Meryl Streep kehrt zu ihrer Paraderolle als strenge Magazinchefin zurück. Dass sie 20 Jahre älter geworden ist, merkt man ihr (und den anderen) kaum an. "Der Teufel trägt Prada 2" ist zeitlos gut, auch weil Teil 2 eine Kopie von Teil 1 ist. Ab dieser Woche neu in den Kinos!

Als "Der Teufel trägt Prada" 2006 in die Kinos kam, traf er einen Nerv – und das mit erstaunlicher Präzision. Der Film, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Lauren Weisberger, entfaltete seine Wirkung nicht nur durch Glamour und Mode, sondern vor allem durch seine bissige Beobachtung der Arbeitswelt.
Weisberger hatte selbst als Assistentin bei der legendären Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour gearbeitet – Erfahrungen, die sie literarisch verarbeitete. Diese Nähe zur Realität verlieh der Geschichte Authentizität. Im Film wurde daraus das Porträt der jungen Journalistin Andy, die sich im Haifischbecken eines Modemagazins behaupten muss.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die Besetzung: Meryl Streep als eiskalte Chefredakteurin Miranda Priestly lieferte eine Performance, die zwischen Faszination und Furcht oszillierte. Ihre Darstellung brachte ihr eine Oscar-Nominierung ein und wurde schnell ikonisch. Gleichzeitig sorgte Anne Hathaway als überforderte Assistentin für Identifikationspotenzial.
Rückblickend war "Der Teufel trägt Prada" mehr als nur eine Komödie – er wurde zu einem kulturellen Referenzpunkt. Zitate, Looks und Figuren sind bis heute Teil der Popkultur. Sein Erfolg erklärt sich aus dieser seltenen Balance: Unterhaltung mit Biss, erzählt aus einer Perspektive, die zugleich Insiderwissen und universelle Erfahrung vereint.
Nun, 20 Jahre später, startet endlich "Der Teufel trägt Prada 2". Und noch einmal sind alle Charaktere von damals mit dabei, allen voran Meryl Streep und Anne Hathaway. Wie es zu dem Film kam und was davon zu halten ist, lesen Sie hier!
Außerdem diese Woche neu im Kino: Das magische Abenteuer "Der Wunderweltenbaum" nach den Büchern von Enid Blyton – sehenswert für Jung und Alt! Kommen sie gut durch das verlängerte Kino-Wochenende!

Worum es geht Fast 20 Jahre sind seit den Ereignissen des ersten Films vergangen. Andy Sachs (Anne Hathaway) schreibt inzwischen für den New York Vanguard. Kurz vor der Verleihung eines Preises für ihre Arbeit wird sie unerwartet gekündigt. Zum Glück hat sie gute Connections von früher: Der Besitzer des Modemagazins Runway gibt Andy einen neuen Job – wo es zum Wiedersehen mit der immer noch aktiven Chefredakteurin Miranda Priestly (Meryl Streep) kommt.
Deren einflussreiches Modemagazin und sie stehen vor der wohl größten Herausforderung: Das traditionelle Magazin-Geschäft gerät zunehmend unter Druck, sinkende Anzeigeneinnahmen, schwindende Relevanz und der unaufhaltsame Aufstieg digitaler Medien stellen Mirandas altbewährte Methoden auf eine harte Probe.
Gemeinsam sehen sich die beiden Frauen zudem mit einer weiteren zentralen Figur aus der Vergangenheit konfrontiert: Emily Charlton (Emily Blunt). Die einstige erste Assistentin Mirandas hat sich zu einer einflussreichen Führungskraft in einem großen Luxusgüter-Konzern entwickelt und verfügt über genau jene Werbebudgets und Verbindungen, die Runway möglicherweise retten könnten …
Lohnt sich das? "Der Teufel trägt Prada 2" ist ein weiteres spätes Sequel, dessen Zustandekommen keine leichte Geburt war und sich vor allem durch den Trend zu solchen Stoffen erklärt. Jahrelang lehnten die Darstellerinnen rund um Meryl Streep eine Fortsetzung ab. Und so dauerte es ganze 20 Jahre, bis das durch die Herrschaft von US-Vogue-Chefin Anna Wintour inspirierte Porträt der Mode- und Magazin-Branche in die zweite Runde gehen konnte. Regie führt erneut David Frankel, das Drehbuch stammt von Aline Brosh McKenna.
Bereits die ersten Trailer lösten einen kleinen Hype aus und stellten gleich mehrere Rekorde für das produzierende Studio 20th Century ein. Allerdings gab es auch Kritik: Manche Fans bemängelten den sterilen "Netflix-Look" der ersten Bilder.

Kritiken bescheinigen "Der Teufel trägt Prada 2" das Bemühen, die Erzählung weiterzuspinnen. Allerdings sei "der gleiche Film nochmals" gedreht worden.
Am besten gelingen die Spitzen gegen die Reichen und Schönen und deren teils absurdes Luxusleben, sonst bietet das Sequel wenig Neues. Darüber können auch Gastauftritte von Donatella Versace bis Lady Gaga nicht hinwegtäuschen.
"Der Teufel trägt Prada 2", Komödie. USA 2026, 120 Minuten, ab 30. April im Kino

Worum es geht Nachdem die brillante Elektroingenieurin Polly Thompson (Claire Foy) ihren Job verliert – sie weigert sich, einen KI-Kühlschrank zu entwickeln, der seine Nutzer ausspioniert –, zieht sie mit ihrem Mann Tim (Andrew Garfield) und den drei Kids Beth, Fran und Joe von London aufs Land in eine baufällige Scheune, wo sie vom Tomatenanbau leben wollen.
Während die Eltern mit finanziellen und familiären Problemen kämpfen, entdecken die Kinder im nahegelegenen verzauberten Wald den bis in die Wolken ragenden Wunderweltenbaum. Trotz Tims Warnungen, sich von dort fernzuhalten, forschen sie weiter und finden heraus, dass dieser Baum sie in fantastische Länder teleportieren kann.
Dort leben skurrile und liebenswerte Wesen wie die Fee Seidenhaar (Nicola Coughlan), Mondgesicht (Nonso Anozie) und der Pfannenmann. Über den Baum geraten die Geschwister in fantastische Abenteuer – und schließlich auch in das Reich der strengen Schuldirektorin Madame Klaps (Rebecca Ferguson).
Lohnt sich das? Die Geschichte des Films basiert auf der klassischen Kinderbuch-Reihe "The Faraway Tree" der britischen Autorin Enid Blyton ("Fünf Freunde"-Reihe). Die vier Bücher erschienen zwischen 1939 und 1951. Drehbuchautor Simon Farnaby und Regisseur Ben Gregor haben die Handlung für ihre Adaption modernisiert und sie in die Gegenwart verlegt. Das Resultat ist ein farbenfroher, fantastischer Kinder- und Jugendfilm, der sich besonders für Kinobesuche mit der ganzen Familie eignet.
Im Produktionsland Großbritannien startete "Der Wunderweltenbaum" bereits vor einem Monat und wurde mit überwiegend positivem Feedback bedacht. Viele Rezensenten hoben die charmante, herzerwärmende Umsetzung und die gelungene Balance zwischen moderner Rahmengeschichte und klassischer Blyton-Fantastik hervor. Der Film biete "willkommenen Eskapismus", der Kindern Staunen vermittelt und so manche Eltern, die die Bücher Blytons von früher kennen, in Nostalgie schwelgen lässt.
"Der Wunderweltenbaum", Fantasy, Abenteuer. USA/GB 2026, 110 Minuten, ab 30. April im Kino

"Enrico Berlinguer – La Grande Ambizione"
Regisseur Andrea Segres politisches Biopic widmet sich einer der schillerndsten Figuren der italienischen Nachkriegsgeschichte: Enrico Berlinguer (Elio Germano), der langjährige Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens, der in den 1970er-Jahren versuchte, einen eigenständigen, demokratischen Weg zum Sozialismus zu ebnen.
Der Film konzentriert sich auf die entscheidende Phase zwischen 1973 und 1978. Nach einem mutmaßlichen Attentat bulgarischer Geheimdienste ringt Berlinguer um den "historischen Kompromiss" mit der christdemokratischen Partei und sagt sich vom "Moskauer Weg" los. Der Film war 2024 unter den 10 meistbesuchten Filmen im Produktionsland Italien.
"Enrico Berlinguer – La Grande Ambizione", Spiel-Dokumentation. ITA/BEL/BUL 2024, 123 Minuten, ab 30. April im Kino
"Über Österreich – Eine höhere Sicht"
Georg Rihas Dokumentarfilm präsentiert Österreich (wort- und kommentarlos) aus einer völlig neuen Perspektive und setzt auf die visuelle Kraft spektakulärer Luftaufnahmen. Riha führt das Publikum über die vielfältigen Landschaften und Regionen Österreichs. Die Aufnahmen aus der Vogelperspektive enthüllen Muster, Strukturen und Zusammenhänge, die am Boden verborgen bleiben.
Die Geometrie der Felder, die Narben historischer Ereignisse in der Landschaft oder die Koexistenz von Natur und menschlicher Gestaltung. Der Film versteht sich nicht nur als patriotische Hommage an die Schönheit Österreichs, sondern auch als Parabel über das Verhältnis von Mensch und Umwelt.
"Über Österreich", Dokumentation. AT 2026, 95 Minuten, ab 30. April im Kino
"Un Poeta"
Der kolumbianische Regisseur Simón Mesa Soto erzählt die Geschichte des (fiktiven) Poeten Óscar Restrepo (Ubeimar Rios), der dem Traum vom Durchbruch hinterherhinkt. Seine hochtrabende Kunst hat ihm bislang keinen Ruhm gebracht, er ist zum lebenden Klischee des erfolglosen Dichters geworden: Launisch, betrunken und ständig pleite. Als er Yurlady begegnet – ein Teenager aus der Unterschicht mit erstaunlichem Talent – keimt ein Funken Licht in Restrepos Schattendasein auf. Die tragikomische Satire lief 2025 in Cannes und erhielt dort den Hauptpreis der Reihe "Un Certain Regard" als Bester Film.
"Un Poeta", Drama, Satire. COL/DE/SWE 2025, 120 Minuten, ab 30. April im Kino
"Tom und Jerry – Der verlorene Kompass"
Tom und Jerry begeben sich in diesem neuen Abenteuer auf eine actionreiche Reise: Die Protagonisten geraten durch Zufall in den Besitz eines mysteriösen Kompasses, der zu einem legendären Schatz führen soll. Die Jagd nach diesem Schatz führt sie zu exotischen Schauplätzen, von stürmischen Meeren über tropische Inseln bis hin zu versteckten Ruinen. Und sie müssen zusammenarbeiten, um das Rätsel zu lösen. Die in China produzierte Neuauflage des Kult-Duos richtet sich an Kinder, bekam aber nicht die besten Kritiken.
"Tom und Jerry: Der verlorene Kompass", Animation, Kinder. USA/China 2026, 99 Minuten, ab 26. April im Kino