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Neu im Kino

Wie eine 14-Jährige Raubein Jason Statham fast die Show stiehlt

Die Ein-Mann-Kampfmaschine rettet in "Shelter" einem Mädchen das Leben und räumt gleichzeitig mit den Bösen auf. Der Film versteht sich als "Actioner mit Anspruch" und zeigt einmal mehr, weshalb der Brite als legitimer Nachfolger von Schwarzenegger und Co. gilt.

Ein-Mann-Kampfmaschine Jason Statham als Ex-Elitesoldat in "Shelter"
Ein-Mann-Kampfmaschine Jason Statham als Ex-Elitesoldat in "Shelter"Daniel Smith
Christian Klosz
Akt. 25.03.2026 23:04 Uhr

Das Wasser war schon immer sein Element. Ehe der Brite Jason Statham (er heißt übrigens wirklich so, das ist kein Künstlername) für den Film entdeckt wurde, war er zwölf Jahre lang als Wasserspringer Mitglied des britischen Nationalkaders. Sein größter Erfolg: der zwölfte Platz in der Weltrangliste.

Danach folgten Auftritte als Model und in Werbefilmen, ehe Regisseur Guy Ritchie den Modellathleten mit der stoischen Aura 1998 für seine Drogengangsterkomödie "Bube, Dame, König, grAS" entdeckte. Von da an ging es ab mit der Karriere des heute 58-Jährigen.

Statham etablierte sich rasch in der obersten Liga des Actionkinos: "The Transporter", "The Italien Job", "Crank", "Bank Job", "Expendables", "Killer Elite", "Parker", "Fast & Furious" und und und. Obwohl er auch leisere Töne beherrscht und in komischen Rollen eine gute Figur macht, wird er doch am liebsten als harter, meist einsilbiger Kämpfer gegen das Böse gebucht.

Statham trägt es mit Fassung und macht das Beste daraus, so wie auch in seinem neuen Actioner "Shelter", der diese Woche in den heimischen Kinos anläuft. Er gibt weiterhin den gnadenlosen Kämpfer, verleiht seinen Rollen aber zunehmend mehr Nuancen und zeigt auch Emotionen. Dass ihm das glaubwürdig gelingt, zeigt, dass in dem stahlharten Kämpfer auch ein beachtlicher Schauspieler steckt.

Außerdem diese Woche neu auf der großen Leinwand: "Blue Moon", ein einfühlsames Porträt des 1943 viel zu früh verstorbenen Musical-Texters Lorenz Hart, umgesetzt von Regie-Ausnahmekönner Richard Linklater (der derzeit auch mit "Nouvelle Vague" in den Kinos zu sehen ist). Großes Kino, nicht nur für Fans von Linklater, Musicals oder Künstlerbiografien. Kommen Sie gut durch diese Kino-Woche!

Lebensmittellieferantin Jessie (Bodhi Rae Breathnach) bringt Michael Mason in eine Zwickmühle
Lebensmittellieferantin Jessie (Bodhi Rae Breathnach) bringt Michael Mason in eine Zwickmühle
Tobis

"Shelter"

Worum es geht Ein Leuchtturm irgendwo auf einer einsamen Insel an der Westküste Schottlands. Der einzige Bewohner ist ein mysteriöser Fremder (Jason Statham), dessen Kontakt zur Außenwelt lediglich aus der jungen Jessie (Bodhi Rae Breathnach) besteht. Sie bringt dem Einsiedler gemeinsam mit ihrem Onkel die wöchentlichen Lebensmittel-Lieferungen. Warum genau der Einzelgänger namens Michael Mason dort gelandet ist, wissen wir nicht, doch seine Isolation scheint selbstgewählt.

Eines Tages kommt während einer weiteren Lieferung ein schwerer Sturm auf und befördert Jessie ins Meer, während für ihren Onkel  jede Hilfe zu spät kommt. Der Einsiedler fischt das Mädchen aus dem Wasser, nimmt sie mit in sein karg eingerichtetes Zuhause und hat nun plötzlich eine Mitbewohnerin.

Aufgrund einer Beinverletzung muss sie zudem medizinisch versorgt werden. Mason holt mit seinem Boot das Nötigste vom Festland. Dabei wird er von einer Kamera eingefangen und siehe da: Michael Mason ist ein abtrünniger Geheimagent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI-6. Als er sich weigerte, einen Tötungs-Auftrag auszuführen, musste er untertauchen.

Seine Entdeckung ist allerdings eine Bedrohung für den korrupten Ex-Chef des MI-6, Stephen Manafort (Bill Nighy), der prompt eine Einheit auf Mason ansetzt. "Zur Sicherheit" soll auch die völlig unschuldige Jessie umgebracht werden. Gleichzeitig findet Manaforts Nachfolgerin Roberta Frost (Naomi Ackie) heraus, was vor sich geht, und schaltet sich ebenfalls in die Jagd auf Mason und Jessie ein …

Lohnt sich das? Wo Statham draufsteht, ist meist auch Statham drin: "Shelter" ist ein weiterer harter Actionfilm mit dem Briten, der die Rolle des grimmigen, wortkargen Einzelkämpfers quasi abonniert hat und auch hier eine Variation derselben gibt. Die Action- und Kampfeinlagen, ohne CGI umgesetzt, überzeugen weitgehend und Statham macht seine Sache gewohnt solide.

Die wahre Entdeckung von "Shelter" ist aber die 14-jährige Irin Bodhi Rae Breathnach, die zuletzt auch in "Hamnet" zu sehen war und das Teenagermädchen, das alles verloren hat und sich plötzlich in der Obhut eines dubiosen Fremden findet, äußerst überzeugend spielt. Zwischen ihrer Figur und jener Stathams besteht eine Verbindung: Beide sind durch äußere Umstände auf sich alleine gestellt, haben keine Familie (mehr) und sind aufeinander angewiesen.

Das klingt natürlich klischeehaft, ist aber mit großer Ernsthaftigkeit und Sensibilität umgesetzt, zum einen aufgrund der Schauspielleistungen, zum anderen wegen der Regie von Ric Roman Waugh, aktuell einer der interessantesten Action-Regisseure.

Im Kampf gegen die Bösewichte ist Mason alles andere als zimperlich
Im Kampf gegen die Bösewichte ist Mason alles andere als zimperlich
Tobis

Waughs Filme (zuletzt "Greenland 2") gehen oft über seelenlose Haudrauf-Action hinaus: Seine Figuren haben und zeigen Gefühle, die sich dem Publikum vermitteln; seine Filme tragen trotz ihrer auf den ersten Blick oft banal wirkenden Handlung eine Message in sich: In den beiden "Greenland"-Teilen ging es um Zusammenhalt nach einer globalen Katastrophe, um Hoffnung, Hilfsbereitschaft und Familie.

Und auch "Shelter" hat (s)eine Botschaft: Es gibt wichtigere Dinge als Missionen und Aufträge. Mason stellte vor seinem Untertauchen "Gewissen über Gehorsam", und nun wählt er Fürsorge (für Jessie) statt Egoismus. "Shelter" ist kein Meisterwerk, aber ein solide umgesetzter Actionfilm, der aufgrund seines emotionalen Kerns über den Genredurchschnitt hinausragt.

"Shelter", Action-Thriller. USA/GB 2026, 107 Minuten, ab 26. März im Kino

Mit Ex-MI-6-Chef Manafort (Bill Nighy) hat Mason noch ein Hühnchen zu rupfen
Mit Ex-MI-6-Chef Manafort (Bill Nighy) hat Mason noch ein Hühnchen zu rupfen
Daniel Smith

Außerdem neu im Kino:

"Blue Moon"
Ethan Hawke spielt in Richard Linklaters Film den berühmten Broadway-Songtexter Lorenz Hart. Das Psychogramm konzentriert sich auf eine Nacht im Jahr 1943: Während bzw. nach der Premiere des Musicals "Oklahoma!" seines früheren Kreativ-Partners Richard Rodgers reflektiert der innerlich zerrissene Hart in einer Bar mit Zeitgenossen über sein Leben, seine Karriere und das Wesen der Kunst. Ethan Hawke war für seine Darstellung für den Oscar nominiert.

"Blue Moon", Drama, Biopic. Irland/USA 2025, 100 Minuten, ab 27. März im Kino

"They Will Kill You"
Ex-Sträfling Asia Reaves (Zazie Beetz) sucht nach ihrer Entlassung verzweifelt einen Neuanfang. Sie nimmt einen Job als Haushaltshilfe in einem luxuriösen Hochhaus in New York an, dem sogenannten "Virgil". Doch schnell wird klar, dass dort etwas nicht stimmt: Immer wieder verschwinden Menschen spurlos. Während ihrer ersten Nacht entdeckt Asia, dass die Bewohner Teil eines satanischen Kults sind, der durch Menschenopfer Unsterblichkeit erlangt hat. Regie-Talent Kirill Sokolov setzt auch in seiner ersten internationalen Produktion auf seine typische Kombi aus brutaler Action und schwarzem Humor. Geheimtipp für Horror-Fans.

"They Will Kill You", Horror-Komödie. USA/Südafrika 2026, 94 Minuten, ab 26. März im Kino

"Pillion"
Das Leben des schüchternen, einsamen Colin (Harry Melling) nimmt eine radikale Wendung, als er den charismatischen Ray (Alexander Skarsgård), Anführer einer schwulen Biker-Gang, kennenlernt. Er führt Colin in eine völlig neue Welt ein und zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive BDSM-Beziehung, in der Colin eine unterwürfige Rolle einnimmt. Je tiefer er in diese fremde Umgebung eintaucht, desto mehr beginnt er, seine eigenen Bedürfnisse zu erkennen. Harry Lightons Regie-Debüt lief in Cannes 2025 und wurde dort und auch bei anderen Filmfestivals mehrfach ausgezeichnet.

"Pillion", Schwarze Komödie, Drama. Irland/GB 2025, 106 Minuten, ab 27. März im Kino

"Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger"
Die lebensfrohe María Ángeles (Carmen Maura) lebt seit Jahrzehnten in ihrer Wohnung im spanischen Viertel von Tanger. Für sie ist dieses Zuhause weit mehr als nur ein Ort – es ist ein Schatz voller Erinnerungen und Geschichten und zum Teil ihrer Identität geworden. Als ihre Tochter Clara (Marta Etura) beschließt, die Wohnung aus finanziellen Gründen zu verkaufen, gerät Marías Welt ins Wanken. Statt sich ihrem Schicksal zu fügen, beginnt sie mit Entschlossenheit, Witz und Mut für ihr Zuhause zu kämpfen.

"Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger", Drama. F/ESP/DE/BEL/Marokko 2025, 116 Minuten, ab 26. März im Kino

"Grünes Licht"
Der Film begleitet den deutschen Neuropsychiater Dr. Johann Spittler, der Menschen berät, die assistierten Suizid in Anspruch nehmen wollen. Im Zentrum des Films steht nicht nur die Sterbehilfe, sondern auch die Persönlichkeit des Arztes und die enorme Verantwortung, die seine Entscheidungen mit sich bringen. "Grünes Licht" zeigt Spittler bei Gesprächen mit Patienten. Dabei geht es auch um existenzielle Fragen: Wer darf entscheiden, wann ein Leben endet? Und unter welchen Bedingungen darf ein Arzt "grünes Licht" geben?

"Grünes Licht", Dokumentation. Österreich 2025, 101 Minuten, ab 27. März im Kino

"Die Schatzsuche im Blaumeisental"
Die neunjährige Lucie verbringt ihre Sommerferien bei ihrer Mutter, einer Archäologin, die in ihrem Heimatdorf eine Ausgrabung leitet. Der Urlaub am Land wird zu einem spannenden Abenteuer, als Lucy gemeinsam mit ihrem neuen Freund Yann, zwei neugierigen Blaumeisen und anderen tierischen Begleitern geheimnisvollen Spuren durch Wälder und alte Ruinen folgt. Dabei stößt sie auf ein verborgenes Familiengeheimnis.

"Die Schatzsuche im Blaumeisental", Animationsfilm, Kinderfilm. Belgien/Frankreich/Schweiz 2025, 77 Minuten, ab 26. März im Kino

Christian Klosz
Akt. 25.03.2026 23:04 Uhr