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19. August 2025

Jakobsweg gesperrt Wegen Waldbränden in Spanien

Worum geht es? Teile des weltberühmten Jakobswegs, der ins nordspanische Santiago de Compostela führt, mussten von den Behörden wegen der anhaltend starken Waldbrände in der Region gesperrt werden.

Welche Teile des Weges sind betroffen? Jene, die durch die Regionen Galicien, Kastilien und León sowie Extremadura führen. Die Waldbrandsituation in Nordspanien könnte aber dazu führen, dass die Sperren weiter ausgeweitet werden müssen.

Wie schlimm sind die Waldbrände? Heuer ganz besonders schlimm. "Dies ist eine Brandsituation, wie wir sie seit 20 Jahren nicht mehr erlebt haben", so die Verteidigungsministerin Margarita Robles zum Radiosender Cadena SER. Die Brände seien infolge des Klimawandels und einer gewaltigen Hitzewelle anders als in früheren Jahren. Man erlebe die längste Hitzewelle seit 50 Jahren, die Temperaturen sind zuletzt auf bis zu 45 Grad gestiegen.

Wie viel Land ist bereits verbrannt? Nach Angaben des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) in Spanien etwa 344.400 Hektar – eine Fläche, die deutlich größer als Vorarlberg ist. Das ist das Vierfache des Durchschnitts der Jahre 2006 bis 2024. In Portugal wurde bislang eine Fläche, die vier Mal so groß ist wie Wien, von den Flammen zerstört.

Gibt es Opfer? In Spanien sind bislang vier Menschen in den Flammen ums Leben gekommen, in Portugal zwei.

Weitere Meldungen

Schluss mit Vegan Top-Koch setzt wieder auf Fleisch und Fisch

Worum geht es? Der Schweizer Spitzenkoch Daniel Humm hat angekündigt, im New Yorker Luxusrestaurant "Eleven Madison Park" künftig wieder Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und andere tierische Produkte anzubieten.

Das ist weshalb eine Meldung? Weil Daniel Humm der erste Top-Koch in den USA war, der seine Küche rigoros auf Vegan umgestellt hatte. Nach der Corona-Pandemie erklärte er, künftig auf jegliche tierische Produkte zu verzichten. "Angesichts des Klimawandels muss Luxus heute nicht mehr Foie gras und Kaviar bedeuten", erklärte der Schweizer damals. "Wir konnten nicht zu dem zurückkehren, was wir vorher gemacht hatten."

Und jetzt geht es doch? Offensichtlich. Er habe fest an das vegane Menü geglaubt, "aber ich habe nicht erkannt, dass wir damit Menschen ausschließen", so der 48-Jährige nun in der New York Times. Vor allem große Runden, eine wesentliche Einnahmequelle der Spitzengastronomie, ließen sich nur schwer verkaufen, wenn bloß Gemüse auf dem Teller liege.

Gab es weitere Gründe für die Entscheidung? Auch der Absatz von Alkohol – in jeglicher Gastronomie ein wichtiger Umsatzbringer – sei eingebrochen, so Humm. Viele Weinkenner wollten zu ihren Grand Crus eben lieber Fleisch statt Kohlröschen.

Gibt es auch weiterhin vegane Menüs im "Eleven"? Ja, wer das wolle, bekomme natürlich auch in Zukunft vegane Gerichte, so Humm.

Was kostet ein Menü? 365 Dollar ohne Weinbegleitung, egal ob Fleisch oder nur Gemüse auf dem Teller liegen.

Ab wann wird es bei Humm wieder fleischlich? Wie er auf seinem Instagram-Account ankündigt, erfolgt die Rückkehr zur alten Philosophie am 14. Oktober.

Ist der Vegan-Trend am Ende? Leicht tun sich die Anbieter von pflanzlichen Ess-Alternativen derzeit jedenfalls nicht. Humms "Eleven Madison Park" ist nur ein Beispiel. In Österreich ist etwa die vegane Fastfood-Kette Swing Kitchen zuletzt in eine Insolvenz gerutscht.

Über 1 Milliarde Dollar First Lady droht Biden-Sohn mit Klage

Worum geht es? Melania Trump, First Lady der USA, droht Hunter Biden, dem Sohn von Joe Biden, Amtsvorgänger ihres Mannes als US-Präsident, mit einer Verleumdungsklage über 1 Milliarde Dollar, wenn dieser es nicht unterlässt zu behaupten, sie sei ihrem späteren Mann durch den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein vorgestellt worden. Diese Behauptung sei "falsch, abwertend, diffamierend und aufrührerisch", so die Anwälte von Melania Trump, berichtet die BBC.

Wer ist Hunter Biden? Der Sohn von Ex-Präsident Joe Biden ist eine schillernde Figur, der durch Alkohol- und Drogenmissbrauch ebenso aufgefallen ist wie durch Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung und illegalen Waffenbesitz. Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 versuchte Donald Trump mehrfach, die Verfehlungen von Hunter Biden gegen seinen Vater, Trumps ersten Konkurrenten um das Präsidentenamt, zu verwenden.

Was hat Hunter Biden konkret gesagt? In einem Interview mit "Channel 5 With Andrew Callaghan" bei Youtube soll Biden behauptet haben, Melania Knavs sei dem Immobilien-Spekulanten Donald Trump von Jeffrey Epstein vorgestellt worden. Diese Äußerung Bidens sei in den sozialen Medien weit verbreitet worden und habe Melania Trump "einen erheblichen finanziellen Schaden" zugefügt sowie zu einer "Beschädigung ihres Rufs" geführt, so ihr Anwalt.

Was ist das Problem bei der Behauptung? Jeffrey Epstein, der in den 1990er-Jahren in der New Yorker Finanzbranche zu einem Millionenvermögen gekommen war, wurde 2008 wegen Anstiftung zur Prostitution als Sexualstraftäter verurteilt. 2019 tötete sich Epstein, der zu diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft saß und einer Anklage wegen vielfachen sexuellem Missbrauch entgegensah, selbst in seiner Zelle. Epstein und Donald Trump waren davor mehr als ein Jahrzehnt lang sehr enge Freunde – eine Beziehung, die der amtierende Präsident nun herunterzuspielen versucht.

Und wird sich Hunter Biden von seiner Aussage distanzieren? In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview erklärte der 55-Jährige, er glaube nicht, dass "diese Drohungen mit einer Klage etwas anderes als eine gezielte Ablenkung darstellen" würden. Sollte es jedoch tatsächlich dazu kommen, würde er das Ehepaar Trump zu eidesstattlichen Erklärungen in der Causa zwingen. "Ich wäre mehr als glücklich, ihnen diese Plattform zu bieten", so Hunter Biden.

Kein Angelschein Britischer Minister zeigt sich selbst an

Worum geht es? Der britische Außenminister David Lammy ging diese Woche mit dem auf Europa-Urlaub befindlichen US-Vizepräsidenten JD Vance auf einem Landgut, das dem Außenministerium als Residenz dient, in den Cotswolds angeln. Blöd nur: Lammy besaß keinen Angelschein für das Gewässer, in das die beiden Polit-Buddys ihre Angeln hängten. Also zeigte sich der Minister nach vollbrachter Untat selbst an, berichtet die BBC.

Hat der Fauxpas Konsequenzen? Darüber ist noch nicht entschieden, aber der Minister zeigte tätige Reue, indem er sich nicht nur selbst meldete, sondern gleich auch die nötige Lizenz erwarb. Besser spät als nie, sozusagen.

Ist der politische Schaden groß? Es hält sich in Grenzen. Schwerer wiegt für den Labour-Minister vermutlich, dass ihm der sich gerne als Naturbursche darstellende US-Vize hinterher attestierte, vom Angeln keine Ahnung zu haben. Seine drei Kinder könnten "besser angeln als der britische Außenminister", lästerte Vance hinterher.

Was macht der US-Vize in England? Er ist mit seiner Familie auf Urlaub da, was nicht jedem Einwohner gefällt. Mehr als hundert Menschen feierten in dem Örtchen Charlbury eine "Not Welcome Party", als Vance und Entourage anreisten, berichtet der Guardian.

Bahn-Chef muss gehen Konnte Konzern nicht auf Schiene bringen

Worum geht es? Der Chef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, muss den Konzern zwei Jahre vor Auslaufen seines Vertrags verlassen. Das gab der deutsche Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Donnerstag bekannt. Lutz hatte es offensichtlich nicht geschafft, den seit vielen Jahren in einer Dauer-Krise steckenden Konzern wieder auf Schiene zu bringen.

Welche Probleme hat die Deutsche Bahn? Vor allem die marode Infrastruktur und die – auch daraus – resultierende Unpünktlichkeit der Züge. Diese war zuletzt massiv gestiegen von 21,5 Prozent im Jahr 2017 auf 37,5 Prozent in 2024. Dazu kam, dass durch die Fußball-EM in Deutschland 2024 die Qualitäts-Mankos der Bahn zigtausendfach auf Social Media kommuniziert wurden.

Gab es keine Gegen-Strategie? Doch, die Probleme wurden durchaus erkannt und auch angegangen. So ist etwa die wichtige Strecke Hamburg – Berlin seit 1. August komplett gesperrt, um mit riesigem Aufwand saniert zu werden. Aber – so die Meinung vieler Experten – die Versäumnisse von Jahrzehnten lassen sich selbst mit riesigen Investitionen nicht binnen weniger Monate reparieren.

Wie geht es jetzt weiter? "Die Suche nach einem neuen Bahnchef, einer neuen Bahnchefin hat mit diesem Augenblick begonnen", erklärte der deutsche Verkehrsminister bei der Bekanntgabe der Personalie. Gesucht werde jemand, der auch "eine Verschlankung" des mit etwa 338.000 Mitarbeitern weltweit tätigen Konzerns in Angriff nimmt. Ob und wie sich das mit der nötigen Modernisierung des Betriebes in Einklang bringen lässt, wird sich zeigen.

Zu Alligator Alcatraz Florida baut weiteres Migranten-Gefängnis

Worum geht es? Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, hat den Bau einer weiteren Haftanstalt für illegale Migranten angekündigt. Die Haftanstalt soll auf dem Gelände des Baker-Correctional-Institute-Gefängnisses bei Jacksonville entstehen und in einem ersten Schritt 1.300 Menschen aufnehmen können. Sie soll auf bis zu 2.000 Insassen ausgeweitet werden können.

Wer soll dort inhaftiert werden? Illegale Migranten, die sich ohne gültige Aufenthaltserlaubnis in den USA befinden. Die Migranten-Gefängnisse dienen als Sammellager, bevor die Menschen in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden.

Wie viele solcher Migranten-Gefängnisse gibt es bereits? Eines, es befindet sich mitten in den Everglades nahe Miami und hat den Spitznamen Alligator Alcatraz erhalten, da die Anstalt, die aus Zelten errichtet worden ist, ohne herkömmliche Sicherheitseinrichtungen auskommt. Das Dickicht der Everglades und seine Tierwelt sollen die Insassen von Fluchtversuchen abhalten.

Wie viele Menschen warten dort auf ihre Abschiebung? Aktuell sollen es um die 1.000 Personen sein. Bis Ende August sollte die Zahl auf 4.000 steigen, doch die dafür nötigen Ausbauarbeiten an Alligator Alcatraz wurden zwischenzeitlich durch ein lokales Gericht gestoppt.  Umweltschützer hatten geklagt, weil sie das Ökosystem der Everglades durch das Dschungel-Gefängnis gefährdet sehen.

Was ist das überhaupt mit den Abschiebungen? Die Rückführung illegaler Arbeitsmigranten in ihre Heimatländer ist eines der wichtigsten Versprechen der Trump-Administration an ihre Wähler gewesen. Dafür wurde die zuständige Behörde ICE personell und finanziell massiv aufgestockt. Seit Monaten finden Razzien im ganzen Land statt, um Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere auszuforschen und zu inhaftieren.

Wie kommt das bei den Bürgern an? Bei den Trump-Wählern hervorragend - das war einer der wichtigsten Gründe für viele Wähler, Trump ihre Stimme zu geben. Außerhalb dieser Community herrscht eher Befremden und vielerorts Entsetzen angesichts der Härte, mit der teilweise vorgegangen wird. Gerade in Florida, wo ein großer Teil der Bevölkerung Latinos sind, ist das Befremden über die Massen-Inhaftierungen unbescholtener Menschen, deren einziges "Verbrechen" darin besteht, keine Aufenthaltsgenehmigung zu haben, groß.

Burger & Pommes entsorgt Kunden wollten nur Pokémon-Karten

Worum geht es? In Japan ist eine Marketing-Aktion des Fastfood-Riesen McDonalds nach hinten losgegangen. In sogenannten Happy Sets, vergleichbar den Happy-Meals für Kinder in Österreich, wurden zu Burger, Pommes und Getränk Pokémon-Karten verteilt. Fans der Sammelkarten kauften daraufhin großen Mengen an Happy Sets, warfen die Lebensmittel kurzerhand weg und verkauften die Karten im Internet um teils sehr hohe Preise weiter. Bereits nach einem Tag stellte McDonalds die Aktion daraufhin wieder ein.

Wo ist das Problem? Die Lebensmittelverschwendung kam bei vielen Kunden nicht gut an. Auch die Tatsache, dass die eigentlichen Adressaten der Aktion, nämlich Kinder, vielfach keine Pokémon-Karten mehr bekamen, stieß vielen Eltern unangenehm auf.

Wie reagierte der Fastfood-Konzern? McDonalds Japan erklärte – sehr japanisch –, dass das Wegwerfen von Lebensmitteln der Philosophie des Unternehmens, Kindern und Familien ein vergnügliches Esserlebnis zu bieten, widerspreche. Man habe erkannt, dass die eigenen Vorbereitungen unzureichend gewesen seien und arbeite nun an Maßnahmen, um eine Wiederholung zu verhindern.

Wie will man das sicherstellen? Angedacht werden eine Limitierung von speziellen Menüs sowie die Möglichkeit, dass das Personal Kunden, die sich "auffällig benehmen", nicht bedienen muss. Und man wolle sich bei den Happy Set-Beigaben wieder mehr auf reine Kinder-Produkte beschränken.

TV-Star wurde Italiener Jimmy Kimmel will USA verlassen

Worum geht es? Der amerikanische Late-Night-Show-Moderator Jimmy Kimmel hat die italienische Staatsbürgerschaft beantragt - und auch erhalten, wie die Nachrichtrenagentur Ansa bestätigt hat. Kimmel, der italienische Vorfahren hat, ist nun Doppelstaatsbürger. Und könnte die USA verlassen, sollte er aufgrund der Interventionen von US-Präsident Trump seinen Job beim Sender ABC verlieren.

Wer ist Jimmy Kimmel? Der 57-Jährige gehört zu den schärften öffentlichen Kritikern von Donald Trump und seinem Team. Keine Show, die nicht mit einer Breitseite gegen die Regierung und ihre tagesaktuellen Ausrutscher beginnt. Das hat den bekennenden Demokraten, der auch bereits die Oscar-Gala moderiert hat, zur Zielscheibe des bekannt dünnhäutigen Präsidenten gemacht.

Könnte er deshalb wirklich gefeuert werden? Sag niemals nie. Kimmels Late-Night-Talk-Kollege Stephen Colbert, wie Kimmel ein scharfer Kritiker Trumps und des Regierungskurses, wurde von seinem Sender CBS erst vor wenigen Wochen gefeuert, nachdem Trump mehrfach persönlich gegen ihn interveniert hatte und die Kündigung des Talkmasters offenbar zu einer Bedingung bei einem seiner berüchtigten "Deals" mit dem Sender gemacht hatte.

Gibt es Anzeichen, dass Trump wieder ernst machen könnte? Definitiv. Vor Journalisten hatte Trump die beiden Late-Night-Hosts Kimmel und Jimmy Fallon, 50, der ebenfalls eine Late-Night-Show bei NBC moderiert, erst vor kurzem angegriffen. Auf die Frage, ob nach Stephen Colbert weitere Shows abgesetzt werden könnten, sagte Trump, Fallon und Kimmel mangele es an Talent: "Sie sind als Nächstes dran."

Was sagt Kimmel selbst dazu? Der britische Guardian zitiert den Showmaster: "Was hier passiert, ist so schlimm, wie man es sich vorgestellt hat. Es ist noch viel schlimmer – es ist einfach unglaublich. Ich glaube, es ist wahrscheinlich noch schlimmer, als er es sich selbst wünscht." (gemeint ist Trump, Anm.)

Plant der Moderator tatsächlich auszuwandern? Das wird davon abhängen, wie sich seine Show entwickelt. Andere Hollywood-Persönlichkeiten sind da schon weiter. So sind TV-Star Ellen DeGeneres und ihre Ehefrau Portia de Rossi nach Großbritannien gezogen – nicht zuletzt aus Angst vor Einschränkungen der LGBTQ-Rechte in den USA. Und ihre Kollegin Rosie O'Donnell ist nach Irland emigriert.