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Die 10 Streaming-Perlen 2025, jetzt unbedingt nachschauen!

Bevor das Streaming-Jahr 2026 so richtig Fahrt aufnimmt, bleibt noch etwas Zeit, sich den Serien-Perlen des letzten Jahres zu widmen. Von klassischer Mörderjagd über historische Opulenz bis zur bitterbösen Satire ist alles dabei: Die Top 10 der Serien 2025 von NewsFlix.

In "The Residence" muss Top-Detektivin Cordelia Cupp (Uzo Aduba, Mitte) einen Mord im Weißen Haus aufklären. Der Achtteiler gehört zum Besten aus dem Streaming-Jahrgang 2025
In "The Residence" muss Top-Detektivin Cordelia Cupp (Uzo Aduba, Mitte) einen Mord im Weißen Haus aufklären. Der Achtteiler gehört zum Besten aus dem Streaming-Jahrgang 2025ERIN SIMKIN/NETFLIX
Christian Klosz
Akt. 02.01.2026 23:43 Uhr

Schwere Zeiten für Serien-Fans. Obwohl der Output der großen Streaming-Anbieter zuletzt ein wenig zurückgegangen ist – vom Serien-Spitzenjahr 2021 mit 633 Neustarts ging es zuletzt auf etwa 450 neue Serien pro Jahr zurück –, bleibt die Auswahl dennoch riesig.

Und das Serien-Jahr 2026, obwohl gerade erst angelaufen, wirft ebenfalls bereits seine Schatten voraus. Mit einem ganz neuen Streaming-Anbieter (HBO Max startet bei uns am 19. Jänner) und abermals einer gewaltigen Menge an frischen Serien-Stoffen.

Wer also seine persönliche Watchlist aus 2025 noch nicht abgearbeitet hat, sollte sich sputen – etwa mit einem Binge-Marathon am bevorstehenden verlängerten Wochenende.

Und falls Sie noch Anregungen benötigen: Hier die NewsFlix-Liste der besten Serien des vergangenen Jahres. Ob Drama ("Adolescence"), Thriller ("Squid Game"), Comedy ("The Studio") oder klassischer Whodunit mit "The Residence" – es ist für jeden Geschmack was dabei!

Produzent und Neo-Boss Matt Remick (Seth Rogen) mit seiner Vorgängerin und Mentorin Patty (Catherine O'Hara): "The Studio"
Produzent und Neo-Boss Matt Remick (Seth Rogen) mit seiner Vorgängerin und Mentorin Patty (Catherine O'Hara): "The Studio"
Apple TV+

10. "The Studio"

Vielleicht die beste Hollywood-Satire aller Zeiten: Ein idealistischer Produzent (gespielt von Serien-Schöpfer Seth Rogen) wird zum Studio-Boss befördert und will große Kunst finanzieren. Doch die Zwänge der Branche machen ein Scheitern unumgänglich. "The Studio" begleitet ihn in jeder Episode durch eine neue, meist selbstverschuldete Katastrophe.

Getragen wird die Serie durch ihr unfassbares Gespür für genau beobachtete Details, Rituale und Abläufe der Filmbranche, die (selbst-)ironisch veräppelt werden. Aufgepeppt wird das durch unzählige Cameo-Auftritte von Stars und Regie-Legenden, die sich selbst spielen: Nicht nur Martin Scorsese ist dabei, auch Peter Berg, Paul Dano, Charlize Theron, Ron Howard, Olivia Wilde oder Zac Efron.

So verbinden sich geniale Drehbucheinfälle mit hoher technischer Könnerschaft in der Umsetzung zu einem detailreichen Porträt Hollywoods mit satirischer Schärfe.

"The Studio", Satire. USA 2025, 10 Episoden à ca. 25-45 Minuten, Apple TV+

Biegen sich die Wahrheit zurecht: Maggie (Patricia Arquette) und Alex Murdaugh (Jason Clarke) in "Murdaugh: Mord in der Familie"
Biegen sich die Wahrheit zurecht: Maggie (Patricia Arquette) und Alex Murdaugh (Jason Clarke) in "Murdaugh: Mord in der Familie"
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9. "Murdaugh: Mord in der Familie"

Eine wohlhabende, seit Generationen einflussreiche Südstaaten-Dynastie, in der plötzlich Mord und Totschlag regieren – dieser Plot klingt wie aus der Wunschliste eines jeden True Crime-Fans entsprungen. Und er basiert tatsächlich auf dem realen Vorbild der Murdaugh-Familie, das Netflix bereits als Doku-Serie verarbeitet hat, bevor Disney+ das Thema fiktionalisierte.

In der fiktionalisierten Serien-Version brilliert Jason Clarke als charmanter Patriarch mit seelischen Abgründen, dessen Lügen und Betrügereien schließlich zu weit gehen, mit katastrophalen Konsequenzen. Insgesamt großartig gespielt und der Beleg, dass Hybris als Kehrseite der Medaille Macht für karmische Gerechtigkeit zu sorgen pflegt.

"Murdaugh: Mord in der Familie", Krimi. USA 2025, 8 Episoden à ca. 50-60 Minuten, Disney+

"Hallo, ich bin euer neuer Chefredakteur" – Domhnall Gleeson als Journalist Ned in "The Paper"
"Hallo, ich bin euer neuer Chefredakteur" – Domhnall Gleeson als Journalist Ned in "The Paper"
2024 Peacock TV LLC

8. "The Paper"

Die Macher von "The Office" (US-Version) versuchten mit ihrer neuen Serie ein Update ihrer bekannten Formel, und das ist rundum gelungen: "The Paper" begleitet einen idealistischen Chefredakteur (Domhnall Gleeson) dabei, wie er einem miserablen Lokalblatt neues Leben einhauchen will und kreist dabei um all die kleinen und großen Themen und Dramen des (Arbeits-)Lebens: Journalistischer Idealismus vs. finanzielle Zwänge, persönliche Eitelkeiten, Konflikte mit Vorgesetzten, Liebeleien unter Mitarbeitern und so weiter.

Schon ab der ersten Minute wird klar, dass "The Paper" keine Scheu davor hat, Altbekanntes und Erprobtes zu wiederholen, bekannte Themen, Motive und Tropen zu variieren. Trotz aller Parallelen zum Vorgänger "The Office" findet das Format aber sehr schnell zu Eigenständigkeit und überzeugt durch charmant-liebenswerte Charaktere, die alle einen Knacks haben. Ein seltenes Beispiel für ein durchwegs gelungenes und alles andere als entbehrliches Spin-Off.

"The Paper", Mockumentary-Sitcom. USA 2025, 10 Episoden à ca. 20 Minuten, Sky X

Soll seine Mitschülerin getötet haben: Owen Cooper als Jamie Miller in "Adolescence"
Soll seine Mitschülerin getötet haben: Owen Cooper als Jamie Miller in "Adolescence"
Courtesy of Netflix

7. "Adolescence"

Wie entsteht Gewalt? Welche Rolle spielen dabei Social Media und toxische Online-Kommunikation? Und welchen Einfluss haben hetzerische YouTuber und Podcaster auf junge Menschen, insbesondere Burschen/junge Männer? Diese Fragen erörtert die Mini-Serie "Adolescence" auf beeindruckende, psychologisch fundierte Art und Weise, wie man es bisher nur selten gesehen hat.

Das Werk ist auch ein inszenatorisches Meisterstück: Die vier Episoden sind jeweils in Single-Take-Shots gefilmt, die Kamera kreist um die Protagonisten – den jugendlichen, vermeintlichen Gewalttäter, seinen Vater, die ihn interviewende Psychologin –, fängt ihre Mimik aus nächster Nähe ein; ein packendes Kammerspiel, bei dem man als Zuschauer mitten ins Geschehen hineingezogen wird.

Besonders hervorzuheben: Die Serie "Adolescence" gibt keine (einfachen) Antworten, ihr erbarmungsloser Realismus zwingt das Publikum, sich selbst Gedanken zu machen und seine Schlüsse zu ziehen. Düster, deprimierend, fordernd, aber unverzichtbar: Das Gegenteil von Streaming-Content zum Nebenbei-Berieseln-Lassen.

"Adolescence", Drama. Großbritannien 2025, Miniserie, 4 Episoden à ca. 50 - 65 Minuten, Netflix

KApitalismus-Kritik in Reinkultur: Lee Jung-jae als Seong Gi-hun in der 3. und finalen Staffel von "Squid Game"
KApitalismus-Kritik in Reinkultur: Lee Jung-jae als Seong Gi-hun in der 3. und finalen Staffel von "Squid Game"
No Ju-han/Netflix

6. "Squid Game" Staffel 3

Nach der etwas enttäuschenden 2. Staffel gelang Serienschöpfer Hwang Dong-Hyuk ein zwar nicht ganz einfach zugänglicher, am Ende aber doch würdiger Abschluss seiner Kapitalismus-Parabel, die unsere düstere Gegenwart einfängt wie kein anderes popkulturelles Projekt dieser Dimension und Reichweite.

Die Zumutungen des Turbokapitalismus im Endstadium, das (aussichtslose) Streben nach Geld bei gleichzeitigem Verfall jeder Menschlichkeit, verhaftet im bekannten System, ist hyperbolisch und brutal dargestellt – und genau deshalb doch sehr treffend. Zum Ende darf Protagonist Gi-Hun mit seinem Ausspruch "Wir sind keine Pferde, wir sind Menschen" den ihn umgebenden Wahnsinn dramatisch zusammenfassen, doch eigentlich ist er an uns alle adressiert.

Die finale Staffel ist so eine inhaltlich überraschend subtile wie subversive Moralfabel, die immer wieder auch die Bedeutung des freien Willens hervorhebt und vor mutigen Drehbuchentscheidungen nicht zurückschreckt. Das ebenso ernüchternde wie Hoffnung gebende Finale verleiht der Serien-Saga sogar etwas Religiöses.

"Squid Game" Staffel 3, Thriller, Drama. Korea 2024, 6 Episoden à ca. 60 Minuten, Netflix

Regie-Genie bei der Arbeit: Apple TV+ widmete Martin Scorsese die fünfteilige Dokumentation "Mr. Scorsese"
Regie-Genie bei der Arbeit: Apple TV+ widmete Martin Scorsese die fünfteilige Dokumentation "Mr. Scorsese"
Apple TV+

5. "Mr. Scorsese"

Martin Scorsese, einer der wohl bedeutendsten US-Regisseure der letzten Jahrzehnte, darf sein Geschichte von Anfang an in eigenen Worten erzählen, seine große Karriere Revue passieren lassen: Geboren in Little Italy als Sohn sizilianischer Einwanderer, wollte er eigentlich Priester werden, landete dann aber doch in Hollywood, wo er zeitlose Meisterwerke wie "Hexenkessel", "Taxi Driver", "GoodFellas" und "Casino" schuf und als "ewiger Außenseiter" dem US-Film seinen Stempel aufdrückte wie wenige andere vor ihm.

Die fünfteilige Dokumentation "Mr. Scorsese" ist schlichtweg gut gemacht, erstklassig geschnitten und überraschend kurzweilig. Neben dem Maestro kommen auch namhafte Weggefährten, kreative Partner und Freunde (wie Steven Spielberg, Thelma Schoonmaker, Robert de Niro oder Leonardo DiCaprio) zu Wort. Pflichtprogramm für alle Fans und jene, die es noch werden wollen.

"Mr. Scorsese", Dokumentation. USA 2025, 5 Episoden à ca. 50 - 60 Minuten, Apple TV+

Opulent in jeder Beziehung: Angelica (Deva Cassel) und Tancredi (Saul Nanni) in "Der Leopard"
Opulent in jeder Beziehung: Angelica (Deva Cassel) und Tancredi (Saul Nanni) in "Der Leopard"
LUCIA IUORIO/NETFLIX

4. "Der Leopard"

Der Beweis, dass Serien-Adaptionen großer Klassiker durchaus gelingen können: "Der Leopard" braucht sich nicht hinter Luchino Viscontis großartiger Verfilmung aus dem Jahr 1963 zu verstecken, setzt wie das Vorbild auf opulente Bilder und Musik, ist aber trotzdem eigenständig umgesetzt. Gerade die Landschaftsaufnahmen sind von malerischer Schönheit und dennoch stilvoll gestaltet.

Die Serie wurde mit großem Aufwand in Originalsprache an Originalschauplätzen in Palermo, Syrakus und Catalina gedreht. Eine durchwegs italienische Besetzung und über 1.000 Komparsen sollten größtmögliche Authentizität garantieren. Und das hat sich gelohnt.

Die Geschichte erzählt von Macht und Einfluss, von politischen Umwälzungen, von zerfallenden Systemen und Sozialstrukturen, hier um 1860, zur Zeit des Risorgimento, auf Sizilien, doch die Themen sind universell: "Der Leopard" ist eine zeitlose Parabel über Tradition und Wandel sowie über den unaufhaltsamen Fortgang der Geschichte – auch in der Netflix-Version.

"Der Leopard", Drama, Literaturverfilmung. Italien / Großbritannien 2025, 6 Episoden à ca. 60 Minuten, Netflix

"Aber kommen Sie doch bitte herein!" – Matthew Rhys als undurchsichtiger Millionär Nile Jarvis in "The Beast in Me"
"Aber kommen Sie doch bitte herein!" – Matthew Rhys als undurchsichtiger Millionär Nile Jarvis in "The Beast in Me"
Chris Saunders/Netflix © 2024

3. "The Beast in Me"

Das klassische Beispiel eines "Slow Burners": "The Beast in Me" macht vieles anders als aktuell typische Streaming-Serien, nimmt sich Zeit für die Figuren, die Charakterentwicklung, die Dialoge, nimmt Abstand von billigen Twists – und überzeugt dennoch auf ganzer Linie.

Die düstere, brillant gespielte Psychostudie zeigt eine Autorin in der Krise (Claire Danes) und einen undurchsichtigen, millionenschweren Psychopathen (Matthew Rhys), die ein unsichtbares Band aus Schmerz und (unausgelebter) Gewalt miteinander verbindet. Als dessen Frau überzeugt die wie immer wunderbare Brittany Snow.

"The Beast in Me", Thriller. USA 2025, 8 Episoden à ca. 45-50 Minuten, Netflix

"Monster: The Ed Gein Story": Charlie Hunnam als Serienmörder und Laurie Metcalf als seine bösartige Mutter Augusta
"Monster: The Ed Gein Story": Charlie Hunnam als Serienmörder und Laurie Metcalf als seine bösartige Mutter Augusta
COURTESY OF NETFLIX

2. "Monster: Die Geschichte von Ed Gein"

Die neue Staffel von Ryan Murphys und Ian Brennans "Monster"-Saga, die von Serienmörder Ed Gein (Charlie Hunnam) handelt, kam nicht überall gut an: Die einen warfen ihre Voyeurismus und Geschmacklosigkeit vor, die anderen fehlende historische Akkuratesse. Diese Kritik geht aber an der Intention dieser meisterhaft konstruierten Ergründung des Bösen vorbei.

"Monster: Die Geschichte von Ed Gein" ist eine düstere Fabel, ein grausiges Märchen, eine komplexe Parabel über "das Böse", seine Genese und sein Wirken in der und auf die Gesellschaft: als real existierende Tatsache (Morde); als abstrakte Idee und als metaphysisches Konzept; als Projektionsfläche; sowie als Inspiration und Warnung.

Die Serie ist auch ein Meta-Kommentar auf den "True Crime-Hype", von dem sie selbst profitiert. Und sie ergründet selbstreflexiv die (massen-)mediale Verarbeitung und Verwertung realer Alpträume. Und wie immer in der Anthologie-Serie wird die Frage gestellt, woher "das Böse" kommt, ob "menschliche Monster" geboren oder gemacht werden und welche Verantwortung der Gesellschaft dabei zukommt. Gibt es nur ein Monster, oder sind wir nicht alle welche? Gleichsam nebenbei liefert Charlie Hunnam als Ed Gein die wohl beste männliche Serien-Darsteller-Leistung des Jahres ab.

"Monster: Die Geschichte von Ed Gein", True Crime. USA 2025, 8 Episoden à ca. 45 - 65 Minuten, Netflix

Wo ist hier die Leiche? Top-Detektivin Cordelia Cupp (Uzo Aduba, Mitte) und gleich eine ganze Riege von Verdächtigen in "The Residence"
Wo ist hier die Leiche? Top-Detektivin Cordelia Cupp (Uzo Aduba, Mitte) und gleich eine ganze Riege von Verdächtigen in "The Residence"
ERIN SIMKIN/NETFLIX

1. "The Residence"

Das Whodunit des Jahres, auf Netflix etwas unter Wert geschlagen und gerade deshalb ein echter Geheimtipp: Im Weißen Haus passiert ein Mord, die Location bietet ein Heer hochkarätiger Verdächtiger (u. a. Julian McMahon in seiner letzten Rolle als australischer Premierminister), durch deren Lügen und Täuschungen sich die kauzige wie geniale Ermittlerin Cordelia Cupp (Uzo Aduba) erst ihren Weg bahnen muss, um den Täter zu entlarven.

"The Residence" besticht durch geradezu obsessive Detailverliebtheit, die unheimlich Spaß macht, einen mehr als gelungenen Spannungsaufbau und die wohl beste Auflösung des Jahres. Diese clevere, witzige Krimi-Serie hat all das, was die heiß erwartete "Thursday Murder Club"-Verfilmung leider hat vermissen lassen. Umso trauriger, dass Netflix einer zweiten Staffel aus Kostengründen eine Absage erteilt hat.

"The Residence", USA 2025, 8 Episoden à ca. 45 - 90 Minuten, Netflix

Christian Klosz
Akt. 02.01.2026 23:43 Uhr