Ein 37-stöckiges Gebäude im Herzen von New York City, in dem früher der Pharmakonzern Pfizer untergebracht gewesen ist, könnte zusammenbrechen, da sich mehrere Stahlträger zu verbiegen begannen. Tausende Menschen mussten evakuiert werden. Die Fakten.

Es klingt wie Ironie, ist aber bitterer Ernst: In Manhattan herrscht derzeit Ausnahmezustand, weil ein 37-stöckiges Hochhaus ganz in der Nähe des berühmten Grand Central Terminals einzustürzen droht. Bei dem Gebäude, in dem früher das Hauptquartier des Pharmakonzerns und Viagra-Erfinders Pfizer untergebracht gewesen ist, knickten mehrere tragende Stahlsäulen unerwartet ein.
Binnen kürzester Zeit waren hunderte Einsatzkräfte vor Ort, das gesamte Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, das betroffene Haus sowie zahlreiche umliegende Gebäude evakuiert. Auch Bürgermeister Zohran Mamdani eilte zum Ort des Geschehens und bezeichnete die Situation nach seinem Lokalaugenschein laut NBC News als "extrem ernst".
Wie es zu den filmreifen Szenen im Herzen der Millionenmetropole kam, wie groß die Gefahr einen Einsturzes tatsächlich ist und was die Einsatzkräfte jetzt unternehmen, um das Schlimmste zu verhindern – das muss man über die Lage in NYC wissen:
Was genau ist passiert?
Am Dienstagmorgen, New Yorker Zeit, also Dienstagnachmittag in Europa, begannen zwei tragende Stahlsäulen im 21. Stock des 37-stöckigen Hochhauses an der Adresse 235 East 42nd Street, sich zu verbiegen. Bauarbeiter bemerkten die Verformung und schlugen Alarm. Die Feuerwehr war zu diesem Zeitpunkt bereits von Passanten wegen herabfallender Ziegel zum Einsatzort gerufen worden, kurz darauf ging der Notruf ein, der den drohenden Kollaps des gesamten Gebäudes meldete.

Wie gefährlich ist die Lage?
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani bezeichnete die Situation als extrem ernst. Allerdings erklärte der Feuerwehrchef der Stadt, dass bei einem Stahlgebäude nur ein lokaler Einsturz möglich sei – ein kompletter Zusammenbruch des Hochhauses sei unwahrscheinlich. Seit dem Dienstagabend europäischer Zeit wurde keine weitere Bewegung des Gebäudes mehr registriert.
Was ist das für ein Gebäude?
Das Hochhaus in Midtown Manhattan war früher der globale Hauptsitz des Pharmakonzerns Pfizer, der als Entwickler des Erektionsmedikaments Viagra zu weltweiter Bekanntheit gelangt ist. Derzeit wird es zu einem Luxuswohnkomplex mit rund 1.500 Mieteinheiten umgebaut. Das Gebäude verfügt über eine aktive Baugenehmigung der städtischen Bauaufsicht.
Wie viele Menschen wurden evakuiert?
Neben dem betroffenen Hochhaus selbst mussten auch sieben Nachbargebäude evakuiert werden. Die Zahl stieg im Laufe des Tages an, als die Behörden die Sperrzone ausweiteten. Am frühen Abend durften jedoch die Bewohner der Adresse 222 East 44th Street wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, die Feuerwehr erachtete das Gebäude als nicht mehr gefährdet.
Gab es Verletzte?
Nein, es wurden keine Verletzungen gemeldet. Alle Bauarbeiter, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf der Baustelle befanden, konnten das Gebäude sicher verlassen und sind laut Behördenangaben alle unversehrt.
Wie haben die Menschen vor Ort reagiert?
Helder Pereira, ein Angestellter, dessen Bürogebäude um 11.30 Uhr evakuiert wurde, musste mit seinen Kollegen 32 Stockwerke zu Fuß hinabsteigen. Er dachte nur: "Ich muss hier so schnell wie möglich raus, weil ich nicht weiß, ob die Nachbargebäude einstürzen." Er beschrieb die Situation als beängstigend.
Was unternehmen die Behörden?
Ein sechsköpfiges Expertenteam aus Feuerwehr, Bauaufsicht und dem Bauunternehmer hat das Gebäude betreten, um zu prüfen, ob Abstützungsarbeiten sicher beginnen können. Temporäre Stützkonstruktionen sollten noch am Dienstagabend installiert werden.
Wie soll das Gebäude stabilisiert werden?
Bürgermeister Mamdani erklärte, dass zunächst der betroffene 21. Stock gesichert werden muss. Wenn dieser als stabil eingestuft wird, sollen Ingenieure eintreten und mit der Abstützung beginnen, während auf Materialien gewartet wird, die das gesamte Gebäude stabilisieren sollen.
Was sagt die Gouverneurin?
New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul kündigte auf der Plattform X an, dass die Regierung des Bundesstaates bereit stehe, jede benötigte Unterstützung zu leisten. Sie riet der Bevölkerung, das betroffene Gebiet zu meiden.

Was ist die Ursache des Problems?
Die genaue Ursache ist noch unklar. Das Gebäude befindet sich mitten in einem großen Umbau vom ehemaligen Firmensitz zu einem Wohnkomplex. Die Ermittlungen laufen, um festzustellen, warum die Stahlträger nachgegeben haben.
Wie viel des Gebäudes ist beschädigt?
Laut New York Times erklärten die Behörden, dass das Gebäude schwere Schäden zwischen dem 21. und 26. Stockwerk erlitten hat.
Muss das Hochhaus jetzt abgerissen werden?
Davon wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgegangen. Nathan Berman, Geschäftsführer des Unternehmens, das den Umbau durchführt, rechnet mit einer Verzögerung seiner Arbeiten von nur wenigen Wochen. Er bezeichnete die Vorgänge als "typischen Bauunfall".