Worum geht es? Der U-Ausschuss im US-Repräsentantenhaus hatte sowohl Ex-Präsidenten Bill Clinton als auch Ex-Außenministerin Hillary Clinton per Vorladung aufgefordert, persönlich über ihre Verbindungen zu Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell auszusagen.
Aber? Weder Bill noch Hillary Clinton erschienen zu der geplanten Anhörung am 13. Jänner. Das hat nun Folgen für die beiden.
Was sagen die Clintons? Sie argumentieren, dass die Vorladungen ungültig oder politisch motiviert seien, und dass sie bereits schriftliche Informationen bereitgestellt hätten.
Was passierte nun? Aufgrund ihres Nichterscheinens hat der Ausschuss (House Oversight Committee) am Mittwoch beschlossen, eine Anklage gegen das frühere Präsidentschaftspaar auf den Weg zu bringen.
Was verblüfft dabei? Dass die eigene Partei den Clintons in den Rücken fiel. Fast die Hälfte der Demokraten im Ausschuss stimmte für die Klage. Sie ging mit 34 zu 8 Stimmen durch.
Wie stimmten die Demokraten ab? Neun Demokraten sprachen sich mit den Republikanern für die Verurteilung des ehemaligen Präsidenten wegen Missachtung des Kongresses aus, acht stimmten dagegen und zwei enthielten sich der Stimme.
Welche Folgen hat das? Ein Verstoß gegen eine Kongress-Vorladung kann mit bis zu einem Jahr Haft und Geldstrafen geahndet werden.
Wie verwickelt ist Clinton? Bill Clinton ist in Fluglisten von Jeffrey Epsteins Privatjet ("Lolita Express") dokumentiert. In freigegebenen Epstein-Akten taucht Bill Clinton mehrfach auf – etwa auf Fotos oder als Person. Das bedeutet aber nicht, dass er beschuldigt wird, an Straftaten beteiligt gewesen zu sein.
Worum geht es? Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, kündigte die Einführung eines eigenen Satelliten-Internetdienstes namens TeraWave an.
Was ist das Ziel? Ein globales Hochgeschwindigkeits-Internetzugangssystem aufzubauen, das insbesondere für Unternehmen, Rechenzentren und Regierungsorganisationen gedacht ist.
Wie dicht wird das Netz sein? Die TeraWave-Konstellation soll aus rund 5.408 Satelliten bestehen, die in sowohl niedriger (LEO) als auch mittlerer Erdumlaufbahn (MEO) positioniert werden, um eine möglichst stabile und schnelle Datenverbindung weltweit zu gewährleisten.
Wie kommen sie ins All? Die Satelliten sollen über die New Glenn-Raketen von Blue Origin ins All gebracht werden. Diese Raketen befinden sich derzeit noch in der Entwicklung, sollen aber in den kommenden Jahren einsatzbereit sein und die Hauptstarts für TeraWave übernehmen.
Wer ist die Kundschaft? Das System soll Datenübertragungsraten von mehreren Terabit pro Sekunde ermöglichen, wodurch selbst sehr datenintensive Anwendungen unterstützt werden können. Blue Origin betont, dass der Dienst vor allem für Großkunden konzipiert ist.
Ist das eine Konkurrenz zu Starlink von Elon Musk? Ja und nein! Während Starlink sich vor allem auf Privatkunden und ländliche Gebiete konzentriert, liegt der Fokus von TeraWave auf Unternehmen, Behörden und Rechenzentren, die große Datenmengen verarbeiten.
Wie stark ist die Konkurrenz? Der Markt wird derzeit von Elon Musks Starlink dominiert, das über mehr als 9.000 Satelliten verfügt.
Wann geht es los? Blue Origin gab nun bekannt, die ersten Satelliten Ende 2027 ins All zu schicken und damit "Verbindungen zu Orten zu ermöglichen, die mit herkömmlichen Methoden nicht erreichbar sind".
Worum geht es? Donald Trump hat einen internationalen Friedensrat ins Leben gerufen, der offiziell Board of Peace heißt. Er wurde am Donnerstag in Davos vorgestellt.
Was ist der Sinn? Offizielles Ziel dieses Gremiums ist es, Frieden zu fördern, Konflikte zu lösen und Stabilität in Krisenregionen zu sichern, insbesondere im Nahen Osten.
Wer ist dabei? Rund 60 Staaten wurden zur Mitarbeit eingeladen, es gibt aber eine Reihe von Ländern, die eine Teilnahme abgelehnt haben, einige möchten abwarten.
Wer gehört zum "Kern-Friedensrat"? 19 Staats- und Regierungschefs waren bei der Unterzeichnung des Gründungsdokuments in Davos dabei. Rund 35 Staaten sollen eine Zusage abgegeben haben.
Wer hat in Davos unterschrieben? Bahrain, Marokko, Aserbaidschan, Bulgarien, Argentinien, Armenien, Ungarn, Indonesien, Jordanien, Kasachstan, der Kosovo, Pakistan, Paraguay, Qatar, Saudi-Arabien, Usbekistan, die Türke, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Mongolei.
Ungarn? Ja, Premierminister Viktor Orbán war bei der Unterzeichnung dabei. Ungarn ist das einzige europäische Land, das mitmacht.
Was begründet die Skepsis? Bedenken über die Legitimität eines US-geführten Gremiums. Kritiker warnen, dass der Friedensrat versuchen könnte, die Rolle der Vereinten Nationen und anderer etablierten internationalen Strukturen zu untergraben.
Wie lief die Präsentation? Trump hielt eine Rede, in der er den Tag als "sehr aufregend und lange geplant" bezeichnete und erklärte, der Friedensrat könne einen bedeutenden Beitrag zur Beendigung internationaler Konflikte leisten.
Was ist das erste Einsatzgebiet? Der Waffenstillstand und der Wiederaufbau im Gazastreifen soll überwacht werden.
Was ist der Deal? Die Mitgliedstaaten erhalten eine dreijährige, verlängerbare Amtszeit, können sich aber einen ständigen Sitz sichern, wenn sie 1 Milliarde Dollar an Finanzmitteln einzahlen.
Wer ist Vorsitzender? Donald Trump. Es gibt daneben auch einen Exekutivrat.
Worum geht es? Vor dem High Court in London findet gerade ein Prozess gegen den Verlag Associated Newspapers Ltd. (ANL) statt, der unter anderem die Daily Mail und die Mail on Sunday herausgibt.
Was ist der Vorwurf? Medien des Verlags sollen systematisch und über Jahre hinweg illegal in die Privatsphäre von Promis eingegriffen haben. Etwa durch das Abhören von Handys und Telefonen, den Einsatz von Privatdetektiven, den Zugriff auf persönliche Daten durch unrechtmäßige Methoden.
Wer klagte? Etwa Prinz Harry, Elton John, Sadie Frost, Baroness Doreen Lawrence und Sir Simon Hughes.
Was passierte nun? Liz Hurley erschien am Donnerstag gemeinsam mit ihrem Sohn Damian im Gericht, um als Zeugin auszusagen. Sie sei tief verletzt gewesen, als sie erfahren habe, dass ihre Telefonleitungen abgehört worden sein sollen.
Was erzählte sie? Hurley sagte aus, es habe versteckte Mikrofone am Fenster ihres Hauses gegeben, um Gespräche abzuhören. Sie behauptete auch, private medizinische Details aus der Zeit ihrer Schwangerschaft seien gestohlen und für Zeitungsartikel verwendet worden.
Wie sehr nahm sie das mit? Während ihrer Aussage wurde Hurley mehrfach emotional, war sichtlich bewegt und weinte im Zeugenstand. Sie habe manchmal Angst gehabt, zu laut zu sprechen, weil sie wusste, dass "jemand" mithöre.
Was sagt der Verlag? Associated Newspapers Ltd. (ANL) bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet sie als unerhört, unbegründet oder gestützt auf fragwürdige Beweise.
Worum geht es? Delcy Rodríguez, die bis Anfang 2026 Vizepräsidentin Venezuelas war, spielte eine zentrale Rolle in den geheimen Vorbereitungen auf den Machtwechsel nach Nicolás Maduros Sturz. Das geht aus neuen Dokumenten hervor.
Was steht drin? Bereits im Herbst 2025 nahm sie über katarische Vermittler Kontakt zu US‑Offiziellen auf, um zu signalisieren, dass sie nach einem Machtwechsel bereit wäre, mit den USA zusammenzuarbeiten und für eine geordnete Übergangsphase zu sorgen.
Was heißt das konkret? Schon im Dezember sagte Rodríguez der US-Regierung: "Maduro muss weg." Das berichtet der Guardian.
Was war die Botschaft? Sie und ihr Bruder Jorge Rodríguez, Präsident der Nationalversammlung, betonten, sie wollten sicherstellen, dass kein chaotisches Machtvakuum entsteht.
Das klang aber anders? Ja, nach der Entführung des Präsidenten hatte Rodríguez Kritik an den USA geübt und in einer TV-Rede gesagt, Maduro sei "der einzige Präsident von Venezuela". Sie forderte seine sofortige Freilassung.
Ein Widerspruch? Schon, aber: Rodríguez versprach zwar, die USA nach Maduros Sturz zu unterstützen, stimmte aber nicht zu, aktiv an seinem Sturz mitzuwirken.
Worum geht es? In der Nacht vom 15. auf den 16. März werden in Los Angeles zum 98. Mal die Academy Awards verliehen. Am Donnerstag wurden die Nominierungen bekanntgegeben, und es gab eine Überraschung.
Welche? Der Horror-Thriller "Blood & Sinners" (hier der Trailer) erhielt 16 Oscar‑Nominierungen, mehr als jeder andere Film in der Oscar‑Geschichte.
Wer war bisher Spitze? Vorher hatten drei Filme jeweils 14 Nominierungen: All About Eve (1950), Titanic (1997) und La La Land (2016).
Wer schlug sich noch gut? Direkt hinter "Sinners" liegt "One Battle After Another" (hier der Trailer). Der Film ist mit 13 Nominierungen damit auch ein großer Favorit der Awards‑Saison.
Wer moderiert? Wieder Conan O’Brien, es gibt 24 Wettbewerbs‑Kategorien, einschließlich einer neuen für Bestes Casting.
Was sonst noch auffiel? Die Top‑nominierten Filme kamen aus vielen verschiedenen Genres und Stilen, "Sinners" etwa aus der Kategorie Horror/Drama, "One Battle After Another" ist eine Polit-Satire.
Wer räumte ab? Warner Bros. hatte dieses Jahr mit gleich zwei stark nominierten Filmen („Sinners“ und „One Battle After Another“) ein ausgezeichnetes Oscar‑Ergebnis.
Warum ist das relevant? Das Studio steckt inmitten einer Übernahmeschlacht und soll von Netflix geschluckt werden.
Worum geht es? Beim World Economic Forum (WEF) in Davos ist es am Dienstagabend bei einem hochrangigen Abendessen zu einem Zwischenfall gekommen. US‑Handelsminister Howard Lutnick wurde von Teilen des Publikums ausgebuht.
Wer gab das Dinner? Der Chef des Vermögensverwalters BlackRock, Larry Fink. Er ist eine zentrale Figur des Weltwirtschaftsforums. Das Abendessen wurde von Vertretern von Regierungen, Wirtschaftsführern und weiteren Würdenträgern besucht.
Wie kam es zum Eklat? Lutnick übte scharfe Kritik an Europa. Dabei betonte er, dass die westliche Globalisierung "gescheitert" sei und plädierte für eine stärker national orientierte "America First"‑Wirtschaftspolitik – Aussagen, die bei vielen Anwesenden auf Ablehnung stießen.
Zum Beispiel? Lutnick erklärte seinem Publikum, dass sich die Welt auf Kohle als Energiequelle konzentrieren sollte, anstatt auf erneuerbare Energien.
Was passierte dann? Mehrere Gäste sollen dazu laut gejohlt haben, woraufhin einige den Saal vorzeitig verließen. Die Veranstaltung wurde von den Gastgebern vor dem Nachtisch abgebrochen, nachdem die Stimmung angespannt war.
Wer verließ den Raum? Etwa Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie ging während einer Passage von Lutnicks Rede aus dem Saal.
Wie reagierte das US-Handelsministerium? Es erklärte: "Nur eine Person hat gebuht, und das war Al Gore." Der ehemalige demokratische US-Vizepräsident ist Klimaschützer.
Worum geht es? In Berlin wurde Mittwochfrüh eine mutmaßliche Spionin festgenommen. Sie wird verdächtigt, für einen russischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Ilona W. besitzt die deutsche und die ukrainische Staatsbürgerschaft.
Was ist der Verdacht? Die Bundesanwaltschaft wirft der 56-Jährigen vor, seit mindestens November 2023 sensible Informationen weitergegeben zu haben.
An wen und worüber? Die Frau soll Informationen über Waffenlieferungen, Drohnendaten und Rüstungsstandorte im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine an einen Agenten aus der russischen Botschaft weitergegeben haben.
Wie hat sie gearbeitet? Ilona W. saß im Vorstand des Berliner Vereins "Bundesvereinigung Binationaler Gesellschaften". Er setzte sich für Völkerverständigung und internationale Zusammenarbeit ein und pflegte Kontakte zu hochrangigen Politikern von SPD und CDU sowie Wirtschaftsgrößen, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Handelt es sich um eine Einzeltäterin? Ermittler fanden bei Durchsuchungen in mehreren Bundesländern Hinweise auf weitere Beteiligte; zwei weitere Verdächtige seien jedoch noch auf der Flucht.
Was weiß man über die Mittäter? Laut Spiegel handelt es sich um zwei frühere Mitarbeiter des Bundesverteidigungsministeriums.