NewsFlix.at Logo
Neu im Kino

Man trägt wieder Lendenschurz: "Masters of the Universe" ist zurück

Achtzigerjahre-Retro und kein Ende: Mit der Neuverfilmung von "Masters of the Universe" kehrt eine der skurrilsten Fantasy-Welten der Generation X mit viel Charme auf die Leinwand zurück. Und mit "Scary Movie" geht noch eine weitere Kult-Reihe in die Verlängerung.

Das magische Schwert der Macht ist He-Mans (Nicholas Galitzine) wichtigste Verbindung zu seiner alten Heimat: "Masters of the Universe"
Das magische Schwert der Macht ist He-Mans (Nicholas Galitzine) wichtigste Verbindung zu seiner alten Heimat: "Masters of the Universe"Sony Pictures
Christian Klosz
Akt. 03.06.2026 23:06 Uhr

Mit einem Schwert, das seit den 1980er-Jahren in den kollektiven Erinnerungen steckt, kehrt nun "Masters of the Universe" auf die große Leinwand zurück. Die Neuverfilmung des He-Man-Stoffs, basierend auf der einstigen Spielzeug- und Zeichentrickmarke von Mattel, ist mehr als nur ein weiterer Blockbuster: Sie steht exemplarisch für einen Trend, der Hollywood derzeit prägt:

Studios graben vertraute Marken, Figuren und Geschichten aus, die bereits einmal erfolgreich waren – und setzen darauf, dass Nostalgie heute eine ebenso starke Währung ist wie einst an den Kinokassen.

Der neue "Masters of the Universe"-Film versucht dabei den Spagat zwischen Fanservice und Neustart. Regisseur Travis Knight inszeniert He-Man als moderne Fantasy-Figur, ohne die Ästhetik und Mythologie der Vorlage zu verleugnen.

Die Produktion knüpft bewusst an die Popkultur der 1980er-Jahre an, jenes Jahrzehnt, in dem Spielzeugmarken, Zeichentrickserien und Actionhelden zu globalen Phänomenen wurden. Dass der Film ausgerechnet jetzt erscheint, wirkt daher kaum zufällig: Die Sehnsucht nach bekannten Welten ist auch im Kino größer denn je.

"Masters of the Universe" ist allerdings nur die jüngste Ausprägung einer Entwicklung, die seit Jahren an Fahrt gewinnt. Zu den prominenten Beispielen zählt die Neuauflage von "Die nackte Kanone", in der Liam Neeson als Nachfolger von Leslie Nielsen die legendäre Parodie-Reihe fortführt. Auch die Fortsetzung "Freakier Friday" (startet in Österreich im August) knüpft an einen Publikumserfolg der frühen 2000er-Jahre an und setzt erneut auf die vertrauten Figuren von Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan.

Bereit, Eternia zu retten: Roboto (Kristen Wiig), Man-At-Arms alias Duncan (Idris Elba), Adam alias He-Man (Nicholas Galitzine), Teela (Camila Mendes) und He-Mans Reittier Battle Cat (v. l.)
Bereit, Eternia zu retten: Roboto (Kristen Wiig), Man-At-Arms alias Duncan (Idris Elba), Adam alias He-Man (Nicholas Galitzine), Teela (Camila Mendes) und He-Mans Reittier Battle Cat (v. l.)
Sony Pictures

Und die Retro-Welle rollt weiter. In den kommenden Monaten und Jahren setzen die Studios verstärkt auf bekannte Marken und Neuinterpretationen früherer Hits. Dazu gehören unter anderem das Remake von "The Running Man", die Horrorparodie "Scary Movie" (siehe unten), aber auch weitere Fortsetzungen und Wiederbelebungen etablierter Reihen, allen voran in "Toy Story 5".

Die Gründe für diesen Kurs liegen vor allem im ökonomischen Risiko des modernen Kinogeschäfts. Angesichts hoher Produktionskosten und eines zunehmend fragmentierten Publikums gelten bekannte Marken als sicherere Investition als völlig neue Stoffe. Hinzu kommt ein Publikum, das mit Streamingdiensten jederzeit Zugriff auf seine Kindheits- und Jugenderinnerungen hat. Hollywood liefert dazu die passende Kinoversion: Vertraute Titel, modernisiert für eine neue Generation.

So wird aus Nostalgie ein Geschäftsmodell – und aus He-Man der aktuelle Held einer Branche, die zunehmend in ihrer eigenen Vergangenheit nach der Zukunft sucht. Viel Vergnügen mit dieser Retro-Kinowoche!

Evil-Lyn (Alison Brie) in dem prognostizierten Blockbuster "Masters of the Universe)
Evil-Lyn (Alison Brie) in dem prognostizierten Blockbuster "Masters of the Universe)
Sony Pictures

"Masters of the Universe"

Worum es geht Prinz Adam (Nicholas Galitzine) wird als Kind von seinem Heimatplaneten Eternia auf die Erde gebracht, um ihn vor den Mächten des finsteren Skeletor (Jared Leto) zu schützen. Dabei verliert er das magische Schwert der Macht, das seine einzige Verbindung zu seiner Heimat darstellt.

Viele Jahre später lebt er unter dem Namen Adam Glenn ein unscheinbares Leben auf der Erde. Als das verschollene Schwert wieder auftaucht, wird er mit seiner wahren Identität konfrontiert. Die Waffe führt ihn zurück nach Eternia, wo sich die Lage dramatisch verändert hat: Der machtgierige Skeletor hat große Teile des Planeten unter seine Herrschaft gebracht und bedroht das Gleichgewicht des Universums.

Mit seinen Verbündeten Teela (Camila Mendes) und Duncan (Idris Elba) muss Adam die Geheimnisse seiner Vergangenheit entschlüsseln und lernen, seine Bestimmung anzunehmen. Erst als er die Macht des Schwertes begreift, kann er sich in He-Man verwandeln.

Lohnt sich das? Die nächste Neuverwurstung eines ehemaligen Kultstoffs: Die Verfilmung von "Masters of the Universe" unter der Regie von Travis Knight ("Bumblebee") erzählt die Herkunftsgeschichte von He-Man neu und verbindet klassische Fantasy-Elemente mit einem modernen Abenteuerfilm, der optisch alle Stücke spielt.

Die Anfänge von He-Man und Co. liegen in den 1980er-Jahren, als der Spielwarenhersteller Mattel eine neue Actionfiguren-Serie präsentierte. Die ersten Figuren erschienen 1982 und wurden von Mini-Comicheften über die Abenteuer der Masters of the Universe begleitet – der Grundstein für den folgenden Hype.

Den Durchbruch brachte dann die Zeichentrickserie "He-Man and the Masters of the Universe" von 1983 bis 1985, die zum Kult wurde. Hier wurde die heute bekannte Ursprungsgeschichte etabliert, die auch diese Neuverfilmung aufgreift. Der erste Realfilm über die Masters of the Universe erschien übrigens bereits 1987 mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle, war aber ein Flop.

Die ersten Kritiker-Reaktionen auf den neuen "Masters of the Universe"-Film fallen bisher überwiegend positiv aus: Gelobt wird die filmische Umsetzung des Planeten Eternia, der liebevolle Umgang mit dem durchaus kitschigen Stoff und die Leistung von Nicholas Galitzine als Prinz Adam beziehungsweise He-Man. Damit sind die Chancen, dass der Film sein 200-Millionen-Dollar-Produktionsbudget wieder einspielt und darüber hinaus Kasse macht, absolut intakt.

"Masters of the Universe", Fantasy, Abenteuer. USA 2026, 132 Minuten, ab 4. Juni im Kino

Ray (Shawn Wayans) und der maskierte Killer haben eine gute Zeit: "Scary Movie"
Ray (Shawn Wayans) und der maskierte Killer haben eine gute Zeit: "Scary Movie"
Constantin Film

"Scary Movie"

Worum es geht 26 Jahre nach den Ereignissen des ersten Films leben dessen Protagonisten Cindy Campbell (Anna Faris), Brenda Meeks (Regina Hall), Ray Wilkins (Shawn Wayans) und Shorty Meeks (Marlon Wayans) ein scheinbar normales Leben. Doch plötzlich taucht erneut ein maskierter Killer auf, der an Ghostface aus der "Scream"-Reihe erinnert. Es dauert nicht lange, bis sich die Leichen stapeln.

Die ehemaligen Überlebenden müssen wieder zusammenarbeiten und herausfinden, wer hinter der Mordserie steckt. Bei der Suche stolpern die vier über Serienkiller, Monster und übernatürliche Kreaturen. Und über alte Bekannte wie Sheriff Doofy (Dave Sheridan).

Lohnt sich das? Der politische Umschwung in den USA bildet sich inzwischen vermehrt auch in der Unterhaltungsbranche ab: Bekanntlich wurde Paramount Pictures von Skydance erworben, das wiederum Trump-Freund David Ellison, dem Sohn von Multimilliardär Larry Ellison (Oracle), gehört.

Warum das relevant ist? Weil "Scary Movie" (der eigentlich Teil 6 der Reihe darstellt) von Paramount produziert wurde. Und einer der kreativen Köpfe hinter der Reihe, Marlon Wayans, in einem Interview aufhorchen ließ: Ziel des Films sei es, "die Cancel Culture zu canceln". Es gehe darum, den Humor zurückzubringen, wie er einst gewesen sei.

Bereits der Trailer macht klar, wohin die Reise geht: Einer der Gags macht sich über die "woke Errungenschaft" diverser Gender-Pronomen lustig. Ist eigentlich keine große Sache, wirkt aber vor allem eher bemüht als inspiriert. Ob es den Machern also tatsächlich um politisch unkorrekten Anarcho-Humor geht, der in alle Richtungen austeilt, oder eher um ein "politisches Statement", bleibt offen.

Sicher ist indes, welche Filme in "Scary Movie" dieses Mal parodiert werden: "The Substance", "Blood and Sinners", "Weapons", "Terrifier", "Longlegs", "Get Out", "Heretic", "Ma" sowie die neue "Halloween"-Trilogie. Also die Créme des Hollywood-Horrors der letzten Jahre. Zumindest das hat sich also nicht geändert – die Fans wird es freuen.

"Scary Movie", Horror-Parodie. USA 2026, 95 Minuten, ab 4. Juni im Kino

Auch Sheriff Doofy (Dave Sheridan) ist wieder mit von der Partie
Auch Sheriff Doofy (Dave Sheridan) ist wieder mit von der Partie
Constantin Film

Außerdem neu im Kino:

"Babystar"
Die 16-jährige Luca (Maja Bons) ist seit ihrer Geburt Teil eines erfolgreichen Social-Media-Imperiums ihrer Eltern. Als die beschließen, ein weiteres Kind zu bekommen, um ihrem Online-Geschäft neuen Auftrieb zu verleihen, gerät die Jugendliche in eine Identitätskrise. Sie beginnt zu hinterfragen, wie viel von ihrem Leben tatsächlich ihr selbst gehört.

Das deutsche Drama "Babystar" von Regisseur Joscha Bongard wirft einen kritischen Blick auf die "heile" Welt des Family-Influencertums und die Schattenseiten digitaler Selbstdarstellung. Mit seiner aktuellen Thematik trifft "Babystar" einen Nerv der Zeit. Das preisgekrönte Debüt wurde auf mehreren internationalen Festivals gezeigt, unter anderem beim TIFF und beim Zürich Film Festival.

"Babystar", Drama. DE 2025, 98 Minuten, ab 4. Juni im Kino

"A Useful Ghost"
Der thailändische Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke präsentiert einen der originellsten internationalen Filme der letzten Jahre: Nat kehrt nach ihrem Tod durch eine Atemwegserkrankung, die durch Luftverschmutzung verursacht wurde, als Geist zurück. Allerdings erscheint sie nicht in menschlicher Gestalt, sondern übernimmt die Kontrolle über einen Staubsauger. Ihr Witwer March versucht derweil, mit dieser ungewöhnlichen Situation umzugehen.

"A Useful Ghost" verbindet absurde Komik, Gesellschaftssatire, Horror und eine Liebesgeschichte. International sorgte der Film bereits für große Aufmerksamkeit und gewann 2025 den Hauptpreis der Kritikerwoche beim Festival in Cannes.

"A Useful Ghost", Schwarze Komödie. Thailand/FRA/ Singapur/DE 2025, 124 Minuten, ab 4. Juni im Kino

"Klassentreffen – Alles beim Alten"
30 Jahre nach ihrem Schulabschluss beschließen die ehemaligen Mitschüler Hervé, Maxime und Jordy (Laurent Lafitte, François Damiens, Jérôme Commandeur), ein großes Klassentreffen zu organisieren. Die Vorfreude erhält jedoch einen Dämpfer, als kaum jemand auf ihre Einladung reagiert. Nach und nach wird den Freunden bewusst, dass sie während ihrer Schulzeit alles andere als beliebt waren und viele ihrer damaligen Klassenkameraden noch immer schlechte Erinnerungen an sie haben.

Um ihren Ruf zu verbessern, starten die Männer eine ebenso chaotische wie komische Mission: Sie wollen beweisen, dass sie sich verändert haben. Regisseur und Hauptdarsteller Jérôme Commandeur inszeniert die Geschichte als unterhaltsame Mischung aus Situationskomik, Nostalgie und typisch französischer Komödie.

"Klassentreffen – Alles beim Alten", Komödie. FRA 2025, 106 Minuten, ab 4. Juni im Kino

"Sommer auf Asphalt"
Les (Mala Emde) ist eine junge Fahrradkurierin in Hamburg, die ihr Leben bislang spontan und ohne große Zukunftspläne gestaltet hat. Tagsüber rast sie durch die Stadt, nachts genießt sie das Partyleben. Doch dieser ungezwungene Alltag gerät aus den Fugen, als sie von einer ungeplanten Schwangerschaft erfährt – und gleichzeitig ihr Vater Bert (Christoph Maria Herbst) plötzlich wieder in ihr Leben tritt. Die deutsche Produktion von Regisseur Simon Ostermann verbindet humorvolle Momente mit ernsten Themen, Herbst ist darin in einer für ihn eher ungewöhnlichen Rolle zu sehen.

"Sommer auf Asphalt", Tragikomödie. DE 2026, 89 Minuten, ab 4. Juni im Kino

Christian Klosz
Akt. 03.06.2026 23:06 Uhr