Worum geht es? Kroatien will seinen Kommunen künftig erlauben, Alkoholverbote in besonders vom Partytourismus betroffenen Urlaubsorten zu verhängen. Städte und Gemeinden sollen selbst entscheiden können, ob und wann der Verkauf oder Ausschank von Alkohol eingeschränkt wird.
Wie kam es zu diesem Schritt? Die Regierung in Zagreb möchte stärker gegen den ausufernden Partytourismus vorgehen. In beliebten Ferienorten klagen Anwohner über Lärm, nächtliche Exzesse und öffentliche Trinkgelage. Die neuen Befugnisse sollen den Gemeinden helfen, die Lebensqualität der Einwohner zu schützen und den Tourismus stärker zu steuern.
Wie sollen die neuen Regeln aussehen? Ein landesweites Alkoholverbot ist nicht vorgesehen. Stattdessen sollen Kommunen selbst festlegen können, ob sie den Verkauf alkoholischer Getränke zu bestimmten Uhrzeiten oder in bestimmten Zonen einschränken. Die Maßnahmen würden vor allem Orte oder Stadtviertel betreffen, die unter starkem Partytourismus leiden.
Welche Urlaubsorte sind davon betroffen? Als Vorreiter gilt Split an der dalmatinischen Küste. Dort wird bereits über ein Verkaufsverbot für Alkohol in Supermärkten, Kiosken und Tankstellen während der Nachtstunden diskutiert. Bars, Restaurants und andere Betriebe mit Schanklizenz sollen dagegen weiterhin Alkohol ausschenken dürfen.
Müssen Urlauber künftig auf Alkohol verzichten? Nein. Die Pläne richten sich vor allem gegen den öffentlichen Konsum und das sogenannte "Vorglühen" auf Straßen und Plätzen. Wer in Restaurants, Bars oder Clubs Alkohol trinken möchte, soll dies auch künftig tun können. Einschränkungen würden vor allem den Verkauf von Alkoholika zum Mitnehmen betreffen.
Gilt das künftig überall in Kroatien? Nein. Die Regelungen sollen ausdrücklich lokal entschieden werden. Während Städte mit ausgeprägter Partyszene strengere Vorgaben erwägen, sehen andere, weniger stark vom Party-Tourismus betroffene Regionen derzeit keinen Bedarf für zusätzliche Verbote.
Was steckt politisch hinter dieser Idee? Die Regierung verfolgt das Ziel, Kroatien stärker als qualitativ hochwertiges Urlaubsland zu positionieren und das Image einzelner Party-Hochburgen zurückzudrängen. Tourismusminister Tonči Glavina betont, nachhaltiger Tourismus sei nur möglich, wenn die Interessen von Gästen und Einheimischen in Einklang gebracht würden.
Worum geht es? In Mailand wird das berühmte Stier-Mosaik in der historischen Galleria Vittorio Emanuele II restauriert. Besonders betroffen ist die Stelle, an der sich die Hoden des Tieres befinden – sie werden seit Jahrzehnten von Besuchern buchstäblich abgetreten.
Warum ausgerechnet die Hoden des Stiers? Um das Mosaik rankt sich ein alter Mailänder Glücksbrauch. Besucher stellen den rechten Absatz auf die Hoden des dargestellten Stiers und drehen sich um die eigene Achse. Das Ritual soll Glück, Wohlstand oder Fruchtbarkeit bringen.
Was zeigt das Mosaik überhaupt? Der Stier ist das Wappentier der Stadt Turin. Er gehört zu vier Bodenmosaiken im zentralen Oktogon der Galerie, die bedeutende italienische Städte symbolisieren. Die Passage selbst zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Mailands.
Warum muss das Kunstwerk immer wieder repariert werden? Der Aberglaube ist so populär, dass die betreffende Stelle ständig abgenutzt wird. Durch die unzähligen Drehungen von Touristen und Einheimischen entsteht regelmäßig ein Loch im Boden, das immer wieder geschlossen und restauriert werden muss.
Ist das ein neues Problem? Nein. Das Phänomen begleitet die Galerie seit Jahrzehnten. Trotz wiederholter Reparaturen kehrt der Schaden immer wieder zurück, weil Besucher das Ritual fortsetzen. Das Stier-Mosaik gehört inzwischen selbst zu den bekanntesten Attraktionen der Galerie.
Warum sorgt die Restaurierung gerade jetzt für Aufmerksamkeit? Weil sie zeigt, wie stark Touristen traditionelle Sehenswürdigkeiten prägen können. Das Glücksritual hat den Stier weit über Mailand hinaus berühmt gemacht – und gleichzeitig dafür gesorgt, dass ausgerechnet dessen "Glückshoden" zu den am häufigsten restaurierten Teilen der Galerie zählen.
Worum geht es? Um eine geplante Reihe von Gratis-Konzerten in Washington unter dem Titel "Freedom 250". Sie sollten Teil der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit sein. Doch die Liste der geplanten Künstler-Auftritte fiel jetzt binnen weniger Tage dramatisch auseinander.
Was ist geschehen? Mehrere der angekündigten Musiker distanzierten sich nach Bekanntwerden der politischen Nähe des Projekts zu Präsident Donald Trump und seinem Umfeld von ihren Auftritten. Die Veranstalter hatten das Format als überparteiliche Feier präsentiert; einige Künstler erklärten später, über politische Bezüge nicht informiert worden zu sein.
Wer ist aller abgesprungen? Zu den Künstlern, die ihre Teilnahme zurückzogen oder bestritten, überhaupt zugesagt zu haben, zählen unter anderem Martina McBride, Young MC, Morris Day, die Commodores, Bret Michaels sowie Mitglieder von C+C Music Factory und eventuell Milli Vanilli. Als Gründe nannten sie politische Vorbehalte, Sicherheitsbedenken oder irreführende Angaben der Organisatoren.
Und wer bleibt da noch? Bestätigt sind nach aktuellem Stand weiterhin der Rapper Vanilla Ice und Flo Rida. Bei Milli Vanilli herrscht Verwirrung: Während einzelne frühere oder aktuelle Beteiligte erklärten, nie angefragt worden zu sein, kündigte Frontmann Fab Morvan an, auftreten zu wollen.
Wie reagierten die Veranstalter? Die Organisation Freedom 250 weist den Vorwurf einer parteipolitischen Ausrichtung der Gratis-Konzerte zurück. Sie beschreibt das Projekt als überparteiliche Initiative zur Feier der US-Geschichte und des 250. Geburtstags der Vereinigten Staaten. Die Veranstaltungen sollen wie geplant Ende Juni und Anfang Juli auf der National Mall in Washington stattfinden.
Worum geht es? Die Verwalter des literarischen James-Bond-Erbes sollen Autoren neuer 007-Romane untersagt haben, Aston-Martin-Autos zu verwenden – offenbar aus Rücksicht auf Amazons Kontrolle über das Filmfranchise.
Was ist der Hintergrund? Der milliardenschwere Umbau des Bond-Imperiums nach dem Einstieg von Amazon MGM. Der Streit zeigt, wie stark sich die Machtverhältnisse rund um James Bond verändern – und wie sensibel inzwischen selbst scheinbar kleine Details behandelt werden.
Was genau ist passiert? Der britisch-indische Autor Vaseem Khan erklärte beim Hay Festival, dass er ursprünglich einen Aston Martin in seinem neuen Bond-Spin-off verwenden wollte.
Wofür? Khan verfasste die Bücher "Quantum of Menace" (2025) und "The Man with the Golden Compass" (2026). Dabei handelt es sich um offizielle Bond-Romane der Ian-Fleming-Erben. Im Mittelpunkt steht Q – der Gadget-Erfinder des MI6.
Aber? Die Ian-Fleming-Nachlassverwalter hätten ihm mitgeteilt, dass Aston Martins in seiner Buchreihe nicht erlaubt seien. Khan sagte: "Sie wollten den Filmproduktionen nicht auf die Füße treten."
Warum ist das plötzlich problematisch? Aston Martin gilt zwar weltweit als ikonisches Bond-Auto, doch die Verbindung stammt vor allem aus den Filmen. In Ian Flemings ursprünglichen Romanen fuhr Bond überwiegend Bentley. Aston Martins spielten dort nur eine kleine Rolle.
Was ist das Argument? Die Fleming-Verwalter sagen offenbar, dass bestimmte Elemente stärker mit den Filmen als mit den Büchern verbunden seien.
Welche Rolle spielt Amazon? Der Konzern von Jeff Bezos kontrolliert seit 2025 kreativ das James-Bond-Filmfranchise. Nach jahrelanger Dominanz durch die Broccoli-Familie ging die Macht über Bond in einem milliardenschweren Deal an Amazon über.
Was war die Folge? Seitdem laufen offenbar sensible Verhandlungen darüber, wie Filme, Spiele, Bücher und Spin-offs künftig koordiniert werden. Autoren berichten, die Fleming-Verwalter wollten Konflikte mit Amazons Filmstrategie vermeiden.
Warum ist das für Bond-Fans überraschend? Weil für sie James Bond und Aston Martin untrennbar zusammengehören. Besonders der silbergraue Aston Martin DB5 aus "Goldfinger" gilt als eines der berühmtesten Filmfahrzeuge überhaupt.
Was macht den Unterschied? Tatsächlich stammt diese enge Verbindung aber primär aus den Kinofilmen mit Sean Connery und später Daniel Craig. In Flemings Romanen dominierte ursprünglich eher Bentley.
Welches Auto darf Bond stattdessen fahren? Vaseem Khan musste seinen Q schließlich mit einem Caterham fahren lassen – einem britischen Sportwagen zum Selbstaufbau im Wert von rund 80.000 Euro.
Gab es ähnliche Eingriffe auch bei anderen Autoren? Ja. Die Bond-Autorin Kim Sherwood berichtete ebenfalls, dass die Fleming-Nachlassverwalter Einfluss auf Fahrzeugentscheidungen nahmen.
Was passierte ihr? Sie wurde ausdrücklich gebeten, einen französischen Alpine A110S einzubauen – angeblich das Lieblingsauto der Leiterin des Fleming-Nachlasses. Später schaffte es dennoch ein Aston Martin in ihren dritten Roman "Hurricane Room". Sherwood scherzte: "Ich glaube, sie haben es nicht bemerkt."
Warum verändert Amazon Bond gerade so stark? Der Konzern versucht offenbar, Bond zu einem riesigen plattformübergreifenden Franchise auszubauen – ähnlich wie Marvel oder Star Wars. Dazu gehören Filme, Serien, Videospiele, Streamingformate, Bücher und Merchandising.
Worum geht es? Bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA könnte es zu einem Durchbruch gekommen sein. Axios berichtet von einer Einigung über eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage und die Aufnahme von Verhandlungen über das iranische Atomprogramm.
Aber? Es fehlt noch das Okay von US-Präsident Donald Trump, auch die iranische Seite hat den Deal noch nicht bestätigt.
Was passierte davor? Die USA haben am Donnerstag erneut Ziele im Iran angegriffen – trotz einer offiziell geltenden Waffenruhe. Washington erklärte, die Angriffe seien "rein defensiv" gewesen. Die Verhandlungen über einen Frieden würden weitergehen.
Was ist damit gemeint? Die Attacken, sagen die Amerikaner, hätten lediglich dazu gedient, den bestehenden Waffenstillstand aufrechtzuerhalten. Iran spricht dagegen von einer klaren Verletzung der Feuerpause und droht erneut mit Vergeltung.
Was ist das große Bild? Die neuen Angriffe zeigen, wie fragil die derzeitige Waffenruhe zwischen den USA, Israel und Iran inzwischen geworden ist.
Was genau griffen die USA an? Laut US-Militär wurden mehrere iranische Drohnen abgeschossen, die sich in der Nähe der Straße von Hormus befanden. Anschließend bombardierten amerikanische Kampfjets eine iranische Kontrollstation bei Bandar Abbas im Süden des Landes.
Warum? US-Offizielle behaupten, von dort habe unmittelbar ein weiterer Drohnenangriff auf amerikanische Streitkräfte und Handelsschiffe gedroht.
Warum sprechen die USA trotzdem von "defensiven" Angriffen? Das Pentagon argumentiert, die Einsätze hätten nicht der Eskalation gedient, sondern seien reine Selbstverteidigung gewesen.
Was ist der Wortlaut? Amerikanische Militärsprecher erklärten, man habe "angemessene, defensive Maßnahmen" durchgeführt, um amerikanische Soldaten und die internationale Schifffahrt zu schützen. Gleichzeitig betont Washington, die Waffenruhe mit Iran bestehe formal weiterhin.
Wie reagierte der Iran? Die Revolutionsgarden warnten unmittelbar nach den Angriffen vor einer weiteren Eskalation. Teheran erklärte, die USA hätten den Waffenstillstand verletzt und müssten mit "stärkerer Vergeltung" rechnen, falls die Angriffe fortgesetzt würden.
Gab es Vergeltung? Iranische Staatsmedien meldeten Drohnen- und Raketenaktivitäten gegen amerikanische Einrichtungen in der Golfregion.
Gibt es überhaupt noch einen Waffenstillstand? Formal ja – praktisch wirkt die Waffenruhe inzwischen äußerst brüchig. Die aktuelle Feuerpause besteht seit dem 8. April und wurde unter Vermittlung mehrerer Golfstaaten sowie Pakistans erreicht.
Worum geht es? Am 11. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Die Generalstaatsanwälte von New York, New Jersey und Kalifornien haben nun Ermittlungen gegen die FIFA eingeleitet.
Warum? Im Zentrum stehen Vorwürfe, dass die Ticketpreise für die Fußball-WM 2026 künstlich in die Höhe getrieben wurden und Fans durch verwirrende Ticketverfahren irregeführt worden seien.
Was steht im Fokus? Besonders betroffen sind die Spiele im MetLife Stadium in New Jersey, darunter auch das WM-Finale. Die Behörden sprechen von "fake scarcity" – also künstlich erzeugter Verknappung – sowie von "impossibly high prices".
Was werfen die Behörden der FIFA konkret vor? Sie vermuten, dass die FIFA Ticketpreise mithilfe dynamischer Preisgestaltung massiv verteuert hat, künstliche Knappheit erzeugte, Fans über Sitzplätze täuschte und den Verkaufsprozess unnötig kompliziert gestaltete.
Was beklagen Fans? Sie berichteten laut Behörden, sie hätten Tickets für bestimmte Kategorien gekauft und später schlechtere Sitzplätze erhalten als ursprünglich angekündigt.
Was ist "dynamische Preisgestaltung"? Zum ersten Mal in der Geschichte einer Männer-WM verwendet die FIFA ein sogenanntes Dynamic Pricing System. Dabei verändern sich Ticketpreise laufend je nach Nachfrage – ähnlich wie bei Flugtickets oder Konzertkarten.
Wie teuer sind die Tickets inzwischen? Die Preise sorgten weltweit für Empörung. Die FIFA stellte ursprünglich Gruppenspiele ab rund 60 Dollar und Finaltickets ab etwa 1.500 Dollar in Aussicht.
Aber? Inzwischen kosten manche Karten über 2.000 Dollar für Vorrundenspiele und bis zu fast 33.000 Dollar für das Finale. Bereits vor Turnierbeginn gilt die WM damit als teuerste Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten.
Warum konzentrieren sich die Ermittlungen auf New Jersey? Das MetLife Stadium in East Rutherford bei New York ist einer der wichtigsten WM-Spielorte. Dort finden acht Spiele statt, darunter das Finale am 19. Juli.
Was genau untersuchen die Behörden? Die Generalstaatsanwälte forderten die FIFA per Vorladung auf, Informationen über Preisgestaltung, Ticketverfügbarkeit, Sitzplatzänderungen, Wiederverkaufsplattformen und interne Kommunikation zu liefern.
Was ist das Ziel? Untersucht wird, ob die FIFA gegen amerikanische Verbraucherschutzgesetze verstoßen hat.
Wie verteidigt sich die FIFA? Der Weltfußballverband äußerte sich bislang nur sehr zurückhaltend. Präsident Gianni Infantino verteidigte die hohen Preise zuletzt mit dem Hinweis, man habe: "Marktraten anwenden müssen".
Worum geht es? Niemand kommt in den Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein häufiger vor als sie. Nun hat der Guardian das Leben von Lesley Groff anhand der Unterlagen nachgezeichnet.
Wer ist Groff? Sie war fast zwei Jahrzehnte lang Epsteins ranghöchste Assistentin. Die zentrale Frage lautet nun: Wie viel wusste sie über das System sexueller Ausbeutung – und wie viel hätte sie wissen müssen?
Wer will das wissen? Plötzlich, nach Jahren des Stillschweigens, auch der US-Kongress. Er sandte am 3. März 2026 ein Schreiben an Groff mit der Bitte, am 9. Juni zu einer Anhörung in Washington zu erscheinen.
Was weiß man über ihr Leben? Lesley Groff arbeitete ab 2001 als Executive Assistant und Büroleiterin für Jeffrey Epstein in New York. Sie organisierte Termine, Reisen, Flugpläne, Gäste, Kommunikation und den Alltag des Sexualstraftäters.
Wie oft kommt sie in den Akten vor? Laut der Unterlagen des US-Justizministeriums erscheint ihr Name rund 160.000 Mal in den Akten.
Warum gerät sie jetzt so stark in den Fokus? Nach der Veröffentlichung neuer ungeschwärzter Akten wächst der Druck auf Epsteins engstes Umfeld. Die Dokumente zeigen, wie zentral Groff für die Organisation seines Lebens war.
Was behauptet Lesley Groff selbst? Sie bestreitet bis heute jede Mitwisserschaft. Ihr Anwalt erklärte mehrfach: "She did not know." Groff sagte dem FBI 2021, sie habe die "Massagen" für völlig normal gehalten und nichts von sexueller Ausbeutung gewusst.
Warum halten viele Beobachter das für schwer glaubwürdig? Die veröffentlichten E-Mails zeigen Groff als zentrale Schaltstelle in Epsteins Netzwerk. Sie organisierte Reisen junger Frauen, Aufenthalte auf Epsteins Inseln, Flüge im Privatjet, Hotelbuchungen und Tagesabläufe.
Was verdiente sie? 2005 wurde ihr Jahresgehalt laut Unterlagen auf 120.000 Dollar angehoben. Es gab Vergünstigungen wie einen Florida-Urlaub im Fünfsternhotel. "Echt der beste Chef überhaupt", schrieb Groff einmal in einem E-Mail.
Was wurde mitgekauft? Schweigen. Bei Verstößen drohte eine Pönale von 100.000 Dollar. Dazu ein paar Eigenheiten. Wenn Groff für Epstein Kinokarten gekauft hatte, durfte sie ihn am nächsten Tag nicht fragen, ob ihm der Film gefallen hat.
Wurde Groff jemals angeklagt? Nein. Obwohl sie bereits im berüchtigten Epstein-Deal von 2007 als mögliche Mitverschwörerin genannt wurde, erhoben die Behörden nie Anklage gegen sie.
Welche Rolle spielten Frauen im System generell? Der Guardian beschreibt ein stark patriarchales Netzwerk, in dem Frauen oft organisatorische Rollen übernahmen, aber selbst kaum Macht hatten. Assistentinnen wie Groff oder Sarah Kellen passten ins Bild.
Was sagt Sarah Kellen? Die frühere Epstein-Assistentin erklärte kürzlich vor einem Kongressausschuss, sie selbst sei ebenfalls Opfer von Missbrauch gewesen. Sie schilderte ihren Ex-Chef als kontrollierend, manipulativ, psychologisch zerstörerisch.
Wo lebt Groff heute? Seit Epsteins Tod im August 2019 ist sie fast völlig von der Bildfläche verschwunden und kommuniziert nur über ihre Anwälte. Sie lebt zurückgezogen in Connecticut.
Worum geht es? In den USA ist ein ungewöhnlicher Machtkampf um einen geplanten 250-Dollar-Schein mit Donald Trump eskaliert, berichtet die Washington Post.
250 Dollar? Laut Post drängten mehrere von Trump eingesetzte Beamte im Finanzministerium darauf, den früheren und jetzigen Präsidenten auf eine neue Banknote zum 250-jährigen Bestehen der USA zu setzen.
Wie sehen das Kritiker? Sie sprechen von politischer Einflussnahme und einem Angriff auf jahrzehntealte Traditionen amerikanischer Währungspolitik.
Gibt es Widerstand? Ja, aber die Druckereileiterin, die sich dem Vorhaben widersetzt hatte, sagte, sie sei letzten Monat versetzt worden. "Hier wurde die Verantwortung beendet", schrieb sie in ihrer Abschiedsnachricht.
Was genau ist geplant? Konkret geht es um einen neuen Banknote, die zum "America 250"-Jubiläum 2026 erscheinen soll. Mehrere republikanische Politiker und Trump-Verbündete fordern, dass darauf Donald Trump abgebildet wird.
Ist das der einzige Tabubruch? Nein, zusätzlich kündigte das Finanzministerium bereits an, dass Trumps Unterschrift künftig auf neuen Dollarnoten erscheinen soll – etwas, das es bei einem amtierenden Präsidenten bislang nie gab.
Warum ist das so ungewöhnlich? Nach amerikanischer Tradition dürfen lebende Personen grundsätzlich nicht auf US-Banknoten erscheinen. Diese Regel existiert seit dem 19. Jahrhundert und soll Personenkult verhindern.
Was bedeutet das historisch? Würde Trump tatsächlich auf einen neuen Geldschein gedruckt, wäre er der erste lebende aktuelle oder ehemalige Präsident in der Geschichte der USA auf offizieller Währung.
Wer treibt das Projekt voran? Die Initiative stammt offiziell von republikanischen Kongressabgeordneten rund um Joe Wilson aus South Carolina. Er brachte bereits 2025 den "Donald J. Trump $250 Bill Act" ins Repräsentantenhaus ein.
Was steht im Gesetz? Es würde einen neuen 250-Dollar-Schein schaffen und gleichzeitig das Verbot lebender Personen auf US-Währung aufheben.
Gibt es den 250-Dollar-Schein überhaupt schon? Nein. Der Schein existiert bislang nur als Gesetzesvorschlag und als symbolische Entwürfe. Teilweise kursieren KI-generierte Bilder und Mock-ups im Internet. Offiziell müsste zunächst der Kongress zustimmen.
Wie realistisch ist die Umsetzung? Derzeit gilt das Projekt politisch als schwierig. Zwar kontrollieren Republikaner große Teile Washingtons, doch selbst konservative Juristen äußern Bedenken. Zudem müsste der Kongress zustimmen und die Federal Reserve eingebunden werden.