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22. Mai 2026

Das ist ja der Gipfel Brite besteigt Mt. Everest zum 20. Mal

Worum geht es? Der britische Extrembergsteiger Kenton Cool hat den Mount Everest zum 20. Mal bestiegen und damit seinen eigenen Rekord als erfolgreichster nicht-nepalesischer Everest-Besteiger weiter ausgebaut. Er erreichte den Gipfel des höchsten Bergs der Welt in der aktuellen Frühjahrssaison zusammen mit seinem langjährigen Sherpa-Partner Dorjee Gyalzen.

Wer ist Kenton Cool? Der 52-Jährige gilt als einer der bekanntesten Höhenbergsteiger Großbritanniens. Er bestieg den Everest erstmals 2004 und kehrte seither fast jedes Jahr auf den Achttausender zurück. Neben seinen Everest-Rekorden machte er sich auch durch Skiabfahrten von Achttausendern einen Namen.

Sind 20 Everest-Besteigungen außergewöhnlich? Ja und nein. Noch nie hat ein Nicht-Sherpa den 8.848 Meter hohen Gipfel des Everest öfter erreicht.

Aber wenn man die einheimischen Sherpas mitzählt? Dann haben doch noch einige Menschen mehr Besteigungen vorzuweisen. Den absoluten Rekord hält der nepalesische Bergführer Kami Rita Sherpa mit inzwischen 32 Besteigungen.

Wann finden die Everest-Besteigungen statt? Vor allem in den Monaten April und Mai. In diesen Wochen sind die Wind- und Temperaturverhältnisse am Berg am erträglichsten. Ab Anfang April bereiten die Sherpas die Wege für die zahlenden Bergtouristen vor.

Wie gefährlich ist die diesjährige Everest-Saison? Es kam bereits zu mehreren Todesfällen. Allein in den vergangenen Tagen starben zwei indische Bergsteiger beim Abstieg vom Gipfel.

Weshalb gibt es so viele Opfer? Experten warnen seit Jahren vor Überfüllung, Zeitdruck und extremen Risiken in der sogenannten "Todeszone" oberhalb von 8.000 Metern.

Wie kommt es dazu? Nepal vergibt inzwischen jedes Jahr Hunderte kostenpflichtige Genehmigungen für Everest-Besteigungen. In dieser Saison wurden fast 500 dieser Permits ausgestellt. Kritiker werfen den Behörden vor, wirtschaftliche Interessen über Sicherheitsfragen zu stellen.

Wie viel kostet eine Everest-Permit? In der Hauptsaison, eben jetzt im April und Mai, 15.000 Dollar pro Person. Im Herbst, wo sich noch einmal ein kürzeres Zeitfenster für Besteigungen auftut, kostet die Kletter-Erlaubnis 7.500 Dollar.

Hat Kenton Cool jetzt genug vom höchsten Berg der Welt? Es sieht jedenfalls nicht danach aus. Obwohl sich der 52-Jährige noch nicht klar dazu geäußert hat, gehen Beobachter davon aus, dass er so lange weitermachen wird, solange seine körperliche Verfassung es zulassen.

Warum sind gerade die Briten so versessen auf den Everest? Vermutlich hat es mit der sprichwörtlichen Sportsmanship vieler Briten zu tun. Derzeit sind jedenfalls die wichtigsten Everest-Rekorde in britischer Hand.

Nämlich? Jene für die meisten Besteigungen (eben Kenton Cool) sowie jene für die schnellste Door-to-Door-Besteigung – letztes Jahr reisten vier Briten binnen sieben Tagen von London nach Nepal, bestiegen den Mount Everest und flogen retour nach England.

Weitere Meldungen

Hinrichtung gescheitert Keine Vene für Giftspritze gefunden

Worum geht es? In Nashville im US-Bundesstaat Tennessee ist eine Hinrichtung in letzter Minute abgebrochen worden. Das medizinische Team konnte keine Vene für die tödliche Injektion finden. Der Fall hat die Debatte über die Todesstrafe neu angeheizt.

Wer ist der Verurteilte? Der 57-jährige Tony Carruthers sitzt seit den 1990er-Jahren im Todestrakt. Er wurde wegen der Entführung und Ermordung von drei Menschen im Jahr 1994 in Memphis verurteilt. Carruthers beteuert bis heute seine Unschuld.

Gibt es Zweifel an seiner Schuld? Die Anwälte von Carruthers verweisen darauf, dass es keine direkten physischen Beweise gegen ihn gebe und die Verurteilung vor allem auf Zeugenaussagen beruhe.

Warum scheiterte die Hinrichtung? Laut Gefängnisbehörden konnte zwar ein intravenöser Zugang gelegt werden. Doch das vorgeschriebene Backup-System, also ein zweiter Venenzugang, scheiterte. Auch der Versuch, einen zentralen Zugang zu setzen, sei misslungen. Nach mehr als einer Stunde wurde die Hinrichtung schließlich gestoppt.

Was sagten die Anwälte des Verurteilten? Sie sprachen von einer "qualvollen und traumatischen Situation". Der Gefangene habe sichtbar Schmerzen gehabt, gestöhnt und zusammengezuckt, während mehrfach versucht worden sei, eine Vene zu finden. Bürgerrechtsorganisationen bezeichneten den Vorgang als Beleg für die Grausamkeit der Todesstrafe.

Wie reagierten die Behörden? Gouverneur Bill Lee gewährte dem Verurteilten einen einjährigen Aufschub der Hinrichtung. Die Gefängnisbehörde erklärte, das Team habe gemäß den geltenden Vorschriften gehandelt und die Exekution beendet, nachdem die medizinischen Anforderungen nicht erfüllt werden konnten.

Wie ist das große Bild? Tennessee hatte 2022 Hinrichtungen vorübergehend ausgesetzt, da Fehler bei der Prüfung der verwendeten Tötungsmedikamente bekannt geworden waren. Erst kürzlich wurde die Vollstreckung der Todesstrafe wieder aufgenommen.

Wie ist generell die Situation bezüglich Hinrichtungen in den USA? Im Jahr 2025 wurden in den USA 47 Menschen hingerichtet, was den höchsten Stand seit 16 Jahren markiert. Zuletzt hatte die Bundesregierung zudem ihre Gangart bei Hinrichtungen weiter verschärft.

Was bedeutet das? Nachdem Präsident Joe Biden Hinrichtungen auf Bundesebene ausgesetzt hatte, sollen sie unter Donald Trump wieder stattfinden. Zudem dürfen künftig auch wieder Erschießungskommandos für Hinrichtungen eingesetzt werden.

Comeback für die Ente Citroën bringt Kultauto als E-Mobil

Worum geht es? Der französische Autohersteller Citroën plant eine Neuauflage seines Kultautos 2CV – besser bekannt als die Ente. Das neue Modell soll elektrisch fahren und optisch an das Original erinnern.

Was muss man über die Ente wissen? Der ursprüngliche Citroën 2CV gilt als eines der bekanntesten Autos des 20. Jahrhunderts. Das einfache, günstige und robuste Fahrzeug wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum Symbol erschwinglicher Mobilität.

Wie soll die neue Ente aussehen? Offenbar plant Citroën kein exaktes Retro-Modell, sondern eine moderne Interpretation. Erwartet werden runde Formen, einfache Linien und Designelemente, die an die historische 2CV erinnern. Technisch soll das Fahrzeug deutlich günstiger konstruiert werden als viele heutige Elektroautos.

Was weiß man über Preis und Technik? Der Wagen soll unter 15.000 Euro kosten und damit zu den billigsten Elektroautos Europas gehören. Citroën setzt auf eine kleinere Batterie, begrenzte Reichweite und reduzierte Ausstattung, um die Kosten niedrig zu halten.

Was ist die Idee dahinter? Die europäische Autoindustrie steht unter Druck, bezahlbare Elektroautos anzubieten. Viele aktuelle E-Autos gelten als zu teuer für Durchschnittsverdiener. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller mit günstigen Modellen auf den Markt. Citroën versucht deshalb offenbar, eine europäische Antwort auf billige Elektroautos aus China zu schaffen.

Welche Rolle spielt der Nostalgie-Faktor? Retrodesign ist ein wichtiger Trend in der Autoindustrie. Hersteller nutzen bekannte Modelle und emotionale Erinnerungen, um neue Elektroautos attraktiver zu machen. Renault brachte vor Kurzem neue Versionen seiner Klassiker R4 und R5, Fiat einen elektrischen 500.

Was machte den 2CV so besonders? Die erste 2CV wurde ab 1948 gebaut und sollte ein günstiges Auto für die Landbevölkerung sein. Das Fahrzeug war bewusst schlicht konstruiert, leicht reparierbar und legendär weich gefedert. Berühmt wurde die Konstruktions-Vorgabe, einen Korb Eier über einen Acker transportieren zu können, ohne dass sie zerbrechen.

Ab wann könnte die neue Ente auf der Straße stehen? Ein offizieller Marktstart wurde bislang nicht bestätigt. Branchenbeobachter rechnen jedoch damit, dass Citroën das Modell eher bald präsentieren möchte.

Warum die Eile? Stellantis, der Mutterkonzern hinter Citroën, hatte zuletzt mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. Für das Jahr 2025 wurden mehr als 25 Milliarden Euro (!) abgeschrieben – vor allem aufgrund der sich ändernden Marktlage im E-Auto-Segment.

Trump-Bogen kommt "Wir machen es", sagt der Präsident

Worum geht es? Der von US-Präsident Donald Trump geplante Triumphbogen für Washington hat die erste wichtige Hürde genommen. Eine staatliche Architektur- und Planungskommission, die United States Commission of Fine Arts, billigte am Freitag den Entwurf des monumentalen Bauwerks, das von Kritikern bereits spöttisch "Arc de Trump" genannt wird.

Was ist geplant? Ein rund 76 Meter hoher Triumphbogen nahe dem Nationalfriedhof Arlington und direkt gegenüber dem Lincoln Memorial. Der monumentale Bau soll größer werden als der Pariser Arc de Triomphe.

Wie soll der Triumphbogen aussehen? Trumps Plan sieht vor, den riesigen Bau mit goldenen Adlern sowie einer geflügelten Figur zu schmücken, die laut dem Präsidenten die Freiheitsstatue symbolisieren soll. Vorgesehen sind außerdem patriotische Inschriften und eine öffentliche Aussichtsplattform.

Woher stammt die Idee? Trump präsentierte erste Modelle bereits im Herbst 2025 bei einem Spendendinner im Weißen Haus. Auf die Frage eines Reporters, für wen der Triumphbogen gedacht sei, antwortete Trump damals: "Für mich."

Warum gerade jetzt? Offiziell soll das Bauwerk den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit feiern. Trump und seine Unterstützer sprechen von einem neuen nationalen Wahrzeichen und einem Denkmal für amerikanische Stärke und Opferbereitschaft.

Warum ist das Projekt umstritten? Kritiker werfen Trump Personenkult und autoritären Größenwahn vor. Der Triumphbogen erinnere viele Beobachter eher an die Monumentalbauten autoritärer Staaten als an die traditionelle politische Kultur der USA.

Gibt es auch akademische Kritik? Die geplante Platzierung zwischen Arlington-Friedhof und Lincoln Memorial gilt als hochsensibel. Veteranenverbände und Denkmalschützer befürchten eine Beschädigung historischer Sichtachsen und eine politische Instrumentalisierung nationaler Erinnerungsorte.

Wie wichtig war die Zustimmung der Kunstkommission? Sie war im Grunde Makulatur, nachdem Trump letztes Jahr sämtliche Kommissionsmitglieder entlassen und mit Vertrauten besetzt hatte. Eine weitere Kommission wird sich am 4. Juni damit befassen.

Ist der Bau damit bereits beschlossen? Nein, endgültige Genehmigungen stehen noch aus. Außerdem laufen Klagen von Veteranen und Bürgerrechtsgruppen, die dem Projekt fehlende Zustimmung des Kongresses und Verstöße gegen Denkmalschutzregeln vorwerfen.

Muss der Kongress damit befasst werden? Nach Trumps Meinung nicht. "Wir machen es, wir brauchen nichts vom Kongress", erklärte der Präsident am Donnerstag vor Journalisten.

37 Tage Haft für Posting Ex-Sheriff sah "Kinder in Gefahr"

Worum geht es? Ein pensionierter Polizist aus Florida war wegen satirischer Facebook-Memes über den getöteten rechten Aktivisten Charlie Kirk verhaftet und für 37 Tage ins Gefängnis gesteckt worden. Nun erhält er 835.000 Dollar (ca. 720.000 Euro) Entschädigung.

Was ist geschehen? Larry Bushart, 61, hatte sich nach dem Attentat auf Charlie Kirk mehrfach abwertend in sozialen Netzwerken geäußert. Unter anderem teilte er Memes, in denen Kirks rechter Jugendorganisation "Turning Point USA" vorgeworfen wurde, Hass zu schüren.

Wie geriet er ins Visier der Behörden? Der Ordnungshüter im Ruhestand teilte auch ein Meme mit einem alten Trump-Zitat über ein Schulmassaker in Iowa. Trump hatte damals gesagt: "Wir müssen darüber hinwegkommen." Ermittler sahen darin eine mögliche Gewaltandrohung gegen eine örtliche Schule und nahmen Bushart fest.

Wie lautete die Anklage? Bushart wurde vorgeworfen, schriftliche Drohungen ausgesprochen und Angst vor einem möglichen Gewalttatbestand ausgelöst zu haben. Die Behörden argumentierten, seine Beiträge hätten bei Eltern und Einwohnern erhebliche Sorge ausgelöst und könnten als ernsthafte Bedrohung verstanden werden.

Wie rechtfertigten die Behörden ihr Vorgehen? Der zuständige Sheriff erklärte, die Behörden hätten aus Sicherheitsgründen handeln müssen, um jedes Risiko eines möglichen Anschlags auszuschließen.

Wie verteidigte sich der pensionierte Polizist? Bushart bestritt jede Gewaltabsicht. Seine Anwälte argumentierten, die Beiträge seien geschmacklos und provokant gewesen, fielen aber klar unter die durch die US-Verfassung geschützte Meinungsfreiheit. Es habe nie Hinweise auf konkrete Vorbereitungen einer Gewalttat gegeben.

Wie endete der Fall? Nachdem der Mann 37 Tage in Haft gesessen war, wurden die strafrechtlichen Vorwürfe fallen gelassen. Bushart verklagte daraufhin die Behörden wegen unrechtmäßiger Festnahme und Freiheitsentziehung. Schließlich einigten sich beide Seiten auf die Entschädigungszahlung.

Warum ist der Fall politisch bedeutsam? Der Vorgang zeigt, wie angespannt der politische und gesellschaftliche Zustand in den USA inzwischen ist. Behörden reagieren nach politischen Gewalttaten zunehmend empfindlich auf radikale oder aggressive Online-Äußerungen. Kritiker befürchten, dass staatliche Stellen durch die Verfassung geschützte Meinungsäußerungen kriminalisieren.

Musk will 75 Milliarden Größter Börsengang aller Zeiten startet

Worum geht es? Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX hat offiziell den Börsengang beantragt. Der IPO an der Technologiebörse Nasdaq könnte bereits im Juni stattfinden und wäre nach aktuellem Stand der größte Börsengang der Geschichte.

Um wie viel Geld geht es? Das Unternehmen will rund 75 Milliarden Dollar einsammeln und strebt dabei eine Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar an.

Warum wäre das ein historischer Börsengang? Sollte SpaceX tatsächlich 75 Milliarden Dollar aufnehmen, würde der Konzern den bisherigen IPO-Rekord von Saudi Aramco deutlich übertreffen. Die Erdölfördergesellschaft hatte 2019 rund 29 Milliarden Dollar eingesammelt.

Was ist das große Bild? Mit einer Bewertung zwischen 1,75 und 2 Billionen Dollar würde SpaceX zudem sofort zu den wertvollsten Unternehmen der Welt zählen – auf Augenhöhe mit Apple, Microsoft oder Nvidia.

Was macht SpaceX eigentlich genau? Das Unternehmen wurde 2002 von Elon Musk gegründet und ist heute der weltweit wichtigste private Raketenhersteller, Betreiber des Satelliteninternets Starlink, sowie zunehmend ein KI- und Infrastrukturkonzern.

Was ist der Job? Das Unternehmen transportiert Astronauten und Satelliten für die NASA, dominiert den weltweiten Raketenmarkt und betreibt mittlerweile Millionen Internetverbindungen über Starlink.

Warum spielt künstliche Intelligenz plötzlich eine so große Rolle? Der entscheidende Strategiewechsel kam durch die Integration von Musks KI-Firma xAI in SpaceX. Laut Börsenprospekt investierte der Konzern allein 2025 mehr als 12 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur und Rechenzentren.

Wie viel Geld macht das Unternehmen? Laut den erstmals veröffentlichten Finanzdaten erzielte SpaceX 2025 rund 18,7 Milliarden Dollar Umsatz, machte aber gleichzeitig fast 5 Milliarden Dollar Verlust.

Welcher Teil von SpaceX verdient das meiste Geld? Das Satelliteninternet Starlink gilt inzwischen als wichtigste Einnahmequelle des Konzerns. Laut IPO-Unterlagen machte Starlink mehr als die Hälfte des Umsatzes, erreichte über zehn Millionen Kunden und erwirtschaftete Milliarden-Gewinne.

Welche Rolle spielt der eigentliche Unternehmenszweck? Die Raketenstarts selbst sind zwar strategisch wichtig, gelten aber nicht mehr als Hauptwachstumstreiber.

Warum bewerten Investoren SpaceX trotzdem so hoch? Anleger wetten auf mehrere Zukunftsmärkte gleichzeitig: Raumfahrt, globale Internetversorgung, künstliche Intelligenz, Satellitenkommunikation, autonome Systeme und mögliche Weltraum-Infrastruktur.

Wie sieht Musk das? Groß! Der Börsenprospekt spricht sogar von einem "adressierbaren Markt" von über 28 Billionen Dollar.

Gibt es Kritik an der extrem hohen Bewertung? Ja. Viele Analysten halten sie für extrem ambitioniert. SpaceX sei derzeit massiv defizitär, KI-Investitionen verschlingen enorme Summen, und viele Zukunftspläne seien hochspekulativ.  Es bestehe die Gefahr einer neuen Technologieblase.

Welche Rolle spielt Elon Musk selbst? Er bleibt die zentrale Figur des Konzerns. Laut IPO-Unterlagen soll er trotz Börsengangs die Kontrolle behalten – unter anderem über spezielle Stimmrechte.

Was bedeutet das? Musk ist größter Aktionär und kontrollierte am 1. Mai 85 Prozent der Stimmrechte dank der sogenannten Supervoting-Aktien der Klasse B, die für jede Stimme der öffentlich verkauften Klasse-A-Aktien zehn Stimmen erhalten. Diese Struktur macht es Investoren nahezu unmöglich, Musk als Vorstandsvorsitzenden abzusetzen.

Was hat Musk davon? Beobachter gehen davon aus, dass der Börsengang sein Vermögen massiv steigern könnte. Musk könnte dadurch langfristig zum ersten Billionär der Welt werden.

Auch ChatGPT will Geld Wettlauf der KI-Giganten an die Börse

Worum geht es? Nach den spektakulären Börsenplänen von Elon Musks SpaceX bereitet sich offenbar auch OpenAI auf einen historischen Börsengang vor.

Was ist geplant? Laut mehreren US-Medien arbeitet der Entwickler von ChatGPT bereits mit Investmentbanken wie Goldman Sachs an einem IPO, der möglicherweise schon im September stattfinden könnte. OpenAI selbst hat die Pläne bislang nicht bestätigt.

Warum sorgt das für so große Aufmerksamkeit? OpenAI gilt als zentraler Treiber des weltweiten KI-Booms und wurde bei einer privaten Finanzierungsrunde zuletzt mit rund 850 Milliarden Dollar bewertet. Damit wäre OpenAI schon beim Börsendebüt wertvoller als fast alle klassischen Industrie- oder Medienkonzerne der Welt.

Warum wird OpenAI jetzt mit SpaceX verglichen? Die Gerüchte über einen IPO kommen unmittelbar nach den Plänen von SpaceX, das mit einer Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar an die Börse gehen will. Analysten sprechen inzwischen von einem "Wettlauf der KI-Giganten".

Warum ist das brisant? Das Duell findet zwischen Elon Musk und Sam Altman statt. Musk war Mitgründer von OpenAI und führt inzwischen mit xAI einen direkten Konkurrenzkampf gegen Altman.

Welche Rolle spielen Goldman Sachs und andere Banken? Laut Berichten laufen bereits Vorbereitungen mit mehreren Großbanken, darunter Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan.

Warum könnte der Börsengang schon im September stattfinden? Mehrere Faktoren sprechen für einen schnellen IPO: die extreme KI-Euphorie an den Märkten, hohe Nachfrage institutioneller Investoren und der Wunsch, möglichst früh Kapital für den globalen KI-Wettlauf zu sichern.

Warum brennt der Hut? OpenAI benötigt enorme Summen für Rechenzentren, Chips, Stromversorgung, Datennetze und KI-Entwicklung.

Wie viel Geld könnte OpenAI aufnehmen? Analysten gehen davon aus, dass OpenAI beim IPO zwischen 40 und 60 Milliarden Dollar erzielen könnte. Damit würde der Börsengang ebenfalls zu den größten Technologie-IPOs aller Zeiten zählen.

Warum braucht OpenAI überhaupt so viel Kapital? Künstliche Intelligenz gehört inzwischen zu den teuersten Technologien der Welt. Allein das Training neuer KI-Modelle kostet Milliarden.

Was heißt das in der Praxis? OpenAI investiert massiv in Nvidia-Chips, globale Rechenzentren, KI-Infrastruktur, Sprachmodelle, Robotik und autonome Systeme. Sam Altman erklärte zuletzt mehrfach, die Welt werde künftig "gigantische Mengen an Energie und Rechenleistung" benötigen.

Welche Rolle spielt Microsoft? Microsoft bleibt der wichtigste strategische Partner von OpenAI. Der Konzern investierte bereits zig Milliarden Dollar in das Unternehmen und integriert ChatGPT-Technologie in Windows, Office, Bing und Azure-Cloudsysteme.

Gibt es Hindernisse für den Börsengang? Ja. OpenAI ist ursprünglich als Non-Profit-Organisation gegründet worden. Deshalb ist die Unternehmensstruktur komplizierter als bei klassischen Techfirmen.

Mordanklage gegen Castro Flugzeug-Abschuss vor 30 Jahren

Worum geht es? Das US-Justizministerium hat Kubas früheren Verteidigungsminister und langjährigen Machthaber Raúl Castro wegen Mordes und weiterer Straftaten angeklagt.

Was ist der Hintergrund? Der Abschuss zweier ziviler Flugzeuge der Exilorganisation "Brothers to the Rescue" im Jahr 1996, bei dem vier Menschen starben.

Was bedeutet das politisch? Die Anklage gilt als massiver politischer Schritt der Regierung von Donald Trump gegen den "Schurkenstaat" und verschärft den Druck auf die kommunistische Führung in Havanna.

Was genau wirft die US-Justiz Raúl Castro vor? Die Anklage beschuldigt Castro, den Abschuss der beiden Maschinen persönlich angeordnet oder genehmigt zu haben.

Welche Rolle spielte "Brothers to the Rescue"? Die Flugzeuge gehörten der in Miami ansässigen Exilgruppe, die damals regelmäßig in der Straße von Florida operierte und unter anderem kubanische Flüchtlinge suchte.

Was passierte mit den Maschinen? Die beiden Flugzeuge wurden am 24. Februar 1996 von kubanischen Kampfjets abgeschossen. Alle vier Insassen starben. Die USA betrachten den Vorfall seit Jahrzehnten als vorsätzlichen Angriff auf zivile Flugzeuge.

Wer waren die Opfer? Drei US-Bürger kubanischer Herkunft, sowie ein amerikanischer Pilot. Die Opfer galten als Gegner der kubanischen Regierung und waren Teil der Exilgemeinde in Miami, die seit Jahrzehnten eine harte Linie gegen Havanna fordert.

Warum kommt die Anklage erst jetzt? Donald Trump verfolgt seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus einen deutlich härteren Kurs gegen Kuba als seine Vorgänger. Die Anklage wird international als Teil einer Strategie interpretiert, einen politischen Umbruch auf der Insel zu fördern.

Welche Rolle spielte Raúl Castro damals? Er war 1996 Verteidigungsminister Kubas und galt als zentrale Figur des Regimes seines Bruders Fidel Castro. Später übernahm er selbst die Führung des Landes und blieb bis in die 2020er-Jahre der wichtigste Machtfaktor in Kuba.

Was sagt Kuba zu den Vorwürfen? Die Regierung weist die Anschuldigungen seit Jahren zurück. Havanna argumentiert, die Flugzeuge hätten wiederholt den kubanischen Luftraum verletzt, die Gruppe habe provokative Aktionen durchgeführt, und Kuba habe seine nationale Souveränität verteidigt.

Warum ist der Fall in Miami besonders emotional? Die kubanische Exilgemeinde in Florida betrachtet den Abschuss von 1996 als eines der schwersten Verbrechen des Castro-Regimes gegen Exilkubaner. Angehörige der Opfer kämpfen seit Jahrzehnten für juristische Konsequenzen.

Kann Raúl Castro tatsächlich vor Gericht gestellt werden? Das gilt als äußerst unwahrscheinlich. Der 94-Jährige lebt weiterhin in Kuba, und eine Auslieferung an die USA ist praktisch ausgeschlossen.