Die jüngste Verfilmung des Literaturklassikers "Wuthering Heights – Sturmhöhe" lässt die Hälfte der Geschichte aus, beeindruckt dafür aber mit schönen Menschen und Erotik bis zum Abwinken. Auch neu: "Crime 101", ein schön altmodischer Thriller mit Halle Berry.

Viktorianisches England trifft auf "9½ Wochen". So könnte man, verknappt, die Neuverfilmung des Literaturklassikers "Wuthering Heights – Sturmhöhe" durch die junge Regisseurin Emerald Fennell zusammenfassen.
Fennell, die mit nur zwei – kontrovers besprochenen – Filmen (dem feministischen Rachethriller "Promising Young Woman" und der bösen Adelsstudie "Saltburn") binnen kürzester Zeit in die A-Liga Hollywoods aufgestiegen ist, macht auch den Jahrhundert-Roman von Emily Brontë ganz zu "ihrem Ding".
Heißt: Die Regisseurin kürzte etwa die Hälfte der Handlung sowie zahlreiche entscheidende Protagonisten komplett aus ihrem Script und konzentrierte sich auf die Erotik zwischen den Hauptpersonen. Herausgekommen ist dabei ein Literatur-Torso, der allerdings vor sexueller Spannung zwischen den Hauptdarstellern Margot Robbie und Jacob Elordi zu vibrieren scheint, wie Kritiker anmerken.
Ob es sich dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – lohnt, für "Wuthering Heights – Sturmhöhe" ins Kino zu gehen, lesen Sie in unserer Kritik. Außerdem neu auf der großen Leinwand ist diese Woche der klassische Actionthriller "Crime 101". Nach einem Buch von Bestsellerautor Don Winslow und mit Star-Besetzung gedreht, ein sehr klassisches Kino-Vergnügen, nicht nur für Krimi-Fans.
Und dann ist da noch das Arthaus-Drama "The Souffleur", in dem Hollywoodstar Willem Dafoe versucht, ein Wiener Hotel vor den Klauen von Investoren zu retten. Schräg, aber nicht unspannend. Haben Sie eine angenehme Kino-Woche und viel Vergnügen!

Worum es geht Der junge Heathcliff (Owen Cooper aus "Adolescence", später Jacob Elordi aus "Frankenstein") wird in den Straßen Liverpools vom alkoholkranken Mr. Earnshaw (Martin Clunes) aufgelesen und ins heruntergekommene Anwesen Wuthering Heights gebracht, wo er als "Adoptivkind" neben der wilden, verwöhnten Catherine (Charlotte Mellington, später Margot Robbie aus "Barbie") aufwächst. Die beiden empfinden sich als "Seelenverwandte" und teilen eine intensive, geschwisterliche Bindung.
Doch mit dem Erwachsenwerden ändert sich das: Heathcliff verliebt sich in seine Stiefschwester, Catherine sehnt sich aber nach Luxus und gesellschaftlichem Aufstieg. Sie will der Enge von Wuthering Heights entkommen und heiratet den wohlhabenden Edgar Linton (Shazad Latif). Als Heathcliffe das erfährt, reißt er aus und kehrt erst Jahre später zurück - nun als gut aussehender, reicher Mann.
Er und Catherine beginnen eine leidenschaftliche Affäre, doch sie ist von Edgar schwanger und will Heathcliff als Freund, nicht als Liebhaber. Aus Rache heiratet der Edgars Schwester Isabella, was die Leidenschaft zwischen ihm und Catherine nur weiter befeuert.
Lohnt sich das? Emily Brontës (1818–1848) Roman zählt zweifelsohne zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur: Beim Erscheinen missverstanden und verrissen, gilt ihr einziges Buch heute als Meisterwerk, das seiner Zeit weit voraus war und seither vielfältig gedeutet wurde. Immer neue Generationen entdecken die packende Geschichte einer toxischen, destruktiven Liebe für sich.

Daher verwundert es kaum, dass es bereits bisher über ein Dutzend Verfilmungen des Stoffs gibt. Die bekanntesten stammen von William Wyler (1939, mit Merle Oberon, Laurence Olivier und David Niven), Luis Buñuel (1954) und jene aus 1992 von Peter Kosminsky mit Juliette Binoche, Ralph Fiennes und Janet McTeer.
2011 nahm sich mit der Deutschen Andrea Arnold erstmals eine Regisseurin des Stoffes an, nun folgt mit Emerald Fennell eine Filmemacherin, die sich mit ihren letzten Arbeiten "Promising Young Woman" (2019) und "Saltburn" (2023) bereits einen Namen gemacht hat. Anders als dort, setzt sie in "Wuthering Heights" aber weniger auf (feministische) Provokation, sondern auf pure Leidenschaft.

Ihr Werk pulsiert vor sexueller Spannung zwischen den beiden Hauptfiguren, für deren Darstellung sowohl Jacob Elordi, der nach "Frankenstein" erneut einen Anti-Helden der Weltliteratur verkörpern darf, als auch Margot Robbie viel Lob erhielten. Nach "Hamnet" ist dieser Film außerdem das nächste Mainstream-Werk, das vor überschäumendem Melodrama nicht zurückschreckt.
Aber es gibt auch Kritik: Bemängelt wird unter anderem die fehlende Akkuratesse – zu sehr würde die Kino-Erzählung von der Vorlage abweichen, zu viele Aspekte würden ausgeblendet, zu viele Figuren einfach gestrichen. Regisseurin Fennell griff dieser (erwartbaren) Kritik vorweg, indem sie ihren Film auch in der offiziellen Schreibweise unter Anführungszeichen setzen ließ, um darauf zu verweisen, dass das ihre persönliche Version des Klassikers sei, keine werkgetreue Verfilmung.
"Wuthering Heights – Sturmhöhe", Drama, Literaturverfilmung. USA/GB 2026, 136 Minuten, ab 12. Februar im Kino

Worum es geht Vor der sonnigen Kulisse von Los Angeles plant der clevere Juwelendieb Mike Davis (Chris Hemsworth) seinen letzten großen Einbruch entlang des berühmten Freeway 101. Seine raffinierten Raubzüge haben die Polizei bisher ratlos zurückgelassen.
Doch als er den ultimativen Coup ins Visier nimmt, kreuzt die desillusionierte Versicherungsbrokerin Sharon Colvin (Halle Berry) seinen Weg. Gemeinsam schmieden sie einen riskanten Plan, während der hartnäckige Detective Lou Lubesnick (Mark Ruffalo) ihre Fährte aufnimmt. Es entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Jäger und Gejagtem verschwimmen.
Lohnt sich das? Der neue Film von Bart Layton ("American Animals") basiert auf der gleichnamigen Novelle von Don Winslow aus dem Jahr 2020 und bringt klassische Noir-Elemente in ein modernes Los-Angeles-Setting. Erste Besprechungen feiern den für ein Genre-Werk mit 140 Minuten ungewöhnlich langen Film bereits als "Comeback des Crime-Dramas", das sich auch Zeit für seine Figuren nimmt.
Layton setzt auf eine atmosphärische Mischung aus 90er-Jahre-Thriller-Vibes und hochmoderner Action. Mit den Stars Chris Hemsworth, Halle Berry, Mark Ruffalo, Barry Keoghan, Jennifer Jason Leigh und Nick Nolte kann "Crime 101" zudem mit einer mehr als beachtlichen Besetzung aufwarten.
"Crime 101", Actionthriller. USA 2025, 140 Minuten, ab 13. Februar im Kino

Worum es geht Lucius (Willem Dafoe) leitet das in die Jahre gekommene Wiener Hotel "Intercontinental" – das ist Ausgangslage dieses Essayfilms, dessen eigentlicher Protagonist nicht der Hollywoodstar ist, sondern das Hotel, das bereits bessere Tage gesehen hat.
"The Souffleur" ist eine Liebeserklärung an Wien und folgt keiner klassischen Dramaturgie. Eine lose Handlung – ein argentinischer Investor, gespielt von Regisseur Gaston Solnicki, will das Hotel übernehmen und umbauen, dessen Manager Lucius wehrt sich dagegen – verbindet sich mit realen Aufnahmen, in denen auch Laiendarsteller ihren Platz finden.
Lohnt sich das? So interessant wie das Konzept des Films ist seine Entstehungsgeschichte: Der Regisseur, der bereits mit "A little love package" einen Film mit Wien-Bezug gedreht hatte, lernte das "Intercontinental" als Kind bei einem Urlaub in der Hauptstadt kennen. Vor einigen Jahren kehrte er in die Stadt zurück, um einen seiner Filme bei der Viennale vorzustellen – und stieß prompt wieder auf das "Intercontinental". Denn die Festivalzentrale ist seit Jahren dort untergebracht.
Daraus entstand die Idee für diesen ungewöhnlichen Film, der 2025 auch beim Filmfestival in Venedig lief. Und selbstredend dann auch später bei der Viennale, die auch Hauptdarsteller Willem Dafoe mit einem Besuch beehrte. "The Souffleur" richtet sich an ein Kunst- und Arthouse-affines Publikum, manche Kritiken bemängeln allerdings den fehlenden dramaturgischen Fokus des Films.
"The Souffleur", Experimentalfilm. Argentinien/Österreich 2025, 78 MInuten, ab 13. Februar im Kino

"Die Älteren"
Der neue Film von Sönke Wortmann ("Der Vorname", "Der bewegte Mann"), basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jan Weiler und erzählt vom Alltag eines Vaters in der Lebensmitte, der mit Veränderungen zu kämpfen hat: Hannes (Sebastian Bezzel, der Dorfpolizist aus den Rita-Falk-Krimis), ein etablierter Schriftsteller, lebt mit Frau Sara (Anna Schudt) und den Kindern in einem Haus im Grünen.
Seine Bestseller-Zeiten sind zwar vorbei, aber er findet Erfüllung in der Familie. Doch dann streicht der Verlag seine Romanreihe und Sara trennt sich von ihm. Hannes gerät unversehens in eine Midlife-Crisis und muss lernen loszulassen und neu zu starten.
"Die Älteren", Komödie. Deutschland 2026, 104 Minuten, ab 12. Februar im Kino
"Das Flüstern der Wälder"
Naturdokumentation von Vincent Munier, die seinem Vater, dem Naturfotografen Michel Munier, und seiner Familie durch die alten Wälder der Vogesen folgt. Der Film erfordert Geduld, ebenso wie die von ihm eingefangene Tätigkeit: das stundenlange Warten auf seltene Tierbegegnungen. Der Lohn sind, hier wie dort, atemberaubende Bilder von Flora und Fauna: Eine Liebeserklärung an die Natur.
"Das Flüstern der Wälder", Dokumentation. Frankreich 2025, 93 Minuten, ab 13. Februar im Kino
"Renate"
Porträt der 87-jährigen österreichischen Autorin Renate Welsh, eine der einflussreichsten Stimmen der Kinder- und Jugendliteratur. Der Dokumentarfilm begleitet sie in ihrem Alltag, lässt sie über ihr ereignisreiches Leben sprechen und zeigt auch den Weg ihrer Genesung nach einem Schlaganfall im Jahr 2021, der ihr vorübergehend die Sprache raubte.
"Renate", Dokumentation. Österreich 2025, 83 Minuten, ab 13. Februar im Kino
"Der letzte Walsänger"
Animiertes Fantasy-Abenteuer für Kinder und Jugendliche: Der junge Buckelwal Vincent, Sohn des legendären letzten Walsängers, muss seine Ängste überwinden, als ein monströser Leviathan aus schmelzendem Eis die Ozeane bedroht. Mit Freunden begibt er sich auf eine magische Reise, um sein eigenes "Lied" zu finden.
"Der letzte Walsänger", Kinder-/Familienfilm, Animation. Deutschland/Kanada/Tschechien 2025, 91 Minuten, ab 12. Februar im Kino