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12,5 Milliarden Dollar

Welche Rolle Donald Trump beim Verkauf der L.A. Lakers spielte

Nur 14 Monate, nachdem er sie um die damalige Rekordsumme von 10 Mrd. Dollar gekauft hat, gibt Multimilliardär Mark Walter das Basketballteam der L.A. Lakers schon wieder ab – mit 2,5 Mrd. Gewinn. Die Hintergründe, wie Donald Trump seine Hände im Spiel hatte.

Donald Trump mit Milliardär Mark Walter, dem bisherigen Eigentümer der L.A. Lakers im Weißen Haus
Donald Trump mit Milliardär Mark Walter, dem bisherigen Eigentümer der L.A. Lakers im Weißen HausREUTERS
NewsFlix Redaktion
Akt. 18.08.2026 02:04 Uhr

Die Umstände des Deals sind selbst für die an Superlative gewöhnte Welt der US-Profi-Ligen ungewöhnlich. Nur 14 Monate, nachdem er das Team um die – damalige – Rekordsumme von 10 Milliarden Dollar (8,6 Mrd. Euro) übernommen hatte, gibt der Multimilliardär Mark Walter das Basketballteam der Los Angeles Lakers schon wieder ab – um 12,5 Milliarden Dollar (10,8 Mrd. Euro).

Und: Der Käufer ist niemand anderer als Joshua Kushner, Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Joshua Kushners Name ging zuletzt durch die internationalen Medien, weil er gemeinsam mit FIFA-Boss und Trump-Buddy Gianni Infantino Anteile der Rechte an künftigen Fußball-Weltmeisterschaften übernehmen wollte – und damit am massiven Widerstand zahlreicher nationaler Fußballverbände krachend scheiterte.

Aber das Außergewöhnlichste an dem Lakers-Deal ist nicht die Summe, sondern das Tempo, mit dem hier Geld ausgegeben wird. Gerade einmal drei Tage sei verhandelt worden, dann stand der Preis für das wertvollste Team der US-Basketball-Liga fest. Extrem ungewöhnlich in einer Branche, in der sonst über wesentlich geringere Summen viel härter – und auch länger – gefeilscht wird.

Etwas viele Zufälle, unken Branchenkenner, ohne indes konkreter zu werden. Wie es zu dem Rekord-Deal in Rekordzeit kommen konnte, weshalb der Verkäufer der L.A. Lakers im Visier von Staatsanwälten und Börsenaufsicht steht und welche Rolle Donald Trump bei der ganzen Sache gespielt hat – das muss man über den teuersten Verkauf eines Teams in der Geschichte des Profisports wissen:

Lakers-Star LeBron James: das Team wurde vergangene Woche nach nur drei Tagen Verhandlungszeit für 12,5 Milliarden Dollar verkauft
Lakers-Star LeBron James: das Team wurde vergangene Woche nach nur drei Tagen Verhandlungszeit für 12,5 Milliarden Dollar verkauft
IMAGN IMAGES via Reuters Connect

Worum geht es?
Wie Ende vergangener Woche bekannt wurde, wird der US-Milliardär Mark Walter seine Mehrheitsanteile am Basketballteam der L.A. Lakers nach nur 14 Monaten wieder verkaufen. Das ist zweifach ungewöhnlich. Erstens wegen der sehr kurzen Behalte-Dauer – Investments in Sportteams werden über viele Jahre, oft über Jahrzehnte gehalten. Und zweitens wegen des Preissprungs, den das Team in dieser Zeitspanne erwirtschaftet haben soll.

Was ist damit gemeint?
Als Milliardär Mark Walter die Lakers kaufte, wurde der Gesamtwert des Teams auf – damals bereits sagenhafte – 10 Milliarden Dollar (8,6 Mrd. Euro) taxiert. 14 Monate später soll das Team jetzt 12,5 Milliarden Dollar (10,8 Mrd. Euro) wert sein. Damit hätten die Lakers jeden einzelnen Tag im Besitz des Investors um mehr als 290.000 Dollar an Wert zugelegt.

Von wem hat der Milliardär die Lakers gekauft?
Von Jeanie Buss, Tochter des 2013 verstorbenen Langzeiteigentümers Jerry Buss, einem Immobilienunternehmer. 1979 bezahlte er für die Lakers, die L.A. Kings (ein Eishockeyteam) und die Spielstätte der beiden Mannschaften insgesamt 67,5 Millionen Dollar.

Wer ist der Käufer?
Mark Walter verkauft das Team an den früheren Disney-Chef Bob Iger und den Thrive-Capital-Gründer Joshua Kushner.

Da klingelt etwas …
Robert Iger ist einer der schillerndsten Medienmanager der USA. Er war Chef von Disney und steigerte den Wert der Company während seiner Amtszeit von 56 auf 231 Milliarden Dollar. Joshua Kushner wiederum ist der Bruder von Donald-Trump-Schwiegersohn Jared Kushner (er verhandelt derzeit wieder einmal für seinen Schwiegervater im Nahen Osten) und Chef des milliardenschweren Risikokapitalunternehmens Thrive Capital.

Hat man von ihm schon gehört?
Aber ja, er wollte zuletzt insgesamt 20 Milliarden Dollar in jene Idee von FIFA-General Gianni Infantino investieren, bei der der Weltfußballverband Anteile an den Durchführungsrechten der Fußball-WM an den Investor abgegeben hätte. Der Plan scheiterte am massiven Widerstand einer großen Mehrheit der FIFA-Mitgliedsländer.

Trump erhielt von Milliardär Mark Walter einen Ring, der angeblich 100.000 Dollar wert sein soll
Trump erhielt von Milliardär Mark Walter einen Ring, der angeblich 100.000 Dollar wert sein soll
APA-Images / AP / Alex Brandon

Und jetzt Basketball statt Fußball?
Sieht jedenfalls ganz danach aus. Wie etwa das The Atlethic, das Sportportal der New York Times berichtet, wäre der Deal binnen nur drei Tagen ausgehandelt worden – inklusive der Preissteigerung um 2,5 Milliarden Dollar.

Sind die Lakers wirklich so viel wert?
Sie sind zweifellos die glamouröseste Mannschaft der US-Basketballliga NBA. Und mit 17 Meisterschaftstiteln (zuletzt 2020) die zweit-erfolgreichste nach den Boston Celtics (18 Titel). Für die Lakers spielten Basketballlegenden Legenden wie Wilt Chamberlain, Kareem Abdul-Jabbar, Earvin "Magic" Johnson, Kobe Bryant, Shaquille O'Neal, Pau Gasol oder LeBron James.

Warum ist der Verkaufspreis jetzt so viel höher als vor 14 Monaten?
Konkrete Gründe für diese neue Zahl wurden nicht genannt. Ob die Gründe dafür alleine in der bisherigen Firmenpolitik von Milliardär Mark Walters liegen, wird branchenintern zumindest bezweifelt.

Hat Walter die Lakers sportlich stark umgebaut?
Zumindest auf der Basketball-Seite griff vieles weniger stark als erwartet. Walters Einstieg sollte eine neue Ära mit mehr Infrastruktur, Analytik, Scouting und Medizin bringen. Tatsächlich wurden laut Umfeld viele dieser Änderungen nicht spürbar umgesetzt.

Was hat sich unter Walter stattdessen verändert?
Die größeren Schritte zielten vor allem auf höhere Einnahmen. Die Lakers setzten mehrere Kündigungsrunden um und erhöhten die Preise für Saisonkarten deutlich, teils um mehr als 40 Prozent. Außerdem wurden mehr Plätze am Spielfeldrand geschaffen und Medienvertreter umplatziert, damit diese Sitze verkauft werden konnten.

Wer ist Mark Walter überhaupt?
Walter ist 66 Jahre alt, stammt aus Iowa und hat sein Vermögen in der Finanzbranche aufgebaut. Er ist CEO von Guggenheim Partners und von TWG Global, einer Holding mit Beteiligungen in Sport, Unterhaltung, Technologie und Künstlicher Intelligenz. Der Bloomberg Billionaire Index schätzt sein persönliches Vermögen auf 18,3 Milliarden Dollar.

Legt Milliarden für die Lakers auf den Tisch: Investor Joshua Kushner, der Bruder von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, hier mit Ehefrau und Ex-Topmodel Karlie Kloss
Legt Milliarden für die Lakers auf den Tisch: Investor Joshua Kushner, der Bruder von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, hier mit Ehefrau und Ex-Topmodel Karlie Kloss
REUTERS/Jeenah Moon

Welche Rolle spielt er im Sportgeschäft?
Sein Portfolio ist enorm: Dazu gehören unter anderem die Los Angeles Dodgers – zuletzt zweifacher Baseball-Meister in den USA. Außerdem besitzt er Anteile am Chelsea FC (Fußballverein in England), den Los Angeles Sparks (Frauen-Basketball), der Professional Women's Hockey League, dem neuen Formel-1-Team Cadillac und dem Billie Jean King Cup (Tennis).

Ist Mark Walter eher Showman oder Sanierer?
Trotz seiner prominenten Beteiligungen gilt Walter als eher zurückhaltender Besitzer, der lieber in Jeans und Sneakers auftritt, als die große Show zu suchen.

Warum verkauft der Investor ein Prestigeobjekt wie die Lakers dann so schnell wieder?
Eine offizielle Begründung gibt es nicht. Das Tempo beim Abschluss des Deals befeuert allerdings Spekulationen über Walters Motive.

Nämlich?
Mark Walter, der persönlich auf ein Vermögen von etwa 18 Milliarden Dollar geschätzt wird, steht seit einiger Zeit im Fokus von Ermittlungen der Bundesbehörden. Sie untersuchen Versicherungsfirmen, die ihm gehören. Die Delaware Life Insurance Company und die mit ihr verbundene Clear Spring Life and Annuity erhielten im Februar Vorladungen einer Grand Jury im Rahmen von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York. Parallel läuft zudem eine Untersuchung der Börsenaufsicht SEC.

Worum geht es bei diesen Ermittlungen genau?
Laut FAZ steht der Sportmogul schon eine Weile unter Druck, um den Schuldenstand der betreffenden Versicherungen zu reduzieren, weshalb er angeblich dringend flüssiges Kapital benötigt. Wie wiederum das Wall Street Journal meldet, geht es um gepumptes Geld in Größenordnungen von fast "21 Milliarden Dollar, die an Unternehmen vergeben wurden, die mit Walter oder seinem Firmen-Konglomerat namens TWG Global in Verbindung stehen".

Wie passt US-Präsident Donald Trump in dieses Bild?
Trump und Walter kennen sich gut, heißt es. Zuletzt war Mark Walter mit den L.A. Dodgers bei einer Feier anlässlich der zweiten Baseball-Meisterschaft in Folge im Weißen Haus, wo Trump ihn öffentlich lobte, so die FAZ. Walter dankte dem Präsidenten dafür und überreichte ihm einen gravierten World-Series-Ring mit Brillanten, der angeblich mehr als 100.000 Dollar wert sein soll.

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REUTERS/Mario Anzuoni

Heißt das, Trump hatte mit dem Lakers-Deal zu tun?
Dafür gibt es keinen Beleg. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte zudem, dass der Deal zwischen Kushner/Iger sowie Mark Walter "nichts mit Präsident Trump oder seiner Regierung zu tun" hätte. Andererseits würde ein Strippenzieher Trump die Merkwürdigkeiten des Lakers-Deals erklären: den absurd hohen Preis, der merkwürdig kurze Verhandlungsspielraum, die Tatsache, dass die Anteile nicht frei am Markt angeboten wurden. Es passt einfach sehr viel zusammen – theoretisch.

Wäre das verboten?
Es hätte auf jeden Fall eine sehr schräge Optik, wenn der amtierende US-Präsident für einen in Schieflage geratenen Investor auf die Suche nach Geschäftspartnern gehen und im eigenen Familienumfeld fündig würde.

Hat Mark Walter damit genug Kapital, um den Untersuchungen von Staatsanwaltschaft und Börsenaufsicht zu entgehen?
Es sieht nicht so aus. Wie die FAZ weiter schreibt, sprechen britische Medienberichte davon, dass der 66-jährige Milliardär auch seinen 38-Prozent-Anteil am Fußballclub FC Chelsea verkaufen könnte. Das Team hat laut Schätzungen des amerikanischen Wirtschaftsmagazins "Forbes" einen Marktwert von umgerechnet 3,5 Milliarden Euro.

NewsFlix Redaktion
Akt. 18.08.2026 02:04 Uhr