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3. Oktober 2025

Cannabis-Gummibärchen US-Sportler droht nun Todesstrafe

Worum geht es? US-Basketball-Profi Jarred Shaw sitzt seit fünf Monaten in Indonesien in Haft. Er hatte sich Gummibärchen mit Cannabis-Zusatz liefern lassen und wurde ertappt.

Was sind die Folgen? Dem 35-jährigen Texaner droht nun deshalb eine lebenslange Freiheitsstrafe oder sogar ein Todesurteil. Indonesien verfolgt eine besonders rigorose Anti-Drogen-Politik.

Wozu braucht er die Cannabis-Bärchen? Er leide an Morbus Crohn, einer chronischen Darmentzündung, die ihm permanent Schmerzen verursache, so der 2,10 Meter Hüne. Das Cannabis lindere seine Magenschmerzen und erleichtere ihm die Verdauung.

Was sagen die Behörden? Sie sehen Jarred Shaw als Drogendealer, weil er Mitspielern per SMS angeboten haben soll, ihnen etwas von seinen Cannabis-Bärchen abzugeben. Und da es sich um eine recht große Lieferung gehandelt hat – ein knappes Kilo –, steht eine lebenslange Freiheitsstrafe oder im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe im Raum.

Warum sind die Strafen so rigoros? Indonesien verfolgt eine harte Linie im Kampf gegen illegale Drogen. 2016 wurden ein Indonesier und drei Ausländer, die wegen Drogendelikten verurteilt worden waren, durch Erschießungskommandos hingerichtet. Mehr als 500 Menschen – darunter fast 100 Ausländer – sitzen derzeit in Indonesien in den Todeszellen, die meisten davon wegen Drogendelikten.

Was führte Jarred Shaw nach Indonesien? Der Basketball-Profi spielte nach einer Karriere an der Utah State University in Argentinien, Japan, der Türkei, Thailand und Tunesien, ehe er nach Indonesien wechselte. Dort gewann er mit seinem Verein 2023 die Meisterschaft und erzielte in drei Saisonen mehr als 1.000 Punkte, war also sehr erfolgreich.

Wie geht es jetzt weiter? Shaw wartet noch auf seinen ersten Gerichtstermin. Anders als die US-Spielerin Brittney Griner, die 2022 in Russland wegen Cannabis-Besitz festgenommen und verurteilt worden und 2024 gegen einen russischen Waffenhändler ausgetauscht worden war, hat er in der US-Öffentlichkeit keine Lobby. Deshalb sammelt er jetzt per Crowdfunding Geld für seine Verteidigung.

Weitere Meldungen

50 Monate Haft Urteil für Musiker "Diddy" Combs da

Worum geht es? Nach stundenlangen Beratungen gab das Gericht in New York am Freitagabend das Strafmaß für den Musikproduzenten Sean Combs alias Diddy bekannt. Der 55-Jährige muss für vier Jahre und zwei Monate ins Gefängnis.

Wurde Diddy nicht längst verurteilt? Er wurde nach einem fast drei Monate dauernden, Aufsehen erregenden Prozess im vergangenen Juli teilweise schuldig gesprochen, das Ausmaß der Strafe wurde allerdings erst jetzt festgesetzt.

Weswegen war der Musiker angeklagt? Wegen zweifacher Nötigung zur Prostitution, Verschwörung zur organisierten Kriminalität und Menschenhandels. Die Geschworenen erkannten Combs allerdings nur wegen der Prostitutions-Delikte für schuldig. Wäre er auch in den anderen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, hätte ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe gedroht.

Wie viel Haft forderte die Staatsanwaltschaft? Elf Jahre und drei Monate, da Combs "in jedem Alter eine Gefahr darstellen" würde. Weiter wurde argumentiert, eine mildere Strafe würde ihn für jahrelangen Missbrauch ungestraft lassen.

Und die Verteidigung? Appellierte, den Musiker maximal zu 14 Monaten Haft zu verurteilen, da dieser bereits jetzt durch die Untersuchungshaft "völlig kaputt" sei. Wäre das Gericht dieser Argumentation gefolgt, wäre Combs in wenigen Wochen wieder frei gewesen, da er bereits seit einem knappen Jahr in U-Haft sitzt und diese angerechnet worden wäre.

Was sagt Diddy selbst? Der Musiker hatte kurz vor der Verkündung des Strafmaßes die Möglichkeit, selbst zu seinen Taten Stellung zu nehmen. Er entschuldigte sich bei seiner Ex-Freundin, seiner Mutter und seinen Kindern. Sein früheres Verhalten sei widerlich, beschämend und krank gewesen. Er habe unter Einfluss von Drogen völlig die Kontrolle verloren und würde sich jetzt selbst hassen.

Hamas für Geisel-Deal Trump fordert Bomben-Stopp von Israel

Worum geht es? Donald Trump hatte am Freitag den Druck auf die Hamas erhöht. Akzeptiert die Terrororganisation den neuen US-Friedensplan für Gaza nicht bis Sonntag, 22 Uhr, stehe ihr "die Hölle auf Erden bevor", so der US-Präsident in einem Post auf Truth Social.

Was steht im Friedensplan? Der Plan sieht ein sofortiges Ende der Kämpfe in Gaza und die Freilassung von 20 noch lebenden israelischen Geiseln vor. Außerdem die Übergabe der sterblichen Überreste aller anderen Geiseln, im Austausch gegen Hunderte von inhaftierten Gaza-Bewohnern. Und das alles binnen 72 Stunden.

Was sagt die Hamas dazu? Sie gab am Freitag eine schriftliche Erklärung ab. "Die Bewegung verkündet ihre Zustimmung zur Freilassung aller Geiseln – der lebenden und der sterblichen Überreste – gemäß der Austauschformel im Vorschlag von Präsident Trump," schrieb sie darin.

Nimmt die Hamas den Plan also an? Das ist nicht ganz klar, denn direkt nimmt sie darauf nicht Bezug. Allerdings gibt es weitere Zugeständnisse." Etwa "die Übergabe der Verwaltung des Gazastreifens an ein palästinensisches Gremium unabhängiger Technokraten, basierend auf dem palästinensischen nationalen Konsens und der Unterstützung der arabischen und islamischen Welt".

Und weiter? Andere Punkte müssten weiter beraten werden, so die Hamas. Jedoch signalisierte sie ihre Bereitschaft, unverzüglich in vermittelte Verhandlungen einzutreten, um weitere Details zu besprechen.

Gibt sich Trump damit zufrieden? Zunächst einmal schon. "Ich glaube, sie sind bereit für einen dauerhaften FRIEDEN," schrieb er auf Social Media. Er rief Israel dazu auf, seine Angriffe im Gaza-Streifen sofort zu stoppen.

Was will Trump noch erreichen? Dass die Hamas ihre Waffen abgibt, im Gegenzug für einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee und die Freilassung von 250 zu lebenslänglicher Haft verurteilten Palästinensern. Sowie die Einsetzung einer "Internationalen Stabilisierungstruppe" sowie eines "Friedensrates" für Gaza unter der Leitung von Trump persönlich.

Ist die Hamas dazu bereit? Ein hochrangiger Hamas-Vertreter, Mousa Abu Marzouk, erklärte am Freitag in einem Interview mit Al Jazeera, die Hamas sei bereit, "jede Art von Waffen" abzugeben, sofern "die Besatzung endet und die Palästinenser die Kontrolle wiedererlangen".

Mondsee bleibt privat Kauf durch das Land OÖ gescheitert

Worum geht es? Der Versuch des oberösterreichischen Landesregierung, den in Privatbesitz befindlichen Mondsee für das Land zu erwerben, ist offenbar gescheitert. Das gab Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) am Freitag im Landtag bekannt.

Wem gehört der Mondsee? Der Salzkammergutsee ist seit mehr als 200 Jahren in Privatbesitz. Bis 2024 war Nicolette Waechter die Besitzerin des Sees, dann übergab sie diesen Besitz an ihre Tochter Anna Mathyl.

Was hat die neue Besitzerin damit vor? Anfang des Sommers kündigte sie sämtliche Pachtverträge für Stege, Bootshäuser oder Bojen und stellte gleichzeitig in Aussicht, neue, einheitliche Verträge aufsetzen zu wollen. Das sorgte bei vielen Pächtern für Unsicherheit.

Gibt es bereits neue Pachtverträge? Laut einem Bericht der Kronen Zeitung werden derzeit neue Pachtverträge mit nach oben angepassten Preisen an die bisherigen Pächter verschickt. Demnach sollen die Pachtpreise jetzt etwa jenen entsprechen, die die Bundesforste an den anderen Salzkammergutseen durchschnittlich einheben.

Was war der Plan des Landes? Offenbar hat man die Gelegenheit als günstig erachtet, den See gerade jetzt in den Besitz des Landes zu bringen. Ein ähnlicher Versuch vor einigen Jahren ist damals an sehr unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert.

Und jetzt? Scheinen abermals verschiedene Vorstellungen darüber, wieviel ein See kosten soll, zum Ende der Gespräche geführt haben. Landeshauptmann Stelzer ließ jedenfalls mitteilen, das Land habe "kein Interesse mehr an einem Kauf".

Shein öffnet 1. Geschäft Chinas Fast Fashion startet in Paris

Worum geht es? Die chinesische Fast Fashion Marke Shein plant, in Frankreich ihre ersten fixen Shops zu eröffnen. Geplant sind Verkaufsflächen in Kaufhäusern in Paris sowie in fünf weiteren französischen Städten: Dijon, Reims, Grenoble, Angers und Limoges.

Was ist Shein? Ein chinesischer Online-Händler für trendige Mode- und Haushaltsartikel. Er wendet sich vor allem an ein junges Publikum wendet und lockt mit sehr niedrigen Preisen und einem raschen Sortimentswechsel.

Seit wann gibt es das Unternehmen? Gegründet wurde es 2008, als Shein ist man seit 2015 aktiv. Der Hauptsitz ist mittlerweile in Singapur, die Produktion erfolgt zumeist in China.

Wie erfolgreich ist Shein? Sehr. 2024 wurden weltweit – der Händler ist in 150 Ländern aktiv – an die 50 Milliarden Dollar umgesetzt.

Shops gab es bisher keine? Nein, es gab nur Pop-up-Stores, die allerdings reine Marketing-Zwecke erfüllten und rasch wieder schlossen. Aber fixe Stores gab es bislang keine.

Und weshalb jetzt Frankreich? Man will sich gleich auf "einem der wichtigsten Modemärkte der Welt" beweisen, so das Unternehmen. Bei Frankreichs Modehändlern ließ die Ankündigung indes die Alarmglocken schrillen, leidet der Hanel doch jetzt bereits massiv unter der asiatischen Fast Fashion-Konkurrenz.

Werden weitere Länder folgen? Das hängt vom Erfolg der Shops in Frankreich ab. Aber grundsätzlich steht eine Ausweitung der Shop-Struktur auf dem Plan, Frankreich wird explizit als Testmarkt bezeichnet,

"Menschenverachtend" Ex-Kanzlerin Merkel geht auf AfD los

Worum geht es? Die rechtsextreme AfD zog in den aktuellsten Umfragen an der regierenden Union aus CDU und CSU vorbei und belegt momentan Platz 1. Nun kritisierte die deutsche Altkanzlerin Angela Merkel die AfD scharf.

Wo trat Merkel auf? Sie gab ZDF-Moderatorin Marietta Slomka ein Interview, es wurde am Donnerstag um 21:45 Uhr in voller Länge ausstrahlt.

Was sagte die Altkanzlerin? Es gebe Unzufriedenheiten im Land und mitunter sei das Gefühl einiger verlorengegangen, sich entwickeln zu können, aber: "Trotzdem muss ich immer wieder sagen, es ist kein Grund, eine menschenverachtende Partei zu wählen, wenn man etwas zu kritisieren hat."

Was hat sie an der AfD auszusetzen? Sie verbreite "Neid, Hass und Rassismus". Sie teile Menschen auf in Eliten und das Volk und definiere selbst, wer noch zum Volk gehöre. "Das ist einfach gegen das Grundgesetz. Dort steht: Alle Macht geht vom Volk aus. Und das Volk sind alle deutschen Staatsbürger."

Film, 2 neue Staffeln Serie "Peaky Blinders" wird fortgesetzt

Worum geht es? Die von Fans kultisch verehrte britische Gangster-Serie "Peaky Blinders" über den Aufstieg der kriminellen Familie Shelby im Birmingham der 1920er- und 1930er-Jahre wird nun doch fortgesetzt. Die BBC kündigte an, entgegen ihren bisherigen Plänen zwei weitere Staffeln beauftragt zu haben. Auch ein "Peaky Blinder"-Film wird kommen, und zwar spätestens Anfang 2026.

Was ist "Peaky Blinders"? Die von der BBC produzierte und bei uns auf Netflix ausgestrahlte Serie beschäftigt sich mit dem Aufstieg der kriminellen Familie Shelby im britischen Birmingham nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.

Wie viele Staffeln gibt es bisher? Sechs Staffeln mit insgesamt 36 Episoden, die die Zeit bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs abdecken. Eigentlich sollte die Serie an diesem Punkt enden. Umso größer die Freude bei den Fans über die aktuelle Ankündigung.

Weshalb ist die Serie so beliebt? Einerseits wegen ihrer ungeschminkten und gleichzeitig sehr künstlerischen Bildsprache – häufig wird Zeitlupe eingesetzt, um die Bilder noch eindrucksvoller wirken zu lassen. Und andererseits wegen der knallharten Handlung. Die Serie wird gerne mit den Werken von Kult-Regisseur Quentin Tarantino verglichen.

Wer spielt mit? Hauptdarsteller ist Cilian Murphy ("Oppenheimer") als Bandenchef Thommy Shelby, sein Gegenpart ist Superstar Tom Hardy (u. a. "Taboo", "MobLand") als Alfie Solomons.

Worum geht es im neuen Film? Er soll in den ersten Monaten des Zweiten Weltkriegs spielen und die Geschicke der Familie während des deutschen "Blitzkriegs" gegen Großbritannien schildern. Starttermin ist nach aktuellem Stand Anfang 2026.

Und die neuen Staffeln? Werden in den 1950er-Jahren spielen, als Birmingham nach den Zerstörungen des Krieges wieder aufgebaut wird und auch die Shelbys wieder mit im Spiel sind, so die BBC. Wann genau die neuen Staffeln starten werden, ist noch nicht bekannt.

Greta fühlt sich entführt Israel nimmt Gaza-Aktivisten fest

Worum geht es? Am Mittwoch stoppte Israels Armee die Global Sumud Flotilla. Ein Verband aus rund 50 Booten und mit mehr als 300 Aktivisten an Bord hatte sich Anfang September von Barcelona aus Richtung Gaza aufgemacht.

Wozu? Offiziell, um Hilfslieferungen in das Kriegsgebiet zu bringen. Der israelische Botschafter bei der UN, Danny Danon, sprach dagegen von einem "PR-Stunt".

Was passierte? Israels Militär bot den Aktivisten an, die Hilfslieferungen in Häfen außerhalb des Gazastreifens zu transportieren, das wurde abgelehnt. Also wurde die Besatzung der Schiffe festgenommen und an Land gebracht.

Auch Greta Thunberg? Ja, sie war die Prominenteste an Bord, aber auch mehrere Österreicher fuhren mit. Darunter der ehemalige ÖSV-Skifahrer Julian Schütter, er wurde 2022 Staatsmeister im Super-G.

Was passierte mit Greta? Sie wurde ebenfalls an Land gebracht. Zuvor postete die Schwedin noch ein 18 Sekunden langen Clip in den sozialen Medien. "Wenn ihr dieses Video seht, wurde ich von der israelischen Armee gegen meinen Willen entführt", sagt sie darin.

Und Schütter? Er postete ebenfalls ein Video und fühlte sich auch gekidnappt. „Mein Name ist Juli Schütter", sagt er. "Wenn ihr dieses Video seht bin ich von den israelischen Besatzungskräften entführt worden und werde gegen meinen Willen nach Israel gebracht."

Was passiert nun? Die Aktivisten wurde polizeilich registriert, erklärten die Behörden. Sie würden nun in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Einige der festgesetzten Aktivisten traten nach eigenen Angaben in einen Hungerstreik.