Worum geht es? Vor drei Wochen war der chinesische Internet-Anbieter Shein in Frankreich in die Kritik geraten. Der Konzern bot auf seinem Internetportal kinderähnliche Sexpuppen zum Verkauf an.
Warum Frankreich? Weil Shein am 5. November den weltweit ersten physischen Store eröffnete. Er sperrte im Kaufhaus BHV Marais in der Pariser Innenstadt auf. Wegen der Sexpuppen blockierte Frankreichs Regierung gleichzeitig die Webseite des China-Händlers.
Wie reagierte Shein? Mit der sofortigen Entfernung der entsprechenden Produkte. Der Onlinehändler erklärte, dass man solche Erzeugnisse nicht dulde und eine interne Überprüfung eingeleitet habe. Die Produkte waren für alle zugänglich, auch für Kinder, es gab keine Filter.
Was passierte nun? Der Protest schwappte auf die USA über. Eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten fordert vom Fast-Fashion-Riesen Shein Aufklärung über den möglichen Verkauf von Puppen "mit kindlichem Aussehen" an US-Verbraucher.
Warum ist das bemerkenswert? Weil die Gruppe aus beiden politischen Lagern des Repräsentantenhauses gebildet wurde. Gemeinsam schrieb man einen Brief an Shein.
Was steht drin? Die Abgeordneten lobten Shein zwar für die rasche Reaktion, es aber "inakzeptabel" sei, dass diese Produkte jemals auf der Website verkauft werden durften. "Es steht außer Frage, dass diese Puppen Kindesmissbrauch und Ausbeutung fördern."
Wie groß ist die Gruppe? Der Brief wurde von 34 Abgeordneten unterzeichnet – 29 Republikanern und fünf Demokraten – angeführt von den Abgeordneten Vern Buchanan (Republikaner) und Debbie Wasserman Schultz (Demokratin) aus Florida.
Worum geht es? Spät aber doch durchleuchtet der Dachverband der deutschen Filmbranche SPIO ("Spitzenorganisation der Filmwirtschaft") die Vergangenheit seiner Ehrenmitglieder. Und entzieht nun 14 ehemals ausgezeichneten Filmschaffenden wegen ihrer Nazi-Vergangenheit ihre Ehrenmedaillen.
Wer ist davon betroffen? Die bekanntesten Namen sind der Schauspieler Heinz Rühmann (1902-1994), die Regisseurin Leni Riefenstahl (1902-2003), die Schauspielerin Olga Tschechowa (1897-1980) oder der Produzent Ludwig "Luggi" Waldleitner (1913-1998).
Was wird den Betroffenen vorgeworfen? Im Rahmen einer Studie der Organisation "zur NS-Vergangenheit ihres Führungspersonals und der Preisträge*rinnen der SPIO-Ehrenmedaille" wurden insgesamt 14 Personen, als "NS-belastet" oder "NS-konform" eingestuft.
Und da kommt man erst jetzt drauf? Viele der untersuchten Personen sind tatsächlich nur Insidern bekannt, weil sie hinter den Kulissen agiert haben. Aber dass etwa Leni Riefenstahl eine gewisse Nähe zum NS-Regime hatte, war wahrlich kein Geheimnis.
Wann erhielt Riefenstahl ihre Ehrenmedaille? 2002, anlässlich ihres 100. Geburtstages.
Warum wurde die NS-Vergangenheit erst jetzt untersucht? Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Verbandes und "angesichts des Erstarkens rechtsextremer Tendenzen in der Gesellschaft" wollte man ein Zeichen setzen, so die SPIO.
Worum geht es? Ausgerechnet im Supermarkt des Europäischen Parlaments in Brüssel entdeckte der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida von der Regierungspartei Fratelli d'Italia eine belgische Carbonara-Sauce mit nicht authentischen Zutaten, vornehmlich Speck und Obers. Scandalo!
Und weiter? Der Agrarier machte seinem Ärger auf Facebook Luft: "Diese Produkte sind ein Paradebeispiel für 'Italian sounding', also Waren, die zwar echt italienisch klingen, es aber nicht sind." Es sei inakzeptabel, sie in den Regalen des Supermarkts des Europäischen Parlaments zu sehen, so der Minister.
Was tut die EU? Die Frage ist, was sie tun kann. Fratelli d’Italia wandte sich an EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola und forderte festzustellen, ob die belgischen Produkte gegen EU-Vorschriften verstoßen. Fortsetzung folgt.
Und wo steht das Ur-Rezept für Carbonara geschrieben? Das gibt es nicht, dass macht die Sache zusätzlich pikant. Um die "Erfindung" dieser Pasta-Variante ranken sich zahlreiche Mythen. Zuletzt torpedierte der italienische Universitätsprofessor Alberto Grandi in seinem Buch "Mythos Nationalgericht" die Entstehung der Carbonara, indem er sie in den USA ansiedelte.
Worum geht es? In der Pariser Niederlassung des Auktionshauses Christie's hätte demnächst eine der ersten mechanischen Rechenmaschinen der Welt versteigert werden sollen. Doch ein Gericht hat einen möglichen Export der wissenschaftlichen Antiquität nun vorerst untersagt, worauf Christie's das Objekt von der Auktion zurückzog.
Wie alt ist der Rechner? Stolze 383 Jahre. Das Gerät mit dem Namen "Pascaline" wurde vom französischen Mathematiker Blaise Pascal 1642 im Alter von 19 Jahren konstruiert und galt lange als erste Rechenmaschine. Mittlerweile geht man aber davon aus, dass knapp 20 Jahre zuvor der deutsche Mathematiker Wilhelm Schickard bereits ein solches Gerät entworfen und gebaut hat.
Was zahlt man für so etwas? Der Wert wird auf zwei bis drei Millionen Euro geschätzt. Christie's bezeichnete sie als das "wichtigste wissenschaftliche Instrument, das jemals auf einer Auktion angeboten wurde".
Ist die "Pascaline" ein Einzelstück? Nein, Pascal baute Zeit seines Lebens an die 50 Maschinen, die er immer in Details weiter entwickelte. Es sollen aber heute nur mehr neun Exemplare davon existieren.
Und weshalb jetzt das Veto des Gerichts? Wissenschaftler und Forscher legten Rechtsmittel ein, um dem historischen Instrument Denkmalschutz zu gewähren. Sie argumentierten, es solle als "nationaler Schatz" eingestuft werden – ein Richter folgte dieser Ansicht.
Wie geht es jetzt weiter? Das Gericht stellte fest, dass der historische und wissenschaftliche Wert von der "Pascaline" diese als "nationalen Schatz" qualifizieren könnte. Nun muss vermutlich das Kulturministerium entscheiden, wie es mit der Antiquität weiter geht.
Worum geht es? Donald Trump bedroht eine Gruppe von Abgeordneten im Kongress. Ihr Vorgehen sei mit dem Tode zu bestrafen!“, schrieb er in den sozialen Medien.
Was war passiert? Sechs demokratische Militär-Veteranen hatten am Dienstag auf X ein 90-sekündiges Videoveröffentlicht. Es erinnerte die Angehörigen von Militär und Geheimdienst daran, dass "niemand Befehle ausführen muss, die gegen das Gesetz oder unsere Verfassung verstoßen".
Was meinten sie? Wörtlich: "Die Bedrohungen unserer Verfassung kommen derzeit nicht nur aus dem Ausland, sondern auch direkt aus dem eigenen Land. Unsere Gesetze sind eindeutig. Man kann illegale Befehle verweigern … man muss illegale Befehle verweigern." Damit war klar Trump gemeint.
Wer gehörte zu dem Kreis? Veteranen der Marine, der CIA, der Luftwaffe und der Army Rangers. Die zwei Senatoren Elissa Slotkin (Michigan) und Mark Kelly (Arizona) sowie die Abgeordneten Jason Crow (Colorado), Maggie Goodlander (New Hampshire), Chris Deluzio (Pennsylvania) und Chrissy Houlahan (Pennsylvania).
Wie reagierte Trump? Er forderte am Donnerstag, eine Gruppe demokratischer Kongressveteranen mit dem "Tod" zu bestrafen, weil sie das Militär dazu ermutigt hatten, ungesetzlichen Befehlen nicht Folge zu leisten.
Was schrieb er? Es gab zwei Reaktionen. Zunächst schrieb Trump auf Truth Social. "Ihre Worte dürfen nicht ungestraft bleiben. Aufrührerisches Verhalten von Verrätern!!! Sperrt sie ein???“ Dann eine Stunden später: "Aufrührerisches Verhalten wird mit dem Tod bestraft."
Was machten die Betroffenen? Die demokratische Führung im Repräsentantenhaus erklärte am Donnerstag, sie habe Kontakt mit der US-Kapitolpolizei und dem Sergeant-at-Arms des Repräsentantenhauses aufgenommen, um die Abgeordneten zu schützen.
Worum geht es? Das russische Schiff "Yantar" ist nach Angaben Großbritanniens am Rande britischer Gewässer unterwegs, um die genaue Lage von Unterwasserkabeln auszuspionieren. Verteidigungsminister John Healey richtete daraufhin das Wort direkt an Russlands Präsident Wladimir Putin: "Wir beobachten euch. Wir wissen, was ihr tut." Und: "Wir sind bereit."
Was weiß man über das Schiff? Es sei dazu konzipiert, Informationen zu sammeln und im Konfliktfall Sabotageakte zu verüben, so der Minister.
Passiert das zum ersten Mal? Nein, es ist heuer nach Jänner bereits das zweite Mal, dass die "Yantar" in unmittelbarer Nähe britischer Gewässer auftaucht, erklärte das Verteidigungsministerium.
Verhält sich das Schiff friedlich? Laut Verteidigungsminister Healey nicht. Es habe die Piloten britischer Flugzeuge, die zur Überwachung der "Yantar" eingesetzt wurden, mit Lasern geblendet, so der Minister. Daraufhin richtete er das Wort an Putin.
Was war die Botschaft? "Wir sind entschlossen, jedes Mal, wenn die 'Yantar' in britische Gewässer einfährt, sie zu verfolgen, sie abzuschrecken und Putin zu zeigen, dass wir bereit sind, und das tun wir gemeinsam mit unseren Verbündeten."
Gab es eine Reaktion aus Moskau? Nein, aber es ist ohnedies davon auszugehen, dass der Auftritt des Verteidigungsministers vor allem an die eigenen Landsleute gerichtet gewesen ist. Er sollte vermutlich Handlungsbereitschaft und Entschlossenheit demonstrieren.
Worum geht es? Die US-Bundespolizei FBI hat einen 22-jährigen gebürtigen Georgier geschnappt, der geplant haben soll, jüdische Kinder sowie Angehörige anderer Minderheiten mit vergifteten Süßigkeiten zu ermorden. Ein Mittäter, als Weihnachtsmann verkleidet, sollte die Süßigkeiten in einer jüdischen Schule in Brooklyn verteilen.
Wie kam man dem Mann auf die Schliche? Der Georgier namens Michail Chkhikvishvili warb einen Komplizen an, der ihm bei der Herstellung des Giftes Rizin helfen sollte. Dabei handelte es sich allerdings um einen verdeckten Ermittler der Behörde.
Weshalb wollte er die Kinder ermorden? Chkhikvishvili betrachtet sich als Anführer einer extremistischen Gruppe namens "Maniac Murder Cult", die Nazi-Ideologien propagiert und im Internet zu Gewalttaten gegen Minderheiten und jüdische Gruppen aufruft.
Hat der Netz-Nazi Anhänger? Davon ist auszugehen. Er soll auch ein Manifest mit dem Titel "Hater's Handbook", also Handbuch für Hassende, verbreitet haben. Darin wird dazu ermutigt, "Schießereien in Schulen zu begehen und Kinder für Selbstmordattentate gegen rassische Minderheiten einzusetzen". Das FBI denkt, dass er ein Schulmassaker in Nashville im Frühjahr 2025 inspiriert haben könnte.
Wo wurde der Mann erwischt? Er wurde aufgrund eines internationalen Haftbefehls in Moldawien verhaftet und an die USA ausgeliefert. Dort drohen ihm jetzt bis zu 20 Jahre Haft wegen der Anstiftung zu Gewaltverbrechen.
Worum geht es? im Auktionshaus Sotheby's in New York kam in der Nacht auf Mittwoch das Gemälde "Bildnis Elisabeth Lederer" des österreichischen Malers Gustav Klimt (1862-1918) zum Rekordpreis von 236,4 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 204 Millionen Euro, versteigert worden. Damit ist es das zweitteuerste Gemälde aller Zeiten.
Was weiß man über das Gemälde? Klimt malte es zwischen 1914 und 1916 für ein Industriellen-Ehepaar, das ihn Zeit seines Künstlerlebens immer wieder großzügig unterstützte. Zuletzt gehörte es dem verstorbenen US-Industriellen Leonard Lauder aus der Kosmetikdynastie, dem älteren Bruder von Ronald Lauder. Beide sind Kunstsammler mit einem Faible für Klimt.
Wer war Gustav Klimt? Einer der bedeutendsten Vertreter des Jugendstils. Seine Werke zählen seit Jahrzehnten zu den gefragtesten Objekten auf dem internationalen Kunstmarkt.
Wer hat das "Bildnis Elisabeth Lederer" ersteigert? Das ist unbekannt, es war ein Telefonbieter. Das Bietergefecht dauerte insgesamt etwa 20 Minuten.
Für welches Gemälde wurde noch mehr gezahlt? 2017 wurde das Gemälde "Salvator Mundi", das Leonardo da Vinci zugeschrieben wird, um 450,3 Millionen Dollar (etwa 390,5 Mio. Euro) versteigert. Die Herkunft des Bildes ist seit seinem Auftauchen umstritten. Gerüchten zufolge soll es von Mohammed bin Salman, dem Kronprinzen von Saudi-Arabien, erworben worden sein.
Und welches war bisher der teuerste Klimt? Das Bild "Dame mit Fächer" wurde 2023 in London für 108,8 Millionen Dollar (ca. 94,35 Mio. Euro) versteigert.