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"20 Days to history"

Gemma Lugner, Melania! So wird der Kinofilm der First Lady

Trumps Weg zur zweiten Präsidentschaft, gesehen mit den Augen seiner Ehefrau – das ist das Thema der neuen Doku "Melania", die am Freitag in den Kinos anläuft. Was man über den Film weiß, wo er in Österreich zu sehen ist (etwa in der Lugner City).

Donald und Melania Trump luden 70 Promis ein, die sich den Film vorab anschauen durften
Donald und Melania Trump luden 70 Promis ein, die sich den Film vorab anschauen durftenReuters
Martin Kubesch
Akt. 26.01.2026 23:29 Uhr

Mehr als 1.400 Kinos, 33 Länder, ein Event: Kommenden Freitag startet der Dokumentarfilm "Melania" rund um den Globus – auch in Österreich, etwa im Kino in der Lugner City in Wien. "Melania" zeigt die 20 Tage vor der Amtseinführung von Donald Trump am 20. Jänner 2025 – und zwar subjektiv aus Sicht seiner Ehefrau Melania.

Um den genauen Inhalt des Films wird seit Monaten ein großes Geheimnis gemacht. Sicher ist nur, dass er wirklich viel Geld gekostet hat (etwa 63 Millionen Euro) und mit riesigem Aufwand und Hollywood-Unterstützung gedreht worden ist.

Bis vor wenigen Tagen hatte überhaupt nur eine Handvoll Menschen auf der Welt "Melania" gesehen. Am Samstag veranstaltete die First Lady dann eine Sneak-Preview für ihren Mann und 70 Extra-Promis im Weißen Haus, um zumindest ihren inneren Kreis einmal einzuweihen in die Geheimnisse des Films.

Welche VIPs "Melania" bereits vorab sehen durften, was über den Inhalt der Dokumentation bislang bekannt ist und wo der Film in Österreich zu sehen sein wird – das muss man über den First-Lady-Film "Melania" wissen:

Worum geht es?
Versprochen wird nicht weniger als ein "unvergesslicher Blick hinter die Kulissen eines der wichtigsten Ereignisse der Welt". So drückt es jedenfalls US-Präsident Donald Trump etwas gestelzt aus, wenn er auf Social Media die Werbetrommel für die neue Doku über seine Ehefrau rührt.

Was ist der Inhalt?
"Melania: Twenty Days To History" – salopp übersetzt "Melania: In 20 Tagen wird Geschichte gemacht" – heißt das 104-Minuten-Epos. Es lässt die 20 Tage vor Donald Trumps zweiter Amtseinführung am 20. Jänner 2025 Revue passieren – aus Sicht der First Lady.

Wie darf man sich das vorstellen?
Schwer zu sagen, denn außer einem stylishen, rasant geschnittenen Trailer hat die Welt noch nicht sonderlich viel von "Melania" zu sehen bekommen. Sicher ist nur: Die First Lady wurde in den Wochen und Monaten vor der Inauguration von einem Hollywood-Team dabei begleitet, wie sie "die Rückkehr ihrer Familie nach Washington und die Organisation der Amtseinführung managt", so der Pressetext.

Gibt es mehr Infos?
Die Filmemacher locken mit einem "noch nie da gewesenen Blick hinter die Kulissen des Betriebes im Weißen Haus". So soll es bislang unveröffentlichtes Material zu sehen geben: private Gespräche, Meetings und "selten gezeigte Momente aus ihrem Alltag als First Lady".

Was sagt die First Lady selbst über den Film?
Also: "In den 20 Tagen meines Lebens vor der Amtseinführung des US-Präsidenten wird Geschichte geschrieben. Erstmals kann ein weltweites Kinopublikum miterleben, wie sich dieses entscheidende Kapitel öffnet – ein persönlicher, unverstellter Blick auf meinen Weg zur First Lady der Vereinigten Staaten, auf dem ich Familie, Unternehmertum und Wohltätigkeit miteinander verbinde."

Ist das ein Spielfilm?
Nein, eine Dokumentation – wenn auch eine schillernde Hochglanz-Doku, die nach allen Regeln der Hollywood-Kunst gedreht worden ist.

Inwieweit ist Hollywood an "Melania" beteiligt?
Primär in Form von Brett Ratner. Er war 15 Jahre lang auf dem Weg zu einem der erfolgreichsten Regisseure Hollywoods und drehte Komödien (die "Rush Hour Serie"), Thriller ("Roter Drache" mit Anthony Hopkins als Hannibal Lecter) und Superheldenfilme ("X-Men: Der letzte Widerstand"). Nach homophoben Äußerungen und Vorwürfen sexueller Belästigung und Nötigung wurde es jedoch still um ihn.

Und jetzt darf er wieder ran?
Ja. Der 56-Jährige habe monatelang in Trumps Florida-Anwesen Mar-a-Lago gelebt, um das Material für "Melania" zu drehen, heißt es.

Szene aus "Melania": eine Macherin, die ""die Rückkehr ihrer Familie nach Washington und die Organisation der Amtseinführung managt"
Szene aus "Melania": eine Macherin, die ""die Rückkehr ihrer Familie nach Washington und die Organisation der Amtseinführung managt"
Muse Films

Aber die Präsidentenwahl war doch erst Anfang November …?
Was unter "monatelang" zu verstehen ist, lässt sich derzeit nicht genauer eruieren. Durchaus möglich, dass Regisseur Ratner wirklich erst am 6. November, dem Tag nach der Wahl, sein Filmteam zusammengerufen hat, um sich ans Werk zu machen.

Ist das plausibel?
Eher weniger. Wahrscheinlicher ist es, dass die Pläne für den Film vor der Wahl bestanden haben und längst mit Vorbereitungsarbeiten begonnen worden war, noch ehe feststand, dass Trump zum zweiten Mal gewählt wurde.

So viel Aufwand klingt nach einem großen Budget …
Das hatten die Filmemacher auch zur Verfügung. 40 Millionen Dollar hat sich das zu Amazon gehörende Studio MGM die Produktion des Films angeblich kosten lassen. Dazu ist von weiteren 35 Millionen Dollar Marketingbudget für die Bewerbung von "Melania" die Rede. Damit wäre der Film mindestens zehnmal so teuer, wie derartige Hochglanz-Dokumentationen üblicherweise kosten.

Und der Film wird diese Kosten wieder einspielen?
Brancheninsider hegen daran jedenfalls große Zweifel. US-Medien sind voll mit Abgesängen auf "Melania", noch ehe der Film gestartet ist. Der Kartenvorverkauf für den Film sei lausig, die Einspielerwartungen würden bei einem Bruchteil der Produktionskosten liegen.

Der Regisseur von "Melania", Brett Ratner (r.), mit Apple-CEO Tim Cook
Der Regisseur von "Melania", Brett Ratner (r.), mit Apple-CEO Tim Cook
Bei der Sneak-Preview zu Gast: Charlie Kirks Witwe Erika und NLP-Guru Tony Robbins
Bei der Sneak-Preview zu Gast: Charlie Kirks Witwe Erika und NLP-Guru Tony Robbins

Könnte das stimmen?
Schwer festzustellen, aber unberechtigt sind die Zweifel an der Strahlkraft des Projektes wahrscheinlich nicht. Vor allem aus dem simplen Grund, weil Amazon bereits angekündigt hat, dass der Film nach der Kino-Auswertung ins Streamingprogramm von Amazon Prime wechseln werde. Und zwar ohne Umweg über ein kostenpflichtiges Video-on-Demand-Angebot, direkt in die Flatrate-Schiene.

Für Amazon könnte "Melania" also ein Verlustgeschäft werden?
Der Fall könnte durchaus eintreten. Es gibt allerdings nicht wenige Stimmen in den USA, die behaupten, dass das Investment in den Film als verstecktes Sponsoring für Donald Trump gesehen werden könnte. Immerhin hat Amazon-Eigner Jeff Bezos große Pläne mit seinem Weltraumprogramm Blue Origin. Und um dafür an staatliche Aufträge zu kommen, bedarf es der Fürsprache des Präsidenten.

Aber zunächst geht es für "Melania" einmal ins Kino, richtig?
Richtig. "Melania" wird am Freitag, dem 30. Jänner, in mehr als 1.400 Kinos in 33 Ländern anlaufen. Die Galapremiere des Films findet am Abend davor, dem 29. Jänner, im Kennedy Center in Washington statt. Mit Melania und Donald Trump sowie 1.000 geladenen Gästen.

Kennedy Center?
Korrekt eigentlich im "The Donald J. Trump and The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts", die Umbenennung hatte Ende 2025 für viel Wirbel gesorgt. Nach der Neubesetzung des Vorstands mit Trump-Unterstützern und der Neuausrichtung gegen als "woke" empfundene Kunst, sagten zahlreiche Künstler Auftritte ab.

Hat der Präsident den Film bereits gesehen?
Ja, aber erst vor Kurzem. Am vergangenen Samstag gab es eine Sneak-Preview im Weißen Haus für nicht mehr als 70 Gäste, darunter einige wirkliche bekannte Namen. Dabei hat auch Donald Trump "Melania" zum ersten Mal gesehen. In die Arbeit an dem Streifen sei er nicht involviert gewesen, das sei alleine die "Show" von Melania und Regisseur Brett Ratner gewesen, sagt man.

Streng in Schwarz-Weiß gehalten:
Streng in Schwarz-Weiß gehalten:
Deko und Snacks …
Deko und Snacks …
Screenshot Instagram Paula Michelle White
bei der "Melania"-Preview im Weißen Haus
bei der "Melania"-Preview im Weißen Haus

Gab es gar keine Vorstellungen für die Fachpresse und Filmkritiker?
Nein, niemand Außenstehender hat den Film vorab zu sehen bekommen. Auch die Fachpresse wird sich am Freitag ein Kinoticket kaufen müssen, wenn sie über "Melania" schreiben möchte.

Wer war alles bei der Sneak-Preview im Weißen Haus dabei?
Neben den Trumps mit Sohn Barron und Regisseur Brett Ratner waren laut Hollywood Reporter die Tech-CEOs Tim Cook (Apple), Andy Jassy (Amazon), Eric Yuan (Zoom) und Lisa Su (AMD) mit dabei. Außerdem Erika Kirk (Witwe des rechten Influencers Charlie Kirk), Königin Rania von Jordanien, Box-Legende Mike Tyson, NLP-Guru Tony Robbins, die Fotografin Ellen von Unwerth, Fiat-Erbin Azzi Agnelli, die Chefin der New Yorker Börse, Lynn Martin, sowie der MAGA-affine TikTok-Influencer Link Lauren.

Was ist mit den Spitzen der Regierung?
Laut den Berichten aus den USA waren tatsächlich keine Regierungsmitglieder bei der Veranstaltung anwesend, nicht Vizepräsident JD Vance, keine Ministerinnen oder Minister. Dieser Abend sollte offenbar ganz alleine den Trumps und ihren engen Freunden gehören.

Wie lief die Show ab?
Es war wie bei der Oscar-Verleihung. Die Herren kamen im Smoking, die Damen in Abendrobe. Der gesamte East Room des Weißen Hauses, in dem die Vorführung stattfand, war Schwarz-Weiß dekoriert. Es gab Popcorn aus schwarz-weißen Schachteln mit Melania-Monogramm, schwarz-weiße Melania-Cookies und gerahmte Eintrittskarten als Souvenir. Alle Gäste erhielten zudem eine Limited Edition von "Melania – A Memoir", der 2024 erschienenen Autobiografie der First Lady.

Noch mehr Melania-Referenzen?
Aber sicher. Für den Soundtrack zum Film schuf Komponist Tony Neiman (er schrieb bislang vor allem Musik für diverse TV-Serien) ein Stück namens "Melania's Waltz", das im Weißen Haus auch von einem Septett der Militärmusik gespielt wurde (siehe Video unten).

Was sagte die Gastgeberin bei der Gelegenheit?
Sie war offenbar ergriffen von der Größe des Moments: "Ich bin zutiefst demütig, umgeben gewesen zu sein von einem inspirierenden Raum voller Freunde, Familie und kultureller Vorreiter", erklärte sie laut einem Posting auf Instagram. Und: "Jeder dieser Menschen hat der Welt seine einzigartige Vision geschenkt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Unsere persönlichen Geschichten überdauern die Zeit und erinnern uns an unsere gegenseitige Verantwortung. Es war mir eine Ehre, meinen neuen Film 'Melania' vor seinem weltweiten Kinostart zu präsentieren."

Und was sagten die Gäste zum Film?
Sapperlot, es gab keine negativen Kritiken. MAGA-Influencer Link Lauren war geplättet, wie er in einem Posting schreibt: "'Melania' ist unglaublich. Als Geschichtsstudent habe ich so etwas noch nie gesehen. Es ist kein Dokumentarfilm, sondern ein Spielfilm, der den Zuschauer auf eine filmische Reise mitnimmt."

Gar keine Kritik an der Veranstaltung?
In den sozialen Medien herrschte viel KopfschüttelnDie demokratische Abgeordnete Alexandra Ocasio-Cortez schrieb auf X: "Heute hat das Heimatschutzministerium einen Krankenpfleger der Veteranenbehörde auf offener Straße ermordet, (Justizministerin, Anm.) Bondi versucht, Wählerdaten zu erpressen, und die halbe Nation bereitet sich auf einen potenziell verheerenden Eissturm vor, während die Katastrophenschutzbehörde FEMA stark geschwächt ist. Und was treibt der Präsident? Er veranstaltet einen Filmabend im Weißen Haus. Er ist unfähig."

Wie sieht man das im Trump-Lager?
Auch dort gibt es kritische Stimmen. So textete etwa die ehemalige Trump-Anwältin Jenna Ellis auf X: "Ich habe großen Respekt vor der First Lady und es war mir eine Ehre, sie kennenzulernen. Diese Veranstaltung hätte jedoch verschoben werden müssen. Angesichts der sich zuspitzenden Lage in Minneapolis und der Forderungen der Amerikaner nach Führung wirkt das Ganze realitätsfern."

Box-Legende Mike Tyson mit Regisseur Brett Ratner und Badr bin Abdullah Al Saud aus dem saudischen Knigshaus
Box-Legende Mike Tyson mit Regisseur Brett Ratner und Badr bin Abdullah Al Saud aus dem saudischen Knigshaus
Für die Gäste des Abends gab es auch eine Limited Edition von Melanias Biografie als Give-away
Für die Gäste des Abends gab es auch eine Limited Edition von Melanias Biografie als Give-away

Was machen die Trumps?
Sie ignorieren die kritischen Stimmen und rühren weiter die Werbetrommel für "Melania". Die ganze Woche soll jetzt im Zeichen des Films stehen, so das Weiße Haus. Am Mittwoch wird die First Lady die Eröffnungsglocke der New Yorker Börse läuten. Und am Donnerstag findet die Galapremiere im Kennedy Trump Center in Washington statt.

Wann ist der Film jetzt also in Österreich zu sehen?
Ab kommendem Freitag, dem 30. Jänner. Noch steht allerdings nicht endgültig fest, in welchen Kinos "Melania" bei uns zu sehen sein wird. Sicher ist, dass er im Kino in der Lugner City in Wien läuft: "Wir haben den Film zwei Wochen im Programm, so die Ankündigung. Auch in einigen Cineplexx-Kinos wird "Melania" laufen, in welchen genau, stand bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht fest.

Ist der Film eigentlich synchronisiert?
Nein. "Melania: Twenty Days To History" wird in Österreich in Originalsprache mit deutschen Untertiteln laufen.

Martin Kubesch
Akt. 26.01.2026 23:29 Uhr