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17. November 2025

Bezos kauft sich Met Gala Ärger um exklusivste Party der Welt

Worum geht es? Ein kurzer Clip und schon war die Verstimmung da. Am Sonntag wurde das Motto der Met Gala 2026 enthüllt. Die exklusivste Party der Welt trägt den Titel "Costume Art".

Warum ist das wichtig? Weil jeder Gast ein Outfit passend zum jährlichen Motto trägt, das die neue Ausstellung des Costume Institute widerspiegelt. Der Reinerlös fließt dem Institut zu.

Was ist die Met Gala? Die Veranstaltung wird auch die "Oscars der Mode“ genannt, vor allem der rote Teppich schlägt alle anderen Events. Die Show findet jeweils am ersten Montag im Mai in New York statt. Es handelt sich um eine Charity.

Wie definiert sich Exklusivität? Geladen ist nur A-Prominenz. Zuletzt kosteten Tickets rund 85.000 Euro. Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour kuratiert und kontrolliert die Gästeliste seit den 1990ern.

Warum gab es nun Ärger? Weil auf der Instagram-Seite bekanntgegeben wurde, dass Amazon-Gründer Jeff Bezos und seiner Ehefrau Lauren Sánchez Bezos im nächsten Jahr (neben Saint Laurent und Condé Nast) zu den Großspendern gehören werden. Das finden nicht alle gut.

Warum? Es wird bekrittelt, dass sich ein zwei Neureiche in die Show einkaufen. Allerdings besteht die Veranstaltung fast ausschließlich aus Neureichen.

Weitere Meldungen

"Judenstern" für 350 Euro Auktion im letzten Moment gestoppt

Worum geht es? Ein Auktionshaus in Neuss im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen wollte am Montag Hunderte Gegenstände und Dokumente von KZ-Häftlingen versteigern. Es regte sich Widerstand, auch aus Polen.

Was sollte versteigert werden? Etwa 600 historische Objekte, darunter mehrere hundert Briefe aus der Sammlung eines privaten NS-Forschers. Angeboten wurde auch ein "Judenstern für Schutzhäftlinge im KL Buchenwald, Gebrauchsspuren, sehr selten gesehen!" – Anfangsgebot: 350 Euro, berichtet der Spiegel.

Warum kam es dazu nicht? Es regte sich heftiger Widerstand, auch die Politik schaltete sich ein. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) forderte, "dass ein derartiges Auktionsgeschäft in Deutschland nicht stattfindet". Sein polnischer Amtskollege Radosław Sikorski. sagte: "Die Erinnerung an die Opfer des Holocaust ist keine Ware und darf nicht kommerziell vermarktet werden".

Was passierte dann? Das Auktionshaus sagte die Auktion ab, entschuldigte sich und löschte sämtliche Exponate von der Webseite.

Kam so etwas schon vor? Ja, öfter, meistens ohne große Proteste. Kenner der Szene warnen vor einer Pauschalverurteilung. Auch Museen und Gedenkstätten beteiligen sich an solchen Auktion, um die erworbenen Objekte ausstellen zu können.

Was soll nun mit den Gegenständen passieren? Laut der Nachrichtenagentur KNA verlangt Polen die Übergabe an die Gedenkstätte Auschwitz.

Platzt jetzt KI-Blase? Großinvestoren stoßen Nvidia-Aktien ab

Worum geht es? Seit Wochen steigt die Nervosität an den Börsen. Viele Experten sehen eine Überhitzung des Marktes mit KI-Aktien. Am Montag bekam die Unsicherheit neue Nahrung.

Wodurch? Am Ende des Tages fiel der Dow Jones Industrial Average (DJIA) deutlich um etwa 557 Punkte (ca. 1,2 %), kein Crash, aber ein Fingerzeig. Auch andere Indices gingen nach unten, der S&P 500 um rund 0,9 %, der Nasdaq Composite um etwa 0,8 %.

Was war davor passiert? Vor allem der Chiphersteller Nvidia hatte die Gerüchte befeuert. Viele Investoren befürchten, dass die AI-Aktien, trotz ihres starken Anstiegs, überbewertet sind. Am Mittwoch publiziert der Chiphersteller seinen mit Spannung erwarteten Quartalsbericht.

Warum haben viele Bauchweh? Weil einige Großinvestoren in den vergangenen Wochen Aktienpakete von Nvidia abgestoßen haben. SoftBank verkaufte im Oktober alle 32,1 Mio. Aktien (für 5,8 Milliarden Dollar).

Was passierte jetzt? Es wurde bekannt, dass der Hedgefonds des umstrittenen Investors Peter Thiel im 3. Quartal seinen gesamten Bestand abgebaut hat, 537.742 Nvidia-Aktien, mit einem Wert von etwa 100 Millionen Dollar. Und die beiden waren nicht die Einzigen.

Was steckt dahinter? Diese Verkäufe zeigen, dass mehrere große Investoren aktuell vorsichtiger gegenüber Nvidia sind – insbesondere im Hinblick auf KI-Bewertungen. Es handelt sich vermutlich um eine Mischung aus Gewinnmitnahmen (nach starkem Lauf) und Risikoreduktion.

Kessler-Zwillinge tot Sogar am Ende waren sie unzertrennlich

Worum geht es? Die als Kessler-Zwillinge in den Sechziger- und Siebzigerjahren weltbekannten deutschen Zwillingsschwestern Alice und Ellen Kessler haben am Montag in ihrer Villa in München gemeinsam begleiteten Suizid* verübt. Das bestätigte die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben mehreren Medien. Die Schwestern waren 89 Jahre alt.

Wer waren Alice und Ellen Kessler? 1936 in Sachsen geboren, flüchteten die Schwestern 1952 aus der DDR in den Westen und wurden zu Kino-Aushängeschildern der deutschen Wirtschaftswunderjahre. Später avancierten die Blondinen zu Showstars in Paris und den USA und feierten auch in Italien, wo sie lange Jahre lebten, Triumphe.

Was war das Geheimnis ihres Erfolges? Eine Mischung aus deutschen Tugenden und weltläufigem Flair. Alice und Ellen Kessler, die zeitweilig als "schönste Frauen der Wert" galten,  strahlten Internationalität aus, blieben aber ihren Wurzeln treu: Sie galten stets als diszipliniert, zuverlässig und professionell.

Waren die Schwestern verheiratet? Sie hatten immer wieder Beziehungen, verbrachten aber ihr gesamtes Leben gemeinsam. Sie wohnten stets zusammen, auch zuletzt waren ihre Wohnbereiche nur durch eine Schiebetüre getrennt. Bereits 2012 hatten Sie in einem Interview darüber gesprochen, dass sie einmal gemeinsam aus dem Leben scheiden wollen.

Was ist Begleiteter Suizid? Wenn man sterbenskrank ist und keine Aussicht auf Heilung besteht, kann man sich auch in Österreich seit 2022 von einem Arzt beim Wunsch nach selbstbestimmtem Sterben unterstützen lassen. Dafür muss man allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die von Medizinern überprüft werden. Breite Aufmerksamkeit erhielt das Thema durch den Begleiteten Suizid des Journalisten und Autors Niki Glattauer im Spätsommer dieses Jahres.

* Suidzid-Gedanken? Hier finden Sie Hilfe: Liste aller Notrufnummern (auch nach Bundesländern); Telefonseelsorge Tel.: 142 (Notruf).

Anschlag auf Zugstrecke Polens Regierung spricht von Sabotage

Worum geht es? An einer Bahnstrecke, die von der polnischen Hauptstadt Warschau Richtung Ukraine führt, sind mehrere Beschädigungen der Gleisanlagen festgestellt worden. Eine davon ist vermutlich durch Sprengstoff verursacht worden.

Was sagt die Regierung? Sie nennt die Beschädigungen Sabotage, möchte aber keine Verdächtigungen bezüglich deren Verursacher aussprechen.

Was ist genau geschehen? Am Sonntagmorgen hatte ein Lokführer bei der Ortschaft Mika ein stark beschädigtes Gleisstück bemerkt. Die Ortschaft Mika liegt gut hundert Kilometer südöstlich von Warschau. Die Beschädigung soll durch einen Sprengstoffanschlag verursacht worden sein.

Gibt es weitere Schäden? Offenbar ja. Laut Innenministerium sei an einer anderen Stelle derselben Bahnstrecke die Stromleitung auf etwa 60 Metern Länge beschädigt worden. Und einige Hundert Meter weiter habe man eine Metallklemme an den Gleisen gefunden.

Warum ist das besonders bedeutsam? Weil die betroffene Strecke eine bevorzugte Route für Militärtransporte in die Ukraine ist. Zahlreiche militärische Hilfsgüter für die gegen Russlands Invasion ankämpfende ukrainische Armee werden hier transportiert.

Gab es Verletzte? Nein, der Zugverkehr wurde rechtzeitig eingestellt. Staatsanwaltschaft und Geheimdienst ermitteln. Man werde die Täter ausfindig machen, so Regierungschef Donald Tusk auf X, unabhängig davon, wer ihr Auftraggeber sei. Eine Verbindung zu Russland wollte Tusk offenbar bewusst nicht herstellen.

Epstein-Kehrtwende Trump jetzt doch für Veröffentlichung

Worum geht es? Nachdem er monatelang erbittert dafür gekämpft hatte, dass die FBI-Akten über den Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein unter Verschluss bleiben, legte der US-Präsident nun eine Kehrtwende hin: Jetzt will er die Akten alle veröffentlichen lassen, wie er in der Nacht auf Montag auf Truth Social schrieb.

Warum das? Es könnte damit zu tun haben, dass es diese Woche im Repräsentantenhaus zu einer Abstimmung darüber gekommen wäre, die Trump vermutlich verloren hätte, da mittlerweile auch mehrere Republikaner dafür sind, die Akten zu veröffentlichen.

Heißt jetzt was? Trump hat unter dem Motto "Wir haben nichts zu verbergen!" seine Parteikollegen aufgefordert, für die Veröffentlichung der Akten zu stimmen. Das entsprechende Voting wird bereits am Dienstag stattfinden.

Wie geht es danach weiter? Dann muss der Antrag auf Veröffentlichung auch im Senat beschlossen werden – was als wesentlich weniger sicher gilt als die Zustimmung im Repräsentantenhaus, der anderen Parlamentskammer.

Und dann wird veröffentlicht? Sollte der Senat wirklich zustimmen, muss Trump den Beschluss unterzeichnen. Und erst dann dürfen die Akten vom Justizministerium veröffentlicht werden – theoretisch.

Und praktisch? Könnte es dennoch sein, dass Passagen darin geschwärzt werden oder Akten überhaupt zurückbehalten würden, sollten diese personenbezogene Daten enthalten, die "einen eindeutig ungerechtfertigten Eingriff in die Privatsphäre darstellen würden", wie es heißt. Damit soll vermieden werden, dass Dinge bekannt werden, die "für die Öffentlichkeit nicht relevant oder angemessen sind".

Heißt es ist vollkommen unklar, was veröffentlicht wird? Ja, und vor allem ist auch noch unklar, ob es überhaupt zu einer Veröffentlichung kommt. Aber der erste Schritt könnte bereits am Dienstag gemacht werden.

Bis zu 350 km/h Spanien bringt Speed-Züge auf Schiene

Worum geht es? Spaniens Regierung ist im Temporausch. Bis 2028 will man Europas ersten Schnellzug mit einer Spitzengeschwindigkeit von 350 km/h auf die Schienen stellen. Der Hochgeschwindigkeitszug soll die knapp 670 Kilometer lange Strecke Madrid – Barcelona dann in weniger als zwei Stunden absolvieren können.

Gibt es so schnelle Züge bereits? Nur in China. Europas schnellste Züge sind die französischen TGV mit einer Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h, die deutschen ICE fahren bis zu 300 km/h schnell.

Und in Spanien? Die dortigen AVE-Züge fahren ebenfalls mit bis zu 300 km/h. Dazu kommt, dass das Land jetzt schon das am besten ausgebaute Hochgeschwindigkeits-Streckennetz Europas hat, mit einer Gesamtlänge von mehr als 4.000 Kilometern.

Was kostet der Spaß? Bislang etwa 70 Milliarden Euro, so Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente. In den nächsten vier Jahren sollen weitere 60 Milliarden in den Ausbau des Schienen- und Straßennetzes investiert werden.

Hat Spanien dann den Tempo-Rekord auf der Schiene? Das wird sich nicht ausgehen. In China, wo jetzt bereits Spitzengeschwindigkeiten von 350 km/h erreicht werden, ist bereits ein Zug in Erprobung, der im Regelbetrieb bis zu 400 km/h schnell sein soll. Er könnte noch heuer in Betrieb gehen.

Fast wie bei Jörg Haider US-Ministerin verteilt Geldschecks

Worum es geht? Am Mittwoch ging der bisher längste Shutdown in der US-Geschichte zu Ende, er dauerte 43 Tage. Nun bekommen die Bundesangestellten Geld nachgezahlt – auf durchaus ungewöhnliche Weise.

Wieviele betraf der Shutdown? Rund 2,2 Millionen Regierungsangestellte, etwa 800.000 wurden in den Zwangsurlaub geschickt oder arbeiteten ohne Bezahlung. Alle erhalten nun Nachzahlungen, ein paar sogar mehr Geld.

Weil? Kristi Noem, Ministerin für Innere Sicherheit, ließ sich dabei filmen, wie sie Schecks über 10.000 Dollar an Beamte der Behörde für Transportsicherheit (TSA) verteilte, berichtet die New York Times.

Was ist die Begründung? Die betroffenen hätten während des Shutdowns "außerordentliche Leistungen" erbracht. Noem überreichte die erste Tranche der Bonusschecks während einer Pressekonferenz am George Bush Intercontinental Airport in Houston.

Nach welchen Kriterien lief die Vergabe? Das ist unklar, sie wurden nicht offengelegt. Die Regierung hatte sowohl TSA-Mitarbeiter als auch Fluglotsen verpflichtet, während des Shutdowns unbezahlt zu arbeiten.

Woher kommt die Idee? Dreimal raten! Donald Trump hatte die Bonuszahlungen in den sozialen Medien empfohlen. Es ist anzunehmen, dass nun auch andere Branchen Zusatzgeld verlangen werden.

Erinnert das an was? Der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider verteilte 2007 und 2008 Geldscheine. 7.165 holten sich den Hunderter persönlich ab. Haiders Motive erinnern an heute: Die Preise im Supermarkt und für Mieten seien explodiert.