Worum geht es? Mit 1. Oktober hat die deutsche Bahn eine neue Vorstandsvorsitzende, das wurde am Dienstag fixiert. Evelyn Palla hat in Wien studiert, saß bei den ÖBB in der Chefetage und sie hat ihren Vorgängern eines voraus.
Nämlich? Sie machte 2024 den Lokführerschein. Als Erste im Vorstand. Die erste Frau an der Spitze der Deutschen Bahn ist die verheiratete Dreifach-Mutter sowieso. Der neue Job ist quasi ein Geburtstagsgeschenk. Palla wird heute 52.
Lief ihre Bestellung glatt? Keineswegs, Palla weht ein rauer Wind entgegen. Der neue Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) drückte sie durch, sie soll die Bahn effizienter machen. Die mächtige Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat bereits Widerstand gegen die Pläne angekündigt. Sie stimmte im Vorstand gegen das Personalpaket mit Palla.
Warum Palla eine gute Wahl sein könnte? Wenn die Deutsche Bahn sich tatsächlich verschlanken will, dann ist eine gelernte Controllerin richtig im Platz. Die gebürtige Süditolerin studierte an der Wiener WU Betriebswirtschaft, arbeitete dann bei Siemens UK, Infineon München, E.ON und der Österreichischen Handelskammer in Tokio im Controlling.
Was machte sie bei der ÖBB? 2011 stieg sie ein, natürlich im Controlling, 2015 wurde sie Vorständin, Christian Kern (bis 2016 ÖBB-Chef) gilt als Förderer. 2019 wechselte Palla zur Deutschen Bahn.
Welche Probleme warten auf sie? Viele! Im Juni 2025 waren nur rund 57 % der Fernzüge pünktlich, das Streckennetz ist marode, es fehlen Tausende Beschäftigte. Für 2024 meldete die DB einen Verlust von ca. 1,8 Milliarden Euro.
Was ist jetzt der Plan? Bis 2029 sollen 70 Prozent der Züge pünktlich fahren, 500 Bahnhöfe werden saniert, die Züge sollen sauberer, der Vorstand wird von acht auf sechs Personen verkleinert. "Die Bahn muss in allen Bereichen besser werden, deshalb werde man sich von Grund auf erneuern", sagte Palla. Da sei "ein Marathon und kein Sprint".
Worum geht es? Gemeinsam mit Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. warnte US-Präsident Donald Trump in der Nacht auf Dienstag Schwangere: "Nehmen Sie kein Tylenol zu sich". Er brachte das Schmerzmittel in Zusammenhang mit Autismus bei Kindern.
Was sagte Trump wörtlich? "Nehmen Sie kein Tylenol. Nehmen Sie es nicht. Kämpfen Sie mit aller Kraft dagegen an." Er forderte schwangere Frauen auf, bei Schmerzen "durchzuhalten", außer in seltenen Fällen, etwa bei gefährlich hohem Fieber.
Was ist Tylenol? Der bekannteste Markenname in den USA für Paracetamol. Der Wirkstoff wird in vielen gängigen Schmerz- und Fiebermittel weltweit eingesetzt.
Auch in Österreich? Ja, Paracetamol ist in Österreich in der Regel rezeptfrei erhältlich. Bekannte Marken sind etwa Mexalen, Buscopan, Grippostad, Thomapyrin oder Wick MediNait.
Was ist Paracetamol? Ein künstlich hergestellter Stoff. Er wurde in den USA 1953 erstmals auf den Markt gebracht – als direktes Konkurrenzprodukt zu Acetylsalicylsäure (Aspirin). Der Vorgänger Phenacetin verschwand wegen schlechter Verträglichkeit zunehmend vom Markt.
Was ist an der Warnung dran? Viele Wissenschafter rückten am Dienstag aus, um Trump zu widerlegen. Es gäbe keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen Parcetamol-Einnahme und Autismus. Es sei unverantwortlich, Schwangere so zu verunsichern.
Was sagt die EMA? Die European Medicines Agency erklärte, dass es keine neuen Belege gebe, die eine Änderung der bestehenden Empfehlungen für die Anwendung von Paracetamol in der Schwangerschaft erforderlich machen würden.
Gibt es nun Studien? Viktor Ahlqvist ist Epidemiologe am Karolinska-Institut in Stockholm und Co-Autor der möglicherweise größten Studie zum Thema. Einen Zusammenhang zwischen dem Medikament und Autismus zu ermitteln, sei schwierig, sagt er.
Warum? Das Medikament ist rezeptfrei erhältlich, daher werden viele Einnahmefälle nicht in medizinischen Datenbanken erfasst. Forscher sind daher auf Selbstauskünfte angewiesen, die unzuverlässig sein können.
Was kam in "seiner" Studie raus? Es wurden Daten von fast 2,5 Millionen Kindern analysiert, die zwischen 1995 und 2019 in Schweden geboren wurden. Die Studie zeigte, dass etwa 1,42 % der Kinder, die während der Schwangerschaft Paracetamol ausgesetzt waren, autistisch waren, verglichen mit 1,33 % der Kinder, die nicht damit in Berührung gekommen waren – ein "sehr kleiner" Unterschied, sagt Ahlqvist.
Was sollen Schwangere nun tun? Sich mit dem Arzt beraten. Das Medikament nicht unbedacht und in hohen Dosen einnehmen. Paracetamol gilt immer noch als sicher.
Hat die Trump-Warnung Auswirkungen? Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) gab am Dienstag bekannt, dass sie einen neuen Warnhinweis auf das Medikament kleben werde, in dem sie auf einen "möglichen Zusammenhang " zwischen Autismus bei Kindern und der Einnahme von Paracetamol (Tyenol) während der Schwangerschaft hinweist.
Wie häufig werden Schmerzmittel verwendet? Weltweit nimmt etwa jede zweite Frau während der Schwangerschaft Schmerzmittel.
Worum geht es? Die Energy Information Administration (EIA) veröffentlichte am Dienstag die Emissionszahlen der USA für die Jahre 2005 bis 2023. Es kam zu teils deutlichen Reduktionen.
Was sagen die Zahlen? Die energiebezogenen Emissionen sanken pro Kopf landesweit um 30 %. Die Rohemissionen sanken um 20 %, während die Bevölkerung um 14 % wuchs, berichtet Axios.
Was sind energiebezogenen Emissionen? Treibhausgase und Luftschadstoffe, die bei der Umwandlung von Energieträgern zu Strom und Wärme entstehen.
Was ist die Ursache für den Rückgang? Es wurde in den USA weniger Kohle und mehr Erdgas verbrannt (das vergleichsweise weniger CO2 ausstößt), aber auch Wind- und Solarenergie trugen ihren Teil dazu bei.
Wer verzeichnete die größten Rückgänge pro Kopf? Maryland (minus 49 %), Washington, DC (minus 48 %) und Georgia (minus 45 %). In einigen Staaten wie Mississippi, Idaho oder South Dakota bewegte sich kaum etwas.
Warum ist Maryland ein gutes Beispiel? Der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung ging in Maryland laut EIA von 56 % im Jahr 2005 auf 5 % im Jahr 2023 zurück, der Anteil von Erdgas stieg von 4 % auf 41 %. Im gleichen Zeitraum wurden neue Solar- und Windkraftanlagen in Betrieb genommen. Das führte zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen des Stromsektors um 74 %.
Geht das weiter? Die EIA prognostiziert für dieses Jahr landesweit einen Anstieg der CO2-Emissionen um 1 %. Grund ist vermehrte Stromnachfrage von Rechenzentren und der Schwerindustrie.
Worum geht es? Nach einer Woche Zwangspause, nahm der Disney-Sender ABC "Jimmy Kimmel live!" am Dienstag wieder ins Programm. Aber viele lokale Sender zeigten die Show nicht.
Was ist die Vorgeschichte? Nach dem Tod des rechten Influencers Charlie Kirk hatte Kimmel in seiner Show Trump verspottet – nach 22 Jahren zog ABC den Stecker. Trump jubelte ("Kimmel hat NULL Talent") und drohte anderen TV-Sendern mit dem Zusperren.
Was passierte dann? ABC erklärte am Montag, dass man sich mit dem Talker ausgesprochen habe und seine Sendung bereits am Tag darauf zurückkehren werde.
Aber? Die beiden lokalen Sendernetze Nexstar und Sinclair, die mit ABC verbunden sind, verweigerten die Ausstrahlung. Zu sehen war während der Laufzeit der Show ein alternatives Programm.
Was ist die Begründung? "Die Bemerkungen von Herrn Kimmel waren in einem kritischen Moment für unser Land unangemessen und zutiefst unsensibel", sagte Jason Smith, stellvertretender Vorsitzender von Sinclair.
Und Nexstar? "Wir haben letzte Woche die Entscheidung getroffen, 'Jimmy Kimmel Live!' zu unterbrechen ... wir stehen zu dieser Entscheidung, bis die Zusicherung vorliegt, dass alle Parteien sich für die Förderung eines Umfelds respektvollen und konstruktiven Dialogs in den von uns bedienten Märkten einsetzen."
Wie viele Haushalte betraf das? Die Nexstar Media Group ist einer der größten Eigentümer von Fernsehsendern. Sie betreibt rund 30 mit ABC verbundene Sender in Märkten wie Salt Lake City, Nashville und New Orleans. Sinclair besitzt fast 40 "ABC-Sender". Mehr als ein Viertel der 250 ABC-Partnersender war also betroffen.
Worum geht es? Auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen, die am Dienstag in New York begann, stehen jedem Redner in der Regel 15 Minuten zu. Donald Trump brauchte 56 Minuten, um über Klimaschutz und Europa zu wüten.
War das ein Rekord? Für einen US-Präsidenten schon. Der ehemalige Palästinenser-Führer Jassir Arafat kam allerdings 1974 auf 90 Minuten, Fidel Castro, ehemaliger Präsident Kubas, sprach am 26. September 1960 viereinhalb Stunden lang.
Was sagte Trump über sich? Da war er wieder voll des Lobes. Die USA seien dank ihm nun das "heißeste Land der Welt" und erlebe ein "goldenes Zeitalter". Dann zählte er Erfolge auf, Handelsabkommen, niedrige Inflation (eher gewagt). Schließlich sprach er über sieben Kriege, die er in seiner zweiten Amtszeit bislang beendet haben will.
Über den Israel-Konflikt? Die Anerkennung eines palästinensischen Staates, wie sie mehrere westliche Länder in den letzten Tagen bei der UN-Versammlung getan haben, wäre eine "Belohnung" für die von der Hamas begangenen Gräueltaten, sagte er.
Dann wandte er sich den Hauptthemen zu, oder? Ja, Einwanderung und Klimaschutz.
Was sagte er zum Klima? Er bezeichnete den Klimawandel als "den größten Schwindel, der jemals auf der Welt begangen wurde". Alle diese Vorhersagen zum Klimawandel der UNO und anderer "waren falsch" und von "dummen Leuten" gemacht, fügt er hinzu. Lassen Sie die Finger von dem "grünen Schwindel" oder Ihr Land "wird scheitern".
Und zur Migration? "Europa steckt in ernsthaften Schwierigkeiten", so Trump. Illegale Einwanderer würden in die Länder strömen und man tue "absolut nichts dagegen". Er führte dies auf das Bedürfnis zurück, "politisch korrekt" zu sein.
Wurde er konkret? Ja, er unterstellte dem "schrecklichen Bürgermeister" von London, Sadiq Khan, er wolle "zur Scharia übergehen". Und als Warnung an Europa: "Ihre Einwanderung und ihre selbstmörderischen Ideen werden den Tod Westeuropas bedeuten, wenn nicht sofort etwas unternommen wird."
Kam es zu Pannen? Ja, während der Rede ging er Teleprompter kaputt. Und die Rolltreppe blieb stehen, als Trump und Melania sie betraten.
Wie reagierte Trump? Er spottete in seiner Rede darüber. "Wenn die First Lady nicht in Topform gewesen wäre, dann wäre sie gestürzt", sagte er. "Das sind die beiden Dinge, die ich von den Vereinten Nationen bekommen habe: eine schlechte Rolltreppe und einen schlechten Teleprompter."
Worum geht es? Am 19. Dezember 1987 war es in Woodbridge, Virginia, zu einer Vergewaltigung gekommen. Es wurden DNA-Spuren gesichert, aber als man sie analysieren konnte, stellte sich ein Problem: es gab zwei Personen mit dem gleichen DNA-Profil, berichtet die Washington Post.
Was ist genau passiert? Das Verbrechen passierte auf der Toilette einer Tankstelle. Der Täter folgte einer Frau, bedrohte sie mit einem Messer und vergewaltigte sie. Anschließend band er ihr ein Klebeband um den Kopf und bedeckte Mund und Nase. Sie überlebte knapp.
Wie lange blieb die Tat ungeklärt? 32 Jahre später wurden die am Tatort gesammelten Beweise neu untersucht. Und es gab einen Treffer. Aber: Das DNA-Profil passte auf zwei Männern in Florida – eineiige Zwillinge. Wer war nun der Täter?
Wie gelang die Klärung? Durch eine recht neue Auswertungs-Methode, die sogenannte somatische Mutationsanalyse. Dabei werden kleine Mutationen in der DNA untersucht. Und tatsächlich konnte einer der Zwillinge als Täter identifiziert werden.
Was war die Folge? Es handelt sich um den ersten Fall in den USA, in dem DNA-Testbeweise dieser Art erfolgreich zur Unterscheidung zwischen eineiigen Zwillingen zugelassen wurden. Der Angeklagte wurde nun verurteilt, im November soll das Strafmaß verkündet werden. Das Opfer sagte vor Gericht aus, die Frau ist heute 88 Jahre alt.
Worum geht es? Seit 2018 ist Sarah Ferguson Schirmherrin von Julia's House, einer britischen Kinderhospiz-Organisation. Nun wurde sie von ihren Aufgaben entbunden. Auf der Webseite ist ihr Name gelöscht. Schuld daran soll ein E-Mail sein.
Wer ist Sarah Ferguson? Die Herzogin von York, Spitzname "Fergie", war von 1986 bis 1996 mit Prinz Andrew verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder, Beatrice (37) und Eugenie(35). Die geschiedene Ehe holte sie nun ein.
Warum? Andrew ist bis über beide Ohren in den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verwickelt. Nun tauchte eine E-Mail auf, die für Sarah Ferguson kompromittierend ist.
Was steht drin? In der E-Mail entschuldigte sie sich bei Epstein privat für ihre öffentlichem Anschuldigungen und schrieb: "Du warst mir und meiner Familie immer ein treuer, großzügiger und großartiger Freund."
Warum ist das peinlich? Zu diesem Zeitpunkt hatte "Fergie" schon offiziell mit dem verurteilten Sexualstraftäter gebrochen. Ihre Beziehung zu ihm sei eine "gigantische Fehleinschätzung" gewesen, sagte sie. "Was er getan hat, war falsch und er wurde zu Recht dafür ins Gefängnis gesteckt".
Wie äußerte sie sich nun? Nur über einen Sprecher. Er erklärte, dass Ferguson mit dem Mail nur versucht habe, Epstein "zu beschwichtigen“. Er hatte mit einer Klage wegen Verleumdung gedroht.
Worum geht es? Am 9. Juli trennte sich Red Bull von Langzeit-Teamchef Christian Horner. Nun einigte man sich auf die Modalitäten des Ausstiegs. Der Brite leitete das Formel-1-Team seit seiner Gründung im Jahr 2005.
Mit Erfolg? Kann man sagen. Unter Horners Führung gewann Red Bull acht Weltmeistertitel und und sechs mal die Konstrukteurs-Wertung.
Wie wurde das honoriert? Horners Jahresgehalt soll zuletzt 12 Millionen Euro betragen haben, sein Vertrag hatte eine Laufzeit bis 2030.
Warum dann die Trennung? Zunächst wurde Horner von einer Mitarbeiterin der sexuellen Belästigung beschuldigt. Der Manager ist mit dem früheren Spice Girl Geri Halliwell verheiratet, das Paar hat einen Sohn, Montague George (8).
Was passierte mit der Anschuldigung? Sie wurde im Februar 2024 öffentlich. Vorwürfe: Nötigung, missbräuchliches Verhalten und sexuelle Belästigung. Horner wurde intern zweimal entlastet, das mutmaßliche Opfer ist suspendiert.
Aber? Bei Red Bull brach ein Machtkampf aus, der den Rennbetrieb schädigte. 18 Monate nach der Entlassung verkündete Red Bull nun den endgültigen Rücktritt.
Zu welchen Konditionen? Das sagt Red Bull nicht offiziell. Die BBC zitiert Quellen, wonach Horner eine Abfindung von 60 Millionen Euro erhalten habe, eine der höchsten Abfindungen in der Sportgeschichte. Andere britische Medien sprechen sogar von 92 Millionen Euro.