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6. Februar 2026

Mette-Marit im Gefängnis Sie besuchte ihren angeklagten Sohn

Worum geht es? Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit, Ehefrau von Thronfolger Kronprinz Haakan, hat sich in einer schriftlichen Stellungnahme für ihren Kontakt mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschuldigt.

Was schreibt Mette-Marit? "Es ist mir wichtig, Entschuldigung zu allen zu sagen, die ich enttäuscht habe." Und weiter: "Teile des Inhalts der Nachrichten zwischen Epstein und mir repräsentieren nicht den Menschen, der ich gerne sein möchte." Die Kronprinzessin bedaure zudem die Situation, in die sie das norwegische Königshaus – besonders König Harald V. und Königin Sonja – gebracht habe.

Weshalb wurde der Kontakt überhaupt bekannt? Im Zuge der jüngsten Veröffentlichung von Akten über die Epstein-Ermittlungern in den USA tauchte auch der Name von Mette-Marit auf.

Wie oft? Hunderte Male. Die Kronprinzessin und der ehemalige Finanzmanager, der 2019 in der U-Haft Suizid verübte, hatten über viele Jahre Kontakt und tauschten sich auch über zahlreiche private Dinge aus.

Nimmt Mette-Marit zu Epsteins Verbrechen Stellung? Ja. In der Mitteilung schreibt der Hof, Mette-Marit distanziere sich entschieden von Epsteins Übergriffen und kriminellen Handlungen. Und weiter: "Die Kronprinzessin möchte erzählen, was passiert ist, und sich ausführlicher erklären", schaffe das aber gerade nicht, weil sie sich "in einer sehr schwierigen Situation" befinde.

Was ist damit gemeint? Der uneheliche Sohn der Kronprinzessin, der 29-jährige Marius Borg Høiby, steht seit Dienstag dieser Woche in Oslo vor Gericht. Ihm werden insgesamt 38 Straftaten vorgeworfen, darunter sehr schwerwiegende Delikte wie Vergewaltigung, Missbrauch und Körperverletzung. Ihm drohen im Falle einer Verurteilung bis zu 16 Jahre Haft.

Wann wird es ein Urteil gegen Mette-Marits Sohn geben? Frühestens Mitte März, der Prozess soll bis zum 19. März dauern.

Ist Mette-Marit im Gerichtssaal mit dabei? Nein, weder sie noch Kronprinz Haakon, Marius' Stiefvater, wollen den Anschein erwecken, den Prozess durch ihre Anwesenheit beeinflussen zu wollen. Allerdings wurde am Freitag bekannt, dass das Paar den 29-Jährigen Donnerstagabend in der Untersuchungshaft besucht hat.

Warum weiß man das? Weil es Fotos der norwegischen Zeitschrift "Se og Hør" gibt. Sie zeigen einen dunklen BMW, der durch das Tor des Osloer Gefängnisses fährt. Auf der Rückbank: Mette-Marit und Kronprinz Haakon. Eine Stunde später verließ der Wagen das Gefängnisgelände.

Weitere Meldungen

Um Penislänge weiter? Gerüchte um Skispringer bei Olympia

Worum geht es? Am Freitagabend wurden die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo eröffnet. Rund um die Skispringer hat sich zum Start eine pikante Debatte entwickelt.

Wann sind die Skispringer im Einsatz? Die Männer springen am Montag, 9. Februar, im Einzel auf der Normalschanze, am 10. Februar im Mixed Team, am 14. Februar auf der Großschanze im Einzel, am 16. Februar gibt es die Entscheidung im Super Team.

Was ist nun die Debatte? Sie dreht sich um die Frage, ob sich einzelne Springer mit Injektionen in den Penis einen Wettbewerbs-Vorteil verschaffen.

Wie bitte? Die ersten Gerüchte kamen Anfang Jänner in Bild auf. Die Zeitung berichtete, dass Springer sich vor der Anprobe ihrer Anzüge Hyaluronsäure in die Penisse spritzten.

Ist das verboten? Grundsätzlich nicht. Die Injektion kann den Penis um ein bis zwei Zentimeter größer machen. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche ihrer Anzüge während des Wettkampfs, was zu besseren Weiten führen könnte.

Wirklich? "Jeder zusätzliche Zentimeter am Anzug zählt. Wenn Ihr Anzug eine 5 % größere Oberfläche hat, fliegen Sie weiter", sagte Sandro Pertile, Renndirektor des FIS-Skispringens der Männer.

Ist das ein Thema bei Olympia? Ja, Olivier Niggli, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, wurde bei der Pressekonferenz am Freitag in Italien darauf angesprochen. „Sollte etwas ans Licht kommen, würden wir es untersuchen und prüfen, ob es mit Doping in Zusammenhang steht", sagte er.

Ist das schon vorgekommen? FIS-Kommunikationsdirektor Bruno Sassi sagte gegenüber BBC Sport: "Es gab nie einen Hinweis, geschweige denn Beweise dafür, dass ein Konkurrent jemals eine Hyaluronsäure-Injektion verwendet hat, um sich einen Wettbewerbs-Vorteil zu verschaffen."

Wieso weiß man das? Weil die Skispringer vor Beginn jeder Saison mithilfe von 3D-Bodyscannern vermessen werden, und zwar in "elastischer, eng anliegender Unterwäsche". Laut Reglement dürfen die Anzüge nur eine Toleranz von 2 bis 4 cm aufweisen.

Aber wie ist das mit dem Penis? Im Rahmen des Messvorgangs wird auch die Schritthöhe gemessen. Die Schritthöhe des Anzugs muss der Schritthöhe des Athleten entsprechen, bei Männern zuzüglich 3 cm.

Uber haftet für Fahrer 19-Jährige von Lenker vergewaltigt

Worum geht es? Uber wurde zu einer Schadensersatz-Zahlung von 8,5 Millionen US-Dollar verurteilt. Ein Bundesgericht in Phoenix, Arizona, entschied, das Unternehmen sei für die sexuelle Gewalt eines Fahrers gegen eine Passagierin verantwortlich.

Was ist passiert? Eine 19-jährige Frau wurde während einer Uber-Fahrt im November 2023 in Arizona vergewaltigt. Sie hatte ein Auto bestellt, um nach einem Abend aus einer Bar zurück zu ihrem Hotel zu kommen.

Wie kam es zum Übergriff? Während der Fahrt habe der Fahrer zunächst unangemessene oder belästigende Fragen gestellt, sagte die Frau nun im Prozess aus. Dann habe der Lenker den offiziellen Fahrtverlauf verlassen, das Auto früher gestoppt und sie missbraucht.

Was sagte sie noch aus? Die Frau gab an, sie habe sich nicht wehren können, weil sie teilweise im Auto lag und durch Alkohol und Medikamente in ihrer Reaktionsfähigkeit eingeschränkt war.

Was sagte der Fahrer? Vor Gericht bestätigte er, dass es Sex gab, aber er sagte laut "The Guardian", er sei einvernehmlich gewesen.

Wie urteilte das Gericht? Eine zwölfköpfige Jury befand, dass Uber für die Tat seines Fahrers haftet — weil er als "Agent" des Unternehmens galt. Es wurde ein kompensatorischer Schadensersatz (also z. B. für erlittene körperliche und psychische Folgen, Behandlung, künftige Belastungen) verhängt.

Warum ist das Urteil bemerkenswert? Es handelt sich um einen "Bellwether-Fall" (Test- oder Musterprozess). Er könnte eine riesige Klagewelle gegen Uber auslösen.

22 Milliarden Euro weg Stellantis bleibt auf E-Autos sitzen

Worum geht es? Der Autohersteller Stellantis, Europas zweitgrößter Autokonzern hinter VW, muss 22 Milliarden Euro abschreiben, um das Unternehmen zukunftsfit zu machen. Das gab der neue Konzernchef Antonio Filosa am Freitag bekannt.

Weshalb diese Mega-Summe? Weil das Unternehmen unter dem letzten Chef seine Ausrichtung nahezu ausschließlich auf Kfz mit E-Antrieb abgestellt hatte – Stichwort Energiewende. Doch das Tempo, mit dem diese Veränderung vollzogen wurde, sei überschätzt worden, so Neo-Boss Filosa.

Was kommt jetzt stattdessen? Es wird die Produktion reiner E-Autos zurückgefahren. Auch Die Zahl der Plug-in-Hybride, also Autos mit Verbrennermotor und zusätzlichem E-Motor, der aber via Steckdose aufgeladen werden muss, sollen reduziert werden.

Was kommt stattdessen? Stellantis will mehr reine Hybride – also Pkw mit Elektro- und Verbrennermotor, wobei der Verbrenner den E-Akku lädt – ins Programm nehmen.

Wie reagierte die Börse auf diese Nachricht? Die Stellantis-Aktie gab teilweise um bis zu 28 Prozent nach und erreichte den tiefsten Stand seit zehn Jahren.

Welche Marken gehören zu Stellantis? Peugeot, Citroën, Opel, Fiat, Lancia, Alfa Romeo, Maserati, Jeep , Chrysler und Dodge sind die wichtigsten. Der Konzern erwirtschaftet etwa 40 Prozent seines Umsatzes in Nordamerika.

Mit 6 Jets nach Rom Kopfschütteln über deutsche Regierung

Worum geht es? Am 23. Jänner reiste eine Delegation deutscher Politiker unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) nach Rom, um sich mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu treffen. Für den Tagestrip wurden sechs Flugzeuge verwendet.

Wie das? Merz wurde von mehreren Bundesministern begleitet – darunter etwa der Finanzminister, der Verteidigungsminister und andere Kabinettsmitglieder. Es kam zu getrennten Anreisen, die Termine ließen sich offenbar nicht koordinieren.

Was heißt das? Das geht aus einer Anfrage eines Grün-Abgeordneten an das Verteidigungsministerium hervor, der Spiegel berichtet darüber. Demnach waren drei Jets vom Typ A350 VIP, A321 und A319 VIP sowie drei Business-Flieger im Einsatz.

Was hat das gekostet? Das verrät das Ministerium nicht. Aber eine Flugstunde in den kleineren Maschinen kostet zwischen 7.000 und 9.000 Euro.

Aber warum? Außenminister Johann Wadephul flog von einer Dienstreise in Afrika an. Kanzler Merz kam von einem Krisengipfel über die USA aus Brüssel. Innenminister Alexander Dobrindt war dienstlich auf Zypern. Weitere Ministerinnen und Minister reisten aus Berlin an, Verteidigungsminister Boris Pistorius extra, weil er frühere Termine hatte. Ein Flieger kam aus Davos.

Was ungeklärt blieb? Warum sich Merz nicht in Brüssel mit Meloni traf. Da wären beide schon vor Ort gewesen.

Kampf um KI-Weltmacht Alphabet investiert heuer 185 Milliarden

Worum geht es? Um ein Investment in historischer Höhe. Alphabet, Mutterkonzern von Google, will seine Kapitalausgaben 2026 auf etwa 175 bis 185 Milliarden US-Dollar hochschrauben – das ist fast doppelt so viel wie 2025.

Was soll mit dem Geld passieren? Der Großteil dieses Geldes fließt in Datenzentren, Server, Netzwerk- und Rechenkapazität für künstliche Intelligenz, einschließlich der Unterstützung von Google Cloud, DeepMind und KI-Produkten wie Gemini.

Was ist der Hintergrund? Alphabet sieht sich im Wettlauf um KI-Dominanz, vor allem gegen Wettbewerber wie Microsoft, Meta und OpenAI. CEO Sundar Pichai sagte, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung so hoch sei, dass Alphabets bestehende Infrastruktur bereits an Kapazitätsgrenzen stoße.

Wie sieht der Markt das? Trotz starker Einnahmen und Gewinnzahlen reagierten viele Aktienmärkte nervös auf die Kapitalausgabe-Ankündigung, weil Investoren sich fragen, ob die Renditen auf solch riesige Investitionen schnell genug kommen.

Gibt es Grund zur Sorge? Alphabet hat im vierten Quartal 2025 Umsatz- und Gewinn-Erwartungen übertroffen, was die Ausgaben überhaupt erlaubt. Aber die Ausgabenplanung 2026 übertrifft lange bestehende Analystenschätzungen deutlich.

Wie war das Ergebnis? Alphabet erzielte einen Umsatz von 113,8 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und einen Nettogewinn von 34,5 Milliarden, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nächste Säuberung China feuert Atomwaffen-Forscher

Worum geht es? China hat drei hochrangige Vertreter aus dem Nationalen Volkskongress (NPC) entfernt – also ihnen die Mandate als Abgeordnete entzogen. Diese Entscheidung traf der Ständige Ausschuss des NPC bei einer Sitzung in Peking.

Um wen geht es? Luo Qi – Chefingenieur der China National Nuclear Corporation (staatlicher Nuklearkonzern), und Liu Cangli – früherer Präsident der China Academy of Engineering Physics, einer führenden Forschungs- und Nuklearwaffen-Einrichtung.

Und der Dritte? Es handelt sich um Zhou Xinmin – ehemaliger Vorsitzender der staatlichen Aviation Industry Corporation of China (AVIC), einem der größten Rüstungs- und Luftfahrtkonzerne des Landes.

Was ist der Hintergrund? Die Entlassungen stehen im Zusammenhang mit Chinas anhaltender Anti-Korruptionskampagne im Militär- und Verteidigungsbereich. Solche Entlassungen könnten auch weitere disziplinar- oder strafrechtliche Schritte nach sich ziehen.

Was ist der Vorwurf? Es gibt keine offiziellen Angaben über persönliche Untersuchungen gegen die Betroffenen. Aber ihr Entfernen aus dem Parlament folgt auf die Entlassung eines ranghohen Generals (Zhang Youxia) wegen mutmaßlicher "schwerer Verstöße gegen Disziplin und Gesetz".

Kommt neuer Atom-Deal? USA und Russland verhandeln schon

Worum geht es? Am Donnerstag lief der letzte Vertrag aus, der das atomare Wettrüsten begrenzt. Nun könnte es zu einer Verlängerung von New START kommen, berichtet Axios.

Was ist damit gemeint? Die USA und Russland stehen kurz vor einer Einigung, den auslaufenden Vertrag zur Rüstungskontrolle auch nach seinem Ablauf weiterhin einzuhalten, erklärten drei mit den Gesprächen vertraute Quellen gegenüber dem Medium. Zudem soll es Gespräche über einen neuen Militärpakt geben.

Was ist der Hintergrund? Der Planentwurf bedarf noch der Zustimmung beider Präsidenten. Es sollen dazu in den vergangenen 24 Stunden in Abu Dhabi Verhandlungen stattgefunden haben, eine endgültige Einigung wurde dabei aber offenbar nicht erzielt.

Wer hat verhandelt? Die Gesandten von Präsident Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner. Die Verhandlungen dürften am Rande der  Ukraine-Gespräche stattgefunden haben.

Was ist der größte Stolperstein? US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrmals betont, dass ein Pakt ohne die Einbeziehung Chinas nicht mehr zeitgemäß sei.

Was ist New START? Der New Strategic Arms Reduction Treaty ist der bilaterale Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland. Er wurde am 8. April 2010 in Prag von US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Dmitri Medwedew unterzeichnet.

Was legt er fest? Beide Länder dürfen maximal 1.550 einsatzbereite Sprengköpfe besitzen. Dazu maximal 700 Interkontinentalraketen (ICBMs), U-Boot-Raketen (SLBMs) und strategische Bomber.