur Verhängung von Reisebeschränkungen." Der Hauptunterschied liegt in der hohen Ansteckungsfähigkeit des Coronavirus: Jede infizierte Person steckte in der Pandemie im Durchschnitt drei weitere Personen an. Diese Basisreproduktionszahl des Hantavirus ist praktisch null.

Aber wie kam das Virus dann an Bord und konnte sich so rasch verbreiten?
Diese Frage versuchen die Gesundheitsbehörden gerade mit Hochdruck zu klären. Aktuell wird angenommen, dass die ersten Opfer der Infektion, das ältere niederländische Ehepaar, sich bereits in Argentinien infiziert haben könnten und das Virus mit aufs Schiff gebracht haben. Eine Bestätigung dafür steht allerdings bislang noch aus.

Ein Schweizer Passagier der "Hondius", der einige Tage früher von Bord gegangen war, meldete sich selbst mit Hantavirus-Symptomen im Zürcher Universitätsspital
Ein Schweizer Passagier der "Hondius", der einige Tage früher von Bord gegangen war, meldete sich selbst mit Hantavirus-Symptomen im Zürcher Universitätsspital
REUTERS/Denis Balibouse

Wie lange ist die Inkubationszeit beim Hantavirus?
Die kann zwischen einer und sechs Wochen liegen, so Maria Van Kerkhove, Direktorin für Epidemie- und Pandemieprävention der WHO.

Gibt es eine Impfung gegen Hanta?
Derzeit gibt es keine spezifische Behandlung für Hantavirus-Infektionen, es werden die Symptome der Infektion behandelt. Daher ist die Früherkennung durch Symptomüberwachung und umgehende medizinische Versorgung entscheidend, um eine Verschlechterung des Patientenzustands zu verhindern und die Patienten auf die Intensivstation zu verlegen, bevor es zu schwerem Atemversagen kommt.

Wie viele Opfer forderte der Hantavirus-Ausbruch an Bord der "Hondius" bislang?
Derzeit geht die WHO von insgesamt acht Opfern aus, von denen drei gestorben sind und sich zwei in kritischem Zustand befinden.

Wer sind die bisherigen Opfer der Hantavirus-Infektion?

  • Ein älteres niederländisches Ehepaar. Der Mann erkrankte wenige Tage nach Beginn der Kreuzfahrt und starb am 1. April. Seine Ehefrau wurde in Südafrika in ein Krankenhaus eingeliefert und starb zwei Wochen nach ihrem Mann.
  • Eine Frau aus Deutschland starb am 2. Mai, als das Schiff kurz vor seinem Zielhafen auf Kap Verde war.
  • Eine ebenfalls deutsche Kontaktperson der dritten Verstorbenen zeigt zwar bislang keine Symptome, wurde aber dennoch mittlerweile über Amsterdam nach Düsseldorf in eine Klinik gebracht.
  • Ein Brite wurde nach Südafrika geflogen und liegt seither dort in kritischem Zustand in einer Intensivstation.
  • Ein weiterer Brite wurde am Mittwoch mit Symptomen nach Amsterdam geflogen.
  • Der niederländische Schiffsarzt der "Hondius" zeigt schwere Symptome wurde ebenfalls am Mittwoch nach Amsterdam geflogen.
  • Und in Zürich meldete sich ein Schweizer mit Symptomen, der mit seiner Frau ebenfalls auf der "Hondius" war, aber beim Landgang auf St. Helena von Bord ging und heimflog. Auch bei ihm wurde das Hantavirus diagnostiziert.

Hat das Schweizer Ehepaar als einzige das Schiff vorzeitig verlassen?
Nein, insgesamt 23 Personen verließen die "Hondius" am 21. April auf St. Helena. Die WHO hat allerdings erst am 3. Mai damit begonnen, diese Passagiere über die niederländische Reederei zu kontaktieren und zu informieren. Sie alle könnten theoretisch das Virus in sich tragen und verbreiten.

Die Passagiere der "Hondius" wurden am 11. April vom Kapitän über den Todesfall an Bord informiert (Symbolbild)
Die Passagiere der "Hondius" wurden am 11. April vom Kapitän über den Todesfall an Bord informiert (Symbolbild)
Oceanwide Expeditions

Wo sind die übrigen Passagiere und Besatzungsmitglieder der "Hondius"?
Nach wie vor auf dem Schiff. Sie dürfen es nicht verlassen, das gesamte Schiff steht unter Quarantäne.

Wie geht es mit den übrigen Passagieren der "Hondius" weiter?

Wo steht das Schiff unter Quarantäne?
Seit dem 3. Mai lag das Kreuzfahrtschiff vor dem Hafen von Praia, der Hauptstadt von Kap Verde, vor Anker. Die Position vor Kap Verde galt dabei als logistischer Kompromiss: Das Schiff befand sich außerhalb dicht besiedelter Hafenbereiche, bleibt aber zugleich in Reichweite medizinischer und logistischer Unterstützung. Doch Mittwochabend setzte sich die "Hondius wieder in Bewegung.

Ein Screenshot von vesselfinder.com zeigt die "Hondius" wenige Minuten nach ihrer Abfahrt von Kap Verde Richtung Teneriffa
Ein Screenshot von vesselfinder.com zeigt die "Hondius" wenige Minuten nach ihrer Abfahrt von Kap Verde Richtung Teneriffa
Screenshot vesselfinder.com

Und zwar wohin?
In Richtung der spanischen Kanareninsel Teneriffa. Dort soll die "MV Hondius am 9. Mai im Hafen von Granadilla de Abona eintreffen.

Wie geht es danach weiter?
Der Plan ist, dass die verbliebenen Passagiere von Gesundheitsbeamten empfangen und zum Flughafen im Süden der Insel gebracht werden. Von dort sollen sie in ihre Heimatländer zurückgegebraht werden. Die 14 spanischen Passagiere an Bord werden nach Madrid gebracht und dort in einem Militärkrankenhaus unter Quarantäne gestellt.

Was ist mit den Bürgern der anderen Länder?
Das haben diese Länder zu entscheiden, wie mit ihren Bürgern verfahren werden soll. Theoretisch könnte jeder Passagier der "Hondius" das Hantavirus in sich tragen. Obwohl die spanischen Behörden am Mittwoch erklärten, dass sämtliche an Bord verbliebenen Passagiere bislang symptomfrei sind.

Aber das klingt doch nach einer praktikablen Lösung, oder?
Nur wenn man außer Acht lässt, dass dieser Entscheidung jetzt ein tagelanges politisches Hickhack vorausgegangen ist. Denn die Inselbehörden der Kanaren sind alles andere als erfreut darüber, dass das Quarantäneschiff jetzt bei ihnen anlanden darf.

Wer hat das entschieden?
Die Zentralregierung in Madrid, in Abstimmung mit der WHO. Man beruft sich dabei auf Artikel 44 der Internationalen Gesundheitsvorschriften, der alle Mitgliedstaaten zur Unterstützung in Notlagen im Bereich der öffentlichen Gesundheit wie dieser verpflichtet. Sie argumentiert, dass die Kanarischen Inseln "der nächstgelegene Hafen mit den notwendigen technischen Kapazitäten" seien, um den Betroffenen zu helfen.

Und was war mit Kap Verde? Wäre das dort nicht möglich gewesen?
Nein, offenbar nicht. Die WHO habe erklärt, dass Kap Verde diesen Einsatz nicht selbst durchführen könne, so Spaniens Regierung. Die Kanarischen Inseln seien deshalb der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten. Spanien habe zudem eine "moralische und rechtliche Verpflichtung", diesen Menschen zu helfen.

Stemmte sich mit aller Macht gegen die Order aus Madrid, dass die "Hondius" auf Teneriffa landen darf: Insel-Präsident Fernando Clavijo Batlle
Stemmte sich mit aller Macht gegen die Order aus Madrid, dass die "Hondius" auf Teneriffa landen darf: Insel-Präsident Fernando Clavijo Batlle
REUTERS/Yves Herman

Aber besteht denn die reelle Gefahr einer Ansteckung durch die verbliebenen Passagiere?
Sie ist nach allem statistischem Ermessen verschwindend gering, aber nicht auszuschließen, sollte tatsächlich noch jemand das Virus in sich tragen. Auf den Kanaren hat man aber vor allem Angst, dass es sich negativ auf den Tourismus auswirken könnte, wenn eine der Inseln den Ruf als "Seucheninsel" bekäme. Insel-Präsident  stellte sich deshalb mit aller Macht gegen die Entscheidung aus Madrid, bis sich die "Hondius" Mittwochabend letztlich doch in Richtung "seiner Inseln" in Bewegung setzte.

Aber das ist doch sehr unrealistisch …
Ängste sind diffus. Bestes Beispiel: Einer der Ambulanzjets, die am Mittwoch insgesamt drei am Hantavirus Erkrankte von der "Hondius" nach Amsterdam bringen sollten, musste auf dem Rückweg zwischenlanden, um aufzutanken. Das sollte eigentlich in Marrakesch geschehen, doch die marokkanischen Behörden verweigerten kurzerhand die Einfluggenehmigung.

Wo wurde stattdessen getankt?
Der Jet wurde nach Gran Canaria auf den Kanaren umgeleitet. Dort durfte er aber auch nur kurz stoppen, um Kerosin nachzufüllen. Und die Türen des Jets mussten die ganze Zeit über geschlossen bleiben, bis er schließlich wieder Richtung Niederlande abhob.

Martin Kubesch
Akt. 07.05.2026 00:48 Uhr