Das Buch war ein Welt-Bestseller, nun folgt die liebevoll-gemütliche Verfilmung von "Glennkill". Schafe reihen sich darin erstmals in die Riege der Leinwand-Detektive ein. Dabei geben sich die Wollspender so menschlich, dass man nie wieder Lammkoteletts essen möchte.

Hunde? Sind nicht erst seit "Kommissar Rex" ein alter Hut. Katzen? Gab's auch schon. Bären? Spätestens seit "Paddington Bear" ebenfalls bekannt. Und auch Mäuse, Hasen, Füchse, Vögel und sogar Insekten ("Inspektor Sun") haben es schon getan: Auf der Kinoleinwand auf Verbrecherjagd zu gehen, nämlich.
Aber Schafe? Das gab's bisher noch nie! Zum Glück hat die deutsche Autorin Leonie Swann (ein Pseudonym) bereits vor 20 Jahren ihre liebevoll-schrullige Mörderjagd einer Schafherde in ihrem Erstlingswerk "Glennkill" ausführlich beschrieben. So musste nicht erst langwierig ein neues Drehbuch erfunden werden.
"Glennkill: Ein Schafskrimi" startet diese Woche in den heimischen Kinos. Die (zugegeben nicht sehr originelle) Handlung: Schäfer George (Hugh Jackman) liebt seine Schafherde über alles und liest seinen Tieren allabendlich aus Kriminalromanen vor. Als der Mann eines Tages von fremder Hand umkommt, macht sich die Herde um das kluge Schaf Lily kurzerhand auf die Suche nach dem Mörder.
"Glennkill" war der Krimi-Erstling von Leonie Swann – und schlug 2005 ein wie eine Bombe. Auszeichnung als "Erstlingswerk des Jahres", Millionen-Verkäufe, Ruhm. Kein Wunder, dass die Autorin inzwischen schon zwei Mal nachgelegt hat. 2010 erschien "Garou", abermals eine Mörderhatz unter Schafen, vor wenigen Wochen wurde "Widdersehen" veröffentlicht (hier gibt es die Story dazu).
Die Verfilmung behält den liebevollen Zugang zur oft unterschätzten Spezies Schaf bei und würzt die (leicht umgeschriebene) Story mit ein paar Superstars (Hugh Jackman, Emma Thompson), wunderschönen Landschaftsbildern und einigen herzerwärmenden Botschaften. Definitiv kein Film für Adrenalin-Junkies, dafür eine sympathisch umgesetzte und hinreißend gespielte Hommage an eine der meistunterschätzten Tierarten der Welt – und eindeutig unser Film der Woche. Haben Sie viel Spaß mit Lily und Co.!

Worum es geht Ein kleines englisches Dörfchen namens Denbrook: Schäfer George Hardy (Hugh Jackman) liebt Kriminalromane über alles und liest seinen Tieren jeden Abend daraus vor. Was er nicht ahnt: Die Schafe verstehen jedes Wort und diskutieren in ihrer Sprache selbst wie menschliche Krimi-Fans über Täter, Motive und Spuren.
Als George eines Morgens tot auf der Weide gefunden wird, glauben die Tiere sofort an Mord. Weil der örtliche Polizist Tim Derry völlig überfordert wirkt, beschließen die Schafe, selbst zu ermitteln. Angeführt von der klugen Lily (Stimme in der OV: Julia Louis-Dreyfus, deutsche Stimme: Anke Engelke) beobachtet die Herde die Menschen des Dorfes ganz genau. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von Sebastian (OV: Bryan Cranston, deutsch: Bastian Pastewka), dem alten Sir Richfield (OV: Patrick Stewart) und Cloud (Regina Hall).
Und langsam kommen sie der Sache näher: Bei der Testamentseröffnung durch Georges Anwältin Lydia Harbottle (Emma Thompson) wird bekannt, dass George heimlich reich war, weil er ein erfolgreiches Medikament für Schafe entwickelt hatte. Sein Vermögen von 30 Millionen Pfund soll an seine Tochter Rebecca (Molly Gordon) gehen, die gerade aus den USA angereist ist. Schnell fällt der Verdacht auf sie: Ein Schmuckstück und Giftspuren scheinen sie zu belasten … Können die Schaf-Detektive den verworrenen Fall lösen?
Lohnt sich das? Der Film basiert auf dem Cozy-Crime-Roman "Glennkill" der deutschen Autorin Leonie Swann, der ein internationaler Bestseller war. Angesichts der aktuellen Wiederentdeckung des klassischen Whodunit-Krimis war es nur eine Frage der Zeit, bis der Stoff, der dem Genre durch seine tierischen Detektive einen besonderen Twist verleiht, verfilmt wird. Regie führte Kyle Balda, der bisher vor allem für seine "Minions"-Filme bekannt war, das Drehbuch schrieb Craig Mazin, der für "Chernobyl" und "The Last of Us" schrieb.
"Glennkill" richtet sich nicht nur an Fans der Buchvorlage, sondern eignet sich als beste Kinounterhaltung für die gesamte Familie, die überraschend tiefgründige Themen in eine "cozy" Crime-Story verpackt. Besonders gelungen ist dabei die Umsetzung der animierten, andromorphen Schaf-Charaktere, die insbesondere in der Originalfassung von zahlreichen Top-Stars gesprochen werden.
"Glennkill: Ein Schafskrimi", Krimikomödie. USA/GB 2026, 109 Minuten, ab 14. Mai im Kino

"Palästina 36"
Die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir taucht in das Jahr 1936 ein, das den Beginn des arabischen Aufstands gegen die britische Mandatsherrschaft markiert. Im Zentrum steht der junge Yusuf (Karim Daoud Anaya), der zwischen seinem ruhigen Dorf und dem zunehmend unruhigen Jerusalem pendelt. Während die Spannungen zwischen der palästinensischen Bevölkerung, jüdischen Siedlern und der britischen Kolonialmacht eskalieren, gerät Yusuf in den Strudel der Ereignisse, die das Schicksal der Region für Jahrzehnte prägen sollten.
Während "Palästina 36" bei zahlreichen Festivals gefeiert und prämiert und als palästinensischer Oscar-Beitrag nominiert wurde, wurde der Film in Jerusalem verboten: Israelische Behörden beschlagnahmten Filmrollen, der Vorführer wurde festgenommen und verhört. Der Vorwurf: Der Film stelle Geschichte auf gefährlich falsche Art und Weise dar.
"Palästina 36", Historisches Drama. Palästinensische Autonomiegebiete/GB/F/DK 2025, 118 Minuten, ab 14. Mai im Kino
"Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang"
Der Münchner Taxifahrer Wiggerl (Maximilian Brückner) stirbt bei einem Verkehrsunfall und findet sich überraschend im Himmel wieder. Dort stellt er jedoch fest, dass der Tod keineswegs das Ende aller Probleme darstellt, denn die Bürokratie-Hölle beherrscht auch den Himmel. Mit bayerischem Charme und Lokalkolorit begleitet der Film Wiggerl bei seinem Versuch, sich im Jenseits zurechtzufinden. Hannah Herzsprung, Heiner Lauterbach und Olli Schulz sind in Nebenrollen zu sehen.
"Ein Münchner im Himmel" – Der Tod ist erst der Anfang, Komödie. DE/AT 2026, 93 Minuten, ab 14. Mai im Kino
"Der verlorene Mann"
Der an Alzheimer erkrankte Kurt (Harald Krassnitzer) kehrt nach 20 Jahren plötzlich zu seiner Ex-Frau Hanne (Dagmar Manzel) zurück: Er hat die Scheidung und große Teile ihrer gemeinsamen Vergangenheit vergessen. Hanne lebt inzwischen in einer neuen Beziehung mit dem pensionierten Pfarrer Bernd (August Zirner). Durch Kurts Erscheinen gerät das sorgfältig geordnete Leben des Paares aus den Fugen. Der Film wurde für seine nuancierten Darstellungen und die respektvolle, realistische Behandlung des Themas Demenz gelobt.
"Der verlorene Mann", Drama. DE 2026, 100 Minuten, ab 14. Mai im Kino
"La Cache"
Der neunjährige Michel verbringt die turbulenten Tage des Mai 1968 bei seinen exzentrischen Großeltern in Paris: Während draußen die Studentenrevolte tobt, erlebt er im verborgenen "Safe House" der Familie ein chaotisches, aber liebevolles Familienleben mit zwei unkonventionellen Onkeln und einer schillernden Großmutter. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Christophe Boltanski.
"La Cache – Das Versteck", Drama. F/LUX/CH 2025, 90 Minuten, ab 15. Mai im Kino
"Hysteria"
Am Set eines Filmdrehs über den rassistischen Brandanschlag von Solingen 1993 wird eine verbrannte Ausgabe des Koran gefunden. Die junge Praktikantin Elif (Devrim Lingnau) versucht herauszufinden, was wirklich passiert ist und wer dafür verantwortlich ist, doch jeder Beteiligte erzählt eine andere Version der Ereignisse. Provokativer Thriller zu Themen wie Migration, Rassismus und Cancel Culture.
"Hysteria", Thriller. DE 2025, 104 Minuten, ab 15. Mai im Kino
"Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus"
Die junge Conni entdeckt während der Ferien auf einem Bauernhof einen verletzten Kranich. Gemeinsam mit ihren Freunden kümmert sie sich um den Vogel, den sie "Klaus" nennt. Als Klaus plötzlich verschwindet, beginnt für Conni ein spannendes Abenteuer: Mutig setzt sie alles daran, den Kranich zu retten und ihm die Rückkehr zu seiner Familie zu ermöglichen. Animationsfilm für jüngere Kinder.
"Meine Freundin Conni - Abenteuer mit Kranich Klaus", Animation, KInderfilm. DE 2026, 78 Minuten, ab 14. Mai im Kino
"Top Gun" & "Top Gun: Maverick"
40 bzw. 4 Jahre nach den Erfolgen von "Top Gun" und "Top Gun: Maverick" landen beide Blockbuster – wohl auch in Ermangelung aktueller zugkräftiger Titel – erneut in den Kinos: Beide Filme laufen bis 19. Mai in ausgewählten Kinos – teilweise auch im IMAX-Format.
"40 Jahre Top Gun", & "Top Gun: Maverick" Action. USA 1986 bzw. 2022, 109 bzw. 130 Minuten, ab 13. Mai im Kino