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Streaming-phänomen

"Bridgerton": Auch Staffel 4 setzt auf Märchenpower – und Sex

Die vierte Staffel der Erfolgsserie "Bridgerton" über den Heiratsmarkt im England des frühen 19. Jahrhunderts mischt abermals historische und heutige Aspekte bekömmlich zusammen. Im Mittelpunkt: eine moderne Aschenputtel-Version. Ab 29. Jänner auf Netflix.

Noch spielen sie nur mit Drachen … Sophie Baek (Yerin Ha) und Benedict Bridgerton (Luke Thompson) in Staffel 4 von "Bridgerton"
Noch spielen sie nur mit Drachen … Sophie Baek (Yerin Ha) und Benedict Bridgerton (Luke Thompson) in Staffel 4 von "Bridgerton"LIAM DANIEL/NETFLIX
Martin Kubesch
Akt. 27.01.2026 23:59 Uhr

Briten haben so ihre Marotten. Nieren zum Frühstück etwa, oder den Drang, bei jeder Gelegenheit eine Warteschlange zu bilden, selbst wenn maximal zwei Personen auf etwas warten. Oder die Gewohnheit, die Namen lieb gewonnener Einrichtungen abzukürzen.
So ist etwa die U-Bahn nur "The Tube" und "Number 10" meint den Regierungssitz des Premierministers.

Dieser der Hang zu Abkürzungen macht sich auch bei Kino- und Fernsehserien bemerkbar. "Game of Thrones" heißt auf der Insel meist nur "GoT", "The Big Bang Theory" wird auf "TBBT" reduziert und die Seifenoper "The East Enders" kennt jeder Brite als "Enders".

Von da her ist es nur konsequent, dass auch die Netflix-Serie "Bridgerton" einen eigenen Kosenamen erhalten hat. Wer sich als Insider des Erfolgsformates zu erkennen geben möchte, der spricht mittlerweile nur mehr von "The Ton" – und jeder Fan weiß, was gemeint ist.

Denn "Bridgerton" gehört seit dem Start im Dezember 2020 zu den erfolgreichsten Streaming-Serien weltweit. Und Millionen Fans zählen die Wochen bis zum Start der neuesten Staffel.

Diesen Donnerstag ist es wieder so weit: Die ersten vier Episoden der vierten Staffel über den Liebes- und Heiratsmarkt im England des frühen 19. Jahrhunderts gehen on air. Mit der üblichen Mischung aus Liebe, Sex und Drama, aber auch mit ein paar Neuerungen.

Worum es in der aktuellen Staffel geht, welches Kind des Bridgerton-Clans sich dieses Mal verlieben darf und worauf sich Fans außerdem freuen können – das weiß man über Staffel vier der Netflix-Erfolgsserie "Bridgerton":

Liest mit strengem Auge die neuesten Ergüsse von Lady Whistledown: Königin Charlotte (Golda Rosheuvel)
Liest mit strengem Auge die neuesten Ergüsse von Lady Whistledown: Königin Charlotte (Golda Rosheuvel)
LIAM DANIEL/NETFLIX

Worum geht es?
Wie in jeder Staffel bisher, steht auch dieses Mal das Liebesleben eines der insgesamt acht Kinder von Lady Violet Bridgerton im Zentrum des Geschehens. In Staffel 1 war das die junge Lady Daphne, in Staffel 2 der erstgeborene Lord Anthony Bridgerton. In Staffel 3 ging es um Colin Bridgerton. Dieser Logik folgend, handelt Staffel 4 von der Brautschau des Zweitgeborenen, Lord Benedict Bridgerton.

Wer ist seine Auserwählte?
Der junge Freigeist, der eigentlich gar keinen Animo hat, sich längerfristig zu binden, verliebt sich auf einem Maskenball in eine geheimnisvolle Lady in einem silbernen Outfit. Hinter der Maske der Schönen verbirgt sich die geheimnisvolle Sophie Baek, die in Wahrheit ein Dienstmädchen ist und sich heimlich auf den Maskenball geschlichen hat.

Wie geht es weiter?
Als die Uhr Mitternacht schlägt, stürzt Sophie Hals über Kopf davon, allerdings nicht ohne zuvor noch einen silbernen Handschuh zu verlieren. Den nimmt Lord Benedict an sich und macht sich damit auf die Suche nach der Frau, die sein unstetes Herz entflammt hat.

Klingt irgendwie bekannt …
Wer bei diesem Plot an das Märchen "Aschenputtel" denkt, liegt definitiv richtig. So wie sich die Macher von "Bridgerton" beim Schreiben ihrer Drehbücher schon bisher bei allen möglichen Vorbildern, von Grimms Märchen bis Jane Austen, bedient haben, ist auch die vierte Staffel der Erfolgsserie ein Amalgam unterschiedlicher Einflüsse und Themen.

Gibt es trotzdem eine Vorlage für die Serie?
Ja, die erfolgreiche gleichnamige Buchreihe der US-Autorin Julia Quinn. Insgesamt sind von ihr zwischen 2000 und 2013 neun "Bridgerton"-Bücher erschienen.

Werden die Bücher originalgetreu verfilmt?
Nein, die Produzenten der Serie nehmen sich immer wieder Freiheiten. So wurde etwa die Reihenfolge, in der die Bücher für die Serie umgesetzt werden, abgeändert – Staffel vier von "Bridgerton" hat das dritte Buch der Serie zum Inhalt, während für Staffel 3 das vierte Buch vorgezogen worden war.

Gibt es noch weitere Unterschiede?
Ja, in der Serie werden etwa Schauspieler verschiedenster Hautfarben und Ethnien besetzt, auch wenn die Rollen im Buch im Grunde fast alle weiße Europäer sind. "Colorblind Casting" nennt sich dieser Kniff, mit dem die Serie vom Feeling her ins Heute geholt werden soll. Augenfälligstes Beispiel: Königin Charlotte, die im wahren Leben Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz hieß und aus Norddeutschland stammte, wird in "Bridgerton" von der dunkelhäutigen Schauspielerin Golda Rosheuvel aus Guyana gespielt.

Was ist über die geheimnisvolle Frau im Silberkleid bekannt?
Sophie, die als Dienstmädchen arbeitet, wird von der koreanischen Schauspielerin Yerin Ha dargestellt. Damit geht auch hier die Tradition weiter, dass der jeweilige Herzenspartner der Bridgerton-Kinder nicht den gängigen Konventionen der damaligen Zeit entspricht. In Staffel 1 war der Liebhaber von Daphne dunkelhäutig, in Staffel zwei verliebte sich Anthony in eine Inderin, in Staffel 3 heiratete Colin das Plus-Size-Model Penelope Featherton (Nicola Coughlan).

Was macht "Bridgerton" noch anders als andere History-Serien?
Auch das Thema Sex wird sehr entspannt und heutig angegangen. Der britische "Guardian" lobte diese Tatsache bereits nach der ersten Staffel. "Bridgerton" habe es geschafft, "den Blick auf den männlichen und weiblichen Körper gleichermaßen auszubalancieren. Es ist selten, dass man auf der Leinwand Sexszenen sieht, in denen die Männer genauso unbekleidet sind wie die Frauen."

Gibt es in Staffel 4 noch weitere Handlungsstränge?
Aber ja, natürlich. Zwar wurde das Geheimnis um die Identität der lästernden Lady Whistledown am Ende von Staffel 3 gelüftet. Dafür tauchen die ersten Kinder aus den in früheren Staffeln geschlossenen Verbindungen auf. Penelope hat einen rothaarigen Wonneproppen namens Elliot auf dem Arm und auch das erste Kind von Anthony und seiner indischen Frau Kathani ist zu sehen.

Gar keine Intrigen?
Doch, doch. Dafür sorgt schon die scharfzüngige Lady Araminta Gun (Katie Leung), die Arbeitgeberin von Sophie (Benedicts Schwarm). Sie will ihre Töchter Rosamund (Michelle Mao) und Posy (Isabella Wei) als Debütantinnen in die Mayfair-Gesellschaft einführen, um für sie passende Ehemänner zu finden. und dabei schreckt sie vor nichts zurück.

Ein echter Wonneproppen: der kleine Lord Elliot mit seiner Mutter Penelope (Nicola Coughlan) und seinem Onkel Benedict (Luke Thompson)
Ein echter Wonneproppen: der kleine Lord Elliot mit seiner Mutter Penelope (Nicola Coughlan) und seinem Onkel Benedict (Luke Thompson)
LIAM DANIEL/NETFLIX

Wie erfolgreich ist "Bridgerton"?
Es ist eine der erfolgreichsten Netflix-Serien aller Zeiten. Staffel 1 erreichte 113 Millionen Views und liegt damit auf Platz 6 im ewigen Netflix-Ranking, Stafel 3 liegt mit 106 Millionen Views auf Platz 8. Ganz vorn: Die erste Staffel von "Wednesday" mit 252 Millionen Views (wobei als View jeder Stream einer Episode ab einer bestimmten Mindestschauzeit gilt).

Ab wann ist Staffel 4 zu sehen?
Wie bei Netflix mittlerweile üblich, splittet der Streamer die Staffel in zwei Teile. Die ersten vier Episoden werden ab 29. Jänner abrufbar sein. Die Episoden 5 bis 8 folgen dann am 26. Februar.

Weiß man schon, ob es auch eine fünfte Staffel geben wird?
Ja, die Staffeln 5 und 6 wurden von Netflix bereits bestätigt.

Und gibt es bereits Informationen, um wen es darin gehen wird?
Es liegt auf der Hand, dass in den nächsten Staffeln die Bridgerton-Kinder Eloise und Francesca im Mittelpunkt stehen werden.

Und danach?
Weitere Staffeln wurden von Netflix bislang nicht bestätigt. Aber die letzten beiden Kinder des Hauses sind die Nachzügler Gregory und Hyazinthe. Bis die Produktion so weit ist, sich ihren Liebes-Schicksalen zuzuwenden, sind die beiden auch groß genug, um selbst am Heiratsmarkt der englischen Upperclass des 19. Jahrhunderts mitzumischen – wenn das Interesse des Publikums so lange anhält.

"Bridgerton" Staffel 4, Romanze, Drama. USA 2026, 8 Episoden à ca. 60 Minuten, Episoden 1-4 ab 29. Jänner, Episoden 5-8 ab 26. Februar, Netflix

Martin Kubesch
Akt. 27.01.2026 23:59 Uhr