Ihr Mann, ihre zwei Kinder sterben bei einem Autounfall. Trauer hat viele Gesichter. In der Bestseller-Verfilmung "Vier minus drei" kämpft Valerie Pachner um ihre Rückkehr ins Leben. Keine leichte Kost, aber unendlich lebensbejahend – jetzt neu im Kino.

Das Leben schreibt die besten Geschichten, heißt es. Manchmal sind es allerdings die schrecklichsten.
Barbara Pachl-Eberhart ist 34 Jahre alt, als im März 2008 ihre beiden Kinder Thimi, 7, und Fini, 2, sterben. Sie sitzen im Auto der Familie, mit dem Vater Heli einen unbeschrankten Bahnübergang überquert, ohne auf den nahenden Zug zu achten. Auch er stirbt bei dem Unfall.
Was danach kommt, überfordert nicht nur Barbara, sondern bald auch ihr Umfeld. Denn die Frau gestattet es sich nicht, an dem Schicksalsschlag und seinen Folgen zu zerbrechen. Und so geht sie sehr verworrene und nicht immer nur gesellschaftlich akzeptierte Wege, um ihren eigenen Weg zurück ins Leben zu finden.
Sie gestaltet die Beerdigung ihrer Familie wie einen Kindergeburtstag mit Clowns und Akrobaten. Sie stürzt sich in Affären und versucht, das Leben mit doppelter Geschwindigkeit zu leben. Und sie schreibt sich die Trauer in einem Buch von der Seele, das zum Bestseller wird.
Vier minus drei" nennt sie ihre Autobiografie, und sie macht Barbara Pachl-Eberhart nicht nur mit einem Schlag bekannt, sondern führt sie tatsächlich auch aus dem finsteren Tal, in das sie ihr Schicksal geführt hat. Ihr gelingt, woran viele Scheitern: Weiter zu leben nach einer ultimativen Katastrophe. Sie heiratet wieder (den Schauspieler Ulrich Reinthaller, von dem sie mittlerweile geschieden ist) und wird zur erfolgreichen Autorin und Trauerbegleiterin.
Der österreichische Regisseur Adrian Goiginger hat "Vier minus drei" jetzt eindrucksvoll verfilmt. Valerie Pachner spielt Barbara, und alles an ihrer Trauer und Orientierungslosigkeit, ihre Suche nach Befreiung ist echt. Wie der gesamte Film bei aller Traurigkeit auch eine Lehrstunde in Lebensbejahung darstellt. Harter Stoff. Aber auch sehr schön. Unser Film der Woche. Haben Sie eine gute Zeit!

Worum es geht Barbara (Valerie Pachner), die als Clownin in einer Kinderklinik arbeitet, führt mit ihrem Partner Heli (Robert Stadlober) und den Kindern Thimo und Fini ein sehr ungewöhnliches, aber liebevolles Familienleben in der Steiermark. Heli, ebenfalls Clown, träumt von großen Auftritten in Frankreich oder Deutschland, während er den Alltag, den Haushalt und die Kindererziehung stemmt. Sein Traum vom "großen Durchbruch" führt zu Spannungen, Heli meint, Barbara vergeude ihr Talent in der Klinik und halte ihn von seinen Zielen ab.
Mit einem Schlag ist dann aber alles anders: Barbara erhält einen Anruf - ein Unfall mit dem gelben Clownbus, ihrem Hochzeitsgeschenk, hat Heli das Leben gekostet. Die Kinder landen schwer verletzt im Krankenhaus, sterben aber kurz darauf ebenfalls.
Barbara bricht zusammen und zweifelt an ihrer Profession – wie kann sie andere zum Lachen bringen, wenn ihr selbst nur zum Weinen zumute ist? Sie wird von Arbeitgebern abgelehnt, da niemand eine trauernde Clownin bei schwer kranken Kindern will. Ihr Schmerz schickt sie auf eine emotionale Achterbahnfahrt, sie verliert sich in Partys und anonymen sexuellen Bekanntschaften in Parkhäusern. Doch allmählich findet sie durch ihre Clown-Philosophie ("Dinge von der Kehrseite betrachten") und neue Beziehungen zurück ins Leben.
Lohnt sich das? Die österreichisch-deutsche Co-Produktion von Regisseur Adrian Goiginger ("Die beste aller Welten") basiert auf dem gleichnamigen, autobiografischen Buch von Barbara Pachl-Eberhart. Das erschien 2010 und wurde über Nacht zum Spiegel-Bestseller. Barbara Pachl-Eberhart, die nach einem Studium der Darstellenden Kunst neun Jahre als Rotnasen-Clownin arbeitete, verarbeitete darin den Unfalltod ihres Mannes und ihrer Kinder im März 2008.
Goiginger arbeitete erstmals mit einem fremden Drehbuch, verfasst von von Senad Halilbašić. Pachl-Eberhart war intensiv in die Produktion involviert, arbeitete am Skript mit und war am Set zugegen. Goiginger seinerseits nannte in Interviews die Filme "The Broken Circle", "Marriage Story" und "Manchester by the Sea" als Vorbilder, da diese ihre Geschichten ebenfalls nicht linear erzählen und so die Wirkung der Ereignisse auf die Zuschauer erträglicher machen würden. Gedreht wurde hauptsächlich in der Steiermark (Graz, St. Margarethen an der Raab), in Wien, Salzburg und Karlsruhe.

Die Weltpremiere von "Vier minus drei" fand bei der Berlinale statt. Der Film erhielt viel Zuspruch und gewann den 2. Platz beim Panorama Audience Award. Besonderes Lob gab es für die sensible Inszenierung und Valerie Pachners nuancierte Darstellung der Trauer: "Beste Leistung ihrer Karriere" hieß es für die Schauspielerin, die bereits mit Regie-Legende Terrence Malick gearbeitet hat.
"Vier minus drei", Drama. Österreich/Deutschland 2026, 1230 Minuten, ab 6. März im Kino

Worum es geht Die 19-jährige Mabel Tanaka lebt als leidenschaftliche Tierschützerin und rebellische Studentin in der Kleinstadt Beaverton. Doch diesem idyllischen Ort droht Ungemach: Der charismatische, aber skrupellose Bürgermeister Jerry Generazzo (Stimme im O-Ton: Jon Hamm) plant, eine Autobahn mitten durch die große Waldlichtung zu bauen, um den Verkehr zu entlasten und damit seine politische Karriere voranzutreiben.
Mabel will das verhindern – und greift zu unkonventionellen Mitteln: Ihre Biologie-Professorin hat nämlich heimlich die "Hoppers"-Technologie entwickelt. Diese erlaubt es, das menschliche Bewusstsein in hochrealistische Roboter-Tiere zu transferieren. Diese können dann mit echten Tieren kommunizieren.
Mabel nutzt die Gelegenheit (gegen den Willen der Erfinderin), um in einen Roboter-Biber zu schlüpfen. Sie will die Tierwelt von innen verstehen und gegen den geplanten Autobahn-Bau mobilisieren. Als Biber-Mabel taucht sie so in die Gesellschaft der Tiere ein, in der so ganz eigene Regeln herrschen, an die sie sich erst gewöhnen muss …
Lohnt sich das? "Avatar für Kinder", wurde das neue Pixar-Abenteuer genannt, und der Film spielt tatsächlich geschickt mit Referenzen zu James Camerons SciFi-Saga (inklusive der Umweltschutz-Botschaft), aber auch zu "Bambi" und anderen Disney-Naturgeschichten.
Laut Regisseur Daniel Chong hatten ihn Naturdokumentationen, in denen Roboter-Tiere in die Tierwelt integriert werden, zu dem Film inspiriert: "Wie sehr sich Menschen bemühen, sich in die Tierwelt einzufügen, und die seltsamen Dinge, die dadurch passieren, das schreit förmlich nach einer Komödie", so der Regisseur. Neben "Avatar" nennt er zudem die "Mission-Impossible"-Reihe als Inspiration.

Wie meist in Disney-Filmen müssen die Helden der Geschichte einen Lernprozess durchlaufen, der hier heißt, dass wahrer Schutz gegenseitiges Verständnis, Kooperation und das Überwinden von Vorurteilen erfordert – zwischen Mensch und Tier, aber auch innerhalb der Gesellschaft. Die Bezugspunkte in Politik und Gesellschaft sind zumindest für erwachsene Zuschauer sehr eindeutig. "Hoppers" erzählt diese Geschichte visuell ansprechend, temporeich und vermittelt auf wohltuend unaufdringliche Art seine wichtige Botschaft.
"Hoppers", Animations-Komödie. USA 2026, 105 Minuten, ab 5. März im Kino

Worum es geht Angesiedelt ist "The Bride!" im Chicago der 1930er-Jahre zur Zeit der Großen Depression. Dorthin reist Frank, ein von Einsamkeit gequältes Monster (Christian Bale), um die exzentrische Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (Annette Bening) um Hilfe zu bitten. Gemeinsam erwecken sie eine ermordete Frau namens Ida (Jessie Buckley) wieder zum Leben – sie soll Franks Braut werden.
Die hat allerdings anderes im Sinn: Fieberhaft sucht sie nach ihrer eigenen Identität und dem Sinn ihrer Existenz; sie will mehr sein als eine "gehorsame Gefährtin", die sich den Wünschen eines Mannes unterordnet. Die Amour Fou des Monster-Paares, das in Bonnie und Clyde-Manier durch die Gegend zieht, inspiriert eine radikale soziale Bewegung, die eine Art kulturelle Revolution auslöst.
Lohnt sich das? Frankenstein erfreut sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit: 2024 erschien die Teenie-Horrorkomödie "Lisa Frankenstein", letztes Jahr Guillermo del Toros meisterhafte Adaption des Originalsstoffs von Mary Shelley und nun kommt bereits die nächste hochkarätige Verfilmung in die Kinos. Maggy Gyllenhaal lässt sich für ihre Gothic-Horror-Romanze von der Buchvorlage und dem Film "Frankensteins Braut" aus 1935 inspirieren und verbindet die Geschichte mit feministischer Gesellschaftskritik.
Gyllenhaal, die auch das Drehbuch schrieb, legt den Fokus stark auf die Braut, erzählt die Geschichte (anders als das Vorbild) durch eine postmoderne, feministische Linse. Frühe Reaktionen nach der London-Premiere lobten den Film als mutige, stilvolle Hommage, die Intensität und Jessie Buckleys überzeugende Performance.
"The Bride! – Es lebe die Braut", Horror-Musical. USA 2026, 126 Minuten, ab 5. März im Kino

"Mavka: Die wahre Legende"
Der ukrainische Realfilm knüpft lose an den erfolgreichen Animationshit "Mavka – Hüterin des Waldes" an. Regisseurin Katya Tsarik verbindet moderne Fantasy mit traditioneller ukrainischer Mythologie: Die geheimnisvolle Waldnymphe Mavka (Arina Bocharova) verliebt sich in den jungen Biologen Lukian (Ivan Dovzhenko) und lockt ihn in die Tiefen eines verfluchten Sees. Statt ihn dort kaltblütig zu töten, wie es ihre Aufgabe als Nymphe wäre, entwickelt sich zwischen den beiden eine unerwartete, intensive Liebe. Mavka stellt sich so gegen die "natürliche Ordnung" und die Mächte des Sees. Die setzen alles daran, die verbotene Romanze zu beenden.
"Mavka: Die wahre Legende", Fantasy-Drama. Ukraine 2026, 90 Minuten, ab 5. März im Kino
"Junge Mütter"
Die Dardenne-Brüder erzählen in ihrem neuen Film die tragische Geschichte von fünf jungen Frauen, teils noch Teenager ab 15 Jahren, die, entweder hochschwanger oder bereits Mütter kleiner Babys, in einem belgischen Mutter-Kind-Heim untergebracht sind. Sie kommen aus schwierigen Verhältnissen und hoffen durch die Unterstützung auf eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder. "Junge Mütter" wechselt zwischen den individuellen Geschichten der Protagonistinnen, gestaltet im typischen, nüchternen Stil des Regie-Duos. In Cannes ausgezeichnet für das beste Drehbuch.
"Junge Mütter", Drama. Frankreich 2025, 104 Minuten, ab 5. März im Kino
"Romería"
Die 18-jährige Marina reist an die galizische Küste, um ihre Familie väterlichseits kennenzulernen – ihre Eltern starben früh an AIDS. Auf der Suche nach der Wahrheit und ihrer eigenen Identität stößt sie auf widersprüchliche Erinnerungen und Geheimnisse. Carla Simóns semi-autobiografisches Drama feierte seine Premiere in Cannes.
"Romería", Drama. Spanien/Deutschland 2025, 114 Minuten, ab 6. März im Kino