Super Mario ist zurück auf der großen Leinwand: Der sympathische Handwerker ist auch im zweiten Animationsfilm-Abenteuer nach dem Videospiel-Klassiker der Star der Show und rettet einmal mehr Prinzessin Rosalina. Ab jetzt in den heimischen Kinos.

Man muss sich das einmal vorstellen: 60 Milliarden Dollar, umgerechnet 52 Milliarden Euro – so viel Geld hat der italienisch-stämmige Installateur Mario seinem Erfinder, dem japanischen Spielekonzern Nintendo, bislang bereits in die Kassen gespült.
Und zwar mit Computerspielen aller Art und für jedes System (alleine etwa 50 Milliarden), mit Merchandise-Artikeln, Büchern, Comics und was der geneigte Fan sonst noch so benötigt. Und mit Spielfilmen. Der Animationsstreifen "Der Super Mario Bros. Film" von 2023 war zwar nicht die erste Spielfilm-Umsetzung der Game-Hits, aber die bislang erfolgreichste: 1,35 Milliarden Dollar spielte er ein. Es gibt kaum einen realen Hollywoodstar, der auch nur annähernd so erfolgreich Kinder UND Erwachsene ins Kino holt wie der Latzhosenträger.
Das Geheimnis dieses Erfolges: Super Mario und seine Gang – sein Bruder Luigi, die Prinzessinnen Peach und Rosalina sowie alle anderen Figuren aus den dutzenden Super-Mario-Computerspielen – fanden nicht nur bei Kids Anklang, sondern auch bei ihren Eltern. Und das mit gutem Grund: Denn die Spiele-Serie gibt es bereits seit 1985 – und damit so lange, dass sich auch die allermeisten Eltern an stundenlange Jump'n'Run-Orgien vor dem TV-Gerät erinnern können.
Auf diesen Effekt hoffen die Macher jetzt auch bei der Animations-Fortsetzung des Blockbusters: "Der Super Mario Galaxy Film" versucht abermals, mit einer sympathisch-naiven, bis obenhin mit sogenannten Easter-Eggs vollgestopften Story Kasse zu machen. Der knallbunte Spaß, der diese Woche zeitgleich rund um die Welt –und damit auch in Österreich – anläuft, könnte laut Marktprognosen bereits in den ersten fünf Tagen 350 Millionen Dollar einspielen.
Außerdem diese Woche neu im Kino: Die sehr schwarze Rom-Com "Das Drama" mit Robert Pattinson und Zendaya sowie eine neue "Les Misérables"-Verfilmung aus Frankreich. Viel Abwechslung also vor dem langen Oster-Wochenende – haben Sie eine gute Zeit!

Worum es geht Im Pilz-Königreich droht Ungemach: Bowser Jr. entführt Prinzessin Rosalina, die kosmische "Mutter der Sterne". Rosalina ist zugleich die Schwester von Prinzessin Peach. Um sie zu retten, brechen Mario, Luigi, Prinzessin Peach, Toad und der neu hinzugekommene Yoshi zu einer wilden Reise durch das All auf.
Dabei durchqueren sie zahllose bizarre Planeten und Galaxien (die von der Gravitationsmechanik der Vorlage inspiriert sind). Der vermeintlich geläuterte Bowser gerät in einen inneren Konflikt, da sein Sohn versucht, ihn mit seiner großen Tat zu beeindrucken.
Die Handlung ist so sprunghaft wie das Jump’n’Run-Videospiel-Vorbild: Ständig wechselnde Schauplätze, rasante Sequenzen, Power-Ups und Auftritte von zahlreichen Figuren wie Koopas, Goombas, Bob-ombs und weiteren Nintendo-Ikonen bestimmen das Geschehen.
Lohnt sich das? 2023 gelang dem Studio Illumination mit "Der Super Mario Bros. Film" ein Überraschungserfolg, der weltweit über 1,36 Milliarden Dollar einspielte: Unerwartet, weil Videospielverfilmungen in der Regel eher floppen, wenn nicht an den Kinokassen dann zumindest bei der Kritik.
Unerwartet auch, weil der letzte Versuch einer Super-Mario-Adaption 1993 im Mega-Flop "Super Mario Bros." endete, der bis heute als einer der schlechtesten Filme überhaupt gilt. Die Verfilmung aus 2023 war aber dann nicht nur ein finanzieller Erfolg, sondern überzeugte auch Fans und Kritiker, die ihn als temporeiche, liebevolle Hommage lobten. Ein Sequel war also nur eine Frage der Zeit.
"Der Super Mario Galaxy Film" baut handlungstechnisch nun lose auf dem Nintendo-Spiele-Klassiker "Super Mario Galaxy" (2007) und dessen Fortsetzung auf, erweitert diese jedoch um Elemente aus der gesamten 40-jährigen Mario-Geschichte. Ästhetisch bleibt alles beim Alten, man orientiert sich an der knalligen Stilistik des Vorgängers und auch das Tempo bleibt rasant wie ein Videospiel.

Im Gegensatz zum Film aus 2023 fehlen dem Sequel aber Charme und Seele, wie zahlreiche Kritiken bemängeln. Der britische Guardian nennt den "Super Mario Galaxy Film" einen "Film in Form eines langweiligen Screensavers" und einen "Fan-Service-Katalog", der zwar vollgestopft mit Easter Eggs sei, dem es aber an echter Dramaturgie, Charaktertiefe und origineller Erzählung mangele.
Immerhin: Wer sich den Film in der Originalfassung gibt, wird mit einer ganzen Riege an Topstar-Stimmen belohnt, etwa Benny Safdie, Brie Larson, Anya Taylor-Joy, Chris Pratt und Jack Black, um nur einige zu nennen.
"Der Super Mario Galaxy Film", Animation, Spiele-Verfilmung. USA 2026, 98 Minuten, ab 1. April im Kino

Worum es geht Richter Stefan Mortensen (Geoffrey Rush) erleidet während einer Verhandlung einen Schlaganfall und wird in das nächstgelegene Pflegeheim gebracht. Geistig ist der gebildete und belesene Mann wieder halbwegs auf der Höhe, aber die Motorik lässt noch zu wünschen übrig, und so muss er in einem Rollstuhl Platz nehmen und auf baldigen Therapieerfolg hoffen, um aus dem Heim entlassen zu werden, das so gar nicht seinen hohen Ansprüchen genügt.
Während seines Aufenthalts macht Mortensen auch Bekanntschaft mit Langzeitpatient Dave Crealy (John Lithgow): Der wirkt auf den ersten Blick wie ein verwirrter Einzelgänger, er kommuniziert vornehmlich über eine Handpuppe namens "Jenny Pen".
Doch sein Wahnsinn ist nur gespielt: Der Mann ist ein Psychopath, der nächtens er die anderen Pflegepatienten terrorisiert. Eine Schreckensherrschaft, die offenbar schon seit Jahren andauert. Mortensen findet sich hin- und hergerissen: Er will sich Crealy nicht fügen, doch sein Zustand verschlechtert sich immer weiter, während Crealy durch seine Manipulationen die Pflegeheim-Belegschaft an der Nase herumführt. Kann sich Mortensen gegen den Tyrann auflehnen, oder wird "The Rule of Jenny Pen" auch ihn biegen?
Lohnt sich das? James Ashcrofts neuseeländischer Psycho-Horrorthriller ist ein echter Genre-Geheimtipp, der das schaurige Potenzial von Pflege- und Altenheimen erkennt und gänzlich ausschöpft. Die beiden Schauspiel-Legenden Geoffrey Rush und John Lithgow liefern sich darin ein Duell allererster Güte, das am Ende aber klar an Lithgow geht, der eine seine besten Leistungen seit vielen Jahren abliefert und an seine Rollen in Brian de Palma-Filmen, allen voran "Mein Bruder Kain" erinnert.
"The Rule of Jenny Pen" hält aber auch eine Message parat, die gleich in der Eröffnungsszene angeteasert wird: Bei einer Gerichtsverhandlung wirft Richter Mortensen der Frau eines wegen Missbrauchs Angeklagten vor, mitschuldig zu sein - sie habe nichts gegen seine Taten getan, nur zugeschaut.
Und nun, schwach und gebrechlich, gerät er im Pflegeheim selbst in eine ähnliche Situation: Er wird Zeuge, wie ein Täter – Crealy – andere terrorisiert und wird schließlich auch selbst zum Opfer. Und muss sich fragen, wie viel Energie er aufwenden kann und will, um dem Schrecken ein Ende zu setzen. Oder ob er die bequeme Lösung bevorzugt: Nichts tun, zuschauen, sich seinem Schicksal ergeben, wie es auch die meisten seiner Mitpatienten tun.

James Ashcrofts Films bietet so nicht nur stilistisch gekonnt umgesetzten Horror in ungewohntem Setting, sondern ist auch eine clevere Parabel über den Umgang mit dem "Bösen" und toxisches Wegschauen. Eine im Kern moralische Geschichte über Resilienz. Das Finale ist zwar in seiner Konventionalität etwas enttäuschend, aber "The Rule of Jenny Pen" lohnt sich allemal, nicht nur für Horrorfans.
"The Rule of Jenny Pen", Horror. Neuseeland 2024, 103 Minuten, als DVD/BluRay und Video-on-Demand bei diversen Anbietern
"Das Drama – Noch mal auf Anfang"
In Kristoffer Borglis ("Dream Scenario") neuem Film gerät das Leben eines vermeintlich glücklich verlobten Paares kurz vor der Traumhochzeit aus den Fugen: Emma Harwood (Zendaya), Buchhändlerin aus den US-Südstaaten, und Charlie Thompson (Robert Pattinson), Museumsdirektor aus London, stehen unmittelbar vor der Eheschließung. Während eines Abendessens mit ihren Trauzeugen spielen die vier ein "Beichtspiel", bei dem die jeweils schlimmste Tat des Lebens offenbart werden soll. Emmas Enthüllung stellt nicht nur die Hochzeitspläne, sondern die gesamte Beziehung und das bisherige Selbstbild der Partner grundlegend infrage.
Die pointierte, teils verstörende Inszenierung Borglis unterläuft gängige Liebesfilm-Konventionen geschickt: Eine intelligente Mischung aus Humor, Romantik und Tiefgang, die "Das Drama" von einer typischen Rom-Com abhebt.
"Das Drama – Noch mal auf Anfang", Schwarze Rom-Com. USA 2026, 105 Minuten, ab 2. April im Kino
"Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean"
In dieser französischen Literatur-Adaption von Éric Besnard wird das erste Kapitel des berühmten Romans von Victor Hugo verfilmt. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Sträfling Jean Valjean (Grégory Gadebois), der nach 19 Jahren Zwangsarbeit wegen des Diebstahls eines Laib Brots entlassen wird. Der Film schildert Valjeans mühsamen Weg zur Rehabilitation, seine innere Wandlung und den Beginn eines neuen Lebens im Schatten der französischen Restaurationszeit.
"Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean", Literaturverfilmung. Frankreich 2025, 98 Minuten, ab 2. April im Kino
"Siri Hustvedt – Dance Around the Self"
Porträt der norwegisch-amerikanischen Schriftstellerin über einen Zeitraum von sieben Jahren: Der Film begleitet Hustvedt von ihrer Jugend in den weiten Landschaften Minnesotas bis hin zu ihrem Leben als eine der einflussreichsten Stimmen der zeitgenössischen Literatur in New York und nimmt auch die Beziehung zu ihrem 2024 verstorbenen Mann Paul Auster in den Fokus. Zu Wort kommen neben Hustvedt selbst ihre Tochter Sophie Auster und weitere Wegbegleiter. Weltpremiere kürzlich bei der Berlinale 2026.
"Siri Hustvedt – Dance Around the Self", Dokumentation. Deutschland/Schweiz 2026, 110 Minuten, ab 2. April im Kino
"Horst Schlämmer sucht das Glück"
Unter Regie von Sven Unterwaldt jr. begibt sich Hape Kerkeling als sein Alter Ego Horst Schlämmer auf einen Roadtrip durch Deutschland: Als der kultige stellvertretende Chefredakteur des fiktiven "Grevenbroicher Tagblatts" will er der miesen Stimmung im Land nachgehen. Die Reise führt ihn von Süddeutschland über Berlin, Dresden und die Nordseeküste bis nach Sylt. Unterwegs trifft Schlämmer auf unterschiedlichste Persönlichkeiten, aber auch Prominente wie den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki.
In Deutschland läuft das Comeback von Kerkelings Kultfigur bereits seit einer Woche im Kino, die Kritiken fielen bisher allerdings überwiegend verhalten bis negativ aus. Im Vergleich zum Vorgänger "Isch kandidiere!" (2009) fehle der satirische Biss, so der Tenor. Der Film wirke nostalgisch und altbacken, aber nicht mehr subversiv.
"Horst Schlämmer sucht das Glück", Komödie, Mockumentary. Deutschland 2026, 93 Minuten, ab 3. April im Kino