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Neue Studie

Problem-Generation Z: Keine Freunde, keine Hobbys, nur Social Media

Eine neue US-Studie attestiert der Gen Z, also den Jahrgängen 1997-2012, einsamer und sozial isolierter zu leben, als ältere Jahrgänge. Kontakte mit anderen würden vor allem in Social Media stattfinden. Besonders junge Männer sind von dem Phänomen betroffen.

Junge Männer, allein zu Haus: Die Forschung nennt dieses Phänomen "Male Loneliness Epidemic" – "Männliche EInsamkeits-Epidemie"
Junge Männer, allein zu Haus: Die Forschung nennt dieses Phänomen "Male Loneliness Epidemic" – "Männliche EInsamkeits-Epidemie"Getty Images
NewsFlix Redaktion
Akt. 13.07.2026 22:45 Uhr

Haben Teenager und junge Erwachsene früher ihre Wochenend-Abende alleine daheim verbracht, waren sie entweder krank, hatten Liebeskummer – oder galten bald als soziale Sonderlinge. Abends wird ausgegangen, werden Freunde getroffen, hat man gemeinsam Spaß. Von den Babyboomern über die Generation X bis zu den Millennials galt das als ungeschriebenes Gesetz.

Dann kam die Gen Z – und damit die erste Generation, die mit den Segnungen von Social Media aufgewachsen war. Die Generation der zwischen 1997 und 2012 geborenen jungen Menschen verlagerte ihr Sozialleben immer stärker in den digitalen Raum. Und das schon lange, bevor Corona und seine Auswirkungen sie dazu nötigten.

Die Folge dieser Entwicklung: Social Media ersetzt bei den Teenagern und jungen Erwachsenen der Gen Z zunehmend soziale Kontakte im wirklichen Leben. Einsame Abende vor dem Computer- oder Handybildschirm wurden und werden immer mehr von der Ausnahme zur Regel. Was früher als vorübergehende Phase galt, hat sich für viele junge Menschen längst zur Normalität entwickelt.

Neue Daten aus den USA werfen nun ein Schlaglicht auf das Zeitverhalten der Generation Z, berichtet das US-Nachrichtenportal NBC News. Die Analyse statistisch erhobener Werte darüber, wie die Gen Z ihre Zeit verbringt, käme zu besorgniserregenden Ergebnissen, so NBC News schreibt. Wie sich das Zeit-Budget der Gen Z von dem älterer Personen unterscheidet, welchen Stellenwert Social Media in dieser Generation besitzt und weshalb vor allem junge Männer deutlich stärker zur Vereinsamung neigen – die Fakten im Überblick:

Gemeinsamkeit findet bei der Gen Z immer seltener statt. Und wenn, dann vor allem in Social Media
Gemeinsamkeit findet bei der Gen Z immer seltener statt. Und wenn, dann vor allem in Social Media
Getty Images

Was genau wurde untersucht?
Die Analyse basiert auf Daten des US Bureau of Labor Statistics (Amt für amtliche Arbeitsmarktstatistiken), das minutengenau erfasst, wie Menschen ihren Tag verbringen. Verglichen wurden die Zeitverwendungsmuster der Generation Z (geboren etwa 1997-2012) mit jenen der Millennials (1981-1996), der Generation X (1965-1980) und älteren Gruppen. Der Fokus lag dabei auf Beschäftigungen wie Arbeit, Schlaf, Freizeit und Zeit, die alleine verbracht wird.

Was ist das überraschendste Ergebnis?
Besonders auffällig ist, wie viel Zeit junge Menschen – und hier vor allem junge Männer – alleine verbringen. Diese Zeit hat im Vergleich zu früheren Generationen deutlich zugenommen. Während früher mehr Zeit mit Freunden, Familie oder in Gemeinschaften verbracht wurde, verschiebt sich das Zeitbudget zunehmend in Richtung Alleinsein.

Warum sind Experten besorgt?
Die Zunahme der Zeit, die alleine verbracht wird, korreliert mit steigenden Einsamkeitswerten. Experten warnen, dass soziale Isolation langfristige Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit haben kann. Einsamkeit wird mittlerweile als ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko eingestuft – manche Forscher vergleichen die Auswirkungen mit regelmäßigem Rauchen.

Betrifft das Phänomen nur die USA?
Nein. Auch in Europa und Österreich zeigen Studien ähnliche Trends. Laut Erhebungen fühlt sich etwa jeder fünfte junge Erwachsene stark einsam. In Österreich leben rund 1,8 Millionen Menschen in Single-Haushalten – und viele davon berichten von Einsamkeitsgefühlen. Das Phänomen ist also keineswegs auf die USA beschränkt.

Was ist die "Male Loneliness Epidemic"?
Der Begriff, übersetzt bedeutet er "Männliche Einsamkeits-Epidemie", beschreibt die Beobachtung, dass insbesondere junge Männer von zunehmender Einsamkeit betroffen sind. Auf Social-Media-Plattformen wird das Thema intensiv diskutiert. Psychologen debattieren, welche Faktoren dazu beitragen: Veränderte Arbeitswelten, der Rückgang traditioneller Gemeinschaftsstrukturen und die Verlagerung sozialer Interaktion ins Digitale spielen eine Rolle.

Wie unterscheidet sich die Gen Z von den Millennials?
Die Daten zeigen Unterschiede in mehreren Bereichen. Die Gen Z verbringt tendenziell mehr Zeit mit digitalen Medien und weniger Zeit mit persönlichen Treffen als Millennials im selben Alter. Auch die Work-Life-Balance gestaltet sich anders: Während frühere Generationen oft mehr Stunden im Büro verbrachten, arbeitet Gen Z flexibler – verbringt aber auch mehr Zeit alleine zu Hause.

Frauen pflegen tendenziell aktivere soziale Netzwerke und investieren mehr Zeit in Freundschaften und familiäre Beziehungen, das gilt auch für die Gen Z
Frauen pflegen tendenziell aktivere soziale Netzwerke und investieren mehr Zeit in Freundschaften und familiäre Beziehungen, das gilt auch für die Gen Z
Getty Images

Welche Rolle spielt das Smartphone?
Eine zentrale. Die ständige Verfügbarkeit digitaler Unterhaltung macht das Alleinsein komfortabler – aber nicht unbedingt befriedigender. Statt sich aktiv um soziale Kontakte zu bemühen, können Bedürfnisse nach Unterhaltung und oberflächlicher Verbindung damit schnell befriedigt werden. Das verringert den Anreiz, echte soziale Beziehungen aufzubauen.

Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
Ja. Die Daten deuten darauf hin, dass junge Männer stärker von der Zunahme an Zeit allein betroffen sind als junge Frauen. Frauen pflegen tendenziell aktivere soziale Netzwerke und investieren mehr Zeit in Freundschaften und familiäre Beziehungen. Bei jungen Männern schrumpfen diese Netzwerke hingegen oft.

Was können Betroffene tun?
Experten empfehlen, aktiv gegenzusteuern: Regelmäßige Verabredungen fest einplanen, Hobbys in Gruppen ausüben, Vereine oder Kurse besuchen. Wichtig ist, den Unterschied zwischen gewählter Einsamkeit (die erholsam sein kann) und ungewollter Isolation zu erkennen. Wer sich dauerhaft einsam fühlt, sollte professionelle Hilfe in Erwägung ziehen.

Ist Zeit alleine grundsätzlich schlecht?
Keineswegs. Zeit für sich selbst zu haben, ist wichtig für Erholung und Selbstreflexion. Problematisch wird es erst, wenn die Zeit alleine unfreiwillig ist oder wenn echte soziale Kontakte fast vollständig durch digitale Interaktionen ersetzt werden. Entscheidend ist die Balance – und das eigene Wohlbefinden.

Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Daten deuten auf einen gesellschaftlichen Wandel hin, der langfristige Folgen haben könnte. Wenn immer mehr Menschen immer mehr Zeit alleine verbringen, verändert das nicht nur individuelle Lebensläufe, sondern auch gesellschaftliche Strukturen. Freiwilligenorganisationen, Vereine und selbst Unternehmen spüren bereits, dass junge Menschen schwerer zu erreichen und zu motivieren sind.

NewsFlix Redaktion
Akt. 13.07.2026 22:45 Uhr